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    Notes de voyage d’un écrivain africain en URSS

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    Mehr als hundert Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Romain Rolland steht der Bekanntheitsgrad des Schriftstellers in einem bemerkenswerten Gegensatz zu der Wertschätzung, die er zu Lebzeiten genoss. Er präsentierte sich der Öffentlichkeit als Musikhistoriker, Biograf und Autor des mehrbändigen idealistischen Künstlerromans "Jean-Christophe" sowie von monumentalen Dramen. Spätestens der fatale Ausbruch des Ersten Weltkriegs als politische, kulturelle und humanitäre Katastrophe ließ ihn zu einem überzeugten und unerschrockenen Vorkämpfer für Frieden und Pazifismus und zu einem unabhängigen Kosmopoliten inmitten einer Weltgemeinschaft werden, die keiner Nation verpflichtet sein sollte, sondern nur den Menschen, der Humanität und dem „Freien Geist“. Rollands weltweites Netzwerk, das er durch einen regen Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus dem literarischen, kulturellen und politischen Leben seiner Zeit pflegte, zeugt von diesem supranationalen Geist. Mehr als 130 Sympathisanten aus aller Welt beteiligten sich an der Festschrift zu seinem 60. Geburtstag, die 1926 unter dem Namen Liber Amicorum Romain Rolland erschien. Dieses Buch ist ein monumentales Zeugnis einer modernen res publica literaria und bis heute eine Schatzkammer pazifistischer Gedanken um Romain Rolland. Der Beitrag verleiht ausgewählten Stimmen aus dem vielsprachigen Chor dieser vielfältigen und keineswegs verspäteten Glückwünsche eine neue Anhörung in einer Zeit, in der das Bedürfnis nach Frieden, Verständigung internationalem Verständnis und einer moralischen Rückkehr zur Würde der Menschheit nicht weniger groß ist als im vergangenen Jahrhundert

    On the boundaries between syntax and pragmatics in Ibero-Romance

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    This book offers a comparative perspective on the structural and interpretive properties of root-clause complementizers in Ibero-Romance. The driving question the author seeks to answer is where the boundaries between syntax and pragmatics lie in these languages. Contrary to most previous work on these phenomena, the author argues in favor of a relatively strict distribution of labor between the two components of grammar. The first part of the book is devoted to root complementizers with a reportative interpretation. The second part deals with root complementizers and commitment attribution. Finally, the last part presents the results of empirical studies on the topic

    Nr. 40 (Dezember 2022)

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    Aktuelle Informationen für die Mitglieder des Deutschen Hispanistikverbande

    Annie Ernaux – ‘photobiographie’ et scandale

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    Der Beitrag untersucht paradoxe Strategien scheinbar skandalöser Selbstinszenierung in L’usage de la photo (2005) von Annie Ernaux und Marc Marie. Dabei spielt die für diese Autofiktion zentrale Wechselwirkung zwischen Text und Photographie als intermediales Dispositiv der Darstellung sexueller Beziehungen zwischen den Protagonisten Annie Ernaux und Marc Marie eine besondere Rolle. Der Beitrag analysiert die Text- und Bildstrategien, mit denen Autorin und Autor das in diesem u.a. visuellen Dispositiv angelegte Skandalisierungspotential, das nicht zuletzt auch die öffentliche Wahrnehmung weiblicher Sexualität kennzeichnet, unterlaufen und in eine Reflexion über die Grenzen skandalöser Inszenierungsstrategien überführen. Die Aneignung des eigenen ‘Bildes’ geht dabei mit einer Form literarischer Autoaffirmation einher

    Romain Rollands ,Rettungsaktionen‘. Rainer Maria Rilke, Arthur Schnitzler und Stefan Zweig im Ersten Weltkrieg

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    Der Große Krieg markiert einen tiefgreifenden Umbruch für die Intellektuellen der kriegführenden Länder. Romain Rollands pazifistisches Denken und sein Eintreten für eine europäische Verständigung spielten eine wichtige Rolle bei der allmählichen Herausbildung der Ablehnung des Krieges bei vielen Schriftstellern und Künstlern. Rolland konnte auch Rilke und Schnitzler durch die Vermittlung von Stefan Zweig unterstützen. Zweig intervenierte bei Rolland, um Rilke zu helfen, dessen Vermögen nach Kriegsbeginn in Paris beschlagnahmt worden war. Dank Rolland konnte zumindest ein Teil von Rilkes Manuskripten gerettet werden. Im Herbst 1914 Schnitzler in einem "Lügeninterview" abfällige Äußerungen über die Literatur der kriegerischen Gegner Österreichs unterstellt. Mit Rollands Hilfe wurde eine Gegenaktion gestartet, und Schnitzlers berichtigende Aussage konnte in einer Genfer Zeitung erscheinen. Die beiden "Rettungsaktionen" zeigen, wie Rolland zu einem "Kristallisationspunkt" der unterschiedlichen ideologischen Positionen dieser Intellektuellen sowie ihrer vielfältigen gegenseitigen Einflüsse wurde

    Romain Rolland und Alfred Hermann Fried, zwei Weggefährten des Pazifismus

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    Romain Rolland schätzte den österreichischen Pazifisten Alfred Hermann Fried, Herausgeber der Zeitschrift Die Friedens-Warte und Friedensnobelpreisträger, der seinerseits den berühmten französischen Weggefährten in Ehren hielt. Während Rolland sich als moralische Instanz zur Bewahrung des künstlerisch-intellektuellen Erbes eines aufgeklärten Europas verstand, trat Fried als professioneller Agitator für den Frieden auf. Mit seinem „revolutionären Pazifismus“ entwickelte er eine pazifistische Strategie, die im Gegensatz zu Rollands „Panhumanismus“ die Verhinderung militärischer Konfrontationen auf der Grundlage einer völkerrechtlich sanktionierten „Weltorganisation“ ermöglichen sollte. Der vorliegende Artikel will die gegenseitige Rezeption der beiden Autoren untersuchen und vergleicht ihre pazifistischen Ansätze, um die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten

    Contact, Variation, Distance. Linguistic Repertoires of Low German Speakers

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    Das norddeutsche Sprachlagengefüge ist vor allem durch vielfältige niederdeutsch-hochdeutsche Kontakte geprägt. Während unter historischer Perspektive eine grundsätzliche strukturelle Trennung der beiden Sprachen zu konstatieren ist, lassen sich in der Gegenwart Kontakt- und Variationsphänomene feststellen, die den Abstand zwischen Hoch- und Niederdeutsch im Sprachgebrauch überbrücken und zur Ausbildung von neuen Regiolekten geführt haben. Durch die Analyse des individuellen Sprachgebrauchs von 26 Niederdeutsch Sprecherinnen, deren Daten im Projekt „Sprachvariation in Norddeutschland“ erhoben worden sind, werden in einem ersten Schritt die Kontaktphänomene der verschiedenen Sprachebenen im hochdeutschen wie im niederdeutschen Spektrum qualitativ beschrieben, im niederdeutschen Spektrum werden zusätzlich die idiosynkratischen Merkmale als Abstandsphänomene ermittelt. Im zweiten Schritt werden unter quantitativer Perspektive die Sprecherinnenrepertoires durch ihre Kontakt- und Distanzmuster konturiert und zu Profiltypen gebündelt.The article focuses on the specific North German language formation which is primarily characterized by language contacts of Low German und High German. While a struc tural separation of these two languages can be observed from a historical point of view, contact phenomena and variation phenomena bridge the gap between High German and Low German today. These phenomena have led to the emergence of new regiolects. As a first step, contact phenomena and also idiosyncratic features in Low German are described qualitatively. As a second step, the speaker repertoires are outlined by their contact and distance patterns from a quantitative perspective and bundled into profile types. The data base is formed by audio re cordings of 26 Low German speakers collected in the project „Language Variation in Northern Germany“.1. Einleitung 2. Datengrundlage und Untersuchungsgegenstände 3. Überblick über Kontakt- und Distanzphänomene 3.1 Morphologisch-syntaktische und lexikalische Kontaktphänomene im niederdeutschen Spektrum 3.2 Morphologisch-syntaktische und lexikalische Kontaktphänomene im hochdeutschen Spektrum 3.3 Dialekttiefe morphologisch-syntaktische und lexikalische Kontaktphänomene im niederdeutschen Spektrum 3.4 Zwischenfazit 4. Repertoires – Profile – Profiltypen 4.1 Morphologische und syntaktische Ebene 4.2 Lexikalische Ebene 4.3 Korrelation von grammatischer und lexikalischer Ebene 4.4 Profiltypen 5. Fazit Literatur Anhan

    « Ceux qui m’ont aimé, fût-ce en image, m’ont restitué la mienne ». L’autofiction doubrovskienne et l’image d’écrivain co-produite par la lectrice

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    Autofiktionales Schreiben gilt aufgrund der Offenbarung intimer Selbstbezüge als eine Praxis, die an gesellschaftliche Tabuzonen rührt und per se skandalträchtig ist. Sie wird häufig als literarisches Symptom einer nachmodernen « société de spectacle » (Debord) beschrieben, in der Skandale zum Literaturbetrieb gehören und die Akteure von einer ökonomisierten Kulturindustrie einverleibt werden. Aber eignet sich die Autofiktion, zumal jene der „école doubrovskienne“ (Grell 2014), tatsächlich zur Beschreibung des Literaturskandals? Wird hier nicht missverstanden, warum Autoren wie Serge Doubrovsky existentielle und moralische Konflikte „am eigenen Leib“ ausloten und deren Aporie beschreiben? Der „Fernsehskandal“ um Le Livre brisé (1989) zeigt, dass Journalisten die Prinzipien des autofiktionalen Schreibens verkennen, wenn sie dem Autor die Schuld am Tod seiner Ehefrau geben. Abgesehen davon, dass Doubrovsky seine Mitverantwortung selbst reflektiert, wird übersehen, dass die Partnerin und Leserin nicht nur sein Leben prägte, sondern auch eine textinterne Funktion innehatte. Wie andere lectrices-compagnes (Zanone), die bei Doubrovsky stets eine wichtige Rolle gespielt haben, wirkt sie an der Entstehung seines schriftstellerischen Selbstbildes entscheidend mit. So untersucht der vorliegende Beitrag anhand von Un homme de passage (2011), wie diese dialogische Inszenierung der Autorfigur noch einmal auf die Spitze getrieben wird

    „Around this man I felt a fine atmosphere of something that must be saintliness.“ – Fred Stein fotografiert Romain Rolland

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    Die Fotografie von Romain Rolland auf dem Einband dieses Buches wurde von dem deutsch-jüdischen Fotografen Fred Stein angefertigt. Der 1909 in Dresden unter dem Namen Alfred Stein geborene ausgebildete Jurist floh 1933 vor den Nazis nach Paris, wo er sich der Fotografie zuwandte. Im Jahr 1936 gelang es ihm, Romain Rolland, den er bewunderte, zu fotografieren. Obwohl die Fotografien von Persönlichkeiten wie Albert Einstein zu weltberühmten Ikonen wurden, geriet Fred Stein, der 1939 in die USA emigrierte und 1967 verstarb, in Vergessenheit. Vor diesem Hintergrund ist die Wahl seiner Fotografie für die Serie „Romain Rolland Studien / Études Romain Rolland“ als eine Hommage an Fred Stein zu verstehen

    Mise en scène autofictionnelle et esthétique du scandale chez Michel Houellebecq

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    Der Beitrag geht aus von der vielfach als skandalös wahrgenommenen Tatsache, dass Michel Houellebecq die Grenze zwischen Werk und Autor bewusst überschreitet, indem er seine öffentlichen Aussagen zum Islam oder zur sexuellen Freiheit so formuliert, dass sie denen seiner häufig thesenhaft konzipierten Romanfiguren oder Erzähler ähneln. Untersucht wird die Funktion autofiktionalen Schreibens im Zusammenhang mit dieser Ästhetik der Skandalisierung. Dabei wird die These vertreten, dass das Spiel der autofiktional erzeugten Skandalisierung durch strukturelle Ambivalenzen und Widersprüchlichkeiten der Romane unterlaufen wird

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