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    Picassos surrealistisches Theater

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    Versuche Picasso in diese oder jene künstlerische Epoche einzuteilen, sind meist zum Scheitern verurteilt. Er hat zwar zahlreiche avantgardistische Bewegungen angeregt, aber steht doch immer außerhalb dieser. Breton hat man vorgeworfen, Picasso für den Surrealismus vereinnahmt zu haben, doch selbst wenn man Picasso nicht als Surrealisten bezeichnen kann, so reflektiert sein Theater doch beides: Surrealismus und Existentialismus. Die facettenreiche Beziehung Picassos zum Theater kann man sicher nicht allein an seinen beiden Theaterstücken (Le désir attrapé par la queue (1941) und Les quatre petites filles (1948)) ablesen. Neben seinem Engagement für Cocteaus Parade (1917), zieht sich das Thema des Theaters durch Picassos Malerei: z.B. im Motiv des Harlekin, der Gaukler oder der Stierkampfarena. Sicherlich ist es nicht möglich allen diesen Verbindungen nachzugehen, aber im Vergleich von Theaterbildern und den beiden Theaterstücken zeigt sich eine gemeinsame Konzeption der Theatralität des Lebens. Neben Traumszenen, surrealistischen Assoziationsketten und einer fehlenden narrativen Struktur drückt sich der Surrealismus vor allem in Picassos grundlegender Realitätskonzeption aus: Das surrealistische Maskenspiel, der Karneval sind für Picasso Teile des Alltäglichen. Letzteres ist dabei gleichzeitig größte Gemeinsamkeit und größter Unterschied zwischen Picasso und den Surrealisten. Denn es scheint notwendig, auf der Suche nach der Surrealität in den Traum zu fliehen und sie doch in der genauen Beobachtung der Realität zu finden.Picasso est à travers toute son oeuvre un artiste particulier Il a initié et inventé des mouvements d’art et d’avant-garde, mais il ne se laisse pas classifié sous telle ou telle époque. On reproche à Breton d’avoir illégitimement supposé Picasso sous le Surréalisme, mais même si Picasso n’est pas un Surréaliste, son théâtre reflète aussi bien le Surréalisme que l’Existentialisme. La relation entre Picasso et le théâtre ne peut être complètement saisie en analysant ses deux pièces Le désir attrapé par la queue (1941) et Les quatre petites filles (1948). Le théâtre se retrouve aussi dans la peinture de Picasso : par exemple dans le motif d’Harlekin, des Saltimbanques et d’arène de tauromachie. Je ne vise sûrement pas à présenter tous ces liens, mais en comparant quelques exemples de la peinture avec ses pièces surréalistes, on peut chercher une conception commune d’une théâtralité de la vie. À côté des scènes de rêve, des chaînes d’association, d’absence d’une structure narrative, le théâtre de Picasso trouve la surréalité dans la réalité, dans la vie quotidienne car le jeu des masques, le carnaval font partie de cette vie. C’est en même temps la plus grande différence entre Picasso et les Surréalistes et aussi le plus grand lien. En effet, il n’est pas nécessaire de fuir vers le rêve puisque la surréalité se trouve en observant la vie.DF

    Mitteilungen des Deutschen Hispanistenverbands e.V.

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    Max Aub - esbozo de una escritura sin residencia fija

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    Hablando de Max Aub, el tema de la cultura parece insoslayable. Por supuesto que ya existen varios trabajos a ese respecto, en los que se relaciona a Max Aub con la cultura francesa o la alemana o la española, y que siempre parten de las diversas naciones o nacionalidades con las que el escritor entró en contacto durante su vida

    Mitteilungen des Deutschen Hispanistenverbands e.V.

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    „De parabell vam vorlorn Szohn“. Das Drama als Instrument reformatorischer Propaganda

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    Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn gehört zu den populärsten Dramenstoffen des 16. Jahrhunderts. Am 17. Februar 1527 wurde in Riga die erste Bühnenbearbeitung dieses Stoffes aufgeführt. Das von dem Rigaer Zinngießer Burkard Waldis in mittelniederdeutscher Sprache verfaßte Drama trägt den Titel: “De parabell vam vorlorn Szohn // Luce am xv. gespelet vnnd Christlick gehandelt // nha ynnholt des Texts, ordentlick na dem // geystliken vorstande sambt aller vm- // stendicheit vthgelacht” (Die Parabel vom Verlorenen Sohn, Lucas, 15. Kapitel, nach dem Inhalt des Textes aufgeführt, christlich in Szene gesetzt und auf rechte Weise nach dem geistlichen Verständnis mit allem, was dazu gehört, ausgelegt). Der genaue Aufführungsort ist unbekannt. Als mögliche Spielstätten wurden der Marktplatz, das Haus der Schwarzhäuptergilde und die Petrikirche diskutiert. Der Text wurde zuerst 1851 von Albert Hoefer neu herausgegeben. Bereits dreißig Jahre später folgte eine Neuausgabe von Gustav Milchsack, welche die Version des einzigen überlieferten Exemplars wiedergibt, während Hoefer lediglich eine spätere Abschrift zugrunde legen konnte. Anläßlich der Vierhundertjahrfeier der Reformation ist das Stück am 31. Oktober und am 2. November 1922 in Riga wieder aufgeführt worden, allerdings in einer bearbeiteten hochdeutschen Übersetzung. Die Aufführung fand als Veranstaltung des Deutsch-Baltischen Lehrerverbandes in der Börsenkommerzschule statt. Das Rigaer Spiel steht in der Reihe der Dramen vom Verlorenen Sohn an prominenter Stelle. Es eröffnet den Reigen verschiedener dramatischer Fassungen des Gleichnisses. Insgesamt folgen 25 Bearbeitungen, darunter beispielsweise auch eine Version des berühmten Nürnbergers Hans Sachs, die aber erst dreißig Jahre später, 1556, entstanden ist. Waldis nutzt den Stoff, um in den Reformationsdiskurs des frühen 16. Jahrhunderts einzugreifen, indem er die paulinische Rechtfertigungslehre darstellt. Um das Drama als ein Exempel reformatorischer Dichtung und nicht zuletzt auch reformatorischer Polemik vorstellen zu können, soll zunächst der zeitgenössische Kontext erläutert werden, in dem das Theaterstück entstanden ist und auf den es sich bezieht: (1) Burkard Waldis und die Reformation in Riga. In einem zweiten Abschnitt folgt ein Überblick über den Handlungsverlauf. In diesem Zusammenhang wird der Text auch in die mittelalterliche Tradition des geistlichen Spiels eingeordnet, und es werden die Neuerungen hervorgehoben, die dem reformatorischen Zeitgeist geschuldet sind: (2) Die Parabel vom Verlorenen Sohn – das Drama als Gottesdienst. In einem dritten Teil geht es dann um den inhaltlichen Kern, um die Darstellung der Rechtfertigungslehre, deren unterschiedliche römisch-katholische und lutherischreformatorische Interpretationen durch die beiden Söhne vertreten werden: (3) Rechtfertigung durch Glaube oder Werk? Der Appell an die Zuschauer, sich dem reformatorischen Standpunkt anzuschließen, wird nicht ohne polemische Spitzen vorgetragen. Dabei kommen auch die aktuellen Ereignisse in Riga zur Sprache: (4) Polemik zur Ehre Gottes. Abschließend können die Strategien zusammengefaßt werden, die Waldis wählt, um seinen Standpunkt wirksam zu vertreten und die Zuschauer zu überzeugen: (5) Das Drama als Instrument reformatorischer Propaganda.(1) Burkard Waldis und die Reformation in Riga (2) Die Parabel vom Verlorenen Sohn – das Drama als Gottesdienst (3) Rechtfertigung durch Glaube oder Werk? (4) Polemik zur Ehre Gottes (5) Das Drama als Instrument reformatorischer Propaganda Literatu

    Das abwägende Verfahren in romanischen Texten

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    Nach klassisch-rhetorischer Lesart ist die Argumentation ein kommunikatives Verfahren, das auf die Persuasion des Rezipienten abzielt und zugleich voraussetzt, dass Argumentation und Persuasion miteinander verbunden sind. Diese antike Interpretation ist auch in der heutigen Zeit noch weit verbreitet. Es handelt sich also beim Argumentieren um eine kommunikative Handlung, die mit dem Ziel durchgeführt wird, die eigene Perspektive als gültig zu reklamieren und für andere, nämlich die Rezipienten, als geltend zu etablieren. Diese Interpretation hat gewichtige Implikationen für unser Verständnis der argumentativen Handlung, wenn sie in schriftlichen Texten auftaucht. Wenn man das entscheidende Urteil des Argumentierenden als conditio sine qua non für die persuasive Kommunikation zu Grunde legt, sollte man jedoch bemerken, dass ein strittiger Sachverhalt unter unterschiedlichen Perspektiven argumentativ betrachtet werden kann, ohne dass eine endgültige Entscheidung zwischen den verschiedenen Perspektiven getroffen wird. Diese argumentative Handlung wird in der klassischen Rhetorik mit dem Begriff Dubitatio bezeichnet. Jeder Dubitatio liegt ein Problem zugrunde, das als Quaestio (= strittige Frage) formuliert werden kann. Der Argumentierende gibt die Schwierigkeit zu, in der er sich befindet, und überlässt dem Publikum die Auswahlmöglichkeit zwischen zwei oder mehreren begründeten Perspektiven. Wenn also bei der Diskussion eines strittigen Sachverhaltes eine endgültige Entscheidung getroffen werden soll, damit das Argumentationsziel erreicht wird, so scheint doch die Dubitatio darauf hinzudeuten, dass eine Argumentation auch vorgetragen werden kann, wenn keine endgültige Entscheidung getroffen wird.1 . Argumentation und Persuasion 2 . Persuasive Textsorten 2.1 . Abwägen und Argumentieren 2.2 . Der Kommentar als Beispiel 3 . Textstrukturen des Abwägens 3.1 . Dubitatives Abwägen 3.2 . Teichoskopisches Abwägen 3.3 . Multivokes Abwägen 4 . Zusammenfassung 5 . LiteraturXXVI Romanistentag, Osnabrück 199

    Mitteilungen des Deutschen Hispanistenverbands e.V.

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    Nr. 18 (November 2001)

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    Städtische Kommunikation zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Greifswald im 15. Jahrhundert

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    Städtische Kommunikation umfaßt in einem weiteren Sinne das gesamte Spektrum der unterschiedlichsten Gesprächs- bzw. Textformen mit einer Bandbreite vom privaten familiären Gespräch bis hin zu höchst offiziellen Verlautbarungen, welche die gesamte Stadt betreffen. In einem engeren Sinne — und daraufsoll der Begriff im folgenden eingeschränkt werden — dient städtische Kommunikation der Notwendigkeit, städtisches Leben zu organisieren und zu koordinieren. Dies bedingt die Fokussierung auf einen offiziellen Handlungsbereich und damit auf institutionsgebundene Kommunikationsformen. Als zentrale Institution der mittelalterlichen Stadt fungiert der Rat als legislatives, judikatives, exekutives und zugleich administratives Gremium. Grundlegend für die Organisation und die Koordination städtischen Lebens sind Rechtstexte, welche ebenso die Befugnisse und Aufgaben des Rates regeln wie die Rechte und Pflichten der Bürger. Zeitbedingt sind die institutionsgebundenen Texte im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schrifilichkeit entstanden. Die mündliche Präsentation war selbstverständliche Voraussetzung für die Publikation der Texte, die Verschriftlichung nicht zuletzt Garant der Überlieferung. Kommunikation und Dokumentationstehen hier als medial differenzierte grundlegende Funktioneneinander gegenüber. Das solcherart umschriebene kommunikative Gefüge der spätmittelalterlichen Stadt soll nach einer kurzen Diskussion bisheriger Ansätze der historischen Stadtsprachen- und Textsortenforschung am Beispiel der Hansestadt Greifswald exemplarisch untersucht werden: In einem ersten Schritt sind aus der Organisationsform des spätmittelalterlichen städtischen Lebens kommunikative Grundstrukturen abzuleiten. Daraufhin ist zweitens kurz auf das Textaufkommen einzugehen, das den Aufgabender städtischen Verwaltung, der Organisation der Stadt und der Koordination des städtischen Lebens dient. Hier sind drittens spezifische Textmuster zu beschreiben; die Institutionalisiertheit der städtischen Kommunikation führt zu spezifischen Inhalten. Funktionen und Textstrukturen. Die ermittelten Textmusterlassen sich in einem vierten Schritt unterschiedlichen medialen Konzeptionen zuordnen, wobei zugleich die Funktionen der Oralität und der Literalität in den Blick rücken.1. Historische Stadtsprachen- und Textsortenforschung 2. Kommunikation in der spätmittelalterlichen Stadt 3. Texte des Stadtregiments 4. Strukturenstädtischer Regelungstexte 4.1. Frühe Dokumentation: Die älteren Statuten des 14. Jahrhunderts 4.2. Institutionsinterne Kommunikation: Die Statuten von 1451 4.3. Institutionsexterne Kommunikation: Die Burspraken 4.4. Interinstitutionelle Kommunikation: Die Zunfturkunden 4.5. Zwischenbilanz: Direktive Texte 4.6. Obligative Texte 5. Oralität und Literalität Literatu

    Niederdeutsche Gelegenheitsdichtungen in den Vitae Pomeranorum

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    Nach einem Jahrzehnte währenden Prozeß, in dem das Mittelniederdeutsche als Schreibsprache durch das Hochdeutsche abgelöst wurde, war es im 17. Jahrhundert zu einer medial, sozial und auch funktional differenzierten Mehrsprachigkeit gekommen. Diese komplexe Form der Mehrsprachigkeit scheint nur in wenigen zeitgenössischen literarischen Zeugnissen auf, da Schriftlichkeit nunmehr fast vollkommen an die hochdeutsche Sprache gebunden war. Einblicke in einen differenzierten Sprachgebrauch können Gelegenheitsdichtungen geben, die als obligate Bestandteile der barocken Festkultur die gesellschaftlichen Verhältnisse auch in sprachlicher Hinsicht spiegeln. Vor allen Dingen Hochzeiten und Beerdigungen, daneben aber auch Amtseinführungen oder Promotionen gaben Gelegenheit, den jeweiligen Anlaß würdigende Gedichte zu verfassen und drucken zu lassen. Gelegenheitsdichtungen lassen sich als Gebrauchsliteratur umschreiben, die mit poetischen Mitteln gestaltet und einem Kanon rhetorischer Vorgaben verpflichtet ist.1 Eine Analyse des regionalen Textaufkommens kann einen instruktiven Blick auf soziale und funktionale Differenzierungen des Sprachgebrauchs eröffnen und zugleich lokale Besonderheiten vor allem in thematischer Hinsicht hervorheben. Am Beispiel der Vitae Pomeranorum, einer Sammlung pommerscher Personalschriften, soll im folgenden die Verwendung des Niederdeutschen in Hinblick auf die Kommunikationssituation und die in den Gedichten verwendeten Sprecherrollen sowie die Verteilung von Hochdeutsch und Niederdeutsch in gemischtsprachlichen Textverbänden bzw. Einzeltexten untersucht werden, um soziale und funktionale Bedingungen des Sprachgebrauchs in der frühen Neuzeit umreißen zu können.1. Die Personalschriften der Vitae Pomeranorum 2. Niederdeutsche Gelegenheitsgedichte 3. Das Kommunikationsgeflecht: Autoren und Adressaten in den pommerschen Gelegenheitsschriften 4. De Pamerscke Buer 5. Hans Spodedie, Schnieder-Ollermann van Twerensdörp 6. Prachervogt, Sänger und Fruwen-Koltz 7. Gelegenheit und Mehrsprachigkeit 8. Das Gedicht als Gelegenheit für Mehrsprachigkeit Literatur Anhang: Niederdeutsche Gelegenheitsschriften in den Vitae Pomeranoru

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