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    278 research outputs found

    Mitteilungen des Deutschen Hispanistikverbands e.V.

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    Aktuelle Informationen für die Mitglieder des Deutschen Hispanistikverbande

    Spagna in Dantes poetischer Kosmologie

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    In Dantes "Göttlicher Komödie" tauchen verschiedene geografische Namen Spaniens auf, die Dante als Elemente hermetischer Aussagen und verborgener Botschaften konzipiert hat. Diese Untersuchung zielt darauf ab, die Funktion der spanischen Orts- und Stadtnamen im wissenschaftlichen Weltbild des Dichters zu ergründen. Dantes Kosmologie basiert auf der geozentrischen Theorie von Claudius Ptolemäus, wobei die Erde im Zentrum des Universums ruht, umgeben von konzentrischen Sphären, einschließlich des Primum Mobile und dem jenseitigen Licht- oder Feuerhimmel. Die bewohnbare Erde erstreckt sich idealtypisch von Indien bis Spanien, wobei Jerusalem als Nabel der Welt dient. In Dantes Darstellung durchwandert er mit Vergil und Beatrice die infernalen und paradiesischen Sphären, wobei Spanien und seine Städte als wichtige Referenzpunkte fungieren. Der Text verknüpft schließlich die Konzepte von Kommunikation und Repräsentation mit den poetischen Begriffen sensus litteralis und sensus allegoricus

    Maß und Exzess: Emotionalität in den Amor-Lauden des italienischen Mystikers Jacopone da Todi

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    Das Sprechen über Liebe ist stets von intensiver Emotionalität geprägt, insbesondere in der literarischen Verarbeitung. In der italienischen Lyrik des ausgehenden 13. Jahrhunderts, bewegt sich dieses Sprechen zwischen den Polen Maß und Exzess. Während Dante Alighieri in seiner Entwicklung zunehmend den Weg des rechten Maßes beschritt und transgressive Formen der Liebe verurteilte, wählte Jacopone da Todi einen radikaleren Weg. Seine Gedichte ragen als inkohärenter Block aus der mittelalterlichen italienischen Poesie heraus und werden aufgrund ihrer religiösen Thematik oft vernachlässigt. Jacopone nutzte die Lauda, um seine extreme emotionale Gefühlslage literarisch zu bannen. Seine radikale mystische Gottesliebe und Poetik der Maßlosigkeit bilden einen Gegenentwurf zur dominierenden Liebesdichtung seiner Zeit. Diese Gedichte sind bewusst konstruierte poetische Gebilde, die Emotionen eines Ich im Ausnahmezustand inszenieren und beim Leser starke Emotionen hervorrufen sollen. Provokative Strategien wie Rhythmus, emphatische Syntax und bildhafte Sprache werden verwendet, um diese Wirkung zu erzielen. Nach dem traumatischen Tod seiner Frau, wählte Jacopone für etwa zehn Jahre die radikale Lebensweise eines Asketen und trat 1278 dem Franziskanerorden bei. Er distanzierte sich von den Konventualen und kämpfte für die Spiritualen gegen Papst Bonifaz VIII., was zu seiner Inhaftierung führte. Seine Gedichte, oft als spontane Äußerungen intensiver Religiosität interpretiert, sind jedoch bewusst komponierte Poesie, die durch ihre aggressive Bildersprache und Ästhetik violenter Körperlichkeit auffallen. Jacopone nutzt realistische Elemente, um seine asketischen Selbsterprobungen und seine Kritik an der Amtskirche zu übersteigern. Seine Gedichte vereinen satirisch-realistische Darstellungen mit mystischer Symbolik und religiöser Hingabe. Die Darstellung von Gefühlen und Körperlichkeit in seinen Werken dient der Betonung seiner radikalen Position und der Selbsterleugnung. Die extreme Emotionalität und die drastische Bildersprache seiner Lauden machen Jacopones Werke zu einem faszinierenden und herausfordernden Bestandteil der italienischen Literaturgeschichte

    Oppenheims Déjeuner en fourrure: Die Inszenierung einer Pelztasse

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    Die Rede von Oppenheims legendärer „Pelztasse“ oder im Englischen von der „fur teacup“ überschattet nicht nur ihr Gesamtwerk, sondern ist auch eine reduzierende Übersetzung dieses facettenreichen surrealistischen Kunstobjekts mit dem Titel "Déjeuner en fourrure" (1936), das auf Edouard Manets berühmtes Gemälde "Déjeuner sur l'herbe" (1863) verweist. Das durchaus literarische Spiel mit dem Titel und der Verweis auf das Meisterwerk deckt dabei nur einen kleinen Teil der Performativität dieses Kunstwerks ab. Im vorliegenden Artikel werden zusätzlich die Inszenierung der "Pelztasse" in der ursprünglichen Ausstellung sowie ihre Rezeption durch surrealistische Künstlerkollegen wie Breton, Duchamps und Man Ray behandelt. Dabei bleibt der surrealistische Gedanke einer Kombination des logisch Unvereinbaren in der Photographie nur durch die Zusammenführung von Pelz und Frühstücksgeschirr im Werk selbst erhalten, nicht mehr aber in der Ausstellungspräsentation. Oppenheims "Déjeuner en fourrure" reizt offenbar dazu, dem Begehren nach einem weiblichen Fetisch, einer instinktgeleiteten Natur-Frau und anderen Frauenbildern Ausdruck zu verleihen. Da aber das Werk nicht selbst diese Phantasien verkörpert, sondern sie lediglich anstößt und sie auch wieder zerstört, indem die Performativität der Geschlechterrollen deutlich wird, kann es zeigen, wie diese Frauenbilder entstehen und dass sie eben nur real sind, sobald sie performiert werden.DF

    Einleitung: Theoretische Vorbemerkungen zu medialen Zäsuren

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    Es handelt sich um eine Publikation der Nachwuchsgruppe des DFG-Forschungskollegs "Medienumbrüche". Die markanten Medienumbrüche 1900 und 2000, die auf der einen Seite die Erfindung von Fotografie und Film und auf der anderen Seite die digitalen Medien betrachten, werden hier erweitert im Sinne von Foucaults Medienarchäologie. Es geht um die unscheinbaren medialen Zäsuren, die sich zwischen diesen Daten ereignen, die nicht eine Abfolge kleiner Ereignisse sind, sondern sich eher als ein enger geknüpftes Netz darstellen, das abseits einer Bedeutungshierarchie ein Licht auf die scheinbar marginalen Veränderungen wirft.DF

    "Höhle, die tiefste, schützt" (Faust II ). Überlegungen zur Signatur von Höhle und Grotte seit der Aufklärung

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    Höhlen und Grotten, als uralte symbolische Räume, sind seit jeher von tiefer Ambivalenz geprägt. Sie stehen für Geburt und Tod, Schutz und Bedrohung und haben sowohl in antiken Mysterienkulten als auch im modernen Marienkult eine sakrale Bedeutung. Paul Saintyves bezeichnet sie als "Bild und Symbol der Welt". In Initiationsriten werden Höhlen als universelle Gebärmutter betrachtet, was auch das Motiv der Schatzhöhle im Volksglauben erklärt. Gaston Bachelard unterscheidet zwischen Höhlen des Schreckens und der Wunder, die als Rückkehr zur Mutter und als Orte irdischer Meditation gelten. Höhlen sind Eingänge zur Unterwelt, speichern vergangenes Wissen und dienen als Metaphern für das Gedächtnis. Sie bieten Schutz und stellen Gegenwelten zur modernen Gesellschaft dar, oft verknüpft mit alternativen Lebensentwürfen. In der Romantik wird die Höhle zum Ort der Selbsterkenntnis und symbolisiert die Rückkehr zur Natur. Diese Faszination setzt sich in der modernen Literatur fort, wobei Höhlen als Orte der Selbstentdeckung und ästhetischen Erfahrung dienen

    Sprache als Verführungskunst – ein rhetorisch-pragmatischer Kommentar zur Figurenrede des Don Juan in Tirso de Molinas El burlador de Sevilla y convidado de piedra

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    In Tirso de Molinas "El burlador de Sevilla y convidado de piedra" wird Don Juan als Verführer und Sozialrebell dargestellt, der sich über religiöse und gesellschaftliche Normen hinwegsetzt. Seine Figur faszinierte Künstler wie Molière, Mozart und Goya und beeinflusste die europäische Kultur nachhaltig. Molinas Don Juan betört Frauen durch Sprache und verspricht ihnen Treue und Heirat, um ihre Ehre zu verletzen und seine Ziele zu erreichen. Die Analyse seiner Figurenrede zeigt, dass Don Juan lexikalische Antonyme wie "Leben" und "Tod" verwendet, um eine existenzielle Bindung vorzutäuschen. Auch syntaktische Mittel wie Fragesätze und Wiederholungen der Satzstruktur seiner Gesprächspartnerinnen dienen ihm, um schnelle, manipulative Dialoge zu führen. Molinas Sprachgestaltung untermauert die rhetorische und verführerische Kunst Don Juans und seine Fähigkeit, durch sprachliche Täuschung seine Ziele zu erreichen

    Anmerkungen zu Dalís Medienspielen

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    Salvador Dalí ist ein Künstler, der polarisiert: zwischen Genie und Wahnsinn, Kunst und Kommerz oder gar Können und Kitsch. Wie kaum ein anderer Surrealist ebnet Dalí den Weg zur „technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks“ bis hin zum Spiel mit den Medien und mit den medialen Möglichkeiten. Wenn heute die Ausstellungen und Veranstaltungen zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 2004 Besucherrekorde sprengen und seine Bilder auf Mousepads, Schlüsselanhängern und ähnlichen Souvenirs reißenden Absatz finden, dann liegt das nur zum Teil am aktuellen Event-Charakter der Museen. Dalí selbst perfektioniert die Inszenierung seiner Person und seiner Werke schon in den frühen 1920er Jahren. Von Medienspielen zeugen nicht nur sein Engagement im noch jungen Medium Film und später in den Bereichen Mode, Werbung, Fernsehen, sondern auch die Entwicklung der paranoisch-kritischen Methode und komplexer Bild-Text-Beziehungen, die vor allem in seinen bisher kaum beachteten Schriften entfaltet werden.DF

    Die Frage der Ehre. Ehre und Schande in den Romanen Chrétiens de Troyes

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    In der Rittergesellschaft des Artusromans ist die Ehre das Ziel jedes Ritters, höfisches Verhalten und erfolgreiche Kämpfe sind die Mittel, um Ehre zu erlangen. Ehre bedarf dabei immer der Bestätigung durch ein Gegenüber, sie wird wohl durch besondere Leistungen erworben, ohne die Anerkennung durch die Gesellschaft erwächst aus einer solchen Leistung aber keine Ehre. In der narrativen Grundkonzeption der Artusromane Chrétiens de Troyes, die im Folgenden näher untersucht werden, spielen der Verlust der Ehre und deren Wiedergewinnen eine zentrale Rolle. Von Roman zu Roman ändert Chrétien dabei die Fragestellung und zeigt auf, wie komplex die Frage nach der Ehre ist

    Rekonstruktion gesprochener Sprache: Norddeutsche Varietäten in der frühen Neuzeit

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    Bekanntlich stellt die Rekonstruktion gesprochener Sprache in historischen Sprachstufen eine besondere Herausforderung dar. Für den frühneuzeitlichen nrddt. Sprachraum gilt dies auf doppelte Weise. Denn die schriftliche Fixierung überdeckt nicht nur die spezifischen Merkmale der Mündlichkeit wie die lautliche Realisierung und die sprechsprachlichen grammatischen Merkmale des frühneuzeitlichen Nrddt. oder die gesprächsspezifischen Strukturen. Zugleich wird durch die vor allem medial verankerte Diglossie Hd. – Nd. die zeitgenössische sprachliche Vielfalt verdeckt. Die nahezu ausschließlich hd. Schriftlichkeit steht neben einem differenzierten mündlichen Variationsraum mit hd. und nd. Anteilen sowie einer Reihe von sprachlichen Kontaktformen. Migrations-, handels und kriegsbedingte Sprachkontakte erweitern das sprachliche Feld. Im Folgenden sollen nun nicht primär die sprachlichen Verhältnisse selbst rekonstruiert und en detail beschrieben werden, sondern es soll an exemplarischen Forschungsergebnissen reflektiert werden, welche methodischen Zugänge sich für die Rekonstruktion der spezifischen nrddt. mündlichen Sprachverhältnisse und für die Modellierung des zeitgenössischen sprachlichen Spektrums mit seiner räumlichen, sozialen und funktionalen Vielfalt besonders eignen. Die Rekonstruktion gesprochener Sprache geht somit gleichzeitig einher mit der Rekonstruktion der sprachlichen Heterogenität. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk unter soziolinguistischer Perspektive den beteiligten Sprechergruppen und sprachlichen Ausdrucksformen mit ihren situativen und funktionalen Determinierungen, unter struktureller Perspektive den Ausprägungen dessen, was in der Frühen Neuzeit als (hd.) ‚Nrddt.‘ fassbar wird, im Unterschied dazu den Varianten des Nd. sowie den Merkmalen des Missingsch und anderer sprachlicher Kontaktformen, schließlich unter metasprachlicher Perspektive den zeitgenössischen Reflexionen zum Normhorizont ‚Nrddt.‘ und den Bewertungen der verschiedenen Sprachformen. Exemplarisch soll die sprachliche Situation in Hamburg, Altona und dem näheren Umland zwischen 1600 und 1800 beleuchtet werden. Hier liegen bereits erste Untersuchungen der frühneuzeitlichen städtischen Sprachgeschichte vor, wobei insbesondere die Studien von Agathe Lasch und Annemarie Hübner (Lasch 1918; Lasch 1920; Lasch 1926; Hübner 1938; ferner Beese 1902) zu nennen sind, die sich durch die detaillierte Kenntnis der lokalen Quellen auszeichnen und sich daher besonders als Ausgangspunkte für ein empiriegeleitetes Vorgehen eignen, wie es hier vorgestellt werden soll. In einem ersten Schritt soll als sprachhistorische Ausgangsbasis das frühneuzeitliche Sprachspektrum, das im Zuge des nd.-hd. Sprachwechsels in Hamburg entstanden ist, in aller gebotenen Kürze beleuchtet werden (Kap. 1). Dies bildet den Ausgangspunkt für eine spezifischere Rekonstruktion auf empirischer Basis. Im Hinblick auf die Fokussierung mündlicher Varietäten werden verschiedene Ansätze der Mündlichkeitsforschung gestreift (Kap. 2) und die etablierten Modelle zur Beschreibung sprachlicher Heterogenität aus der Kontakt- und Varietätenlinguistik einer kritischen Würdigung unterzogen (Kap. 3). Sie sollen durch neuere Methoden zur Untersuchung sprachlicher Landschaften (wie linguistic landscaping und linguistic soundscaping) zu einem mehrdimensionalen Modell mit strikt empirischer Verankerung ergänzt werden. Dabei stellt sich die virulente Frage, ob und wie diese Konzepte auf die historischen Sprachverhältnisse übertragen werden können. Exemplarisch werden mögliche Quellen als empirische Basis und die dazu vorliegenden Forschungsergebnisse beleuchtet, um sie auf ihre Aussagekraft für die Rekonstruktion des zeitgenössischen sprachlichen Spektrums zu überprüfen (Kap. 4). Am Schluss steht eine kurze methodologische Zusammenschau (Kap. 5).1. Sprachhistorische Ausgangsbasis: Frühneuzeitliches Sprachspektrum in Hamburg 2. Ansätze der Mündlichkeitsforschung 3. Modellierung sprachlicher Heterogenität 4. ische Basis: Quellen und Forschungs ergebnisse auf dem Prüfstand 5. Dimensionen der Erforschung frühneuzeitlicher Mündlichkeit 6. Quellen 7. Literatu

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