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Europäisches Zentrum und seine Peripherien in zwei Reisenovellen Prosper Mérimées: Interkulturelle Begegnungen eines gelehrten Erzählers mit einer femme fatale (Carmen) und einem Bärenmenschen (Lokis)
Die Reise - als Zwischenstation zwischen Zentrum und Peripherie - ist eines der Hauptmotive im literarischen Werk von Prosper Mérimée, der als Generalinspektor für historische Denkmäler selbst ständig unterwegs war. In 'Carmen und Lokis' sind die beiden Helden, nach denen die Erzählungen benannt sind und die in der Peripherie Europas, in Spanien bzw. Litauen, leben, Gegenstand einer doppelten Marginalisierung durch die gebildeten Erzähler, die Figuren des Zentrums. Anhand von Kategorien wie 'race' und 'gender' analysiert der Artikel die verschiedenen Strategien und Versuche der Dominanz zwischen den Gelehrten und der Zigeunerin, die sich als Femme fatale einerseits und als Mann und Halbbär andererseits entpuppt.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016
Lektüren der Erinnerung und Lektoren des Erinnerns bei Walter Benjamin und Jorge Luis Borges
2. AuflageZwei Autoren der Weltliteratur vereinigt in einem Buch. Walter Benjamins und Jorges Luis Borges’ Werk erzählt vor dem Hintergrund mediengeschichtlicher Wandlungsprozesse eine Urgeschichte des Lesens, aus der eine memoriale Lektorpoetik für das 21. Jahrhundert entwickelt wird. Jenseits vom Tod des Autors und der Geburt des Lesers im Hypertext entwerfen Benjamin und Borges als Lektoren des Erinnerns mittels einer interdisziplinären Wissenspoetologie des Gedächtnisses eine Mnemopoetik des Lesens, die eine doppelte Lektüre der Erinnerung impliziert: eine Entzifferung des eigenen Selbst in der Erinnerung und eine selbstreflexive Thematisierung des eigenen Schaffens als Erinnerung an vergangene Lektüren. Zwischen neuropsychologischer Forschung und literarischer Fiktionalisierung entstehen Wissensräume des Transfers zwischen den Disziplinen, die das Gedächtnis als eine kulturgeschichtlich lesbare Topographie des Verschwindens offenlegen.Vorwort 7
1 Einleitung 9
2 Anatomie der Mnemosyne 19
2.1 Fiktion und Empirie 19
2.2 Mnemolysen: Topographie vs. Chronographie 27
2.3 Topographien des Verschwindens 45
Exkurs: Auf der Suche nach der verlorenen Lese-Zeit.
Nietzsches Ethik des Lesers 49
3 Lektüre-Passagen Walter Benjamins 55
3.1 ›Gedanken unter Chloroform‹ 55
3.2 Skizzierte Schriftbilder 69
3.3 Medienästhetische Grundparadigmen des Lesers 72
3.4 Mnemopoetik des Eingedenkens 93
3.5 Der lesende Proteus 103
4 Jorge Luis Borges und die Mnemopoetik des Lesens 107
4.1 Gefangen in energetischen Zwischenräumen 110
4.2 Auf der Jagd nach Parnassius mnemosyne 125
4.3 Je est un autre 130
4.4 Being Shakespeare: Mapping the Reader’s Mind 148
4.5 Lektüren der Erinnerung – Lektoren des Erinnerns 171
5 Von der Urgeschichte des Lesers 177
6 Literaturverzeichnis 18
La internacionalización de lo local a través de los documentales sobre el 15-M: Vers Madrid: The burning bright de Sylvain George e Idas y vueltas entre las primaveras de Sarah Mauriaucourt
Die Bewegung 15-M in Spanien hat zu einer Vielzahl an Produktionen von Dokumentarfilmen geführt, wie es sie nie zuvor gegeben hat. Durch Produktionen wie die von S. Mariaucourt und S. George sieht man die internationale Auswirkung einer Bewegung, die ihren Ursprung in der Peripherie hat und sich von dort aus auch international ausgebreitet hat. Dennoch versucht die Bewegung 15-M auch das Zentrum zu erreichen, kein elitistisches Zentrum in dem Sinne, sondern ein erneuertes Konzept, welches transversaler, partizipativer und inklusiver ist.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016
Theoretische Ansprüche versus Praxis des Übersetzens
In der Auseinandersetzung mit dem Literaturübersetzen tut sich häufig eine große Kluft auf zwischen Vertretern der Praxis und der Theorie. Dieser Band nimmt sich nun vor, hier eine Brücke zu schlagen, indem Akteure des literarischen Lebens vorgestellt werden, die in ihrem Wirken beides verbinden: praktische Übersetzerinnen und Übersetzer verschiedenster Sprachen, die sich auch in theoretischen Überlegungen mit dem Phänomen der Übersetzung befasst haben
Forschungsreise nach Ecuador
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.In den 1970er Jahren wurde während Feldforschungen zum ecuadorianischen Quechua eine bis dato unbekannte Sprache entdeckt, deren Besonderheit darin besteht, dass sie als hybride Sprache die grammatische Struktur des Quechua mit dem Vokabular des Spanischen verbindet. Vorliegender Beitrag situiert die ecuadorianische Mischsprache Media Lengua (ML) im breiten Spektrum des Sprachkontaktes und exemplifiziert ihren singulären Charakter aus sprachstruktureller und soziolinguistischer Perspektive. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die ersten Untersuchungen beinahe fünf Jahrzehnte zurückliegen und die ML vom Aussterben bedroht ist, wurde im Rahmen einer Forschungsreise nach Cañar (Ecuador) versucht, mittels linguistischer Bestandsaufnahmen die endangered language zu dokumentieren
Periferia cittadina e periferia linguistica: il romanesco di oggi tra Zerocalcare e la La Scienza coatta
In dem Beitrag geht es um die Sprache von Rom in zwei interessanten Texttypologien: die Comics des römischen Comiczeichners Zerocalcare und die Texte der Facebook-Seite La scienza coatta: Beide stellen einen guten Prüfstein der wichtigsten Eigenschaften dar, die im gegenwärtigen römischen Italienisch auffallen. Die Analyse will vor allem zeigen, welche Eigenschaften der Sprache in einer morphologischen, phonetischen und lexikalischen Perspektive für regionalen Einfluss empfänglicher sind. Anders ausgedrückt beweist man so, welche peripheren Merkmale des Dialekts und der Jugendsprache erfolgreicher sind und für eine nationale Verbreitung als geeigneter wahrgenommen sind.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016
Zentrum und Peripherie der romanischen Silbe aus typologischer Sicht
Der Artikel untersucht die typologische Struktur der Silben in romanischen Sprachen, wobei diese als Kombinationen von vokalischen Kernen und konsonantischen Rändern modelliert werden. Zwei Hauptprozesse der Silbenökonomie werden identifiziert und als Typen nach Coseriu benannt. Diese Prozesse zeigen, dass einige Sprachen die Silbenkerne reduziert und die Ränder belastet haben, während andere die Konsonanten vereinfacht und die Vokale beibehalten oder sogar hinzugefügt haben. Anhand der Silbenstrukturen des Französischen und des Rumänischen wird dieser Wandel erläutert. Das Ziel der Untersuchung ist es, die gemeinsamen Merkmale der romanischen Silbe zu identifizieren und deren typologische Charakteristika zu beschreiben, die für alle romanischen Sprachen und Dialekte gelten.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016
Grenzen und ihre (Un)überwindbarkeit: Hybride Identitätsentwürfe in Colette Fellous’ Avenue de France
Die französisch-maghrebinischen Autobiografien bilden eine literarische Sedimentation, in der sich die koloniale Dialektik zwischen Dominanz und Minderwertigkeit ausdrückt. In diesen Werken setzen sich postkoloniale Autoren mit ihren eigenen sprachlichen, räumlichen und sozialen Versetzungen auseinander (Hein-Khatib 1998, 55). Indem er sich zwischen Zentrum und Peripherie befindet, versucht der postkoloniale Schriftsteller, sich in einem von Differenzen und Konflikten geprägten Erzählraum neu zu konstruieren. Der Akt des hybriden Schreibens wird so zu einer Infragestellung von Entitäten monolithischer Identitäten und der Vorstellung einer fixierten Identität.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016
Auf dem Weg aus der Peripherie: die Kreolsprache Papiamentu
El presente artículo trata de demostrar que la lengua criolla Papiamentu, comparada con Ausbausprachen, no es una lengua de la periferia, sino que sigue desarrollándose y llegará a ser una lengua con un centro propio. Se observa que, como consecuencia de esta elaboración, el Papiamentu se ve obligado a enfrentarse con requisitos de la escritura, en el sentido concepcional y medial (cf. Koch/Oesterreicher 1985, ²2011), especialmente en la sintaxis. En esto, el análisis de técnicas de conexión de frases, fundamentada por hechos históricos, sirve como base de argumentación.Forum Junge Romanistik (32. : 2016 : Würzburg
LES MUTATIONS LINGUISTIQUES À HAMBOURG : DU BAS-ALLEMAND AU HAUT-ALLEMAND
Im 16. und 17. Jahrhundert fand in Hamburg wie im gesamten norddeutschen Sprachraum ein Sprachwechsel statt, in dessen Vollzug sich das Niederdeutsche, vormals lingua franca im gesamten Hanseraum, von einer etablierten Schreib- und Sprechsprache zu einer fast ausschließlich mündlich gebrauchten Nähesprache entwickelte. Das Hochdeutsche wandelte sich hingegen von einer domänengebundenen Fremdsprache, die nur außerhalb Hamburgs gelernt werden konnte, zu einer prestigebesetzten Sprache zunächst in institutionellen Kontexten bis hin zur allgemeinen Schreibsprache und einer sich sozial gestaffelt durchsetzenden gesprochenen Sprache. Der Beitrag zeichnet den Prozess dieses Sprachwechsels in den maßgeblichen schreibsprachlichen Domänen Rat und Verwaltung sowie Kirche und Schule nach und betrachtet zusätzlich die soziale Stratifizierung der gesprochenen Sprache.Au XVIe et XVIIe siècles il se produisit à Hambourg comme dans l’ensemble de l’Allemagne du Nord un changement linguistique, par lequel le bas-allemand, jadis lingua franca dans tout l’espace de la Hanse, de langue établie pour la communication écrite et orale devint une langue de proximité employée presque exclusivement à l’oral. Le haut-allemand évolua en sens inverse : d’une langue étrangère liée à certains usages officiels et qui ne pouvait être apprise qu’en dehors de la ville de Hambourg, elle se convertit en un idiome de prestige d’abord dans des contextes institutionnels, puis en une langue générale des écrits et enfin en une langue parlée qui s’impose progressivement depuis le haut de l’échelle sociale. L’article analyse le processus de ce changement linguistique dans les domaines susceptibles d’imposer des normes à la langue écrite, le gouvernement et l’administration de la ville de Hambourg ainsi que l’église et l’école, et considère en outre la stratification sociale de la langue parlée.Mehrsprachigkeit : Hamburg im 16. und 17. Jahrhundert
Katalysatoren : Rat und Verwaltung
Diffusion : Kirche und Schule
Stratifizierung : Soziale und mediale Differenzierung
Phasen des Sprachwechsel