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„Sonne im Überfluß“. Zur Darstellung mallorquinischer Strände in deutschen Reisekatalogen (1963–1972/73)
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.Kaum ein touristischer Raum wird so sehr idealisiert wie der Strand, denn an dessen positiver Konnotation arbeitet die Werbeindustrie stetig und intensiv mit. Sie trägt dazu bei, den Traum vom sonnigen, sandigen Paradies aufrechtzuerhalten und generationenübergreifend zu verbreiten. Am Beispiel der mallorquinischen Stranddarstellungen in Reisekatalogen des Unternehmens Scharnow-Reisen lassen sich die Entwicklungslinien der Strandbilder von den Anfängen des Pauschaltourismus bis hin zu modernen ‚Paradiesen‘ eines massenhaften Tourismus aufzeigen. Im folgenden Beitrag wird exemplarisch auf die Darstellung des ‚Sonnenbadens‘ in den 1960er Jahren eingegangen und untersucht, wie das Reiseunternehmen mallorquinische Strände zwischen 1963 und 1972/73 diesbezüglich inszeniert, welche Requisiten zum Einsatz kommen und welche Sehnsüchte der damaligen deutschen Gesellschaft sich daraus ablesen lassen
Komplexe Semantik im mittelniederdeutschen Wörterbuch. Das Verb tên als Exempel
In unserem Beitrag wenden wir uns am Beispiel des Artikels 1 tên („ziehen“), des mit ca. 13 Druckspalten wohl umfangreichsten und zugleich komplexesten Artikels des dritten Bandes, der lexikographischen Praxis des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs zu. Es soll dargestellt werden, wie die komplexe Semantik des Lexems tên im historischen Wörterbuch abgebildet werden kann, welche kognitiven Konzepte, welche semantischen Strukturen, welche grammatischen Beziehungen und welche pragmatischen Einbettungen als Einflussfaktoren bei Bedeutungsdifferenzierungen eine Rolle spielen und bei der Artikelgestaltung angemessen zu berücksichtigen und zueinander in Beziehung zu setzen sind. Ferner wird veranschaulicht, nach welchen Kriterien einzelne Bedeutungen im Artikel 1 tên gegliedert und angeordnet werden. Darüber hinaus werden die semantischen Spezifika des mittelniederdeutschen Verbs tên hervorgehoben.1 Problemstellung und Überblick
2 Das Mittelniederdeutsche Handwörterbuch
3 Bedeutungstheorien und lexikographische Beschreibungsmethoden
4 Artikelstruktur im Mittelniederdeutschen Handwörterbuch
5 Erläuterung komplexer Semantik am Beispiel 1 tên
5.1 Direkte Beziehung zur allgemeinen Bedeutung
5.2 Indirekte Beziehung zur allgemeinen Bedeutung
5.3 Abgerissene Beziehung zur allgemeinen Bedeutung
6 Besonderheiten der komplexen Semantik im Artikel 1 tên
Literatur
Wörterbücher
Forschungsliteratur
Anhan
'Der schapherders Kalender' als Exempel mittelniederdeutscher Wissensliteratur
Welche kalendarischen, astronomischen und medizinischen Wissensbestände zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Form von verhältnismäßig leicht zugänglichen Druckwerken popularisiert wurden, zeigen die frühneuzeitlichen Kalender. An einen weiten Rezipientenkreis gerichtet, liefern sie nicht nur Informationen über ein verbreitetes Wissen selbst, sondern auch über zeitgenössische epistemologische Prinzipien und darauf basierende Ordnungsstrukturen des Wissens, d.h. über die Ordnung der Dinge im foucaultschen Sinne, und weiterhin über die semiotischen Repräsentationsformen und damit über die Ausprägungen der spätmittelalterlichen Experten-Laien-Kommunikation. Im Folgenden sollen Formen der Wissensvermittlung mit den Methoden der historischen Textlinguistik unter Berücksichtigung multimodaler Aspekte am Beispiel des mittelniederdeutschen Drucks ‘Der schapherders Kalender. Eyn sere schone vnde nutthe boek / myt velen fruchtbaren materien / so tho rugge dusses blades klarliken gefunden wert.’ Rostock: Ludwig Dietz 1523. 8° (VD16 ZV 13793; BC 762) erörtert werden. Es sollen sowohl die angesprochenen Wissensgebiete, welche die Makrostruktur der Texte bestimmen (Kap. 3), als auch die Ordnungsstrukturen des Wissens, wie sie sich in der Mikrostruktur spiegeln (Kap. 4), verdeutlicht werden. Die Analyse ausgewählter Teiltexte, des Monatskalenders und des Computus sowie der Zwölfmonatsregeln, verdeutlicht die Präsentationsformen des Wissens in der Kombination von Sprachhandlungen, Zeichencodes und Modi (Kap. 5).1. Kalender in der sprachhistorischen Forschung
2. Historische Textlinguistik und multimodale Analyse
3. Wissensgebiete: Makrostruktur
4. Ordnungsstrukturen des Wissens: Mikrostruktur
5. Präsentationsformen des Wissens: Sprachhandlungen, Zeichencodes und Modi
5.1 Zwölfmonatsregeln
5.2 Monatskalender und Computus
6. Der Kalender als multimodales Kommunika
Giovanni Boccaccio und die Frauen
Der Fokus des Buches liegt auf der Darstellung der Frau in drei Werken Boccaccios: Die Elegie der Madonna Fiametta, das Decamerone und Der Corbaccio. Dabei wird deutlich, dass sich sein Frauenbild im Laufe seines Lebens sehr gewandelt hat
Vom prickelnden Sektbläschen zur Powerfrau: Genderbilder in der spanischen Freixenet-Werbung seit 1977
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.Der Artikel untersucht die Entwicklung der Frauendarstellung in der spanischen Freixenet-Werbung seit 1977. Diese stellt jedes Jahr vor Weihnachten ein großes Fernsehevent dar. Sie bietet sich als Analysegegenstand an, weil das Fernsehen eine breite Gesellschaftsschicht erreicht bzw. beeinflusst und die Marke sowie Alkoholwerbung tief in der spanischen Ge-sellschaft verankert sind. Exemplarisch werden die Burbujas Freixenet, d. h. die Allegorien der Sektbläschen des Cava-Schaumweins durch weibliche Darstellerinnen, analysiert. Über verschiedene Stufen wird gezeigt, wie traditionelle Frauenbilder nach und nach um moderne ergänzt werden und dabei eine Tendenz zum weiblichen ‚Empowerment‘ sichtbar wird
Nr. 37 (Dezember 2019)
Aktuelle Informationen für die Mitglieder des Deutschen Hispanistikverbande
Analyse syntaktischer Phänomene mit dem Referenzkorpus Mittelniederdeutsch / Niederrheinisch (1200–1650)
Das Referenzkorpus Mittelniederdeutsch / Niederrheinisch (1200–1650) (kurz: ReN) enthält mittelniederdeutsche und niederrheinische Handschriften, Drucke und Inschriften, die diplomatisch transkribiert, lemmatisiert und grammatisch annotiert sind und unter anderem über das Such- und Visualisierungstool ANNIS genutzt werden können. Das ReN bietet mit diesen Daten die Grundlage für Analysen auf unterschiedlichen Sprachebenen und liefert damit einen entscheidenden Beitrag für die Erarbeitung einer neuen wissenschaftlichen mittelniederdeutschen Grammatik. Um Einblicke in die tatsächlichen sprachlichen Gegebenheiten und die Verbreitung syntaktischer Phänomene zu erhalten, sindAnalysen in einem umfangreichen und strukturierten Korpus wie dem ReN unabdingbar. Anhand zweier Beispiele, der wēsen-Periphrase und dem tô-Infinitiv, soll gezeigt werden, wie das ReN mithilfe von Suchabfragen in ANNIS für syntaktische Analysen genutzt werden kann.Abstract
1 Einführung
2 Annotationsinventar des ReN
2.1 Metadaten zu den Texten
2.2 Tokenisierungsebenen und Annotationen
2.2.1 Tokenisierungsebenen
2.2.2 Tokenbezogene Annotationen
2.2.3 Satzbezogene Ebenen
3 Syntaktische Analysen im ReN mit ANNIS
3.1 Anwendungsbeispiel 1: wēsen-Periphrase
3.1.1 Ausgangspunkt und erste Suchabfragen
3.1.2 Systematische Sichtung und Auswertung der Suchergebnisse
3.1.2.1 Erkennungsmerkmale der passiven und aktiven Lesart der wēsen‑Periphrase
3.1.2.2 wēsen- und hebben-Periphrase beim atelischen Intransitivum wēsen
3.2 Anwendungsbeispiel 2: tô-Infinitiv
3.2.1 Ausgangspunkt und Suchabfragen
3.2.2 Auswertung der Suchergebnisse
4 Nutzbarkeit
5 Literatur
5.1 Quellen
5.2 Forschungsliteratur
5.3 Online-RessourcenJahressitzung der Gesellschaft für Germanistische Sprachgeschicht
La desaparición forzada como reto de la memoria colectiva: El caso de la ‘guerra de esquelas’ española de 2006
Las artes se revisten de una importancia fundamental (ver Schindel y Figari Layús, 2013, p. 174) en el contexto de la desaparición forzada, que presenta una forma especialmente cruenta de “crimen multidimensional” (Schindel y Figari Layús, 2013, p. 171), porque no solo se acaba con la vida de la víctima directa, sino que se traumatiza durante décadas a los allegados y, con ellos, a toda la sociedad. De esta forma, solo las artes pueden alcanzar aquello que aterra al victimario tanto o más que el ser arrestado y castigado: pueden visibilizar el hacer desaparecer que no es visible per se y pueden contraponer el mandato de silencio impuesto por el discurso del victimario al discurso literario, creando un idioma de la presencia que hace pronunciables los hechos indecibles cuando los narra
livre als texte und als tome: Perspektiven auf Peripherie und Zentrum einer Mehrdeutigkeit
Bisher wurde die semantische Besonderheit des Lexems Buch, die in der Möglichkeit einer gleichzeitigen Aktualisierung des konkreten Konzepts Band (physisch) und des abstrakten Konzepts Text (nicht-physikalisch) besteht, in der Forschung nur aus introspektiver Sicht behandelt. Das in diesem Artikel berücksichtigte Phänomen wird anhand verschiedener Faktoren analysiert, die die Aktualisierung der jeweiligen Bedeutungen bestimmen, wobei eine epistemologische, empirische und psycholinguistische Perspektive berücksichtigt wird. Die Ergebnisse dieser exemplarischen Untersuchung spezifizieren die theoretischen Anforderungen, denen der Begriff des Kontextes genügen muss.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016
Zentrum vs. Peripherie in italienischen Grammatiken der Frühen Neuzeit: Toskanisches Ideal und sprachliche Abweichungen
Der Beitrag zielt darauf ab, den Umgang mit Sprachformen, die nicht mit Bembos Modell, dem archaisierenden Florentiner des 14. Jahrhunderts, übereinstimmen, zu illustrieren und zu zeigen, dass die ursprünglich aus dem griechisch-römischen Kultur- und Sprachraum stammende Tradition des Gegensatzes zwischen Zentrum und Peripherie auch im vormodernen Italien fortbesteht. In Grammatikbüchern zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert lassen sich Parallelen zu einem bereits in der Antike existierenden Sprachkonzept beobachten, in dem der barbarische Sprachgebrauch von Randgebieten gegenüber dem prestigeträchtigen Sprachgebrauch Athens oder Roms abgewertet wurde. Selbst in italienischen Grammatiken manifestiert sich ein sprachliches Zentrum: Das Toskanische bildet den zentralen Bezugspunkt, mit dem alle anderen Sprachformen als periphere Barbareien verglichen werden.32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016