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„Réveillez-vous sous le couteau, condamnés à mort, mes frères“. Die Französische Revolution in der Narrativik des Surrealismus
Der Beitrag thematisiert die Bedeutung der Französischen Revolution für die surrealistische Ästhetik. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Ersten Weltkriegs nehmen die Surrealisten die Revolution insbesondere auch in der Facette der Terreur wahr und begegnen im Paris der Zwischenkriegszeit geisterhaften Erscheinungen von Louis XVI und Marie-Antoinette. Der Surrealismus nutzt die Französische Revolution beispielhaft für sein Streben nach Freiheit und Revolte – gegen die Herrschaft der Ratio –, aber auch als Warnung vor einer undifferenzierten Betrachtung des französischen Volkes als „bloc“ (Clemenceau), da diese nach Homogenität strebende Wahrnehmung entgegen der surrealistischen Bewusstseinserweiterung Gewalt und rollende Köpfe zur Folge hat. In der komplexen surrealistischen Perspektive werden die rollenden Köpfe gleichzeitig wiederum zum Symbol für den durch die Nähe des Todes ermöglichten Durchbruch des Unbewussten und die traumähnliche Wahrnehmung, die die von der Ratio dominierte Realität ergänzen und auch Einfühlung in das guillotinierte Königspaar ermöglichen. Paris wird bei Breton und Aragon zum Erinnerungsort par excellence, an dem sich entsprechend der Theorie von Maurice Halbwachs kollektives und individuelles Gedächtnis ergänzen und auch die Revolution in einem neuen Licht erscheinen lassen. Aus ihrem historischen Kontext der Zwischenkriegszeit heraus machen die Surrealisten die Erfahrung der Notwendigkeit von nicht dualistischen Sichtweisen, die auch im heutigen Frankreich und Europa wieder von großer Aktualität sind
Mittelniederdeutsche Grammatik: Konzeption und erste Analysen
Bis heute fungiert die Grammatik von Agathe Lasch (1914/1974) als Referenzwerk für das Mittelniederdeutsche. Auch wenn sie nach wie vor ein festes Fundament für die Erschließung der mittelniederdeutschen Sprache bildet, machen es Fortschritte in der grammatischen Theoriebildung und Methodologie notwendig, eine neue Konzeption für eine mittelniederdeutsche Grammatik zu erarbeiten, die gleichermaßen für die Forschung wie für den akademischen Unterricht genutzt werden kann. Einen zentralen Gesichtspunkt stellt dabei die sprachliche Variation dar, die als wesentliches Merkmal historischer Sprachstufen qualitativ und quantitativ in der Grammatikographie zu berücksichtigen ist. Seit Beginn 2020 wird an der Universität Hamburg an einer neuen mittelniederdeutschen Grammatik gearbeitet (gefördert durch die DFG, GZ: SCHR 999/9-1; Ingrid Schröder, Sarah Ihden), die sowohl auf die Anforderungen der Forschenden als auch auf die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden ausgerichtet werden soll. Im Fokus steht zunächst die Darstellung der Flexionsmorphologie des Mittelniederdeutschen, beginnend mit der Nominalflexion. Das langfristige Ziel stellt eine vollständige Neuerarbeitung der Grammatik dar. Zu diesem Zweck müssen für die einzelnen Sprachebenen die theoretischen Grundlagen jeweils gesondert entwickelt werden. Als geeignete Materialbasis stehen die Daten des Referenzkorpus Mittelniederdeutsch Niederrheinisch (1200–1650) (ReN) zur Verfügung (vgl. dazu Schröder u. a. 2017), die für die einzelnen Sprachebenen in unterschiedlichem Umfang mit sprachebenenspezifischen Annotationen anzureichern sind. Im Folgenden sollen die Konzeption der neuen mittelniederdeutschen Grammatik sowie die Vorarbeiten und Bearbeitungsrichtlinien vorgestellt werden. Anhand von Beispielanalysen zum Genitiv der Maskulina im Singular wird das Vorgehen verdeutlicht, und es können erste Ergebnisse exemplarisch präsentiert werden1 Einleitung
2 Konzeption
3 Das Referenzkorpus als Analysebasis
4 Von der Datenerhebung zur Publikation
5 Beispielanalysen zur Substantivflexion: Der Genitiv der Maskulina im Singular
5.1 Forschungen zum Genitiv der mittelniederdeutschen Substantive
5.2 Annotation und Datenauswertung der Genitivbelege
5.2.1 Abgrenzung von Genitivkonstruktion und Kompositum
5.2.2 Lexem und Lexemendung
5.3 Formenbestand
5.4 Unmarkierter Genitiv
5.5 Variation von -es und -s
6 Fazit
Literaturverzeichnis
Quellen
Forschungsliteratur
Online-Ressource
Das Potenzial einer grenzüberschreitenden Kulturerbepolitik für die Zusammenarbeit im Staatenbund
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.Im November 2018 wurde das Sistema Cultural de la Yerba Mate zum immateriellen Kulturerbe des Mercado Común del Sur (Mercosur) erklärt. Als von den indigenen Guarani überliefertes Kulturgut sind die Bräuche, Objekte und kulturellen Praktiken rund um den Matetee ein Teil der kollektiven Identität und der Erinnerungskultur in weiten Teilen des südamerikanischen Staatenbundes. Diese Länder vereinen im Handel mit Mate ihre grenzüberschreitenden Kompetenzen, wollen gleichzeitig aber ihre nationale Souveränität aufrechterhalten. Der Beitrag untersucht zum einen die potenzielle Expansion der Matekultur in Form von Kulturtourismus und Kulturexport. Andererseits werden die Risiken, die durch schwach reglementierte Produktionsprozesse und Export entstehen, thematisiert. Daraus soll sich schließlich ableiten, wie ein geteiltes Kulturerbe die Zusammenarbeit im Staatenbund fördern kann
Die Reformation und norddeutsche Sprachgeschichte
Die sprachliche Situation in der Mitte des 17. Jahrhunderts wird von Johann Lauremberg in seinen satirischen Scherzgedichten anschaulich beschrieben. Die Schriftsprache sei in allen Kanzleien Hochdeutsch, auch in Kirche, Schule und Gericht werde ausschließlich hochdeutsch gesprochen, Niederdeutsch sei verpönt und als Sprache der Ungebildeten stigmatisiert:
Ja selbst in ewrem Land/ bey ewren Landesleuten/
Jn allen Cantzeleyn ist unser Sprach gemein/
Was Teutsch geschrieben wird/ mus alles Hochteutsch sein/
Jn Kirchen wird Gotts Wort in unsre Sprach gelehret/
Jn Schulen/ im Gericht/ wird nur Hochteutsch gehöret;
Ewr eigen Muttersprach ist bey euch selbst unwerth/
Wer öffentlich drin redt/ den helt man nicht gelehrt.
150 Jahre zuvor war das Niederdeutsche eine in allen Domänen etablierte Schreib- und Sprechsprache, die Sprache des Rechts, die Sprache der Verwaltung, die Sprache des Handels, die Sprache des Wissens und die Sprache der Literatur. Mittlerweile aber hatte ein Prozess eingesetzt, der schließlich zu einem Sprachwechsel im norddeutschen Sprachraum führte. Das Niederdeutsche entwickelte sich zu einer fast ausschließlich mündlich gebrauchten Nahsprache, das Hochdeutsche hingegen setzte sich allgemein als Schreibsprache und immer weiter auch als gesprochene Sprache durch. Während in der sprachhistorischen Forschung noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Reformation als treibende Kraft für den Sprachwechsel angenommen wurde, besteht mittlerweile ein Konsens darüber, dass erst das Zusammenspiel von wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Faktoren die sprachliche Entwicklung bedingte und beförderte. Offen bleibt, welche Rolle der Reformation für die sprachliche Entwicklung tatsächlich zukam, zumal der Sprachwechsel mit der Reformationszeit einsetzte und es außer Frage steht, dass Martin Luther auch sprachlich einer der entscheidenden Protagonisten seiner Zeit war. Der Prozess des Sprachwechsels ist mittlerweile für die Kommunikation in den städtischen Ratskanzleien gut erforscht. Dadurch ließ sich insbesondere der zeitliche Ablauf des Sprachwechsels im außer- und innerstädtischen Schriftverkehr rekonstruieren. Auf welche Weise sich der Sprachwechsel, der zunächst auf die offizielle Domäne, auf die Verwaltung, beschränkt war, in weiteren Bevölkerungskreisen verbreitete, konnte jedoch nicht ausreichend geklärt werden. Zur Beantwortung dieser Frage kommt der Domäne Kirche eine besondere Bedeutung zu. An den Texten der Reformationszeit und an weiteren Zeugnissen aus dem 17. und 18. Jahrhundert lassen sich die verschiedenen Phasen der sprachlichen Entwicklung im Zusammenhang mit den religiösen Umbrüchen rekonstruieren:
(1) Zunächst kommt es seit den 1520er Jahren zu einem Ausbau des niederdeutschen kommunikativen Spektrums, indem neue Textsorten entstehen und Niederdeutsch als Gottesdienstsprache fungiert.
(2) Zugleich wird die Rezeption hochdeutscher Texte durch die Übersetzung reformatorischer Schriften ins Niederdeutsche vorbereitet.
(3) Im späten 16. und im frühen 17. Jahrhundert wird eine mehrsprachige Praxis sichtbar. Niederdeutsche und hochdeutsche Parallelausgaben reformatorischer Schriften werden gedruckt, in den Kirchen werden je nach sprachlicher Kompetenz der Pastoren hochdeutsche und niederdeutsche Predigten gehalten.
(4) Schließlich existiert Mitte des 17. Jahrhunderts eine nur noch mit wenigen Ausnahmen hochdeutsche Predigtpraxis, obwohl die Mehrzahl der Gemeindemitglieder noch nicht des Hochdeutschen mächtig ist. Das Hochdeutsche hat sich als neue Sprachbarriere in der Kirche etabliert.
Diese vier Phasen sollen im Folgenden näher erläutert werden. Zuvor sind einige Rahmendaten zum niederdeutsch-hochdeutschen Sprachwechsel zu nennen, die aufgrund der Schreibpraxis in den städtischen Kanzleien gewonnen wurden und den raum-zeitlichen Ablauf illustrieren. Die Entwicklung der sprachlichen Heterogenität soll dann aus einer makrolinguistischen Perspektive beschrieben werden, indem Elemente der Sprachgebrauchsgeschichte, der Sprachkontaktgeschichte und der Sprachbewusstseinsgeschichte zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Neben dem objektsprachlichen Befund, der vor allem die Entwicklung des Textsortenspektrums anzuzeigen vermag, sollen in Anlehnung an den mehrdimensionalen Ansatz der Rekonstruktion historischer Mündlichkeit metasprachliche und sprachreflexive Quellen ausgewertet werden, die geeignet sind, die sprachliche Entwicklung sowohl für den schriftlichen wie auch für den mündlichen Sprachgebrauch zu dokumentieren. Dabei werden Zeugnisse befragt, die explizit oder implizit über das schriftliche und mündliche Sprachverhalten im Untersuchungsfeld Auskunft geben. Auf diese Weise wird eine textlinguistische Modellierung mit einer (weit gefassten) varietätenbezogenen Analyse verknüpft, die explizit empirisch ausgerichtet ist und geeignet, die beobachtbare Heterogenität als sprachliche Landschaft zu rekonstruieren und zu dokumentieren. Das Analysemodell zeigt die Vielzahl möglicher Quellengruppen und die theoretisch-methodischen Ansätze, die je nach Gewichtung der Fragestellungen und Überlieferungslage der Quellen zu einem multiperspektivischen Analyseinstrumentarium zu vereinen sind.0 Einleitung
1 Niederdeutsch-hochdeutscher Schreibsprachwechsel
2 Phase 1: Ausbau des niederdeutschen kommunikativen Spektrums
3 Phase 2: Hochdeutsch-niederdeutsche Übersetzungen
4 Phase 3: Mehrsprachige Praktiken
5 Phase 4: Hochdeutsch als Sprache des Gottesdiensts
6 Konsequenz: Statuswandel
Quellen
Literatu
Remaking Machismo - von "Fack Ju Göhte" zum mexikanischen "No manches Frida"
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.Der Artikel untersucht das deutsche Premake "Fack ju Göhte" und sein ebenfalls erfolgreiches mexikanisches Remake "No manches Frida" auf den Kulturtransfer von Genderstereotypen. Durch die wiederholte Inszenierung bietet das Remake eine Kontrastfolie zur Untersuchung von Genderkonstrukten. So lässt sich das beobachten, dass beide Filme machistische Figuren zeichnen: Der männliche Protagonist erfüllt jeweils Stereotype der Stärke, Agressivität und Beherrschtheit, die weiblichen Figuren spiegeln Frauenbilder geprägt vom "Heilige-Hure"-Gegensatz wider. Das mexikanische Remake scheint die Stereotype in der Adaptation allerdings zu verstärken und weniger selbstironisch zu verwenden. Der mexikanische Machismo, inklusive seiner Frauenbilder wird dem europäischen gegenübergestellt
Nr. 38 (Dezember 2020)
Aktuelle Informationen für die Mitglieder des Deutschen Hispanistikverbande
Interkulturelles Spanischlernen. Reformation des Fremdsprachenerwerbs?
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.Fremdsprachenerwerb heißt nicht mehr nur Vokabular und Grammatik zu lernen. In den vergangenen Jahren sind die interkulturellen Kompetenzen in den Fokus der Lehre gerückt. Jedoch erschweren die vielfältigen Materialien, der komplexe Kulturbegriff und die Multidisziplinarität den Didaktiken bis heute die Entwicklung einheitlicher Konzepte zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen. Lehrwerke schöpfen ihr Potenzial nicht aus und bedürfen zusätzlicher Elemente, um den Ansprüchen des modernen Spracherwerbs gerecht zu werden. Stand bislang das fachliche Wissen über die andere Kultur beim Spracherwerb im Vordergrund, soll die Lehre heute auf die Handlungsfähigkeit des Lernenden in interkulturellen Situationen abzielen. Am Beispiel der Materialsammlung "Interkulturelle Kompetenz -Spanisch. Erkennen - verstehen - handeln" zeigt der folgende Artikel, welche Schwierigkeiten bisher mit der Entwicklung geeigneten didaktischen Materials verbunden sind und welcher Mehrwert entsteht, wenn die Strukturen des klassischen Unterrichts aufgebrochen, vorhandene Lehrwerke modernisiert und die interkulturelle Handlungsfähigkeit ausgebaut wird
Y Dios entró en La Habana, entre reportaje literario y remodelación autoficcional
En la primavera de 1998 Manuel Vázquez Montalbán se encontraba en La Habana, donde asistió a la visita del papa Juan Pablo II en la Cuba de Fidel Castro para cubrirla y comentarla en la prensa española. Poco después surgió de aquel material el volumen Y Dios entró en La Habana (Madrid 1998), el cual resulta difícil de describir tanto formalmente como en relación a su contenido: una parte de los textos se puede leer como un reportaje de viajes político sobre la situación de la isla tras los años de la gran crisis económica, otra como un ensayo político sobre los límites y las posibilidades de las utopías revolucionarias poco antes del fin del milenio y otra como una búsqueda autoficcional a través del narrador, quien va cuestionando sus proyecciones sobre Fidel Castro desde su propia juventud.
Este artículo se plantea, en primer lugar, cuestionar de forma crítica el volumen en su calidad de “testimonio” de un determinado momento histórico: ¿En qué medida logra el texto capturar una buena visión detallada del régimen castrista en aquella época y hasta qué punto es un documento de la búsqueda subjetiva de un intelectual español? Las preguntas clave serían las siguientes: ¿Qué imagen de Cuba surge del texto? ¿Cuál es el ideario político-utópico que se esconde tras las preguntas del narrador?
La obra analiza la obra en relación con otros textos diccionales o docuficcionales de Montalbán de los años 90 (Un polaco en la corte del Rey Juan Carlos, Panfleto desde el planeta de los simios, El escriba sentado, Marcos: el señor de los espejos) para mostrar con qué estrategias narrativas el autor se construyó como personaje entre el campo literario y el campo de poder y qué papel jugó en este contexto el espejo (¿empañado?) de Latinoamérica
Eine qualitative Untersuchung einer deutsch-französischen Mobilitätsmaßnahme für Auszubildende im Gastgewerbe
Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift ForAP (Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg) unter einer CC-BY 4.0 Lizenz.Der deutsch-französische Gruppenaustausch der Pro Tandem Agentur ist ein einzigartiges Austauschformat, das Auszubildenden ermöglicht, in ihrer Disziplin ein mehrwöchiges Praktikum im Partnerland zu absolvieren. Am Beispiel des Austauschverfahrens zwischen dem Börde Berufskolleg in Soest und dem Lycée Jean-Monnet in Libourne im März 2018 werden Erfolgsfaktoren der Begegnung identifiziert. Die Evaluierung erfolgt auf Basis von Interviews mit den Auszubildenden und einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Begegnung erweist sich dabei vor allem hinsichtlich der beruflichen Entwicklung als Erfolg. Bedarf besteht allerdings noch in der Vor- u. Nachbereitung des Austauschverfahrens, um bei den Teilnehmenden der Verhärtung von stereotypisierendem Denkenvorzubeugen
Sprachbiografie und Spracheinstellung. Niederdeutsch als Mittel der Identitätsstiftung in der Großstadt?
Im Projekt „Einstellungen gegenüber regionalen Sprachformen in der Großstadt: Niederdeutsch in Hamburg“ soll geklärt werden, inwieweit regionale Sprachformen in einer Metropole als Kennzeichen stadttypischer Räume und Einrichtungen im Bewusstsein der Bewohner verankert sind. Im Mittelpunkt des Beitrags steht der theoretisch-methodische Rahmen der Studie mit einem Modell, das die Bedeutung von Spracheinstellungen und Sprachbiografie im Verhältnis zu Identitätskonstruktionen fokussiert und damit den Analyserahmen darstellt. Anhand von Beispielen wird der Zusammenhang von Spracheinstellungen, Ortseinstellungen, Biografie und darauf bezogenen Identitätskonstruktionen am stereotyp ausgeprägten Themenkomplex „Niederdeutsch als Hafensprache“/„Niederdeutsch spricht man im Hafen“ erläutert.1 Einleitung
2 Das Projekt: Ausgangssituation, Ziele, Design
3 Modellierung: Einstellungen, Biografie, Narration, Identität
3.1 Einstellungen und Biografie
3.1.1 Einstellungen
3.1.2 Biografie
3.1.3 Wissensformen
3.2 Narration
3.3 Identität
3.3.1 Personale Identität
3.3.2 Narrativ gestiftete Identität und Positionierung
3.4 Zusammenschau: Einstellungen, Biografie, Narration und Identität
4 Datenanalyse
4.1 Stereotypes Konzept: „Also im Hafen wird schon noch viel Plattdeutsch gesprochen“
4.2 Erfahrungsbericht: „Im Freihafen hat man sich nur plattdeutsch unterhalten“
4.3 Einstellung, Biografie und Identitätskonstruktion: Hamburg – Hafen – Plattdeutsch
5 Niederdeutsch-Konzepte
Literatu