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Zwischen Unterhaltung und Interaktion: Über das Warum der Podcast-Nutzung
Mit Blick auf die gestiegene Relevanz von Podcasts ist es überraschend, dass die wissenschaftliche Literatur eher überschaubar ist. Insbesondere wurde bislang kaum betrachtet, aus welchen Motiven Podcasts rezipiert werden. Auf theoretischer Grundlage des Uses-and-Gratifications-Ansatzes (UGA) soll sich daher den Nutzungsmotiven angenähert werden. Mithilfe einer Online Befragung (n=121) wurden insgesamt sieben Nutzungsmotive untersucht. Dabei konnten die Motive Unterhaltung und Wissen als sehr wichtig bestätigt werden. Als neue Erkenntnisse stellten sich die Motive Interaktion und Owness heraus. Eskapismus, Gewohnheit und parasoziale Beziehungen spielen eine eher untergeordnete Rolle bei den Nutzungsmotiven. Die Ergebnisse helfen, den Erfolg von Podcasts besser zu verstehen
Kaffeepause-Podcast: Erfahrungen mit der Produktion und dem Einsatz von Podcasts für die Wissenschaftskommunikation in der Lehre
An der Hochschule Niederrhein werden Podcasts für die Wissenschaftskommunikation eingesetzt. Im vorliegenden Beitrag werden die Erfahrungen mit der Produktion von Podcasts in der Lehre durch Studierende dargestellt. Die Strukturierung erfolgt dabei anhand der Prozessschritte 1. Pre-Produktion – Konzeption, 2. Pre-Produktion – Redaktionsplanung und Briefing, 3. Produktion – Aufnahmetechnik und Aufnahmeprozess, 4. Post-Produktion – Schnitt und Audionachbearbeitung, 5. Publikation. Die gesammelten Erfahrungen werden dargestellt und die Weiterentwicklung des Projektes erläutert
Selfie-Kult: Bildvermittelte Kommunikation und Selbstbildnis als Kommunikationskode im digitalen Raum
Der folgende Aufsatz verfolgt die Frage, wie sich Selfies als Kommunikationskode im digitalen Raum lesen lassen. Er beginnt mit einer kritischen Diskussion des Begriffs „Selfie“, das sich als spezifische Form des Selbstportraits verstehen lässt. Damit liegt es nahe, das Selfie theoretisch mit Erving Goffmans Theorie der Selbstdarstellung zu fassen. Daneben bildet das Selfie als spezifische Art der Fotografie zugleich eine Realität sui generis. Eine exemplarische Bildinterpretation eines Selfies der Social Network Site Instagram verdeutlicht, dass sich in Selfies ein subjektivierter Kommunikationskode ausdrückt, der Identitätskonstruktionen visibel macht und es den Abgebildeten somit ermöglicht, Deutungshoheit zu etablieren
„Try not to cry“ – Memes, Männlichkeit und Emotionen: Zur Entstehung von Affektstrukturen in digitalen Bildpraktiken
Auf dem Imageboard 9gag.com werden Sprachcodes und popkulturelle Referenzen als Stilmittel eingesetzt, um ästhetische Wahrnehmungs- und Handlungsräume im Netz zu erzeugen, in denen sich die Nutzenden als Kommunikations- und Sehgemeinschaft erfahren. Die MemeKommunikation stellt hier ein prägendes kommunikatives Muster dar. In der Untersuchung des Try not to cry-Memes zeigt der Artikel, wie im Rahmen kollektiver, partizipatorischer Bild-Praktiken der Gefühlsausdruck des Weinens und die damit verbundenen Emotionen bei Männern erörtert und ausgehandelt werden. Eine besondere Rolle spielen dabei die metakommunikativen Funktionen bildspezifischer Eigenschaften und humorvoller Rahmungen, die es den Nutzenden ermöglichen, stigmatisierte Themen zu artikulieren. Der Artikel beschreibt, wie die Meme-Praxis auf 9gag das Reden über männliche Tränen ermöglicht und so einen digitalen Artikulationsraum für männliche Gefühle schafft
Radikal Online - Das Internet und die Radikalisierung von Jugendlichen: Eine Metaanalyse zum Forschungsfeld
Der Beitrag befasst sich mit dem Einfluss des Internets auf Meinungsbildungsprozesse in Gestalt von Radikalisierung Jugendlicher in Deutschland. Dafür wird in einer metaanalytischen Vorgehensweise das Forschungsfeld zu Online-Radikalisierung im deutschen Forschungsdiskurs, ergänzt durch relevante internationale Befunde, genau sondiert und aufgeschlüsselt. Wie sich zeigt, ist das bestehende Wissen dazu äußerst bruchstückhaft; lediglich einzelne Facetten wurden im komplexen Zusammenwirken vieler Faktoren eines Radikalisierungsverlaufs bisher untersucht. Um mehr über die Hintergründe zu Online-Radikalisierung Jugendlicher zu erfahren, besteht die Notwendigkeit eines interdisziplinären und multimethodischen Vorgehens, zu dem insbesondere die Kulturanthropologie mit ihren Methoden und emischen Perspektiven auf lebensweltliche Zusammenhänge einen wichtigen Beitrag leisten kann. Die vorliegende Metaanalyse bietet neben einer theoretischen Fundierung und begrifflichen Einordnung eine strukturierte Statusaufnahme und Auswertung der aktuellen Forschungslandschaft zu der Rolle des Internets auf die Radikalisierung von jungen Menschen. Die Arbeit identifiziert Erkenntnisse und zeigt aktuelle Forschungsdesiderata auf. Die vorliegende Studie bietet somit einen systematischen Überblick über die deutsche Forschungslandschaft und kann als Grundlage für weitere Forschung auf diesem Bereich genutzt werden
Humor und Stereotype in Memes: Ein theoretischer und methodischer Zugang zu einer komplizierten Verbindung
Im vorliegenden Beitrag wird das gleichzeitige Auftreten von Humor und Stereotypen in Memes thematisiert. Dabei wird von der These ausgegangen, dass sich sowohl humoristische Elemente als auch Stereotype gut für die Verwendung in Memes eignen, da sie deren Wiedererkennungswert steigern. Anhand einer qualitativen Bildanalyse nach der dokumentarischen Methode wurden dafür zwei Memes untersucht und der Fokus dabei auf die Verbindung von bildlichen und textualen Elementen gelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass den Stereotypen, wenn sie humoristisch aufgegriffen werden, eine hoch ambivalente und vielschichtige Bedeutung zukommt. Durch Inkongruenzen, Hyperbolisierung, Umkehrungen und Kontrastierungen können Stereotype so teils unterlaufen, teils aber auch verstärkt werden
What\u27s your pace? Gedanken zum Forschen mit und über digitale(r) Selbstvermessung
Welche Vorstellungen über Körper sind digitalen Selbstvermessungsinstrumenten eingeschrieben und wie wird dieses Wissen in den Alltagspraktiken von Nutzer_innen angewandt? Neben diesem Fokus auf das Forschen über den Umgang mit digitalen Fitness-Tracking-Apps und Devices soll dieser Beitrag auch das Forschen mit diesen thematisieren. Dies meint zum einen meine eigene Nutzung von digitalen Selbstvermessungs-Instrumenten sowie meine Erfahrung als „laufende“ Forscherin. In diesem Sinne thematisiert der Beitrag die verschiedenen Bedeutungsebenen von kulturanthropologischer Wissensproduktion über ein Feld, in dessen Mittelpunkt wiederum die Wissensproduktion über den eigenen Alltag zentral ist. Der Zugang kann zudem als „hacking“ im Sinne des Auslotens der Möglichkeiten ethnographischer Forschung verstanden werden. Dieser Zugang und seine Relevanz ergeben sich durch zwei einander überlappende Charakteristika des Forschungsfeldes. Zum einen lässt sich die Omnipräsenz und ein Heranrücken an den Körper von mobilen digitalen Geräten im Alltag nennen, zum anderen die zentrale Stellung des Körpers als zu Vermessendes für das Forschungsfeld. Anhand von Beispielen aus meiner Forschung zum Umgang mit digitalen Fitness-Tracking-Apps und -Devices, im Rahmen derer ein Selbstversuch, Interviews und Beobachtungen durchgeführt wurden (bzw. werden), zielt der Beitrag darauf ab, die beiden Ebenen des „Forschens über“ und des „Forschens mit“ zusammenzuführen. Somit wird die Verwobenheit von Feldforscherin, Forschungsprozess und Forschungsfeld expliziert
Die \u27Bildung des politischen Subjekts\u27 im Netz? : Oder: Gesellschaftskritik und Selbst-Transformation - digital/analog
Der Beitrag reflektiert Fragen in Bezug auf die \u27Bildung des politischen Subjekts\u27 im Verhältnis zu \u27Digitalität\u27. Dabei geht es um Prozesse \u27politischer Bildung\u27, für die nicht nur die Entwicklung und Ausprägung kritischen Urteilsvermögens ausschlaggebend sind, sondern auch die – Bildungsprozesse insgesamt kennzeichnende – Qualität der Selbst-Transformation. Gerade im Hinblick auf diesen Aspekt der Selbst-Transformation werden Dimensionen wie \u27Erfahrung\u27, \u27Beziehung/Begegnung\u27, \u27Leiblichkeit/Körperlichkeit\u27 und \u27Präsenz\u27 relevant. Der Beitrag spricht diese Dimensionen deshalb auch mit Bezug auf (kollektives bzw. verknüpftes) politischaktivistisches Handeln an – in der Spannung zwischen digitalen/digitalisierten und analogen Praktiken. Mit Bezug auf ein konkretes Beispiel, die „militanten Streifzüge durch die Kreisläufe der Prekarität“ der Precarias a la deriva, wird schließlich die politische Bedeutung einer auch analogen aktivistischen Praxis herausgestellt
Zwischen Realität und Virtualität – Memet_innen im Schwebezustand des Doing Meme
Wer „Meme“ sagt, denkt an weltberühmte Bilder oder Videos, an Katzen mit Toast am Kopf oder „Lolcat“-Bilder von süßen und orthographisch ungeschickten Katzen,an „be like Bill“, an „Dennis after Dentist“. Es besteht die Annahme Memes seien kommunikative Mittel des Internets und im Wesentlichen kommunikative Mittel sozialer Medien. Der Artikel geht versuchsweise und vereinfachend von zwei Ebenen in Bezug auf Memes aus. Die eine Ebene wird als Realität des Memes bezeichnet und beschreibt den Schaffensprozess einer Ausformung eines Memes. Die zweite Ebene ist die „Virtualität des Memes“ und meint den digitalen Zusammenhang in Netzwerkmedien. Der Artikel analysiert wie Möglichkeiten von Memes durch die Verknüpfung von Virtualität und Realität einen Schwebezustand zwischen den Welten einzunehmen, um so die „große, weite Welt“ handhabbar zu machen, während die eigene Wirklichkeit transformiert wird, entfalten sie ihre ansteckende Wirkung, die sie so besonders auszeichnet
Viralität als Sonderfall: Über Selfies, Serialität und die Wahrscheinlichkeit der Kommunikation im Social Web
Per definitionem spielen statistische Ausreißer in den theoretischen Bestimmungen des Memetischen und der Viralität eine bevorzugte Rolle, werden damit doch Inhalte bezeichnet, die von vielen User_innen gleichzeitig bearbeitet bzw. weitergegeben wurden. In Ergänzung dazu will dieser Beitrag die Aufmerksamkeit auf das umgebende Netzwerk an Reaktionen, Kommentaren, Bewertungen, Links etc. lenken, in deren Kontext sich Virals und Internet-Meme ereignen: ein Gewebe, dessen einzelne Bestandteile und Techniken selbst nicht zwingend schon viral sind oder werden. Am Beispiel des Selfies werden einige Techniken diskutiert, die dazu beitragen, dass überhaupt (und nicht nicht) kommuniziert wird. Diskutiert werden dabei Formen der Serialität (im Spannungsfeld von ‚mechanisch‘ und ‚lebendig‘), des Ornaments und Arten der Körperbildlichkeit, welche durch ihre Ästhetik zu Reaktion und Antwort einladen und die Schwelle der Partizipation so herabsenken. Der Beitrag argumentiert einerseits medienwissenschaftlich, da er auf Aspekte der medialen Ästhetik abzielt, und stützt sich andererseits auf relevante kommunikationswissenschaftliche Positionen, um Aspekte der Verbreitung im Netz zu diskutieren