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    Facebook als „Straße durch das Internet“: Politisches Informieren zwischen Automatisierung und Nutzungsreflexion

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    Die fortschreitende Entwicklung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien führte in jüngerer Zeit zu einer strukturellen Veränderung der Bereitstellung von Informationen: Die massenmediale Logik wird durch eine Logik der Algorithmen abgelöst, die im Wesentlichen auf Präferenzen und Gewohnheiten der Nutzenden basiert. Damit einher geht die Befürchtung, dass Filterblasen aufgrund technologisch verstärkter selektiver Informationszuwendung entstehen. Diese Annahme ist empirisch bislang nicht bestätigt. Gleichwohl gibt es Hinweise, dass die Zusammenstellung von Inhalten allein auf Basis von Personalisierungsalgorithmen zu einer homogenen und einstellungskonsistenten Auswahl führt. Wenn andererseits Nutzenden die Möglichkeit gegeben, die Empfehlungsmechanismen explizit anzupassen, führt dies zu signifikant häufigerer Selektion von Artikeln mit gegenläufiger Einstellung. Berücksichtigt man, dass die jungen Generationen ihre Nachrichtennutzung und politischen Diskussionen zunehmend in soziale Netzwerke verlagern, wird die Relevanz für eine Analyse algorithmischer Personalisierung aus Perspektive der Nutzenden deutlich

    „Online-Audiences“ – Zur Publikumsvermessung im Internet

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    Das Internet wird zunehmend als Distributions- und Rezeptionskanal für Inhalte der Massenmedien wichtig. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag mit der von publizistischen Organisationen betriebenen Praxis der Online-Publikumsmessung. Während die umfassende Verdatung von User-Aktivitäten und -Interessen in den meisten (sozialwissenschaftlichen) Kommentaren bisher vornehmlich kritisch betrachtet wird, lässt sich auf Grundlage von Expert/inneninterviews mit Vertreter/innen verschiedener Medienorganisationen ein differenzierteres Bild der Publikumsvermessung im Internet zeichnen. So führt erstens der Ausbau der Verdatungs- und Analysemöglichkeiten nicht automatisch zum ‚gläsernen User’, sondern bringt heterogene und teils widersprüchliche Datenmengen hervor, deren Bearbeitung höchst voraussetzungsvoll und offen für verschiedene Interpretationen ist. Zweitens führt die umfassende Publikumsvermessung auch nicht automatisch zu einer immer stärkeren Publikumsorientierung des Journalismus. Denn obwohl Nutzungsdaten zweifellos wichtiger für Auswahl und Gestaltung der Angebote werden, werden traditionelle journalistische Qualitätskriterien nicht einfach aufgegeben. Stattdessen stehen Publikumsorientierung und journalistisches Selbstverständnis in redaktionsinternen Abläufen und Entscheidungen in einem komplexen Wechselverhältnis und werden aufeinander abgestimmt. Drittens muss die umfassende Verdatung des Publikums und seiner Aktivitäten auch nicht zwangsläufig zur Auflösung zuvor weitgehend homogener massenmedialer Publika führen. So können die Verdatungsmöglichkeiten im Gegenteil auch dazu dienen, möglichst große Teilpublika zu erreichen oder neuartige Räume für wechselseitige Beobachtungen und somit auch für neue Formen der Öffentlichkeit zu eröffnen

    Filterblasen – Ausgangspunkte einer neuen, fremdverschuldeten Unmündigkeit?

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    Facebook wurde lange als Chance für eine transparente Informationsgesellschaft gesehen. Zunehmend wird die Plattform jedoch kontrovers diskutiert. Kritiker befürchten die Bildung von Filterblasen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es deshalb, in Erfahrung zu bringen, ob nutzende Personen wissen, dass die ihnen auf Facebook angezeigten Informationen gefiltert sind und ihr eigener Informationshorizont dadurch eingeschränkt wird. Weiterhin werden Erklärungsansätze und Reaktionen der befragten Personen untersucht. Die aus dreizehn Interviews gewonnenen Erfahrungen von Facebook Nutzern bestätigen einige Erkenntnisse der bisherigen Forschung. So beeinflussen der Aufbau individueller Netzwerke und das Nutzerverhalten, wie auch der Algorithmus die Informationsvielfalt. Die in der Literatur häufig unkritisch übernommene Annahme zunehmender Homogenität von Netzwerken sollte auf Grundlage dieser Analyse zukünftig jedoch hinterfragt werden. Abschließend werden Implikationen für die weitere Forschung aufgezeigt

    Polarisierung im Social Web und der intervenierende Effekt von Bildung: Eine Untersuchung zu den Folgen algorithmischer Medien am Beispiel der Zustimmung zu Merkels „Wir schaffen das!“

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    Für viele westliche Demokratien wird in den letzten Jahren eine zunehmende Polarisierung der öffentlichen politischen Diskurse und des Parteienspektrums diagnostiziert. In diesem Beitrag stellen wir aktuelle Befunde zur themenspezifischen Polarisierung in Deutschland vor, die wir als Begleiterscheinung des Social Webs interpretieren. Auf der Grundlage der theoretisch plausiblen Vermutung, dass Selektions- und Vernetzungsalgorithmen tatsächlich die Polarisierung von Meinungen zu politischen Themen begünstigen, formulieren wir unsere forschungsleitende Hypothese: "Je stärker Personen Soziale Online-Netzwerke zur Information über politische Themen nutzen, umso stärker werden dadurch ihre politischen Urteile polarisiert." Diese Hypothese wird am Beispiel des Urteils untersucht, das Internetnutzer aus Deutschland zur Migrationspolitik Angela Merkels äußern. Aufgrund der spärlichen empirischen Forschung zu den Bedingungen von Polarisierung durch Medien, untersuchen wir explorativ die intervenierenden Effekte verschiedener Variablen z, die als Determinanten der orientierenden Mediennutzung bekanntermaßen eine Rolle spielen

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