Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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    Betriebs- und raumstrukturelle Einflüsse der Beschäftigungsstabilität von Frauen

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    Arbeitsmärkte sind nach betrieblicher Beschäftigungsstabilität und unterschiedlich hohen Löhnen segmentiert. Solche Segmentierungen lassen sich als betriebliche Beschäftigungssysteme analysieren. Zudem sind Beschäftigungsverhältnisse vor dem Hintergrund regionaler Gegebenheiten zu betrachten. Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, welche betriebs- und regionenspezifischen Merkmale die Beschäftigungsstabilität und die Erwerbschancen von Frauen beeinflussen. Die quantitativ-empirischen Analysen auf Basis von Linked-Employer-Employee Daten (LIAB), die um regionalen Strukturindikatoren auf der Ebene von Raumordnungsregionen erweitert wurden, verdeutlichen, dass die Verortung in betrieblichen Beschäftigungssystemen stark von individuellen arbeitsmarktrelevanten Merkmalen, wie dem Geschlecht und dem höchsten Bildungsabschluss, abhängt. So sind weibliche Erwerbsverläufe von einer geringeren Stabilität und einer geringeren Wahrscheinlichkeit für langfristige Beschäftigungen gekennzeichnet. Weder das Kinderbetreuungsangebot im Betrieb, noch die in der Region gemessene Kinderbetreuungsquote stabilisieren betriebliche Beschäftigungen von Frauen. Betriebliche Prosperitätsfaktoren gehen mit Stabilität einher, während unsichere und negative Zukunftserwartungen der Betriebe Beschäftigungen eher destabilisieren. Zudem ist festzustellen, dass Frauen seltener in Arbeitslosigkeit übergehen als Männer und dabei allerdings vergleichsweise häufiger Übergänge in Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigungen vollziehen, um den Flexibilitätsanforderungen jeweils in und zwischen Beruf und Familie gerecht zu werden

    "Kritischer Journalismus unter Druck": Zur Bedrohung und Verteidigung journalistischer Expertenkompetenz in der medialen Berichterstattung

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    Wir fragen in dem Beitrag danach, auf welche Art und Weise in der medialen Berichterstattung eine Bedrohung journalistischer Expertenkompetenz produziert wird und wie Journalist*innen darauf reagieren bzw. sich verteidigen. Als konkreter Fall dient uns hierbei eine mediale Kontroverse, in der das fragile Verhältnis zwischen Medien und Politik manifest wird. Die Kontroverse nahm ihren Ausgang bei einem TV-Interview mit dem bekannten österreichischen Politiker, Erwin Pröll. Nach diesem sah sich Armin Wolf, der Anchorman der meistgesehenen Nachrichtensendung des Österreichischen Rundfunks (ORF), massiver Kritik von Seiten politischer Entscheidungsträger*innen, dem sogenannten Boulevard, aber auch von ORF-Manager*innen ausgesetzt. Wir skizzieren, wie sich über einen Zeitraum von sechs Wochen eine „bemerkenswerte Kontroverse auf offener Bühne“ (FAZ) entwickelte: Unterschiedliche Gruppierungen speisen ihre Problematisierungen in den medialen Diskurs ein und versuchen andere Gruppierungen zu mobilisieren, um Zuständigkeiten für sich reklamieren und praktische Gestaltungsmacht generieren zu können

    Die Gedankenfigur einer „Soziologie avant la lettre“: Systematik der Politiken des Denkens

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    Kennzeichnend für eine Wissenschaft in der Phase ihrer Institutionalisierung ist, dass ihre Protagonist*innen besonderen Wert darauf legen, die Eigensinnigkeit dieser Wissenschaft herauszuarbeiten und zu bewähren; dies gilt auch für die Soziologie in der Phase ihrer Institutionalisierung. Deswegen ist ein maßgebliches Element der soziologischen Praxis in dieser Phase die systematische Abgrenzung von anderen Formen des Wissens bzw. anderen wissenschaftlichen Disziplinen: die theoretische Demonstration, dass mit den Mitteln der Soziologie etwas sichtbar wird, das ohne sie nicht sichtbar wäre und also in vorsoziologischen Zeiten niemand gesehen hat. Diese Praxis der theoretischen Demonstration soziologischer Eigensinnigkeit ist seit dem Vollzug der akademischen Institutionalisierung einer Soziologie eine vergleichsweise routinierte Angelegenheit geworden. Die Soziologie darf und will in Teilen heute sich als multipolares Experimentierfeld verstehen, dessen Einheit der ausgewogenen Vielfalt der Theorien und Begriffe, Methoden und Verfahren, mit denen man hier hantiert, korrespondiert. Bemerkenswerterweise hat man bisher eine der Voraussetzungen, von denen die Soziologie in der Phase ihrer Institutionalisierung ausging, unangetastet gelassen: diejenige, dass es vor der Erfindung des Namens einer Soziologie keine Soziologie gegeben hat. Der Vortrag schlägt eine Prüfung dieser Voraussetzung vor, indem er die Erkenntnissteigerung skizziert, die einer Soziologie möglich ist, die sich auf die Gedankenfigur einer „Soziologie avant la lettre“ einlässt. Zu diesem Zweck greift er auf das alte Mittel der theoretischen Demonstration zurück, die in diesem Fall die Soziologie in ein transhistorisches Gefüge unterschiedlicher Wissenspraxen einbettet: politische Theologie, Sophistik, Hermeneutik, politische Philosophie

    Mit aktiver Intention_alität gegen alternative Fakten? Methodologische Überlegungen zu Intentionalität und Positionalität am Beispiel von Bewegungsforschung

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    Obwohl der Begriff der Intentionen im Rahmen feministischer Standpunkttheorien eine Rolle spielt, steht die systematische Auseinandersetzung mit seinem Stellenwert für Reflexionsprozesse über Positionalität bisher aus. Gerade in Zeiten von „alternative facts“ ist es jedoch zentral Wissensproduktion verstärkt im Hinblick auf die damit verbundenen Intentionen zu reflektieren. Diese stellen einen Aspekt von Positionalität dar und verweisen darauf, dass reflektierte Wissensproduktion nicht beliebig ist. Dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit, dem sich Geschlechterforschung derzeit ausgesetzt sieht, kann mit dem Verweis auf transparente Entstehungsbedingungen von Wissen durchaus begegnet werden. Ein transparenter Umgang mit Intentionen und sozialer Positionierung kann aus dieser Perspektive eine Strategie sein, um die eigene Wissensproduktion zu reflektieren sowie Reflexionsprozesse über die mit diesen Prozessen verbundenen Intentionen einzufordern. Speziell politische Intentionen spielen hier eine Rolle, das gilt sowohl für den Kontext sozialer Bewegungsforschung als auch für Debatten um die Normativität von Wissensproduktion und den aktuellen Angriffen auf die Gender Studies. Dieser Gedanke wird am Beispiel zweier Projekte aus dem Bereich der Bewegungsforschung erörtert. Methodologische Debatten um den Umgang mit Positionalität haben wiederholt auf die spezifischen Probleme von Rollenkonflikten (u.a. Corbin Dwyer, Buckle 2009), aber auch auf die Potenziale einer Forschung hingewiesen, die sich solidarisch zu den Gruppen verhält, die im Zentrum stehen (u.a. Mies 1984; Haiven, Khasnabish 2015). Gerade in diesem Bereich, der eng mit politischen Zielsetzungen von Aktivist_innen und ihren Erwartungen an Forschende verknüpft ist, ist ein reflexiver Umgang mit den eigenen Intentionen seitens der beteiligten Wissenschaftler_innen zentral: Unsere Positionierungen zu den jeweiligen Interviewparterinnen – Anarchistinnen in den Niederlanden und muslimischen Aktivistinnen in Großbritannien – unterschieden sich nicht nur im Hinblick auf die damit verbundenen Insider/Outsider Konstellationen, sondern waren zudem durch damit verknüpfte Unterschiede in den Intentionen der Forschung geprägt. Dies hatte Auswirkungen auf Forschungsdesign und -praxis, die im Beitrag diskutiert wurden, um die Bedeutung eines reflexiven Umgangs mit Intentionen zu verdeutlichen

    Befindlichkeiten des Demos: Zur politischen Funktion von Affekten im Zeichen des Rechtspopulismus und einer ‚Krise‘ der Demokratie

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    „Rechtspopulismus”, so argumentiert Ruth Wodak (2016, S.5), macht „erfolgreich Angst […] vor verschiedenen realen oder fantasierten Gefahren“. Das Schüren bestimmter Affekte sei nicht nur ein wesentliches Merkmal von Politik, sondern verweise auch auf die Funktionalität von Affekten in demokratischen Prozessen. Affekte, so hat es unter anderem Arlie Russell Hochschild (2016) gezeigt, spielen eine zentrale Rolle in Verhandlungsprozessen von (nationaler) Zugehörigkeit und kollektiven Identitäten. Aus demokratietheoretischer Perspektive wird dabei auf ein Paradox verwiesen: Deliberative Demokratietheorien beruhen auf der Annahme, dass Bürger/-innen ihre Repräsentant/-innen interessengeleitet wählen und dass die politische Öffentlichkeit ein Bereich der rationalen Debatte sei (Mouffe 2002; Weber 2007). Und doch wird eine Legitimationskrise liberaler Demokratien beobachtet, wobei das damit verknüpfte Erstarken populistischer Parteien auf die „instrumentelle Mobilisierung von Gefühlen für politische Identitätsbildung und zur Etablierung von Angstregimen“ zurückgeführt wird (Penz, Sauer 2016, S.117). In diesem Beitrag stellen wir erste Ergebnisse aus unseren Erhebungen im Forschungsprojekt Fremde im eigenen Land? vor, die auf die Funktionalität von Affekten in der Artikulation nationaler Narrative hinweisen. Zum Beispiel korrelieren Artikulationen von Angst oder Wut in Bezug auf den Zuzug neuer Deutscher seit dem Jahr 2015 mit bestimmten nationalen Schließungswünschen – insbesondere, wenn die Nation als „regelrechtes (und regelkonformes) Dichotomisierungsinstrument“ verstanden wird (Pates, Futh 2018, S.187). In unseren ethnografischen Beobachtungen und leitfadengestützten Interviews sehen wir, wie Affektpraktiken als Inklusions- bzw. Exklusionsmechanismen fungieren, um das ‚Wir‘ von den ‚Anderen‘ zu unterscheiden und um soziale Ordnungen herzustellen bzw. zu stabilisieren. Im vorliegenden Beitrag konzentrieren wir uns dabei auf Akteure rechtspopulistischer Parteien und auf die Artikulationen von Personen mit migrationsskeptischen Einstellungen, um die exkludierende und ordnende Funktion von Affekten in Diskursen um die Nation zu extrapolieren – im Zeichen einer ‚Krise‘ der Demokratie. &nbsp

    Die Transformation des Konsumhandelns in medientechnischen Rahmen: Zur Digitalisierung von Konsum

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    Mit der Verbreitung und Etablierung medientechnischer Dienste in der digitalen Alltagsökonomie stellt sich die Frage, ob und wieweit Konsumhandeln durch medientechnische Rahmen transformiert wird. Der Beitrag zeichnet am Beispiel von Reklamationen infolge von Online-Shopping nach, wie a) Handlungsmöglichkeiten in digitalen Feldern durch raum-zeitliche und soziale Entgrenzungen transformiert werden und b) Menschen ihr Konsumhandeln infolge dieser Entgrenzungen anpassen, Erwartungen verändern und neue Orientierungen entwerfen. Hierfür wird der Begriff der Akkomodation von Winfried Schulz handlungstheoretisch ausgelegt und modernisierungstheoretisch gerahmt

    68 und 68er aus der Perspektive soziologischer Zeitzeugenschaft

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    Als Zeitzeugin und Soziologin frage ich nach dem Mehrwert einer Anwendung von Mannheims "Problem der Generation" auf die kleine Gruppe der Studentinnen und jungen Akademikerinnen, die sich im Kontext von 1968 für eine Wissenschaft und Politik von Frauen für Frauen engagierten

    Symbiose als Begriff und Gegenstand der Soziologie: Für eine Analyse von Biosozialität im Zeitalter des Mikrobioms

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    Der Begriff der Symbiose steht im Zentrum eines aktuellen Paradigmenwechsels in den Lebenswissenschaften, der die Soziologie sowohl empirisch als auch grundlagentheoretisch herausfordert. Denn in der neuen Aufmerksamkeit für symbiotische Beziehungen zeichnet sich nicht weniger als ein social turn innerhalb der Biologie ab. Darauf muss die Soziologie reagieren, indem sie sich der Symbiose gleichzeitig als Begriff und Gegenstand annimmt: Einerseits ist es an der Zeit, das Symbiosekonzept im Anschluss an ältere und neuere sozialwissenschaftliche Aneignungen (wieder) fester im soziologischen Theoriearsenal zu verankern. Andererseits sollte die Soziologie die Voraussetzungen und Folgen der lebenswissenschaftlichen Symbioseforschung zu einem Untersuchungsgegenstand machen. Es gilt zu analysieren, wie sich angeregt durch biologische Diskurse und biotechnologische Interventionen neue Formen der „(Sym)biopolitik“ (Stefan Helmreich) und neue symbiotische Kollektive ergeben

    Unterstützungsressourcen älterer Menschen in der Nordwestschweiz: Erste Ergebnisse aus einer Strategischen Initiative

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    In dem hier angebotenen Beitrag sollen die sozialen Kontakte und Unterstützungsressourcen älter werdender Menschen beleuchtet und aufgezeigt werden, in welchem Masse sie im Bedarfsfall auf Hilfe und Unterstützung auf ihre sozialen Netzwerke zurückgreifen können. Dabei gilt es zu zeigen, welche Arten von Unterstützung aus dem sozialem Umfeld überhaupt zur Verfügung stehen (instrumentelle, finanzielle, emotionale, aber auch körperliche Pflege) und von wem diese bezogen werden. Ferner soll dargestellt werden, ob und inwieweit sich Art und Anzahl der erhaltenen Unterstützungsleistungen mit steigendem Alter verändern. Für die Personen, die keine Unterstützung erhalten haben, soll gezeigt werden, ob sie sich hinsichtlich ihres Alters, Geschlecht, ihren Einsamkeitsgefühlen und ihres Gesundheitszustandes hinsichtlich derjenigen unterscheiden, die eine Unterstützung erfahren haben. Die Daten für diesen Beitrag stammen aus einer Befragung, die in vier Kantonen der Nordwestschweiz (Aargau, Basel-Land; Basel-Stadt, Solothurn) zu den „Sozialen Beziehungen im Alter“ durchgeführt wurde (https://www.fhnw.ch/de/die-fhnw/strategische-initiativen/alternde-gesellschaft). Dazu wurden 5.000 Personen (im Alter von 50+) zu den Themenbereichen Wahrnehmung des Alter(n)s, Lebensqualität und Gesundheitszustand sowie zu den sozialen Beziehungen und Unterstützungen älterer Menschen und ihrer Angehörigen schriftlich befragt. Die Rücklaufquote lag bei 24% (Nettostichprobe: n=1.198). Erste Ergebnisse deuten u.a. darauf hin, dass ·       die in einer Partnerschaft lebenden Befragten insgesamt eine tendenziell höhere Lebenszufriedenheit zeigen als die Personen ohne Partner bzw. Partnerin, ·       Frauen im Alter auf ein grösseres soziales Netzwerk zurückgreifen können als Männer, ·       die häufigsten Formen erhaltener Unterstützung in den Bereich der emotionalen Unterstützung und der instrumentellen Hilfen fallen, ·       bei den selbst geleisteten Hilfen und Unterstützungen ebenfalls die emotionalen und instrumentellen Unterstützungen im Vordergrund stehen, ·       sowohl bei den Adressatinnen und Adressaten als auch bei den Empfängerinnen und Empfängern von Hilfe- und Unterstützungsleistungen jeweils der Partner bzw. die Partnerin an erster Stelle rangiert, gefolgt von Freundinnen und den eigenen Kindern

    Risiken der Assimilation sozialer an ökologische Problemstellungen

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    Es ist nicht sofort ersichtlich, warum die ökologische als soziale Frage betrachtet werden sollte, wenn es sich doch um sehr unterschiedliche Phänomene handelt und die Soziale Frage - des 19. Jahrhunderts - zum Zeitpunkt des Wahrnehmens der ökologischen - um 1970 - sogar in den Hintergrund tritt. Beides sollte deshalb nicht zu schnell verknüpft werden. Die zentrale These des Beitrags besagt vielmehr, dass es systematische Unterschiede gibt und dass diese sehr genau herausgearbeitet werden müssen, bevor Analysen von Zusammenhängen zu weiterführenden Einsichten verhelfen können. Die Unterschiede werden zuerst empirisch-exemplarisch plausibilisiert: Da es Beispiele sowohl dafür gibt, dass sich soziale und ökologische Probleme wechselseitig (positiv oder negativ) verstärken, als auch dafür, dass sie sich konflikthaft entgegenstehen, ist davon auszugehen, dass es sich um voneinander unabhängige - und deshalb \u27kombinierbare\u27 - Problemstrukturen handelt. Analytisch muss sogar davor gewarnt werden, soziale und ökologische Probleme gewissermaßen kurzzuschließen, weil dies in naturalistische Fehlschlüsse führen kann, was an der Debatte um "Planetare Grenzen" veranschaulicht wird. Das stellt auch die Theorien der Umweltsoziologie vor neue Aufgaben, die sich zu sehr auf die Verbindungsmöglichkeiten sozialer und ökologischer Fragen fokussiert. Die hier vorgeschlagene analytische Unterscheidung stützt sich sodann auf gesellschaftstheoretische Perspektiven: Kapitalismusanalysen adressieren vor allem die Soziale Frage, während sich die Analyse ökologischer Probleme primär auf die Gesellschaft als Industriegesellschaft stützt. Kapitalismus und Industriegesellschaft folgen analytisch je eigenen Entwicklungsmustern, wenngleich sie empirisch - in der einen Welt - offensichtlich zusammenwirken. Das heißt aber nicht, dass die Empirie die Differenz wieder einebnen kann. Die Konsequenz ist vielmehr, so der konzeptuelle Vorschlag als Fazit, dass empirisch den Übersetzungen der einen in die jeweils anderen Problemkonstellationen und Antriebe nachzugehen ist

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