Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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    Veränderung der Erwerbsarbeit durch die »Sharing Economy«? \u27Die\u27 »Sharing Economy« als Teil der digitalen Plattformökonomie

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    Die Narrative der »Sharing Economy« verheißen ökologische Nachhaltigkeit, Gemeinschaftlichkeit und Selbstbestimmung, manchmal sogar die Überwindung des Kapitalismus. Das sich ausdifferenzierende, aber noch relativ junge Phänomen, dass unter dem Begriff der Sharing Economy subsumiert wird, beinhaltet jedoch unterschiedliche Geschäftsmodelle, die dem skizzierten Ideal, eine ‚gerechtere und nachhaltigere‘ Arbeits- und Wirtschaftswelt zu etablieren, entgegenstehen können. In dem Vortrag sollen die Ambivalenzen der sogenannten Sharing Economy in den Blick genommen werden, deren Kern onlinebasierte Transaktionsplattformen bilden. Als Intermediäre stellen die plattformbetreibenden Unternehmen die technischen Infrastrukturen für die Koordination von Angebot und Nachfrage bereit und lassen sich diese Leistung von den jeweiligen Anbietenden wie auch deren Kund*innen zweifach bezahlen – in Form von Geld und mit Daten. Die Plattformstrukturen können dabei cum grano salis als Surrogat sozialer Beziehungen beschrieben werden: Plattformmarken lösten (vordergründig) das Problem fehlenden Vertrauens durch Bewertungs- und Reputationsmechanismen durch die ‚Community‘. Die daraus resultierenden Implikationen für die Anbieter*innenseite bringen dabei erhebliche Veränderungen bzw. Grenzverschiebungen für die Ausgestaltung der Erwerbsarbeit über diese Plattformstrukturen mit sich. Entlang einer empirischen Fallskizze über das Unternehmen foodora GmbH, das auf lokalen Arbeitsmärkten agiert, soll geklärt werden, inwiefern sich eine zunehmende Organisierung von mehrseitigen Märkten über digitale Plattformen auf die Praktiken und Institutionen der Erwerbsarbeit auswirkt und welche Chancen und Risiken daraus für Arbeitnehmer*innen resultieren

    Wer hat, dem wird gegeben? Zur intergenerationalen Vererbung von Ungleichheit in Familiennetzwerken

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    Die Unterstützung von Eltern an ihre Kinder endet längst nicht mit dem Auszug aus dem Elternhaus. Im Gegenteil lassen sich vielfältige Formen der so genannten Generationensolidarität auch bei Eltern-Kind-Beziehungen finden, die nicht im gleichen Haushalt leben. Allerdings wissen wir noch vergleichsweise wenig über den Einfluss von sozialer Ungleichheit auf Solidarität in Familiennetzwerken über Haushaltsgrenzen hinweg. Inwiefern beeinflusst soziale Ungleichheit die intergenerationale Solidarität im Erwachsenenalter? Kann man davon sprechen, dass sich soziale Ungleichheit in Familiennetzwerken intergenerational durch ungleiche Solidarität manifestiert oder sogar vergrößert? Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag intergenerationale Geldtransfers im Kontext von sozialer Ungleichheit auf Basis des „Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe“ (SHARE). Die Analysen berücksichtigen eine Drei-Generationenperspektive und behandeln die Weitergabe verschiedener Arten monetärer Transfers in Familiennetzwerken, und zwar in Form von Geld, Sachgeschenken und Wertgegenständen zu Lebzeiten oder in Form von Erbschaften in 16 europäischen Ländern. Die multivariaten Mehrebenenanalysen zeigen, dass es zu einer Zementierung von sozialer Ungleichheit über Generationen hinweg kommt und damit eine Kumulation von Vor- bzw. Nachteilen im Lebenslauf beobachtet werden kann. Geld und Vermögen bleibt mehrheitlich in den höheren Schichten und wird auch bei räumlich getrennten Familiennetzwerken von Generation zu Generation weitergegeben. Höher gebildete und wohlhabendere Eltern, die in der Regel selber aus höheren Schichten stammen, unterstützen ihre eigenen Kinder wiederum selber häufiger finanziell, und zwar obwohl diese selber meistens finanziell auf Grund einer höheren Bildung bessergestellt sind. Das Matthäus-Prinzip «Wer hat, dem wird gegeben» spiegelt gut das finanzielle Transferverhalten in europäischen familialen Netzwerken wider, und dies über mehrere Generationen hinweg

    Wer ist lesbisch und schwul? Kritische Überlegungen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität in gesundheitswissenschaftlichen Studien

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    Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI) sind soziale Determinanten der psychischen und physischen Gesundheit von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender* (LSBT*) Menschen, bedingt durch Marginalisierung, Diskriminierung und schlechteren Zugang zu gesundheitlicher Versorgung. Während aktuelle Forschung die empirische Grundlage für notwendige Interventionen in der Gesundheitsversorgung und Forschung darstellt, erklären die meisten Studien nicht, wie SOGI ihrer Teilnehmenden definiert und operationalisiert sind. Da SOGI als soziale Konstrukte stark von sozialen, historischen und geografischen Kontexten beeinflusst sind, ist diese Frage jedoch von entscheidender Bedeutung. LSBT* Identitäten sind kontextspezifisch und oftmals von Ort zu Ort umstritten. Was bedeutet dies für Studien zu SOGI-begründeten Ungleichheiten, insbesondere für Studien außerhalb europäisch oder amerikanisch geprägter Mehrheitsgesellschaften? In anderen Worten: Was messen wir, wenn wir SOGI messen, wen befragen wir – und wen nicht? Anhand von empirischen Daten einer komparativen, quantitativen Studie zu SOGI-begründeten Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit von LSBT* Menschen in Botswana, Kenia, Lesotho, Südafrika und Swasiland belegen wir Disparitäten in Gewalterfahrungen, Depression, Suizidalität und Substanzgebrauch. Weiterhin erarbeiten wir die Widersprüche des Versuches, LSBT* Identitäten in einer breit angelegten komparativen Gesundheitsstudie zu identifizieren. Die Komplexität in der Bestimmung von SOGI wirft Fragen darüber auf, wie gesundheitliche Ungleichheiten, die auf umstrittene sozialen Identitäten zurückzuführen sind, gemessen werden können. Dies ist besonders in postkolonialen Kontexten relevant, in denen sich das Eigenverständnis von SOGI zum Teil erheblich von westlichen Verständnissen unterscheidet. Ich argumentiere, dass der Operationalisierungsprozess von SOGI in Erhebungsfragen und Variablen – durch Sprache, Begriffe und Konzepte – unweigerlich abgrenzt, wer als LSBT* identifiziert und somit gezählt wird. Dies ist potentiell eine Einschränkung in Studien, die solche Kategorien als selbstverständlich und universell konzipieren. Abschließend diskutiere ich, ob die Spannung zwischen komplexen Identitäten und statistischen Erfassungskategorien in der gesundheitswissenschaftlichen Forschung zu SOGI-begründeten Ungleichheiten gelöst werden kann

    Internationale Migration zwischen hochentwickelten Staaten und ihre Konsequenzen für den Lebensverlauf

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    Internationale Migration hat sich in den wissensbasierten westlichen Industriegesellschaften zu einer wesentlichen Bedingung ökonomischen Wachstums entwickelt und gewinnt auch auf individueller Ebene zunehmend an Bedeutung für die Verteilung sozialer Positionen und Lebenschancen. Aufbauend auf Konzepten des Transnationalismus und der Lebensverlaufsforschung skizziert dieser Beitrag eine theoretische Perspektive zur umfassenden Untersuchung der individuellen Konsequenzen von Migration im Lebensverlauf und eine empirische Datengrundlage zur Anwendung dieser Perspektive. Der Destination-Origin-Migration-Ansatz (DOM Ansatz) betrachtet die Folgen internationaler Mobilität klassisch als Frage der Integration in die Aufnahmegesellschaft (destination) sowie zusätzlich über einen Vergleich des mobilen Teils der Bevölkerung mit dem nicht-mobilen Teil der Herkunftsgesellschaft (origin) und aus der Perspektive individueller Lebensverläufe (migration). Zugleich präsentiert der Beitrag die Ende 2018 ins Feld gegangene Längsschnittstudie German Emigration and Remigration Panel Study (GERPS). Diese bietet eine einmalige empirische Grundlage zur umfassenden Untersuchung der individuellen Konsequenzen von Migration im Sinne des DOM-Ansatzes. Sie befragt Auswander*innen aus Deutschland und Rückwander*innen nach Deutschland. GERPS wurde als SOEP-related Panel Study konzipiert und erlaubt somit den systematischen Vergleich von international Mobilen mit nicht-Mobilen. Inhaltlich konzentriert sich GERPS auf vier zentrale Dimensionen des Lebensverlaufs: Erwerb und Einkommen, Partnerschaft und Familie, Identität und soziale Partizipation sowie Gesundheit und Wohlbefinden

    Wiederkehr, Verschwinden oder Entfremdung des Selbst? Ereignishafte Figurationen des Unbestimmten in der Behandlung von Patienten durch die Tiefe Hirnstimulation.

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    Die gegenwärtige Entwicklung innovativer Medizintechnologien erweist sich als ein lebendiges wie gespenstisches Geschehen. Sie erzeugt therapeutische Handlungsspielräume für Krankheitsformen, die vormals als nicht mehr behandelbar galten und sich jeglicher kurativen Einflusssphäre entzogen. Gleichermaßen berühren sich mit der Effizienz der Eingriffsmöglichkeiten, Regionen des Ungewissen über die Wirkmechanismen des jeweiligen technologischen Verfahren. Die hieraus resultierenden Deutungsherausforderungen betreffen sowohl die beteiligten Ärztinnen, Patienten und Angehörige (Peter, Funcke 2013). Als exemplarisch für ein solche gleichzeitige Hervorbringung medizinisch hoffnungsvoller sowie vertraute Erfahrungsweisen verunsichernder Technologien wird in diesem Vortrag die neurochirurgische Behandlungsmethode der tiefen Hirnstimulation (THS) als Gegenstand soziologischer Betrachtung thematisiert. Die THS ist ein reversibler Eingriff, bei welchen vermittels stereotaktischer Techniken impulsgebende Elektroden tief ins Hirn eingesetzt werden. Die je nach diagnostizierten Störungsbild anvisierten Zielregionen werden im Anschluss an die Implantation elektronisch stimuliert. Medikamentös nicht mehr zu behandelnde Symptome können reduziert werden. Trotz ihrer infolge zahlreicher klinischer Studien nachgewiesenen Effizienz bildet die THS weiterhin eine kontroverse Behandlungsmethode, die sowohl unter medizinischen als auch ethischen Prämissen diskutiert wird. Einerseits kristallisiert sich am Nicht-Wissen über die spezifischen Wirkungszusammenhänge die Notwendigkeit einer erweiterten klinischen Forschung. Andererseits verweist das Auftreten nicht-intendierter Nebenwirkungen, die von Patient_innen, wie deren Angehörigen als individuelle Persönlichkeitsveränderungen wahrgenommen werden, auf die Relevanz einer interpretativen Bestimmung der subjektiven Erfahrung von Seiten der Betroffenen. Der Beitrag nimmt sich zum Ziel, entlang einer empirischen Fallstudie, in der eine Patientin vor und nach der Operation begleitet wurde, und vermittelt durch eine ereignistheoretische Konzeption, auf die Auslegungsbedingungen für betroffene Patient_innen im Zuge der neurotechnologischen Anwendung der THS aufmerksam zu machen

    Die Mensch-Tier-Beziehung in der tierärztlichen Praxis: Empirische Studie am Beispiel von Vogelpatienten

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    Welche Relevanz hat die Beziehung des Besitzers zu seinem Tier für die Tätigkeit einer tierärztlichen Praxis? Es kann von einem Interaktionsdreieck gesprochen werden, in dem sich Besitzer, Tier und Tierarzt/Tierärztin gegenseitig beeinflussen (Taubert 2015). Diverse Studien konnten einen Zusammenhang zwischen dem Einfluss des Menschen auf das Wohlbefinden des Tieres und der Mensch-Tier-Beziehung zeigen (Bergler et al. 2011; Klaphake und Smith 2002; Kurdek 2008; Lue et al. 2008; Patronek et al. 1996). Für die vorliegende Studie wurde die Mensch-Tier-Beziehung aus der Perspektive der tierärztlichen Untersuchung und Behandlung von Heimtieren in den Blick genommen. Mittels der Dimensionen: „Serie von Interaktionen“, „personale Entität, Du-Evidenz“, „Gegenseitigkeit“, „Emotionales Band“ und „Empathie“ wurden drei Konzepte der Mensch-Tier-Beziehung vorgeschlagen (unpersönliche, persönliche sowie enge persönliche Mensch-Tier-Beziehung). In einem interdisziplinären Ansatz zwischen Tiermedizin und Soziologie wurde eine psychometrische Skala („Owner-Bird-Relationship-Scale“) als Instrument zur Erfassung der Mensch-Vogel-Beziehung entwickelt und getestet. Dieses Messinstrument wurde in einem standardisierten Online-Fragebogen an Vogelhalter in Deutschland verbreitet. Die Auswertung der Befragung von 1458 Vogelhaltern erfolgte mittels multivariater Analyseverfahren. Die Beziehung zwischen Vogelhaltern und ihren Vögeln ließ sich im Rahmen von Faktorenanalysen mittels vier Beziehungsdimensionen beschreiben und war spezifisch für die jeweilige Besitzer-Vogel-Konstellation. Anhand der Ausprägungen der Beziehungsdimensionen konnten mit Hilfe clusteranalytischer Verfahren fünf verschiedene Typen von Vogelhaltern identifiziert werden. Es konnte mittels multivariater linearer und logistischer Regressionsverfahren gezeigt werden, dass die Beziehung des Halters zu seinem Vogel Einfluss auf das Verhalten des Besitzers in der tierärztlichen Untersuchung und Behandlung hat. Es bestand ein Zusammenhang zwischen der Mensch-Vogel-Beziehung und jeweils der Bereitschaft hohe Tierarztkosten zu tragen, dem Informationsverhalten des Halters, dem Verhalten im Erkrankungsfall sowie der Bedeutung der Spezialisierung eines Tierarztes für den Vogelhalter

    Politische Ethnographie in der neuen rechten Bewegung: Herausforderungen und Möglichkeiten

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    Die Stärke eines ethnographischen Forschungsdesigns liegt darin, mit größtmöglicher Offenheit an das Feld heranzutreten und die Möglichkeit von diesem irritiert zu werden zuzulassen. Auf diese Weise können neue Impulse für die Theoriebildung entstehen, anstatt ,nur‘ bereits bestehende Theorien zu widerlegen oder zu bestätigen. Um den Herausforderungen der Erforschung eines normativ aufgeladenen Feldes zu begegnen, schlage ich vor, explizit sozialtheoretisch angeleitete ethnographische Forschung zu betreiben, wobei die Theorie selbst möglichst normativ enthaltsam gehalten wird. Damit wird ermöglicht, auch in Feldern, wie der neuen rechten Bewegung, empirisch deskriptiv zu arbeiten und das Risiko der impliziten Normativität zu minimieren. Dadurch kann die für die interpretative Sozialforschung notwendige Offenheit beibehalten werden und sowohl zu starke Vereinnahmung als auch zu große Distanzierung von der Sinnwelt des Feldes verhindert werden

    Die schweizerischen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden: Herausforderungen und Hindernisse bei der Entstehung einer neuen interprofessionellen Praxis

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    Ausgangspunkt unseres Beitrages ist die Revision des schweizerischen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts. Das 2013 in Kraft getretene Gesetz legte unter anderem die Neuschaffung von Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden fest, in deren Entscheidungsgremien unterschiedliche disziplinäre Expertise zur Anwendung kommen soll. Befunde einer eigenen empirischen Studie zu den Auswirkungen politischer Steuerung auf die Organisationen und das professionelle Handeln der Sozialen Arbeit deuten darauf hin, dass die geforderte Interdisziplinarität der Behörde nicht zu einer interprofessionellen Praxis der Fallbearbeitung führte. Anhand der exemplarischen Analyse ausgewählter Interviewsequenzen wird aufzeigen, welche Herausforderungen in einem interdisziplinär zusammengesetzten Handlungsfeld zu bewältigen sind und hierbei insbesondere auch auf die Vorstellungen, Selbstverständnisse und Zuschreibungen der Beteiligten eingegangen

    Gemeinschaftlichkeit: Konturen einer mikrosoziologischen Gemeinschaftsforschung

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    In Gemeinschaftssemantiken und konkret gelebter Gemeinschaftlichkeit drücken sich vielfältige Formen und Praktiken kollektiver Lebensführung aus. Diese gilt es mikrosoziologisch in den Blick zu nehmen, um über ein Verstehen der Prozesse interindividueller Bezugnahme sowie gemeinschaftlich-orientierter Aushandlung Zugang zum Forschungsgegenstand zu erhalten. Die hierfür zu untersuchenden Gemeinschaftsphänomene präsentieren sich in einem Spektrum von temporären Erlebnis- bis zu intentionalen Lebensgemeinschaften. Ob diese selbsternannten oder zugeschriebenen Gemeinschaftsformen überhaupt als Gemeinschaft zu bezeichnen sind, ist fraglich. Durch den inflationären Gebrauch des Gemeinschaftsbegriffs wird nämlich verdeckt, was Gemeinschaft – zumindest aus praxis- und sozialisationstheoretischer Perspektive - letztlich ausmacht: eine aufeinander bezogene Handlungspraxis, die durch ko-konstruktive und kooperative Aushandlungsprozesse erst hergestellt wird, sich also erst konkret im gemeinsamen Tun konstituiert

    Simmels Spuren in der Soziologie eines Jahrhunderts

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    Die Grundlagen für die in den 1890er Jahren neue Fachdisziplin Soziologie hat der Philosoph Georg Simmel etwa gleichzeitig mit Emile Durkheim, aber ein Jahrzehnt vor Max Weber gelegt. So gut wie alle Nachfolger*innen setzen sich mit diesem Autor fruchtbar auseinander. Als Theoriestifter wird Simmel allerdings häufig verkannt. Der Artikel zeigt seine Einflüsse auf die nachfolgenden Denkschulen: Sozialphänomenologieund Interpretative Soziologie, Struktur-Funktionalismus und Systemtheorie, Kritische Theorie und die aktuellen Strömungen. Aber trotz der Kontinuitäten verwischen sich die Spuren Simmels, wozu einige erklärende Ideen angeboten werden.&nbsp

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