Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
Not a member yet
    1594 research outputs found

    Soziologisiert die Arbeitsmärkte! Beitrag zu einer Soziologie globalisierter Arbeitsmärkte

    Get PDF
    Dass Arbeitsmärkte eine größere Aufmerksamkeit der Soziologie erlangen sollten, ist klar. Denn der Arbeitsmarkt bzw. die Arbeitsmärkte strukturieren weitgehend die materielle, politische und symbolische Teilhabe an den Gesellschaften und damit auch die soziale(n) Ungleichheit(en) weltweit. Klar ist auch, dass die soziologische Analyse der Arbeitsmärkte aktuell sehr fragmentiert ist und sich noch sehr auf die Struktur und Funktionsweise von nationalen Arbeitsmärkten und deren sozialen Folgen bezieht. Darüber hinaus scheint der soziologische Blickpunkt hinsichtlich der Arbeitsmarktanalyse unscharf zu werden oder sogar sich aufzulösen. Was jedoch nicht eindeutig ist, ist wie die Soziologie heute die Arbeitsmärkte theoretisch verstehen und empirisch forschen soll bzw. möchte. Ausgehend vom Programmvorschlag dieser Ad-hoc-Gruppe für eine Integrierung von Wirtschafts- und Arbeitsmarktsoziologie, wird der jetzige Stand soziologischer Arbeitsmarktanalysen zusammenfassend dargestellt und kritisch diskutiert. Abschließend werden der Aufruf dieses Beitrages aufgegriffen und einige mögliche Entwicklungspfade hinsichtlich einer Soziologie globalisierter Arbeitsmärkte entworfen

    Wirtschaftskultur oder: Die vielen Kapitalismen: Einführung

    Get PDF
    Der Text stellt die Fragestellung der Veranstaltung vor und gibt einen Überblick über das Programm

    68 als Neuansatz in der Erzählung der Bundesrepublik

    Get PDF
    Die Generation generiert etwas – nicht zuletzt ein Neuansetzen nachwachsender Kulturträger im Erzählen einer Gesellschaft. Gibt es aber auch etwas, was in der Erzählung einer Gesellschaft nicht übersehen werden kann? Etwas, demgegenüber sich die Erzählenden stellen müssen? Ein Rahmen, der verpflichtet, nach einer Wendung von Charles Taylor (2012). Mit dem Konzept der ‚Basiserzählung‘ entwickelte Thomas Aage Herz (1993) in Anlehnung an Trutz von Trotha (1993) einen Entwurf, solche „unausweichlichen Bezugspunkte“ in der Selbsterzählung einer Gesellschaft zu bestimmen. Über sie werde auch die „beherrschende legitimatorische Konstruktion der Vergangenheit“ sichtbar. Hinsichtlich der Geschichte der Bundesrepublik erkennt Herz diese Bezugspunkte in der Begründung einer ‚Stunde null‘ 1945. Die Basiserzählung der Bundesrepublik setze beim kollektiven Neuanfang nach der Zerschlagung des NS-Staates an. Das Schlagwort erfülle mehrere Funktionen: Die Selbstvergewisserung einer Zäsur in allen gesellschaftlichen Bereichen, die Abstützung der Nicht-Kontinuität des neuen Staates, überdies die moralische Teil-Entpflichtung vom Mord an den europäischen Juden. Teile der 68er haben dies als kulturelle Zäsur angezweifelt. Ihr Argument: Das Sprechen über historischen Schnitt und demokratisch fundierte Gesellschaft kennt über zwei Jahrzehnte lediglich eigentümliche Verwaltungssprache. Die verpflichtende Frage danach, wie mit der Vergangenheit umzugehen sei, habe jedoch als veränderte moralische Frage gestellt zu werden. Dieser Imperativ fließt zunächst in eine kritische Gegenlesung der Basiserzählung der jungen Bundesrepublik ein. Langfristig motiviert sie deren Revision. Im Scharnier zwischen alter Basiserzählung und kritischer Gegenlesung zeigt sich nun nicht lediglich eine Neubewertung aus gleicher Perspektive. Vielmehr zeigt sich darin ein Generationswechsel. Er wird kenntlich im veränderten Selbstverhältnis des gesellschaftlichen Subjekts, das die Frage nach Schuld und Verantwortung neu arrangiert. Im Sinne Karl Mannheims ist es der Punkt des Neuansetzens der historischen Generation im Fluss der Geschichte

    Offenheit, Reflexion, Differenzierung: Beiträge qualitativ-rekonstruktiver Forschung für die Zeitdiagnostik

    Get PDF
    Zeitdiagnosen und qualitative Forschung bewegen sich auf unterschiedlichen Ebenen: hier das mit großem Pinselstrich angefertigte Gemälde, dort die detailreiche, fokussierte Zeichnung. Im vorliegenden Beitrag wird am Beispiel von Zeitdiagnosen der verängstigten Gesellschaft gezeigt, welchen Beitrag die qualitative, insbesondere rekonstruktive Forschung für die Zeitdiagnostik leisten kann. Erstens werfen Zeitdiagnosen die allfällige empirische „Gretchenfrage“ (Nunner-Winkler 2016) auf. Zu deren Klärung können unterschiedliche Methoden Unterschiedliches beitragen. Die Stärke qualitativ-rekonstruktiver Methoden ist ihre Offenheit für unerwartete und implizite Sinnstrukturen, beispielsweise für die Bedeutung von Ungerechtigkeit in Interviews zum Thema Unsicherheit. Zweitens wird der Forschungs- und Datengenerierungsprozess samt der Beiträge der Forschenden bzw. Interviewenden relativ umfassend dokumentiert und analysierbar gemacht. Damit wird die Reflexion statt Reifikation vorgängiger, u.a. zeitdiagnostisch gespeister Annahmen der Forschenden gefördert, etwa bezüglich der Relevanz von Angst als „Lebensgefühl". Drittens ermöglicht ein genaues Hinschauen notwendige Differenzierungen, die im großen Pinselstrich untergehen können, z.B. die Unterscheidung von Angst(kommunikation) als Emotion, als Positionierung und als Argument. Im Ergebnis kann die Zusammenschau verschiedener empirischer Studien sowohl Zweifel an Zeitdiagnosen nähren als auch Stoff für neue Interpretationen der Gesellschaft liefern – etwa einer Gesellschaft des Ungerechtigkeitsempfindens, die eine Kommunikationskultur der Angst pflegt

    1968 – 2018. Zu einer politischen Soziologie des Zeitempfindens

    Get PDF
    „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ war eine Parole der Situationistischen Internationale, des Mai 1968 in Frankreich sowie der Titel einer deutschsprachigen anarchistischen Kulturzeitschrift in den 1970er- und 1980er-Jahren. Er steht für ein Zeitempfinden des Aufbruchs, wie es für einen Teil derjenigen Bewegungen prägend war, die mit dem Kürzel „1968“ verbunden sind. Der Beitrag zielt nicht auf eine historische Aufarbeitung zum 50-jährigen Gedenken, sondern ist ein Versuch einer politischen Soziologie des Zeitempfindens. Im Zentrum steht die Gegenüberstellung des Zeitempfindens „1968“ mit einem ebenso stilisierten Zeitempfinden linksliberaler bundesrepublikanischer Mittelschichten im Jahre 2018. Der Begriff „Zeitempfinden“ wird verwendet, um das Zusammentreffen von kognitiven, evaluativen und emotionalen Elementen in der politisch-sozialen Deutung ihrer zeitlichen Position durch einzlene Teilöffentlichkeiten bezeichnen zu können und nicht mit dem philosophischen Terminus des Zeitbewusstseins oder psychologischen Kategorien des Zeitgefühls beziehungsweise der Zeitwahrnehmung verwechselt oder gleichgesetzt zu werden

    Die 1000 besten Songs aller Zeiten: Musikbestenlisten als Ausdruck und kulturelle Medien gesellschaftlichen Wandels

    Get PDF
    Bestenlisten sind eine allgegenwärtige Darstellungsweise von Wertigkeit, die uns in vielen Zusammenhängen begegnet: als Liste kanonischer Werke, Universitätsrankings oder musikalische Charts. In unserem Beitrag gehen wir anhand von Beispielen aus dem Bereich der kommerziellen Musik der Frage nach den Wechselverhältnissen von Bestenlisten und gesellschaftlicher Transformation nach. Unsere Überlegungen nehmen die unterschiedlichen Formen von MusikbestenIisten zum Ausgangspunkt, um ihren potenziellen Nutzen für soziologische Empirie und Theorie zu erkunden. Dafür werden wir zunächst exemplarisch Studien vorstellen, in der Musikbestenlisten als Ausdruck von gesellschaftlichen Veränderungen interpretiert werden. In einem zweiten Schritt drehen wir die Perspektive um und fragen danach, inwiefern Musikbestenlisten selbst Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse nehmen, oder anders formuliert: als kulturelle Medien gesellschaftlichen Wandels fungieren. Ein Baustein für eine mögliche Antwort liefert der Production-of-Culture-Ansatz, mit dem Charts hinsichtlich ihrer performativen Effekte diskutiert werden können; aber auch musiksoziologische Analysen der Kanonisierung populärer Musik geben darüber Aufschluss. Daran anschließend möchten wir in einem weiteren Schritt die in den letzten Jahren etablierte „Soziologie der Bewertung“ befragen, inwiefern diese einen Betrag zur Analyse von Musikbestenlisten leisten kann. Daraus resultiert schließlich eine vorläufige Forschungsagenda, mit der wir den Beitrag beschließen

    Soziale Ressourcen und die Wahl von Ausbildungsberufen

    Get PDF
    Die vorgestellte Studie hat als inhaltliches Ziel, die Wirkung sozialer Ressourcen über einfache Indikatoren wie die Berufsangaben von Verwandten und Freunden auf die Platzierung im Ausbildungssystem zu untersuchen. Sie verfolgte zugleich das methodische Ziel, diese Platzierung über unterschiedliche „Attraktivitäts“merkmale für (Ausbildungs-)Berufe zu erfassen. Inhaltlich zeigt sich in dieser Studie, die auf einer schriftlichen Befragung von Auszubildenden am Ende des ersten Ausbildungsjahrs in über 70 Berufsschulklassen in Regionen Sachsen-Anhalts und Thüringens beruht, dass Jugendlichen mit günsiger Ressourcenausstattung der Zugang zu attraktiven Ausbildungen besser gelingt als Jugendlichen mit weniger günstigen Netzwerken oder schlechteren schulischen Voraussetzungen. Es wirken also ähnliche Matching-Prozesse wie auf dem Arbeitsmarkt allgemein. Die Ergebnisse bieten eine gute Erklärung, wie sich Auszubildenden in die Hierarchie der Ausbildungsberufe einordnen, wenn man ihre Tariflöhne, die Übernahmechancen, das Lösungsrisikos und die Abschlusszuversicht betrachtet. Dabei liefern Netzwerkvariablen einen wichtigen Erklärungsbeitrag hinsichtlich der Tariflöhne und des Berufsprestiges. Als methodisch problematisch wird die Verwendung von der SIOPS-Werte als Prestigeskalen für die Klassifizierung der Berufe eingeschätzt. Sie tragen den Besonderheiten und dem Stellenwert der dualen Berufsausbildung eher unzureichend Rechnung. Jedoch fehlten Alternativen, die für die aktuelle Klassifikation der Berufe genutzt werden könnten. Zuprüfen ist auch, ob das Konzept der Berufsähnlichkeit in der vorliegenden Operationalisierung (Prüfung ob die Berufsgattungen identisch sind) zu vereinfacht umgesetzt ist. Alternativen könnten der Vergleich der weniger aggregierten Berufs(unter)gruppen oder der im ersten Abschnitt erwähnten „Berufswechselfelder“ sein. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass schon die Nutzung einfacher Indikatoren für soziale Ressourcen ein besseres Verständnis von Arbeitsmarktprozessen erlaubt. Die Verwendung unterschiedlicher „Attraktivitäts“-Indikatoren erlaubt einen facettenreichen Blick auf den Berufswahlprozess

    Das Kollektive oder das Sozial-Interaktive? Was bekommt man bei Paar- und Familieninterviews zu sehen?

    Get PDF
    Der Artikel wirft systematische methodische Fragen auf, die die Erhebungsformen, die im Zentrum der Veranstaltung standen, allesamt in irgendeiner Form betreffen: das Paarinterview, das Familieninterview und das Haushaltsinterview. Er entwickelt Thesen dazu, wie sich diese Interviews nutzen lassen und was man in ihnen zu sehen bekommt. Außerdem bezieht er sie auf grundlegende soziologische Konzepte, die im Hintergrund bestimmter methodischer Ansätze stehen.  Im Zentrum stehen dabei die Konzepte der Kollektivität und die der Sozialität

    Autopoietische Systeme und sympoietische Gefüge: Niklas Luhmann meets Donna Haraway

    Get PDF
    Der Beitrag diskutiert die evolutionstheoretischen Motive der Autopoiesis bei Niklas Luhmann und der Sympoiesis bei Donna Haraway, um deren Potentiale für eine soziologische Analyse ökologischer Gefährdung einerseits und eine post-anthropozentrische Sozialtheorie andererseits auszuloten. Es werden Affinitäten der beiden Ansätze herausgearbeitet, die für eine post-anthropozentrische Soziologie wegweisend sind. Die Idee selbstreferentiell operierender (Sub-)Systeme, die durch Ausdifferenzierung entstehen und sich durch Abgrenzung aufrechterhalten, die Luhmann entwickelt, lässt sich mit Haraway jedoch auch komplizieren. So geht Luhmanns Systemtheorie zu leichtfertig von der Unterscheidungskapazität von Systemen aus, die eine Differenzierung von Natur und Gesellschaft setzt. Eine sympoietische Perspektive lässt die Grenze zwischen Sozialem und Natürlichem erodieren und versteht Evolution als unfreiwilligen Prozess des Kooperierens, aber auch (Zer)Störens. Gesellschaft erscheint aus einer solchen Perspektive als Prozess, an dem eine Reihe heterogener Symbionten beteiligt sind, die sich durch systemische Selbstbeschreibung nicht gänzlich (her)einholen lassen. Nicht Ausdifferenzierung ist hier Triebwerk und Maßstab gesellschaftlicher Entwicklung, sondern auch die Komplizierung sozialer (oder besser: natürlichkultureller) Sachverhalte. Der Beitrag zeigt, wie sich dennoch ein Zusammenspiel beider Perspektiven in soziologischen Analysen ökologischer Gefährdung produktiv erweisen kann

    Sampling von Familien in der Mittelschicht

    Get PDF
    Der Beitrag stellt die methodischen Herausforderungen beim Sampling von Familien in einem Forschungsprojekt zum Statuserhalt in der Mittelschicht vor, in dem Drei-Generationen-Interviews durchgeführt werden. Er erläutert, wie der Feldzugang in dem beschriebenen Projekt hergestellt wird, und erörtert vor allem verschiedene Selektivitäten bei einer mehrstufigen Fallauswahl. Bei der Erforschung der Mittelschichtsfamilien werden auf der ersten Stufe Berufsgruppen innerhalb der Mittelschicht ausgewählt, um daran anschließend auf der zweiten Stufe innerhalb der Berufsgruppen Familien zu sampeln. Der Artikel reflektiert die Selektivitäten bei der Konstitution der Fälle; so wird beispielsweise reflektiert, inwiefern dominante Familienbilder, normative Präsentationsfassaden und räumliche Mobilität einige Selektivitäten erzeugen können. Zudem wird unter anderem erörtert, inwiefern Genogramme genutzt werden können, um einige Selektivitäten in Familieninterviews sichtbar zu machen

    1,495

    full texts

    1,594

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇