Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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    DGS-Nachrichten

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    Göttinger Aufruf der Deutschen Gesellschaft für Soziologie: Soziologische Grundbildung für die Schule! Statement of the German Sociological Association: Master Degrees in Gender Studies, Hungary  2. DGS-Mittelbauversammlung beim Kongress in Göttingen Veränderungen in der Mitgliedschaft  Preise der DGS für herausragende Abschlussarbeiten Brigitte Zamzow: Is Affordable Housing the new Social Housing? Marius Meinhof: Die Modernisierung der Konsumente

    Editorial

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    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,2018 hat uns Hubert Knoblauch auf der Mitgliederversammlung der DGS in Göttingen zum Kongress 2020 nach Berlin eingeladen. Dass er und sein Team pandemiebedingt einen fast fertig organisierten Kongress über den Sommer mal eben schnell digitalisieren würden, konnte damals niemand ahnen. Kongressplanung findet, wenn sie gut läuft, und das tut sie bei der DGS natürlich, zumeist hinter den Kulissen statt. Als Besucherin wird man nur kurz aufmerksam, wenn doch mal etwas schiefläuft oder auch etwas besonders bemerkenswert Gutes dazukommt (wie etwa die Candy Bar in Bamberg, aber das ist eine andere Geschichte). Was aber macht ein Planungsteam, wenn bei laufendem Betrieb die Kulissen auf einmal abgebaut werden müssen? Das haben wir Hubert Knoblauch und Stefanie Pawlak gefragt, die in diesem Heft erläutern, wie es zu der Entscheidung kam, den Kongress digital abzuhalten, und welche Herausforderungen damit verbunden sind. 2022, das hoffe ich sehr, werden wir uns dann wieder vor Ort begegnen können. Zumindest liegen Semesterstart und Kongress aufgrund der Verschiebung des Wintersemesters an den meisten Standorten nun zeitlich noch weiter als sonst auseinander, so dass die üblichen Konflikte bei der Verteilung des eigenen Zeitbudgets zwischen Vortragsvorbereitung, Kongressbesuch und Lehrvorbereitung etwas weniger scharf ausfallen dürften. Aber vielleicht handelt es sich bei den häufig vernommenen Klagen um die Verdichtung und/oder Ausweitung der Arbeitszeit auch eher um ein Wahrnehmungs- oder Organisationsphänomen. In einer gerade veröffentlichten Studie des International Centre for Higher Education Research Kassel weisen die Daten zumindest auf einen kontinuierlichen Rückgang der Wochenarbeitszeit bei Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in den letzten drei Jahrzehnten hin. Ob wirklich weniger zu tun ist, ob man vor dreißig Jahren andere Dinge als Arbeit wahrnahm oder ob sich die Bandbreite der Tätigkeiten vergrößert hat, die auch Wissenschaftler*innen neben ihrem Beruf erledigen müssen oder möchten, zeigt die Studie nicht. Einen ausführlichen Blick auf die aktuelle Lage des studentischen Workloads werfen in diesem Heft Daniel Großmann und Tobias Wolbring, und auch hier lässt sich die pauschale Annahme einer chronischen zeitlichen Überlastung der Studierenden nicht so einfach bestätigen. Ein Effekt derartiger soziologischer Selbstaufklärung könnte sein, dass Sie sich guten Gewissens Zeit zum schlendernden Lesen nehmen, bevor das Wintersemester seine verzögerte Fahrt aufnimmt. Romane, in denen die Soziologie thematisch eine prominente Stellung einnimmt, sind ja eher rare Ereignisse auf Buchpreis- und Bestsellerlisten. Eine Ausnahme ist dieses Jahr der vielverkaufte und vielnominierte Titel »Serpentinen« von Bov Bjerg. Das Buch eignet sich ob der eher dunklen Thematik (Väter und Söhne verbunden durch Depressionen und deutsche Geschichte) hervorragend als Herbstlektüre, interessiert an dieser Stelle aber vor allem aufgrund des Berufs, den der Protagonist gewählt hat: Er ist Soziologieprofessor. Als Aufsteiger fühlt er sich fremd unter Gleichen, hat Elias und Bourdieu sowie mindestens alle gelesen, »die davor, danach und dazwischen kamen«, und seziert nun dementsprechend geschult das neue und doch eigene Milieu recht unbarmherzig. Schlechter weg als die Fachkolleg*innen kommen im Fegefeuer der Distinktionsspiele dabei seiner Meinung nach – so viel Trost darf vorweg gegeben werden – nur noch die Jurist*innen. Immerhin. Herzlich, IhreSina Farzi

    Berichte aus den Sektionen und Arbeitsgruppen

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    Sektion Frauen- und Geschlechterforschung Sektion Kultursoziologi

    Berichte aus den Sektionen und Arbeitsgruppen

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    Sektion Biographieforschung Sektion Familiensoziologie Sektion Medizin- und Gesundheitssoziologie Sektion Organisationssoziologie Sektion Politische Soziologie Sektion Religionssoziologi

    Soziale Theoriebildung: Möglichkeiten von Interdisziplinarität in einem soziologisch geleiteten DFG-Sonderforschungsbereich

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    Im Rahmen eines Berichtes über die Arbeit der ersten zwei Jahre eines Sonderforschungsbereichs behandelt der Beitrag vor allem die Frage, wie mit den Anforderungen und Problemen der Interdisziplinarität umgegangen wurde. Nach einigen allgemeineren Bemerkungen zur Inter- und Transdisziplinarität wird zunächst erläutert, wie Interdisziplinarität durch das alle Teilprojekte rahmende Konzept ermöglicht werden soll. In einem nächsten Teil wird dann behandelt, mit welchen ergänzenden Formaten Interdisziplinarität in den ersten zwei Jahren ausgebaut bzw. etabliert wurde. Diese Vorgehensweise wird als soziale Theoriebildung skizziert. Auf diese Weise sollen die Bedingungen der Möglichkeit von Interdisziplinarität erstens wissenschaftstheoretisch reflektiert werden. Zum zweiten soll so mit diesem Beitrag zu einer soziologischen/sozialwissenschaftlichen SFB-Kultur beigetragen werden. In the context of a report on the work of the first two years of a Collaborative Research Centre, this contribution deals primarily with the question of how the requirements and problems of interdisciplinarity were addressed. After some more general remarks on inter- and transdisciplinarity, we will first explain how we try to enable interdisciplinarity through the concept framing all subprojects. In the next part, we discuss which supplementary formats we have used to expand and establish interdisciplinarity in the first two years. We will outline the approach we designate as ›social concept formation‹. This way we want to reflect on the conditions of the possibility of interdisciplinarity from the point of view of scientific theory. Secondly, with this contribution we want to contribute to a sociological/social science culture for CRCs

    Zwischen Präzision und Anonymisierung: Wie weit muss man bei der Verfälschung wissenschaftlicher Daten gehen?

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    Sozialforscher stehen vor einem grundlegenden Dilemma. Auf der einen Seite müssen sie ihre Befunde so genau wie möglich berichten, um anderen Wissenschaftlern zu ermöglichen, das Argument detailliert nachzuvollziehen. Auf der anderen Seite gehört es zum wissenschaftlichen Standard, Daten so zu anonymisieren, dass die analysierten Forschungssubjekte nicht zu erkennen sind. Weil es in der Wissenschaftsgemeinschaft an Standards fehlt, wie mit dem Spannungsfeld zwischen Präzision und Anonymisierung umgegangen werden soll, sind Wissenschaftler hier auf sich allein gestellt. Empirical researchers are facing a fundamental dilemma. On the one hand, they must report their findings as accurately as possible in order to enable other scientists to retrace the argument in detail. On the other hand, it is the expected scientific standard to anonymize data in such a way that the analyzed research subject cannot be identified. Because there is a lack of standards in the scientific community on how to deal with the tension between precision and anonymization, scientists are left alone to find acceptable handling with this dilemma

    Nachrichten aus der Soziologie

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    Ein kurzes Gespräch mit Tobias Wolbring über studentische Lehrevaluationen Verleihung des Franz-Xaver-Kaufmann-Preises der Fakultät für Soziologie an der Universität Bielefeld ASI-Nachwuchspreis 2020 Habilitationen Call for Papers Die ökologische Frage. Herausforderung für die soziologische Theorie Women in Computational Social Science Wissenschafts- und Techniksoziologie in der digitalisierten Gesellschaft: Theorien, Methoden, Perspektiven Tagungen Decent Care Work? Transnational Home Care Arrangement

    Soziologie des Un/Verfügbaren: Vorstellung des DFG-Netzwerks

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    Aktuelle Zeitdiagnosen und gesellschaftstheoretische Perspektiven legen nahe, dass wir gegenwärtig gesellschaftliche Entwicklungen erleben, die mit den Formen modernen Denkens nicht mehr hinreichend zu fassen sind. Die wesentlichen Konstitutiva dieser Entwicklungen sind konkrete Phänomene und Erfahrungen des Unverfügbaren. Das Netzwerk möchte zeigen, inwiefern solche Konkreta und Erfahrungen des Unverfügbaren in den Bereichen (a) gesellschaftliche Naturverhältnisse, (b) Mensch-Technik-Interaktionen und (c) politische Mobilisierung vorliegen und unsere etablierten Wissensformen herausfordern, ja gar in Frage stellen. Deswegen wollen wir als multiperspektivisches Netzwerk, in Auseinandersetzung mit einerseits bestehenden soziologischen Theorieangeboten und andererseits neuen Denkhorizonten aus den Kultur- und Geisteswissenschaften, eine Theoriebildung vorantreiben, mit der diese Entwicklungen von der Soziologie adäquat erfasst werden können, ohne wichtige Veränderungen dabei unbeobachtet zu lassen. Eine solche Soziologie des Un/Verfügbaren ist innerhalb der Soziologie bislang Desiderat und soll deswegen im Netzwerk bearbeitet werden. Current diagnoses of the times and socio-theoretical perspectives suggest that we are currently experiencing social developments that can no longer be adequately grasped with the forms of modern thinking. The essential constituents of these developments are concrete phenomena and experiences of the unavailable. The network wants to show that such concrete phenomena and experiences of the unavailable are actually present in the areas of (a) societal relationships to nature, (b) human-technology interactions, and (c) political mobilization, and that they actually challenge, even question, our established forms of knowledge. Therefore, as a multiperspective network, we are aiming a theory-building process in which these developments can be adequately grasped by sociology, without leaving important changes unobserved. By examining existing sociological theory on the one hand and new horizons of thought from the cultural sciences and the humanities on the other, a theory formation is promoted with which the social developments can be adequately grasped. Such a Sociology of the Un/Available has so far been a desideratum within sociology and will therefore be developed in the network

    Ist Anonymisierung Fälschung? Ein Kommentar zu Stefan Kühl

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    Gibt es Situationen, in denen ein Forscher Daten fälschen darf oder sogar fälschen sollte? Stefan Kühl scheint das zu meinen, wenn er seinen Beitrag »Zwischen Präzision und Anonymisierung. Wie weit muss man bei der Verfälschung wissenschaftlicher Daten gehen?«, erschienen in der SOZIOLOGIE, mit dem Satz beginnt: »Ich habe in meinen wissenschaftlichen Arbeiten Daten verfälscht.« (Kühl 2020: 62) Natürlich weiß er als verbeamteter Hochschullehrer, dass dies eine gefährliche Aussage ist, die – wenn sie zuträfe – im schlimmsten Fall mit dem Verlust seiner Professur geahndet werden könnte. Tatsächlich will er mit dieser provozierenden Aussage auf ein Dilemma der empirischen Sozialforschung zwischen dem Fälschungsverbot von Daten und dem Anonymisierungsgebot hinweisen

    DGS-Nachrichten

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    Jo Reichertz: DGS-Blog: Corona und die Krise der sozialwissenschaftlichen Forschung  Birgit Blättel-Mink, Hubert Knoblauch: Digitaler DGS-Kongress 2020  Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu Beschäftigungsverhältnissen in der Wissenschaft  Veränderungen in der Mitgliedschaf

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