Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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    „Aggressive Flüchtlinge, gewaltbereite Hooligans, verunsicherte Bürger“: Postkoloniale und postsozialistische Grenzziehungen in den Mediatisierungen von Migration und Konflikt in Ostdeutschland

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    Unser Beitrag untersucht anhand ausgewählter Medienberichte aus dem Jahr 2018, wie Mediatisierungen von Migration und Konflikt in ostdeutschen Städten mehrdimensionale Prozesse des Othering (Veranderung) (re)produzieren. Angelehnt an das Instrumentarium der wissenssoziologischen Diskursanalyse (Keller 2011) rekonstruieren wir spezifische Deutungsmuster und Subjektpositionen, die ethnosexuelle und räumlich-kulturell-zeitliche Formen der Grenzziehung aufrufen. Durch die Kombination von postkolonialen und postsozialistischen Perspektiven beleuchten wir, wie die Prozesse des Othering mit essentialisierenden sowie homogenisierenden Vorstellungen von nationaler Zugehörigkeit einhergehen

    How refugees are interpreted in public debates in different countries: First results of a comparative project

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    This paper presents work in progress from a comparative qualitative analysis of political discourses on the admission or rejection of refugees in different countries around the world. Despite being subject to the norms and principles of international law that require states to open their borders to refugees seeking safety from persecution and serious human rights violations, states differ significantly in terms of their refugee policies and their justifications for these policies. In our project, we compare political discourses on the admission of refugees in different countries. We also try to account for country differences by drawing on the notion of “discursive opportunity structures”. We illustrate how different discursive opportunity structures might have shaped the political discourses in two of our six country cases: The Turkish discourse on Syrian refugees and the Chilean discourse on Venezuelan migrants

    Editorial

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    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Fühlen Sie sich auch als Krisengewinnler? Zumindest der Disziplin, der Sie angehören, hat der SPIEGEL im letzten Oktober dieses Etikett verliehen. Die Corona-Pandemie, so die nicht ganz charmante Analogie, habe die Nachfrage nach Toilettenpapier und soziologischen Deutungsangeboten in ungekannte Höhen schnellen lassen. Wenn man die Analyse der Tiefenstruktur solcher Parallelisierungen lieber den Kollegen und Kolleginnen in der Psychologie überlässt, kann man sich über das öffentliche Interesse an soziologischem Wissen vielleicht einfach freuen. In diesen Tagen doziert etwa Kanzlerkandidat Olaf Scholz über Politik in einer »Gesellschaft der Singularitäten«, um gleich noch einen Verweis auf den unter SoziologInnen eher vergessenen dystopischen Essay »The Rise of Meritocracy« von Michael Young hinterherzuschieben. Beeindruckend angewachsen ist inzwischen auch die Sammlung der soziologischen Stimmen zur Corona-Pandemie, die seit einem Jahr auf der Homepage der DGS gesammelt und verlinkt werden. Dabei stehen zumeist die sozialen Effekte der Pandemiebekämpfung im Fokus, etwa für die Verteilung von Care-Arbeit, auf die beispielsweise Jutta Allmendinger und andere immer wieder hinweisen. In den USA erklärt derweil Zeynep Tufecki einem wachsenden Publikum unermüdlich nicht nur die absehbaren Folgen der Pandemie, sondern die Bedeutung sozialer Ursachen für die Verbreitung von Ansteckungen und den Grad der Bereitschaft, Verhaltensregeln einzuhalten. Und in diesem Heft sind gleich zwei hochrangige Wissenschaftspreise für Vertreter unserer Disziplin zu vermelden. Das ist doch irgendwie auch eine gute Nachricht inmitten krisenhafter Zeiten, oder nicht? Blickt man in das vorliegende Heft, steht dabei nicht zu befürchten, dass die Disziplin vor lauter erfolgreicher »public sociology« die internen Diskussionen aus dem Blick verliert. Axel T. Paul und Matthias Leanza fügen der Debatte um die Perspektiven einer postkolonialen Soziologie, die 2018 in Heft 4 mit der Emaildiskussion zwischen Manuela Boatcă, Julian Go und mir ihren Anfang nahm, ein weiteres Kapitel zu und es wird spannend sein zu sehen, ob nun alle Argumente ausgetauscht wurden. Kanzlerkandidaten und ihre Soziologielektüre hin oder her – einen ersten Höhepunkt des Superwahljahrs 2021 haben wir übrigens schon hinter uns gebracht: Die Gremienwahlen der DGS sind abgeschlossen und Sie finden in diesem Heft das Wahlprotokoll mit allen Ergebnissen. Für mich bedeutet diese Wahl den Abschied aus dem Vorstand und der Redaktion. Ich danke Karin Lange und Sylke Nissen für die Zusammenarbeit in den letzten vier Jahren, die mir meine Arbeit als Herausgeberin stets leicht gemacht hat, und freue mich auf Heft 3 der SOZIOLOGIE – dann wieder als Leserin. Herzlich, Ihre Sina Farzi

    Berichte aus den Sektionen und Arbeitsgruppen

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    Sektion Soziologie des Körpers und des Sports Sektion Wissenschafts- und Technikforschung Arbeitsgruppe Soziologische (digitale) Lehr

    Problem angemessene(r) Berichterstattung: Die Klimakrise im Alltag einer Nachrichtenredaktion

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    Ausgehend von ethnographischen Feldnotizen führt dieser Beitrag die Problembearbeitungskompetenz einer Fernsehnachrichtenredaktion am Beispiel der Klimaberichterstattung vor. Dabei werden jene Herausforderungen offengelegt, die mit der Thematisierung existentiell bedrohlicher Prozesse wie der globalen Klimaerhitzung einhergehen. Außerdem zeigen sich Präferenzen journalistischen Arbeitens sowie Kapazitäten, diskursive Potentiale und Überforderungen des redaktionellen Apparates und wie es diesem gelingt, aus importierten Informationen einen akzeptablen Fernsehbeitrag zu produzieren

    Zum Verhältnis von Citizen Science und Sozialforschung

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    Citizen Science beschreibt die aktive Einbeziehung von „Laien“ in die wissenschaftliche Wissensproduktion, d.h. eine Zusammenarbeit zwischen freiwilligen Bürger*innen und Wissenschaftler*innen, die in wissenschaftlichen Einrichtungen arbeiten. Die Ziele von Citizen Science sind oft vielfältig und umfassen bspw. die Förderung der Wissenschaften durch die Einbeziehung des Wissens und der Fähigkeiten von Nicht-Wissenchaftler*innen und die Förderung der wissenschaftlichen Kompetenz einer breiteren Öffentlichkeit in Bezug auf wissenschaftliche Standards und Praktiken. Angesichts der Vorteile, die Citizen Science verspricht, ist es überraschend, dass dieser Ansatz in den Sozialwissenschaften und insbesondere der Soziologie nicht weiterverbreitet ist. In der Tat stellt Social Citizen Science bzw. Citizen Social Science ein relativ neues Feld dar. In diesem Beitrag werden daher zunächst unterschiedliche Formen von Citizen Science erörtert, die sich entlang der beiden Dimensionen (1) Grad der Integration von Nicht-Wissenschaftler*innen und (2) an den allgemeinen Schritten und Aufgaben im Forschungsprozess einordnen lassen. Anschließend wird das Verhältnis von Citizen Science und soziologischer Forschung erörtert, wobei die Besonderheiten der Sozialforschung in ihren verschiedenen Formen dargestellt und mit den bestehenden Citizen Science-Ansätzen verglichen werden. Darüber hinaus werden die Potenziale und möglichen Hindernisse für die Übernahme von Citizen Science-Ansätzen in den Sozialwissenschaften bzw. der Soziologie erörtert

    Postkoloniale Soziologie praktisch? Learning by doing in universitären Lehrveranstaltungen

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    Wie kann in Theorieseminaren eine praktische Komponente verfolgt werden? Welche Bedeutungen haben neokoloniale Machtverhältnisse in eigenen Biographien und was kann der Café vor dem Seminar mit subaltern agencies zu tun haben? Diesen und weiteren Fragen geht der Text entlang einer Studienreise in den Süden Mexikos nach. Exemplarisch wird so beispielhaft an einem Forschungsseminar zu postkolonialer Soziologie die Bedeutung von Erfahrungen für das Verständis von theoretischen Perspektiven verfolgt

    Spannungsfeld Kunstaktivismus: Künstlerisches Selbstverständnis und politisches Handeln bei Tania Brugueras „School of Integration“

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    Dieser Beitrag widmet sich am Beispiel der "School of Integration" (Manchester Art Gallery 2019) der kubanischen Künstlerin Tania Bruguera der Frage, mit welchen Begriffen von Kunst, Politik und Aktivismus aktivistische Künstler*innen agieren. Dazu nehme ich neben dem genannten Kunstprojekt auch einige Vorträge der Künstlerin in den Blick, in denen sie ihr künstlerisch-aktivistisches Selbstverständnis öffentlich reflektiert.  &nbsp

    Auswirkungen von Migration auf die Stabilität von Partnerschaften: Ein Vergleich international mobiler und nicht-mobiler Deutscher

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    Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit sich die Partnerschaftsstabilität von deutschen Auswanderer*innen, Rückwanderer*innen und Nicht-Mobilen unterscheidet. Dabei wird auf Daten der German Emigration and Remigration Panel Study (GERPS) für die international Mobilen sowie auf das Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) für die nicht-mobilen Bevölkerung zurückgegriffen. Mithilfe von binären logistischen Regressionen, die zuvor geschätzte Gewichte durch Entropy Balancing miteinbeziehen, zeigt sich, dass eine internationale Migration die Trennungswahrscheinlichkeit signifikant erhöht. Im Vergleich zu Nicht-Migrant*innen haben sowohl Aus- als auch Rückwanderer*innen signifikant höhere Trennungswahrscheinlichkeiten. Gleichzeitig sind Trennungswahrscheinlichkeiten nach einer Rückwanderung signifikant höher als nach einer Auswanderung

    "Apples up!": Praktiken und Strukturen digital mediatisierter Unterrichtsinteraktion

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    Der Beitrag resümiert bisherige Ergebnisse eines Projekts zum Zusammenhang von digitalen Mediatisierungsprozessen von Unterricht und der hierin sich vollziehenden sozialen Interaktionspraxis. Auf dieser Grundlage wird anhand der objektiv hermeneutischen Rekonstruktion einer empirischen Interaktionssequenz die These der Gleichzeitigkeit von Transformation und Persistenz pädagogischer Sozialität als digital-mediatisierungsbezogene Erscheinung von Strukturproblemen pädagogischen Handelns entwickelt. Digital mediatisierte Praktiken unterrichtlicher Interaktion bringen so zwar ‚neue‘ Bearbeitungen und sprachliche Bezugsobjekte des Lehrer*innen- und Schüler*innen-Seins hervor, die Struktur unterrichtlicher Interaktion indes stabilisiert und verfestigt sich

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