Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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The End of Sociology? The Analytics of Decline
Der Autor analysiert den Status der Soziologie aus der persönlichen Perspektive von mehr als fünfzig Jahren Forschung und Lehre auf diesem Gebiet. Er beobachtet den relativen Niedergang der Disziplin in drei Dimensionen: Theorie, empirische Studien und berufliche Beschäftigung. Er stellt eine Verlagerung von der Objektivität zur Lobbyarbeit fest, eine Entwicklung, die die Soziologie anfällig für politische Angriffe macht – vor allem durch rechte Politiker und Bewegungen in den USA und darüber hinaus.
The author analyses the status of sociology from the personal perspective of more than fifty years researching and teaching in the field. He observes the relative decline of the discipline in three dimensions: theory, empirical studies, and professional employment. He detects a shift from objectivity to advocacy, a development that makes it vulnerable to political attacks – mostly from right-wing politicians and movements in the US and beyond
Externe und interne Evidence in einer theoriebewusst »neuorientierten« soziologischen Methodenausbildung
Die in dieser Zeitschrift bereits veröffentlichten Vorschläge zur Neuorientierung der soziologischen Methodenausbildung ergänzen wir mit folgendem dreigegliederten Fazit: Eine Methodenausbildung, die zu den häufigsten von Soziolog:innen ausgeübten Professionstätigkeiten beiträgt, sieht die Theorieabhängigkeit aller ›Daten‹ und befähigt zum Aufbau klientenspezifischer interner Evidence unter Nutzung aller externen Evidence. Ob für diese Methodenausbildung wirklich die Aufteilung des vorigen Jahrhunderts in Theorie- und Methodenlehrstühle und letztere in ›quantitative‹ und ›qualitative‹ Methoden noch förderlich ist, verdient eine kritische Diskussion – und das für beide Bedeutungen, die das Wort Methoden-Ausbildung hat: für die Ausbildung in Methoden und die Ausbildung von Methoden. Alle Methoden, die für die Analyse soziologischer einschließlich ökonomischer Gegenstände taugen können, sind ›qualitative‹, d.h. theoriegeleitete hermeneutisch-interpretative Verfahren. Sie lernt man am besten praktizierend. In diese Praxis werden alle Verfahren inkludiert, die einem theoretischen Gegenstand angemessen sind. Dazu bedarf es Zeit im Studium. Die alte Hoffnung, statt abduktiver und deduktiver Untersuchungspläne induktive nutzen zu können, erfüllt sich nicht, weder für explorative, noch für kausal interpretierende Analysen. Dabei können ›lernende‹ Maschinen nützlich werden, sofern es dereinst gelingt, Licht in diese Black Boxes zu werfen und die theoretischen Annahmen zu erkennen, die in die Fortschreibung ihrer Algorithmen eingehen.
We supplement the proposals already published in this journal on the reorientation of sociological methods training with the following three-part conclusion: Methodological training that contributes to the most common professional activities carried out by sociologists sees the theory dependence of all ›data‹ and enables the development of client-specific internal evidence using all external evidence. Whether the division of the last century into theory and methods chairs and the latter into ›quantitative‹ and ›qualitative‹ methods is really still conducive to this methods training deserves critical discussion – and this for both meanings that the word methods training has: for training in methods and the development of methods. All methods that are suitable for analysing sociological, including economic, objects are ›qualitative‹, i.e. hermeneutic-interpretative methods based on theory. They are best learned by practicing them. All methods that are appropriate to a theoretical subject are included in this practice. This requires time during studies. The old hope of being able to use inductive instead of abductive and deductive research plans is not fulfilled, neither for explorative nor for causal interpretative analyses. Yet ›learning‹ machines can be useful, provided that one day it is possible to shed light on these black boxes and recognize the theoretical assumptions that go into updating their algorithms.
 
DGS-Nachrichten
"Transitionen": Themenpapier zum 42. Kongress der DGS 2025 auf dem Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen
Stellungnahme der DGS zu Mediendarstellungen von Akademiker:innen im Rahmen politischer Proteste zum Israel-Gaza-Konflikt
Aus dem DGS-Vorstand
Veränderungen in der Mitgliedschaf
Editorial
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
angenommen, man wollte das Zögern des Bundeskanzlers Olaf Scholz vor der Steigerung deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine soziologisch erklären: Welche Modelle stehen dafür zur Verfügung? Seine eigene Erklärung ist bekanntlich eine doppelte: Zum einen gelte es, jeden deutschen Alleingang zu vermeiden und sich für jede neue Entscheidung mit den NATO-Partnern, allen voran den USA, abzustimmen; und zum anderen müsse den Befürchtungen in der Bevölkerung Rechnung getragen werden, mit jeder Ausweitung von Waffenlieferungen enger in den Krieg hineingezogen zu werden. Militärische Überlegungen dürfen nur insoweit eine Rolle spielen, als sie einem völkerrechtswidrig überfallenen Verbündeten helfen, ohne Deutschland und die NATO zur Kriegspartei zu machen. Die Widersprüchlichkeit dieser Position liegt auf der Hand, darf jedoch die Handlungsfähigkeit nicht blockieren.
Ich halte mich an mathematische Modelle. Folgt man der Unterscheidung Anatol Rapoports (»Mathematische Methoden in den Sozialwissenschaften«, 1980), stehen »klassische«, probabilistische und strukturelle Modelle zur Verfügung. Die »klassischen« Modelle beruhen auf Kalkülen der Differential- und Integralrechnung und sind in der Lage, Prozesse sozialer Diffusion zu beschreiben. Danach würde man berechnen, welche Zeit etwa die Entscheidung bestimmter Länder, an die Ukraine Kampfpanzer zu liefern, braucht, um bei den NATO-Partnern anzukommen und ähnliche Entscheidungen auszulösen. Man würde nach den Umständen, nicht zuletzt Netzwerkeffekten, fragen, die diesen Prozess zusätzlich konditionieren, also entweder beschleunigen oder verzögern können. Dieses Modell ist an ein auslösendes Ereignis gebunden, könnte dann jedoch eine je nach politischer Orientierung, bürokratischen Hemmnissen und industriellen Kapazitäten unterschiedliche Wahrscheinlichkeit von Anschlussentscheidungen in Rechnung stellen. Offen bleibt die Frage, ob es historische oder aktuelle Vergleichsfälle gibt, die der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt werden könnten.
Probabilistische Modelle werden vor allem in der normativen Entscheidungstheorie herangezogen. Sie bewerten Optionen anhand von Präferenzen, Eintrittswahrscheinlichkeiten und Nebenfolgen und können im Rahmen spieltheoretischer Überlegungen zusätzlich kooperative und gegnerische Strategien berücksichtigen. Im vorliegenden Fall kommt es hauptsächlich darauf an, die NATO-Partner als einen einheitlichen Spieler darzustellen, dem die strategischen Züge sowohl Russlands (»rote Linien«) als auch der Ukraine (»keine Übergriffe auf russisches Terrain«) gegenüberstehen. In diesem Modell ist nichts wichtiger, als anhand von kommunizierten und anderen Signalen die Bereitschaft und Fähigkeit aller Beteiligten einzuschätzen, ihre jeweiligen Risiken zu berücksichtigen, sich selbst entsprechend zu binden und so die Strategien von Freund und Feind zu validieren.
Die strukturellen Modelle der mathematischen Soziologie arbeiten mit Relationen des Typs »p impliziert q« oder auch »pRq«. In einer engeren Auslegung beschreiben sie Ereignisse in einer einseitigen oder auch wechselseitigen funktionalen Abhängigkeit voneinander. Da es hier um die Berechnung »logischer« Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Ereignissen geht, sind diese Modelle darauf angewiesen, wissenssoziologisch zu beschreiben, für welche Akteure welche Vorkommnisse als »Ereignisse« zählen, auf die so oder anders zu reagieren oder denen so oder anders zuvorzukommen wäre. Mithilfe des in der Systemtheorie rezipierten Formkalküls von George Spencer-Brown (»Laws of Form«, 1969) kann überdies die bisherige Beschränkung auf binäre Relationen zugunsten mehrstelliger Interdependenzen unterschiedlichen Gewichts aufgehoben werden. So lässt sich zum einen überprüfen, welches Wissen man vom Wissen der Gegner und Partner hat, und zum anderen reflektieren, welche Ereignisse dazu beitragen können, die Gewichtungen innerhalb der berücksichtigten Variablen zu verschieben.
Mithilfe dieser und anderer Modelle, so mein Eindruck, kann man die politischen Entscheidungsprozesse begleiten und möglicherweise dazu beitragen, implizites Wissen explizit werden zu lassen und die eine oder andere Annahme zu korrigieren. Das Zögern des Kanzlers erscheint vor diesem Hintergrund als ein bild- und raumgebendes Verfahren, in dem die Kalküle der Beteiligten Gestalt annehmen und einschließlich der Würdigung möglicher Überraschungen wechselseitige Verlässlichkeit gewinnen.
Mit herzlichen GrüßenDirk Baecke
Symposion Plagiate
Armin Nassehi, Jochen Zenthöfer, Björn Hirschauer und Stefan Krey sowie Dirk Baecker setzen sich aus soziologischer, journalistischer und philosophischer Perspektive mit dem Plagiat auseinander. Die Autoren thematisieren neben verschiedenen Ebenen, auf denen Plagiate festgestellt und sanktioniert werden können, auch die Grauzonen zwischen der intentionalen Vortäuschung einer Autorenschaft, der Nachahmung und dem nachlässigen Zitieren. Sie diskutieren die Implikationen des Thought Sharing ebenso wie den mit dem Plagiieren verbundenen Verzicht auf individuelles wissenschaftliches Denken und die Entwicklung eines eigenen logischen Ichs.
Armin Nassehi, Jochen Zenthöfer, Björn Hirschauer and Stefan Krey as well as Dirk Baecker deal with plagiarism from sociological, journalistic and philosophical perspectives. The authors address various levels at which plagiarism can be detected and sanctioned, and also the grey areas between intentional pretence of authorship, imitation and careless citation. They discuss the implications of thought sharing and raise the problem of the abandonment of individual scientific thinking and the development of one’s own logisches Ich, both associated with plagiarism
Editorial
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wer in diesen Monaten durch eine Universitätsbibliothek geht, in der Gelehrte studieren und Studierende sich auf Prüfungen vorbereiten, den beschleicht leicht ein mulmiges Gefühl. Was unterscheidet eine Universitätsbibliothek von der Hauptplatine eines Computers? Die Bücherregale sind die Arbeitsspeicher, die Tische die Steckplätze und die Leserinnen und Leser die Prozessoren, die aus Texten, unterbrochen von Bildern, Formeln und Tabellen, Texte gewinnen. Seit es Chatbots gibt, die mithilfe von multimodalen großen Sprachmodellen Codes und Texte generieren, die von Prompts angeregt und ausgelöst werden, stellt sich die Frage, was die Menschen, die eine Bibliothek bevölkern, von den Algorithmen unterscheidet, die in diesen Modellen ihre Heuristik und Kombinatorik entfalten. Wer setzt die Prompts? Nicht ohne Rührung sieht man, dass die Menschen (auch der Autor dieses Editorials) noch glauben, souverän über ihre Prompts entscheiden zu können. Mutig wird eine »Promptologie« (Hannes Bajohr) gefordert, die als Lehre von den guten Fragen zur Mutter aller Wissenschaften wird.
Aber ist die Ausgangsprämisse korrekt? Sind die Prompts, an denen in der Bibliothek gearbeitet werden, nicht längst das Ergebnis dieser Bibliothek? Sind die Fragen der Gelehrten und die Übungen der Studierenden nicht ihrerseits vielfach veranlasst vom bereits vorhandenen Wissen und Nichtwissen? Erlebt man in einer Bibliothek etwas anderes als die ewige Zirkularität der Produktion von Texten, Bildern, Formeln und Tabellen aus Texten, Bildern, Formeln und Tabellen? Welchen Status haben die Menschen, die sich dort tummeln? Sind sie Energiequellen, Prozessoren oder externe Anschlüsse für Fragen, die sich außerhalb der Bibliothek, vielleicht sogar außerhalb der Universität stellen?
Die Bibliothek ist die Turnhalle der Universität. Hier trainieren Algorithmen, solche, die ihre Übungen bereits perfekt beherrschen, solche, die ihr Können bei einer Prüfung unter Beweis stellen sollen, und solche, die vielleicht selbst einmal Wissenschaft treiben wollen. Jeder dieser Algorithmen ist ein mehrschichtiges Lernsystem, das jeden Output evaluiert und zur Bestätigung oder Neugewichtung seiner Module verwendet. Mit jedem Argument, das entwickelt, mit jedem Satz, der aufgeschrieben wird, stellt sich die Frage, wie vorhersehbar Argument und Satz in welchem Kontext sind. Disruption ist schwierig und kann auf Vorbilder nicht verzichten.
Mich würde ein Chatbot interessieren, der ausschließlich mit soziologischem Wissen arbeitet, national und international. Mit jedem Prompt würde man herausfinden, was man in der Soziologie schon weiß und was nicht. Man könnte Problemstellungen ergänzen, Lücken identifizieren und füllen, Gewichtungen korrigieren und so an einem SozGPT arbeiten, der im Fach und für das Fach das Wissen des Fachs repräsentiert. Auf Knopfdruck wären die Perspektiven und Ergebnisse anderer Disziplinen zuschaltbar und wieder abschaltbar, so dass interdisziplinär gearbeitet werden könnte. Ein weiterer Knopfdruck erschließt beziehungsweise ignoriert Praxiserfahrungen. Und nicht zuletzt könnte man quantitative und qualitative, statistische und hermeneutische, nomologische und interpretative Register ziehen und wieder ausschalten, um herauszufinden, wie ergiebig verschiedene Ansätze sind und ob und wie sie miteinander kombiniert werden können. SozGPT würde die Schranken des Fachs offenbaren, sich innerhalb des Fachs jedoch ohne Vorurteil bewegen.
SozGPT ist als App auf dem Handy oder der Smartwatch unser ständiger Begleiter. Innerhalb und außerhalb der Bibliothek genügen wenige Sekunden, um abzurufen, was wir bereits wissen und was nicht, unterfüttert mit Thesen, Daten, Belegen und ethischen Bedenken. Die Soziologie wird agil. Sie kann es sich leisten, nur noch »im Auftrag« zu arbeiten, denn alles andere, nicht zuletzt die Klassikerlektüre, der Theorievergleich, die Datenerhebung und die postkoloniale Reflexion, wäre schon da. Und dennoch macht sie einen Unterschied, denn für diesen Chatbot kann sich nur soziologisches Wissen als soziologisches Wissen qualifizieren. Schon deswegen würde es sich lohnen, die passenden Algorithmen zu programmieren. Ich ahne jedoch, dass die Texte längst geschrieben und ins Netz gestellt sind, die die Kriterien definieren, anhand derer soziologisches Wissen exklusiv als soziologisches Wissen identifiziert werden kann.
Mit herzlichen Grüßen
Dirk Baecke
Was ist »kolonial«? : Eine Klarstellung
In der Debatte um postkoloniale Soziologie haben Leanza und Paul ihre Position noch einmal bekräftigt und nun auch theoretisch zu begründen versucht. Die Differenzen in den Perspektiven sind damit deutlich geworden; eine weitere Replik würde Gefahr laufen, die Debatte im Kreis laufen zu lassen. Sinnvoller erscheint es, diese Perspektiven nun für interessante Forschung zu nutzen und zu sehen, was dabei herauskommt.
Dennoch möchten wir ein besonderes Missverständnis zwischen den Texten klären. Leanza und Paul gehen davon aus, dass wir ihre Kolonialismusdefinition als »selbst kolonial« kritisieren, weil sie den Begriff »Fremdherrschaft« nutzten, und wehren sich gegen diese unzulässige Ausweitung des Begriffes »kolonial«. In der Tat ist es, bei allem berechtigten Vorbehalt gegen den Begriff des »Fremden«, kaum einleuchtend, das Wort »Fremdherrschaft« an sich als »kolonial« zu verurteilen. Dies ist viel zu sehr von spezifischen historischen Kontexten abhängig
Das kulturelle Klima in Wien nach der Jahrhundertwende: Paul Lazarsfeld und das Akademische Gymnasium
Der Zusammenstoß von Tradition und Moderne war in Wien besonders heftig. Daraus entwickelte sich in den Zehner- und Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts eine außergewöhnlich dichte und anregende kulturelle und intellektuelle Atmosphäre. Träger der Entwicklungen in bildender Kunst, Literatur und Wissenschaft war das Bürgertum, als dessen Bildungsanstalt sich das Akademische Gymnasium verstand. Seine Geschichte ist darum eng mit der Entwicklung des Bürgertums verbunden. Im Vergleich zu anderen Schulen in Wien hatte das AKG einen relativ hohen Anteil an jüdischen Schülern. Auch dies bezeugt die enge Verbindung der Schule mit dem Bürgertum, in dem säkularisierte jüdische Familien, wie jene, aus der Paul Lazarsfeld stammte, eine wichtige Rolle spielten.
The clash between tradition and modernity was particularly fierce in Vienna. This resulted in an exceptionally dense and stimulating cultural and intellectual atmosphere in the decade and twenties of the 20th century. The bourgeoisie was the driving force behind developments in the fine arts, literature and science, and the Akademisches Gymnasium saw itself as its educational institution. Its history is therefore closely linked to the development of the bourgeoisie. Compared to other schools in Vienna, the AKG had a relatively high proportion of Jewish pupils. This also testifies to the school’s close connection with the bourgeoisie, in which secularised Jewish families, such as the one from which Paul Lazarsfeld came, played an important role
Learning by Doing im Beruf: Was im Soziologiestudium fehlt
Soziologie als Wissenschaft steht einer stark gewachsenen Nachfrage gegenüber, der die Ausbildung an den Universitäten nicht gerecht wird. Woran es mangelt, ist die Vorbereitung auf die Kommunikation in Kontexten jenseits der soziologischen Fachöffentlichkeit, beispielsweise in Talkrunden, Beratung, Marktforschung, öffentliche Diskussionen, Erwachsenenbildung oder Vorstandssitzungen. Im Vordergrund steht dabei der Bedarf an aktueller Beschreibung: »Was tun wir eigentlich gerade?« Seitens der so gefragten Soziologinnen und Soziologen kommt es dabei auf spontane Artikulationsfähigkeit an, auf Dialektik im Hier und Jetzt, auf öffentliches Reden ohne schriftliche Vorbereitung und auf alltagstaugliche Verständlichkeit. Als dafür geeignete Form rhetorischer Schulung eignen sich »Debattierseminare« zu aktuellen Themen
Sociology as a science must face an increased demand for which study on universities doesn’t come up. This gap in sociological education concerns the preparation for communication in contexts beyond the academic sphere, for instance roundtables, consultation, market research, public discussions, adult education, or board meetings. On such occasions the central interest is focused on actual description: »What are we really doing?« Confronted with questions of this type, sociologists must be able to answer spontaneously, to come up with dialectical argumentation, to talk in public without being prepared, and to speak understandably. An adequate form of rhetoric training for such situations are seminaries in which actual themes of public discourse are debated