Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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Berichte aus den Sektionen und Arbeitsgruppen
Sektion Kultursoziologie
Sektion Umwelt- und Nachhaltigkeitssoziologi
Nachrichten aus der Soziologie
Bernhard Schäfers: Dem Verleger Edmund Budrich zum 90. Geburtstag
Klaus Barheier: In memoriam Alfred Bellebaum
Sylka Scholz, Heike Greschke: In memoriam Cornelia Helfferich
Karl-Siegbert Rehberg, Johannes Weiß: In memoriam Carlo Mongardini
Habilitationen
Call for Papers
Wissenschaft und Technologie kommunizieren. Kontroversität, Dialog und Partizipation
Tagungen
Katastrophenwissen – Wissenskatastrophen. Zur Affektdynamik des Katastrophische
Nachrichten aus der Soziologie
Ein kurzes Gespräch mit Lutz Liffers
Tilman Allert: In memoriam Ulrich Oevermann
Das DFG-Netzwerk Mixed Methods und Multimethod Research in der empirischen Sozialforschung
ASI-Nachwuchspreis 2022
Call for Papers
Globalisierung der Grenzen – Grenzen der Globalisierung
The Political Ecology of Work in Times of Disaster
Bewegte Ordnungen
On the resilience of terrorism
Tagungen
Mixed Methods in der Sozialstrukturanalyse
Zu einer Soziologie des Rechts als Fundamentalinstitution der Wirtschaft
Kann eine digitale Gesellschaft nachhaltig sein
Medien der Soziologie
Medien vermitteln die Möglichkeit von Alternativen. Texte müssen sich gegenüber Texten, aber auch gegenüber Bildern und Formeln behaupten. Und dasselbe gilt für Bilder, Formeln und das Gespräch. Es geht jeweils um die Phrasierung von Kommunikation und die Formierung von Einbildungskraft. Michael Guggenheim diskutiert Texte im Verhältnis zu Bildern, Zeichnungen und Fotografien. Moritz Klenk setzt Texte in ein Verhältnis zu Podcasts. Tobias Schlechtriemen untersucht Netzwerke als Beispiel jener bildlichen Vorstellungen, an denen sich die soziologische Einbildungskraft orientiert. Und Ulrik Brandes schaut sich genauer an, welche theoretischen Annahmen die Netzwerkforschung befähigen, Daten zu konstruieren.
Media convey the possibility of alternatives. Texts have to stand up to texts, but also to images and formulas. And the same is true for images, formulas, and conversation. In each case, it is about the phrasing of communication and the formation of imagination. Michael Guggenheim discusses texts in relation to images, drawings, and photographs. Moritz Klenk places texts in relation to podcasts. Tobias Schlechtriemen examines networks as an example of those almost visual imaginaries to which the sociological imagination is oriented. And Ulrik Brandes takes a closer look at which theoretical assumptions enable network research to construct data
DGS-Nachrichten
Aus dem DGS-Vorstand
Gemeinsame Stellungnahme der sozialwissenschaftlichen Fachverbände Deutschlands
Ausschreibung zum 42. Kongress der DGS 2024
Veränderungen in der Mitgliedschaf
Editorial
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach wie vor spielt sich vor unser aller Augen eins der größten Realexperimente ab, das wir zu unseren Lebzeiten das zweifelhafte Glück haben, beobachten zu dürfen. Und nein, ich meine nicht die Globalisierung, die Digitalisierung und den Klimawandel, sondern kleinformatiger die Reaktion der Gesellschaft auf die Pandemie. Globalisierung, Digitalisierung und Klimawandel sind Langfristtrends, die es erschweren, ein für die experimentelle Auswertung eindeutiges Vorher und Nachher zu identifizieren. Im Fall der Pandemie jedoch haben wir das Vorher, vielleicht bereits etwas idealisiert, noch deutlich vor den Augen und können daher Effekt und Wirkung unterscheiden.
Nach wie vor muss verblüffen, wie schnell sich die erforderlichen Verhaltensumstellungen in einem überwiegenden Teil der Bevölkerung weltweit durchsetzen konnten. Gab es je einen besseren Beleg für die Koproduktion lokaler und globaler Faktoren in der Determination unseres Verhaltens? Und spürt nicht jeder von uns die Reibungen, die zwischen diesen Faktoren der Normalfall sind? Gab es je einen besseren Beleg für den Geniestreich, mit dem Talcott Parsons jede Handlung auf die erfolgreiche Bearbeitung von vier und nur vier funktionalen Anforderungen reduzierte? Die Maske und die Impfung als Anpassung an die natürlichen Bedingungen einer Handlung, der persönliche Wille, gesund zu bleiben, die Orientierung am Handeln aller anderen als Form der sozialen Integration und nicht zuletzt die Reflexion auf den Wert der Gesundheit als Form der solidarischen Rücksicht auf die Vulnerablen? Ich verzichte darauf, die pattern variables zu zitieren, um die Dilemmata zu rekonstruieren, die jedes Handeln beim Umgang mit diesen funktionalen Anforderungen zu bewältigen hat. Schließlich ist dies hier ein Editorial, kein soziologischer Aufsatz.Ich will auf etwas Anderes hinaus. Wie reagiert die Soziologie auf die weniger erfreulichen Seiten der Pandemie? Welchen Reim machen wir uns auf die ungeheuerliche Zögerlichkeit einer Politik, die selbst vor dem Hintergrund eines Wahlerfolgs und einer neuen Regierungsbildung hierzulande auf eine Art und Weise laviert, dass man sich fragt, welchem sozialen Protest man damit aus dem Weg gehen will, welche Kraft man diesem Protest zutraut und wie wenige Mittel man gegen ihn in der Hand zu haben glaubt. Gab es je einen besseren Beleg für eine Politik der Gesellschaft, das heißt für eine kaum noch zu durchschauende Verwobenheit der Politik in die Gesellschaft? Gab es je einen besseren Beleg für die Offenheit eines geschlossenen, sich in fröhlicher Autopoiesis reproduzierenden Systems?
Aber selbst das beschäftigt mich nicht so sehr wie ein dritter Gedanke. Welchen Reim machen wir uns auf die Bewegung der Coronaleugner und Impfgegner? Viele Kritikpunkte lassen sich nachvollziehen, die Unentschlossenheit der Politik bis hin zum Hin und Her um eine Beibehaltung der nationalen epidemischen Lage auf dem Höhepunkt der 4. Welle, die seltsame Preisgestaltung der EU-Kommission beim Einkauf des Impfstoffs (taz, 4. November 2021) und natürlich die Vorsicht gegenüber den verschiedenen Impfstoffen. Doch welche Stimmung motiviert die Coronaleugner und Impfgegner? Überdruss, Müdigkeit und Misstrauen, gut, aber das gilt für alle. Ich sehe vor allem einen unglaublichen Trotz. Ich sehe eine Unfähigkeit, einen Gegner – das Virus – zu akzeptieren, der nicht mit sich verhandeln lässt, und sich einer Faktizität und Notwendigkeit zu stellen, die immer noch einen Interpretationsspielraum lässt, aber als solche nicht zu negieren sind.
Alles könnte anders sein, und ich kann alles ändern. Das ist der latente Schlachtruf einer Bewegung, die sicherlich überrascht wäre, wenn man sie zur Speerspitze der Verteidigung einer kontingenten, also freien Gesellschaft erklären würde. Welche Mittel hat die Soziologie, die Grenzen dieser Kontingenz aufzuzeigen? Niklas Luhmann sprach von einer »soziologischen Aufklärung«, um die Grenzen der Kontingenz im Zusammenspiel der gesellschaftlichen Systeme zu beschreiben. Heute jedoch haben wir es mit Grenzen der Kontingenz zu tun, die in jener Natur liegen, der wir zoonotisch zu nahe rücken. Das A in Parsons’ AGIL-Schema wird zum Flaschenhals. Allerorten wird ein »neuer« Materialismus ausgerufen, um die Übertreibungen des Konstruktivismus in die Schranken zu weisen. Aber wie beschreiben und erklären wir das Phänomen, dass die Gesellschaft sich mit ihrer Berufung auf die Kontingenz in einem Moment vergiftet, in dem die Anerkennung einer Notwendigkeit das schlichte Ergebnis einer (natur-)wissenschaftlichen Erkenntnis ist?
Bestimmt denken jetzt manche von Ihnen: alles ein Ergebnis effektiver Ungleichheit. Und falsch wäre auch das nicht.
Mit herzlichen GrüßenDirk Baecke
DGS-Nachrichten
Die Post-Corona-Gesellschaft? Themenpapier zum gemeinsamen Kongress der DGS und ÖGS 2021 in Wien
Wichtige Termine im Überblick
Laudatio zur Vergabe des Thomas A. Herz-Preises für qualitative Sozialforschung auf dem 40. Kongress der DGS
Preise der DGS für herausragende Abschlussarbeiten:
Anika Steppacher: Von allen Wahrheiten die Beste
Robert Dorschel: »Data Science«
Veränderungen in der Mitgliedschaf
Nachrichten aus der Soziologie
ASI-Nachwuchspreis 2021
Habilitationen
Call for Papers
Theoretische Perspektiven und Bestimmung unterschiedlicher Typen von Kleingruppen
Technological Change, Digitalization and Life Course Inequalities
Deutscher Studienpreis für Dissertationen
Tagungen
Territorien, Staat und Nation in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Zeit. Zur Temporalität von Kultur
Vielfältige Familie
Nachrichten aus der Soziologie
Tanja Bogusz: Un homme pluriel – Wolf Lepenies zum 80. Geburtstag
Harald Homann: Der zugewandte Blick – Johannes Weiß zum 80. Geburtstag
Hermann Pfütze: Zum 100. Geburtstag von Dieter Claessens
Gisela Trommsdorff: In memoriam Günter Endruweit
Hans-Peter Blossfeld: In memoriam Götz Raimund Rohwer
Habilitationen
Call for Papers
Conspiracy Theories and Leftwing Populism
Die Europäische Union und ihre Grenzen
Aufgaben historischer Soziologie
Tagungen
Rechtsextremismus als Herausforderung für die Soziologie
Public(s) in Global Politic
Diversität und Diskriminierung als "Fall" für Wissensorganisationen unter Spannung: Eine Momentaufnahme
Spätestens seit den in den 1970er Jahren aufgebrochenen sozialen Spannungen sind langfristig soziale Mobilitätsprozesse ausgelösten worden, die nicht nur eine gewachsene Sensibilität und verinnerlichte Gerechtigkeitsnormen hinterlassen haben. Soziale Ungleichheiten und Diversität werden vielmehr systematisch rechtlich und institutionell bearbeitet; Organisationen stellen sich spezifische Anforderungen, bestehende Dilemmata auszuloten. Am Beispiel eines empirischen deutsch-italienischen Projektes wird die Politik der Vielfalt als sowohl inkludierendes als auch exkludierendes Moment reflektiert, um sowohl Aufschluss über Erscheinungsformen von Diskriminierung, die zugrundeliegenden Deutungs- und Erwartungsstrukturen von Diskriminierten und Diskriminierenden als auch Muster von Auseinandersetzungen zwischen den Beteiligten aufzuspüren. Das breite und vielfältige Datenset (Konzeption, Durchführung und Evaluierung einer Qualifizierungsmaßnahme für Lehrkräfte sowie die erhobenen regionalen Prozessdaten aus Expert*innen- und Telefoninterviews, Schüler*innenbefragungen) zeigt die Diskrepanz zwischen erlebter und erwarteter bzw. zugeschriebener Diskriminierung sowie verschiedene Niveaus von (Un-)Rechtsbewusstsein und Rechtskenntnis.
Der Prozess, Wissen über soziale Ungleichheit, Diskriminierung und Diversität zu vermitteln und gleichzeitig Bedingungen diskriminierungssensiblen Arbeitens auszuloten und lokale Organisationspraktiken zu verändern, ist hier durch organisationale behördliche Pfade geprägt. Zudem ist die Reaktion der Schulen ambivalent, was nicht nur auf bekannte eingeschriebene Funktions- und Eigenlogiken des Organisationstypus Schule mit ihren spezifischen Akteurs- und Teilnahmekonstellationen verweist, sondern auch die Dilemmata Beteiligtenorientierter Verfahren in hierarchischen Organisationen aufzeigt. Die theoretische Einbettung des Forschungs- und Evaluationsprojektes folgt zum einen der prozessorientierten Arbeits- und Organisationsforschung als auch dem praxistheoretischen, \u27rassismuskritischen\u27 Ansatz reflexiven Arbeitens. Zum anderen finden sich Anknüpfungspunkte an die Diversity- und Gendered Organization-Debatte