Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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    Nachrichten aus der Soziologie

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    Peter Strohschneider: Institutionen/Gründung in Dresden. Karl-Siegbert Rehberg zum 80. Geburtstag Johann Behrens: In memoriam Jürgen M. Pelikan Thomas Eberle: In memoriam Peter Gross Habilitationen Call for Papers: Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns Drecksarbeit. Materialitäten, Semantiken und Praktiken von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart   Tagungen: Ungleichheiten in Ost- und Westdeutschland. Persistenz oder Wandel? Gesundheit – Umwelt – Gesellschaft. Umwelt- und Gesundheitssoziologie im Gespräc

    Die Wirtschaft der Bildung oder Wer kauft welche digitale (Hoch-)Schulexpertise?

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    Sowohl der Kritik als auch der Apologie einer Digitalisierung der Bildung liegt ein blinder Fleck zugrunde. Statt der Organisation von Schule und Hochschule wird nur die Institution der Schule (respektive der Universität) betrachtet, was die Diskussionen unweigerlich in unauflösbare Wertedebatten führt. Diesen Stand der Dinge unterläuft mein Beitrag mit einem systemtheoretischen Organisationsbegriff. Schulen und Hochschulen sind nicht hierarchisch, sondern heterarisch verfasst, als ein Netzwerk der Beobachtung zweiter Ordnung, dessen Eigenwerte sich in der Beobachtung von Dozierenden (Lehrpersonen) durch Studierende (Schüler:innen) bilden. Hinzu kommen die wechselseitigen Beobachtungen von Studierenden und Dozierenden in Prüfungen sowie in deren Ergebnissen, die zurückwirken auf die Beobachtungen in Seminar und im Unterricht. Was immer eine Investition in digitale Technologien der Bildung sein will, muss sich demzufolge der Bewertung durch pädagogische und didaktische Expertise unterwerfen, was erfordert, a) pädagogisch-didaktische Aufmerksamkeit zu erlangen, b) pädagogische, didaktische und schulorganisatorische Nutzen-Kosten-Prüfungen zu bestehen, und c) sich in laufende Schul- und Hochschulentwicklungen einfügen können. Unterhalb des (hoch-)schulkritischen Streits von Digitalisierungkritik und Digitalisierungsrhetorik gibt es deshalb keine genuin „ökonomische Logik“, der die Digitalisierung der Bildung „folgen“ könnte

    Global connections, anti-colonial discourse, and multi-scaler divides

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    The polarising divides in the contemporary world are not only about material and digital inequalities and exclusions. These relate to social science knowledge production and circulation as the UNESCO 2010 report graphically depicts. Though some semblance of this polarisation is captured within postcolonial and decolonial perspectives, its presence in most European and North American universities does not represent the complex discussions that it inhabits nor does it recognise that under and beyond this polarised structure, there are embedded distinctive knowledge circuits. An examination of the latter gives us a glimpse of distinct and diverse discussions that have emerged in the last eight decades around the various regions of the Global South on the theme of anticolonial knowledge systems and the politics of knowledge construction. In this paper I deliberate three alternate anti-colonial dominant/hegemonic knowledges: that of the indigenous vs the endogenous, that of colonial modernity, and that of extraversion and coloniality. I will argue that for global social theory to be effective, it should engage with the geographies and histories that these represent and promote diversities in social theorisations without which the former will repeat the binaries that have organised and continue to constitute social science fields.  Understanding the multi-scaler dimensions of global social theory will ultimately help to comprehend the complex grid that organises privilege, status, poverty, exclusion and power globally

    Un-/Gleiche Prekarität?! Wissenschaftsinterne Unterschiede der Anstellungsbedingungen in Informatik, Biologie und Soziologie

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    Der Beitrag untersucht, vor dem Hintergrund der Debatten um #IchBinHanna, ob und inwieweit sich variierende Prekaritäten zwischen Biologie, Informatik und Soziologie hinsichtlich des Stellenumfangs, der subjektiven Bewertung der finanziellen Situation sowie der Erwerbsperspektive jenseits des Wissenschaftssystems abzeichnen. Zudem werden die Aspekte nach der jeweiligen Karrierephase der Befragten (Promotions-, Postdoc-, Professurphase) differenziert. Das empirische Material stammt aus dem DFG-Projekt „Akademisch Beschäftigte ‚in Bewegung‘: Eine methodenplurale Untersuchung des Zusammenhangs von sozialer und räumlicher Mobilität in der Wissenschaft“ (2020–2023). Dabei wird auf Daten einer Online-Befragung (n = 1.698) sowie zwölf leitfadengestützte, teil-narrative Interviews zurückgegriffen. Unser Material deutet darauf hin, dass zwar grundsätzlich auch Informatiker*innen den prekären Beschäftigungsbedingungen (z.B. befristete Stellen, Zeitdruck im Rahmen des WissZeitVGs, Konkurrenz um Professuren etc.) ausgesetzt sind, es jedoch wissenschaftsinterne Bereiche gibt, die, aufgrund ihrer Stellensituation (z.B. des Stellenumfangs, der Stellenperspektive) (noch) prekärer erscheinen als andere

    Datafizierte Politik und ihre Folgen: Ein wissenssoziologisch ausgerichteter Perspektivenwechsel

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    Der Begriff der datafizierten Politik steht für die Möglichkeiten politischer Akteure, Entscheidungen über ihre Kommunikation im Kontext von Wahlkampagnen auf der Basis von Daten zu treffen, die auf digitalen Plattformen über Nutzer/-innen anfallen. Solche Daten können genutzt werden, um politische Werbung online gezielt bestimmten Personengruppen anzuzeigen, aber auch zur Abschätzung des Erfolgs eines Beitrages, um daraus Schlüsse für künftige Beiträge zu ziehen. Mit der ersten Möglichkeit verbinden kritische Beobachter/-innen die Sorge, das Wahlverhalten von Wähler*innen lasse sich manipulieren, mit der zweiten Möglichkeit die Befürchtung, dass so Emotionalisierung, Polarisierung und letztlich die Entstehung von Echokammern und Filterblasen gefördert werde. Die aktuelle empirische Forschung zu (politischen) Effekten von Social Media auf Nutzer/-innen gibt in diesen Hinsichten zunehmend Entwarnung, aber die politische Kommunikation über mögliche Effekte bleibt davon aber weitgehend unbeeindruckt. Der Beitrag untersucht zunächst am Beispiel von Bundestagsreden, die die Begriffe Filterblasen und Echokammern verwenden, in welchen thematischen Kontexten sich die politische Überzeugung etabliert hat, dass diese Phänomene existieren und ein Problem darstellen. Daran anschließend wird geprüft, inwiefern Inhalte wissenschaftlicher Politikberatung in den letzten Jahren diese Überzeugung gestützt oder ihr entgegengewirkt haben. Schließlich werden mögliche Funktionen diskutiert, die die Bezugnahme auf Filterblasen und Echokammern in der politischen Kommunikation erfüllt

    Mikrosoziologische Analysen migrantischer Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen

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    Im Fokus des Beitrags steht die Frage wie durch die Zurechnung auf bestimmte soziale Zugehörigkeiten aus einer Ungleichbehandlung eine Diskriminierung wird. Die Arbeit greift damit aktuelle Forschungsarbeiten zur Ungleichheitssoziologie und Diskriminierungsforschung auf und erweitert diese um eine Analyse der sozial voraussetzungsvollen Aushandlungs- und Zurechnungsprozesse der Beteiligten. Das für die Analysen verwendete Datenmaterial stammt aus einem Lehrforschungsprojekt, das an der Universität Tübingen zwischen 2022 und 2023 gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs "Diversität und Gesellschaft" durchgeführt wurde

    Mein, dein oder unser „eigenes Kind“? Eigentum als doing property jenseits von Monetarisierung

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    Was ist das „eigene Kind“? Ein Eigentumsverhältnis? Der ersten Irritation zum Trotz, führe ich die, in meinem qualitativ-empirischen Promotionsprojekt entwickelte, gegenstandsbezogene Theorie zum „eigenen Kind“ mit einer Konzeptualisierung von Eigentum als „doing property“ jenseints von Monetarisierung zusammen.

    Plurale Performativität: Geteilte Vulnerabilität im öffentlichen Raum

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    Fragen nach der Körperlichkeit und Materialität sind in der Bewegungsforschung erst jüngst aufgetaucht und stellen noch einen neuen und spärlich erforschten Bereich dar (vgl. Beyer und Schnabel 2017, S. 207). Dabei erscheint eine sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen besonders jetzt relevant und fruchtbar, da sich die Inszenierung und Thematisierung der körperlichen Dimensionen des Sich-Versammelns im öffentlichen Raum innerhalb diverser Bewegungen beobachten lässt: Diese – etwa Black Lives Matter oder Fridays for Future – rücken das körperliche Überleben vor dem Hintergrund von Rassismus, Sexismus oder Umweltzerstörung in den Fokus. Protestierende thematisieren die Gewalt, die gegen diese Körper gerichtet wird und machen diese im Hier und Jetzt sichtbar. Zum Problem wird dies jedoch, wenn diese Akte des Erscheinens im öffentlichen Raum nicht als politische Akte wahrgenommen werden. Zum Thema der „Polarisierungen in öffentlichen Räumen“ leiste ich einen Beitrag, indem ich die Fähigkeiten des Erscheinens, des Atmens, des Sich-Bewegen-Könnens jener aus dem Blickfeld des öffentlichen Raums vertriebenen beleuchte und, entgegen dominanter medialer Aufmerksamkeit als affirmativen, politischen (nicht-destruktiven!) Modus der gemeinsamen Vulnerabilität – in Anschluss an Judith Butlers Theoretisierung von Versammlungen – deute. Die Analyse und Erklärung der Wahrnehmung der Polarisierung im öffentlichen Raum bedarf, so meine Deutung, eine Betrachtung der körperlichen Dimensionen. In ihrem Spätwerk widmet sich Butler nicht nur den sozial-ontologischen Bedingungen der Performativität, die sie mit dem Begriff der Vulnerabilität in Verbindung bringt, womit sie das Blickfeld der Performativität auf den materiellen, gesellschaftlichen Kontext ausweitet, sondern sie bietet mit den „pluralen Akten“ des Sich-Versammelns einen politischen Modus an, der diese Vulnerabilität als Basis anerkennt. Die „plurale Akte“ des gemeinsamen, körperlichen Handelns rücken die körperlichen Bedingungen des Überlebens in den Bereich des Politischen und bilden – neben ihrem aus den 1990er Jahren bekannten subversiven Modus – einen zweiten, affirmativen Modus, der im Hier und Jetzt die Interdependenz der Körper in den Fokus rückt

    Doing Loss while doing Generation while doing Kommunalpolitik: Verlusterfahrungen von Bürgermeister*innen eingemeindeter Orte

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    Der Beitrag beschäftigt sich mit Narrationen des Verlustes, die von Bürgermeister*innen eingemeindeter Ortsteile entwickelt werden. Diese Narrationen werden in den Diskurs über das Erstarken populistischer Tendenzen in peripheren Regionen eingebettet. In den analysierten Interviews sind das Betrauern des Verlustes kollektiver kommunalpolitischer Handlungsfähigkeit und von persönlichem Status bzw. Macht eng verwoben. Dort, wo die individuellen Verluste besonders schmerzlich empfunden werden, sind die Verlustnarrationen eingebettet in Rahmenerzählungen einer umfassenden Kritik an den sozialen und politischen Verhältnissen und die interviewten Personen verorten ihren Verlust im Rahmen gesamtgesellschaftlicher Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen. Der folgende Text lehnt sich konzeptionell an Reckwitz‘ Beiträge zu einer „Soziologie des Verlustes“ an, indem zunächst Narration des Verlustes entlang der behandelten Themen und Dimensionen analysiert werden. Ziel ist die „Analyse des faktischen doing loss in der Gesellschaft […], um dessen Ursachen, Ausprägungen und Folgen zu identifizieren.“ (Reckwitz 2022, S. 5)

    Laudation zur Verleihung des René-König-Lehrbuchpreises der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

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    Verleihung des René-König-Lehrbuchpreises im Rahmen der Mitgliederversammlung am 28. September 2022 auf dem 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Universität Bielefeld an Kerstin Jürgens für Mit Soziologie in den Beruf. Eine Handreichung und Tilman Reitz für: Funktionen der Soziologie. Eine wissenssoziologische Einführung

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