Publikationen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
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    Nachrichten aus der Soziologie

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    Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten: Ziele – Bedeutung – Tätigkeitsfelder, Corinna Kleinert, Hubert Knoblauch Klaus-Mehnert-Preis Habilitationen Call for Papers Die Vielfalt des Rechts Verbraucher:innen in der Energiewende Der Wandel des Pilgerns im heutigen Europa Tagungen Vulnerable Gesellschaften: Risiken und Reaktionen Norbert Elias in der Praxis Interdisziplinäre Antisemitismusforschung »Wer schützt hier eigentlich wen?« Babyboomer. Sozialräumliche Perspektiven auf die Viele

    Das Fach Soziologie im CHE Ranking 2024/2025

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    Nach einer über zehnjährigen Pause nimmt das Fach Soziologie ab 2024 wieder am CHE Ranking teil. Vorangegangen war die intensive Arbeit eines Fachbeirates, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des CHE, der DGS und der Akademie für Soziologie, die die Erhebungsmethode und die -instrumente grundlegend überarbeitet haben. Damit wurden die bisherigen Kritikpunkte behoben, die von vielen soziologischen Instituten geäußert worden waren und schließlich zu deren Nicht-Teilnahme am Ranking führten. Im vorliegenden Artikel beschreiben wir die Zusammensetzung des Fachbeirats und der Arbeitsgruppen, die wichtigsten Erneuerungen und die spezifischen Anpassungen in den Erhebungsmethoden, die zur Wiederaufnahme des Fachs Soziologie ins CHE-Ranking führten. Diese Anpassungen der Erhebungsinstrumente als auch die Einführung eines neuen Auswertungsverfahrens waren notwendig, um die Belastbarkeit und Aussagekraft der Ergebnisse zu erhöhen. Des Weiteren stellen wir erste Ergebnisse der Datenerhebungen vor. After a break of more than ten years, from 2024 on sociology will once again take part in the CHE ranking. This was preceded by the intensive work of an advisory board consisting of representatives of the CHE, the DGS and the Academy of Sociology, who fundamentally revised the survey method and instruments. This rectified the previous points of criticism that had been voiced by many sociological institutes and ultimately led to their non-participation in the ranking. In this article, we describe the composition of the advisory board and the working groups, the most important changes and the specific adjustments to the survey methods that led to the re-entry of sociology in the CHE ranking. These adjustments to the survey instruments and the introduction of a new evaluation procedure were necessary in order to increase the reliability and informative value of the results. We also present the initial results of the data collection

    Benötigt qualitative Forschung eine schriftliche Absicherung der Ethik?

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    In der qualitativen Sozialforschung wird heute die schriftliche Zustimmung der In­ter­view­part­nerinnen und -partner zu Interviews gefordert. Bis vor wenigen Jahren reich­te dagegen noch die Selbstverpflichtung der Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaft­ler zur Ano­­­nymisierung der Daten und zum Persönlichkeitsschutz der Akteure aus. Es wird die Frage aufgeworfen, ob mit der Veränderung zur schriftlichen Form tendenziell be­­stimmte soziale Gruppen die Teilnahme an Forschungen aus Miss­trauen ver­wei­gern. Trifft das zu, so wird der Zugang zu vulnerablen sozialen Schichten oder zu Per­sonen mit Misstrauen gegenüber der etablierten Gesellschaft un­möglich. Zudem wider­spricht die schriftliche Zustimmung zu einem Interview der Alltagslogik von Ver­trauen in der Kommunikation. Gerade in ethnografischen For­schungen ge­wäh­ren Akteure aufgrund von nicht formalen Kriterien Einblick in ihren Alltag.   In qualitative social research today, the written consent of interviewees is required for interviews. Until a few years ago, however, the self-commitment of the resear­chers to anonymize the data and to protect the privacy of the participants was suf­ficient. The question is raised as to whether the change to the written form means that certain social groups tend to refuse to participate in research out of mistrust. If this is the case, access to vulnerable social groups or people with a mistrust of estab­lished society becomes impossible. In addition, written consent to an interview con­tradicts the everyday logic of trust in communication. In ethnographic research in par­ticular, actors provide insight into their everyday lives on the basis of non-formal cri­teria

    DGS-Nachrichten

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    Immanuel Kants Bedeutung für die Soziologie: Eine Würdigung anlässlich seines 300. Geburtstages

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    Immanuel Kants 300. Geburtstag im April 2024 ist gebotener Anlass, ihn auch aus soziologischer Sicht zu würdigen. Kant hat mit seinem Werk dem aufgeklärten, ver­nunft­orientierten, von Dogmen und Vorurteilen freien Denken den Weg gewiesen. Eben­so verdanken wir ihm ein von idealistischen, theologischen und philo­so­phi­schen Illusionen bereinigtes Menschenbild. Die Einflussbereiche Kants werden mit vier Punkten hervorgehoben: Seine Be­deu­tung für eine anthropologisch fundierte Sozio­lo­gie; Georg Simmels an Kant orien­tierter Gesellschaftsbegriff; Kants Moral- und Sit­ten­lehre als Ausgangspunkt für einen soziologischen Handlungsbegriff; seine Be­deu­tung für das Wissen­schafts­programm des Kritischen Rationalismus und eine offene Ge­sellschaft.   Immanuel Kant’s 300th birthday in April 2024 is a good occasion, to honour him also from a sociological point of view. With his work Kant pointed the way of en­ligh­tened, reason-oriented thinking, free of dogmas and prejudices. Likewise, we also owe to him an image of man cleaned up of idealistic, theological, or philosophical illusions. Kant’s areas of influence are highlighted by four points: His importance for an anthropolo­gi­cal­ly grounded sociology; Georg Simmel’s Kant-oriented con­cept of society; Kant’s ethics and moral science as the starting point for a sociological con­­cept of action; his significance for the scientific program of critical rationalism and an open society

    Probabilistische Wirklichkeitsmodelle und soziologische Intelligenz

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    In diesem Beitrag erörtere ich anhand einer Analyse sogenannter Large Language Mo­dels sozialtheoretische Aspekte maschinellen Lernens. Insbesondere untersuche ich dabei den Wirklichkeitsbezug algorithmischer Modelle sowie Implikationen ihrer probabilistischen Operationsweise für ihre Sozialität. Auf dieser Basis charakterisiere ich maschinelles Lernen soziologisch als von einer Spannung zwischen seinen Ei­gen­schaften als stochastische Rechentechnik und kausaltechnischen Nutzungs­ab­sich­ten geprägtes Phänomen. Abschließend biete ich einen Vorschlag zur Charak­te­ri­sierung der Beziehung von Soziologie und maschinellem Lernen hinsichtlich ihrer Modi der Wirklichkeitsbeobachtung.   In this paper, I explore various aspects of a social theory of machine learning by means of an analysis of so-called Large Language Models. In particular, I investigate how algorithmic models relate to social reality and what their probabilistic mode of operation entails in terms of their sociality. Based on this account, I describe ma­chi­ne learning as a phenomenon characterized by a constitutive tension between its sto­chastic properties and its use as causal technology. Finally, I offer a charac­te­ri­za­tion of the relationship between sociology and machine learning in terms of their mo­des of observing reality

    Editorial

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    Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist immer noch Krieg. Doch was ist ein Krieg? Zu Dutzenden, Hunderten, Tausenden sterben die Menschen, Soldaten ebenso wie Zivilisten. Städte wer­den zerstört, die Erde wird verwüstet, Flüsse werden vergiftet. Soziale Sys­teme sind irritiert, Netzwerke kämpfen um ihre Identität, Felder sortieren ihre Kräfte. Das Immunsystem der Gesellschaft bekämpft das Nein des Kriegs mit einem Nein zum Krieg. Alle Aufregung in Politik und Öf­fent­lich­keit dient der Unterscheidung des einen Neins vom anderen, doch infi­ziert vom Krieg sind beide. Es ist nicht lange her, dass man auch vom Krieg erwartet hat, dass er in einer ›digitalisierten‹ Gesellschaft smarter wird als je zuvor. Präzise und schnel­le Eingriffe schalten Kommandozentralen aus, bevor die Truppen auch nur in Bewegung gesetzt werden können. Dem ist jedoch nicht so. Unge­heure Massen an Personal und Material kommen zum Einsatz, ›dum­me‹ Bom­ben töten Zivilisten, Schützengräben werden gegraben, die einen monate- und jahrelangen Belagerungs- und Zermürbungskrieg ankündigen. Natürlich sind auch Drohnen im Einsatz und es werden digitalisierte Daten be­rechnet. Aber weder im Gazastreifen noch in der Ukraine hätten die Sol­da­ten, Offiziere und Generäle vergangener Kriege Schwierigkeiten sich zu­recht­zufinden. David J. Betz, Professor of War in the Modern World am King’s Col­lege in London, weist darauf hin, dass ganz im Gegenteil ein schneller Krieg wie der Krieg der USA gegen den Irak im Frühjahr 2003, der nach drei Wochen auch dank der Bestechung irakischer Offiziere durch die CIA entschieden war, das Risiko eingeht, dass der Gegner nicht mitbekommt, dass der Krieg bereits verloren ist. Ohne die Niederlage des Gegners gibt es je­doch auch keinen Sieg des Siegers, wie die bis 2011 währende bür­ger­kriegs­ähnlichen Kämpfe irakischer Gruppen untereinander und gegen die Be­sat­zung beweisen. Die Schätzungen ziviler Opfer bis 2011 reichen von Hunderttausend bis zu einer Million Menschen. Die Nationalismen der modernen Welt dominieren die Kalküle einer di­gi­talisierten Welt. Nicht die Drohung mit einer Steigerung der militärischen Mit­tel zählt, sondern die schiere Masse an Vernichtung. Und auch Zer­stö­rung, Verwüstung und Tote zählen nicht, solange Systeme, Netzwerke und Kraft­felder intakt sind. Der Krieg endet erst, wenn er unter den Lebenden kei­nen Rückhalt mehr findet. Aber solange um politischen Einfluss ge­kämpft wird, militärische Optionen vorhanden sind, Waffengeschäfte ge­macht werden, religiöser Eifer eine Chance hat und Massenmedien für In­for­mation und Desinformation genutzt werden können, findet der Krieg kein Ende. Die Gesellschaft reproduziert sich auch im Medium des Kriegs. Be­hörden und Unternehmen, Armeen und Kirchen, Krankenhäuser und Re­­daktionen arbeiten, solange sich Lebende finden, die sich an der Kom­mu­nikation beteiligen, und solange eine Infrastruktur existiert, die diese Kom­munikation ermöglicht. Tote werden nicht nur in Kauf genommen, als ›öko­logische‹ Effekte in der Umwelt der Systeme hingenommen, sondern von Politik und Militär aktiv produziert. Von »destruktiver Arbeit« sprach Lars Clausen in den 1980er Jahren. Der Krieg ist das neue Normal. Es ist mit dem alten Normal nicht zu verwechseln. Der Krieg infiziert jede Erwartungsstruktur jeden Systems, jeden Netzwerks und jeden Kräftefelds. Auch wenn man nicht an der Front kämpft und die Kameradinnen und Kameraden neben sich fallen sieht, rechnet man mit Opfern. Jede Kommunikation bekommt diesen zu­sätz­li­chen Aspekt, dass sie noch möglich ist. Geschickt lenkt die Propaganda einen Großteil der Aufmerksamkeit auf jene, die als Gegner für die Fragilität ver­ant­wortlich gemacht werden. Das Gift der einen, die Todesangst, ist das Eli­xier der anderen. Es gibt keine Gleichgültigkeit gegenüber den Toten. Sie werden be­trauert, verschwiegen und instrumentalisiert. Sie konfrontieren die Ge­sell­schaft mit einem Ende (der Menschen), das (in der Kommunikation) nicht stattfindet. Das ist der Krieg, eine fortgesetzte Produktion (›Autopoiesis‹) von Enden. Könnte man sich den Schmerz und die Trauer eingestehen, ohne zur Rache aufzurufen oder einen Nutzen aus dem Betrieb zu ziehen, der die Toten in Kauf nimmt, wäre man auf dem Weg zu einem Frieden – einem Frieden der Einsicht in die Gefährlichkeit, Unbarmherzigkeit und Bru­talität mächtiger Prozesse der Vergesellschaftung. Mit herzlichen Grüßen Dirk Baecke

    Editorial

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    Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Soziologie sichert sich ihre fachliche Unabhängigkeit gegenüber gesellschaftlichen Ansprüchen, indem sie in der Gesellschaft Perspektiven der Beschreibung und Erklärung vertritt, die gegenüber denen der Akteure ›inkongruent‹ sind. Das gelang zuallererst mit dem Gesellschaftsbegriff selbst, der schon bei Tarde, Durkheim, Simmel und Weber keinen Zusammenhang von Institutionen, Werten, Normen und Regeln, sondern eine intervenierende Variable bezeichnet, die bei allem sozialen Handeln und Erleben zu berücksichtigen ist, aber nicht dingfest gemacht werden kann. Das gelang mit Parsons’ Begriff der Bestandserhaltung, mit Colemans Begriff der Mikro/Makro-Verknüpfung, mit Bourdieus Begriff des Habitus und Luhmanns Begriff der Reduktion von Komplexität. Es gelingt auch dann, wenn man in der empirischen Sozialforschung auf Ungleichheit, in der kritischen Theorie auf die Dialektik der Aufklärung und in der Sozialtheorie auf eine reflexive Moderne hinweist. Auch mit Begriffen wie einer kapitalistischen, patriarchalen oder postkolonialen Gesellschaft kann man viele Akteure auf dem falschen Fuß erwischen. Jedes Mal macht eine Soziologie auf sich aufmerksam, die die Dinge anders sieht und so die gesellschaftliche Selbstbeschreibung mit unkalkulierbaren Effekten anreichert.An diese etwas lästige Rolle der Soziologie ist zu erinnern, wenn sich in der Gesellschaft Sprachregelungen durchsetzen, die gefährliche blinde Flecken aufweisen. Der jüngste Fall scheint mir die Rede von der ›regelbasierten Ordnung‹ zu sein, an der sich die Außenpolitik der Bundesrepublik orientiere. Die Vorstellung einer regelbasierten Ordnung stammt aus der Beschreibung der internationalen Politik und bezeichnet wahlweise entweder den mit dem Völkerrecht, der UNO und den internationalen Institutionen der sogenannten Nachkriegszeit gesetzten rechtlichen Rahmen des Handelns von Staaten oder jene Ordnung, die sich mit der Dominanz der USA in den Währungen, auf den Märkten und auf dem Feld der Diplomatie in der Weltgesellschaft faktisch durchgesetzt hat. Zur Ideologie wird diese Vorstellung, wenn das eine mit dem anderen gleichgesetzt wird, also Regelhaftigkeit mit Rechtlichkeit gleichgesetzt wird. Man verliert dann den Blick für die Gestaltbarkeit des Rechts, für die Flexibilität der Regeln und für die Notwendigkeit von Verhandlungen.Vor allem jedoch gerät der Eigensinn der Politik in den blinden Fleck. Politik hat es dann nicht mehr mit der Aufrechterhaltung eines Gewaltmonopols, das heißt mit der gewaltandrohenden Kontrolle der Ausübung von Gewalt zu tun, sondern mit dem Werben für einen Frieden, dessen Störung man irritiert zur Kenntnis nimmt. Zuweilen gilt dies auch innenpolitisch. Hier sind es die Regeln der Tradition, des Liberalismus, des Wohlfahrtsstaats oder der ökologischen Transformation, die mehr oder minder unbefragt den Takt politischer Entscheidungen vorgeben, in parlamentarischen Reden beschworen und in ministerielles und behördliches Handeln umgesetzt werden. Politik ist, was als Streit zwischen diesen Regeln von ihr übrig bleibt. Die Kunst der Verhandlung hat das Nachsehen.Es entbehrt daher nicht der Ironie, wenn, worauf Steffen Mau in seinem Buch »Ungleich vereint« hinweist, ausgerechnet eine Bevölkerung, die das Experiment eines wissenschaftlichen Sozialismus über sich hat ergehen lassen müssen, in Deutschland ein Politikdefizit diagnostiziert. Eine Diktatur, die sich an ihre eigene Willkür nicht halten kann, hinterlässt einen schärferen Blick für den Eigensinn der Politik als eine Demokratie, die immer wieder behauptet, nur im Modus eines geregelten Rechtsstaats zu entscheiden. Wenn alles schon entschieden ist, einschließlich des Modus des Entscheidens, ist nichts mehr zu entscheiden. Zu einem Demokratiedefizit wird dann, dass auch nichts mehr zur Entscheidung gestellt wird.Inkongruent ist, dass die Soziologie abhängig von ihrem Gesellschaftsbegriff auf eine Differenz zwischen Politik und Recht hinweist, die auf keine regelbasierte Ordnung reduziert werden kann. Inkongruent ist, dass damit nicht dem Frieden, sondern der demokratisch entschiedenen Gewaltkontrolle (in der Politik) und der verfahrenslegitimierten Konfliktregulierung (im Recht) das erste Wort erteilt wird. Kongruent ist, dass sich die Soziologie mit dieser Inkongruenz als Verletzung des Latenzschutzes der Gesellschaft reflektieren muss. Aber es hilft ja nicht. Nur so kann sich die Gesellschaft ihrer Mittel vergewissern und »Polarisierungsunternehmern« (Mau), die vom blinden Fleck profitieren, entgegentreten. Mit herzlichen GrüßenDirk Baecke

    Symposion Autorschaft

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    Das Symposion über Autorschaft schließt an das Symposion über Plagiate (Heft 4/2022) an. Es geht um das Verhältnis von Autor und Text, Text und Gegenstand, Text und Leser:in. Wann ist es sinnvoll und erlaubt, mit dem Personalpronomen ›Ich‹ die Autorschaft in einem Text auch explizit zu machen, fragt Paula-Irene Villa. Maren Lehmann entwirft eine Soziologie der Personalisierung, die sich vor einer Subjektivierung hüten muss, auf die dennoch nicht verzichtet werden kann. In welchen blinden Flecken bewegt sich eine Autor:in, die sich postkolonial engagiert, fragt Manuela Boatcă. Und Dirk Baecker diskutiert die Frage, inwiefern ein Text und sein/e Autor:in Teil der sozialen Wirklichkeit sind, von denen sie handeln. The symposium on authorship follows on from the symposium on plagiarism (issue 4/2022). It deals with the relationship between author and text, text and subject, text and reader. Paula-Irene Villa asks when it makes sense and is permissible to use the personal pronoun ›I‹ to make authorship explicit in a text. Maren Lehmann drafts a sociology of personalization that must be wary of subjectification, which nevertheless cannot be dispensed with. Manuela Boatcă asks what blind spots an author who engages in postcolonialism finds themselves in. And Dirk Baecker discusses the question of the extent to which a text and its author(s) are part of the social reality they deal with

    Early Career Researchers als Wissenschaftskapitalisten: Bausteine eines Ratgebers zur Karriereplanung in der Soziologie

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    ECRs konkurrieren um knappe Stellen. Für sie stellt sich die Frage nach der besten Strategie, um auf eine Professur berufen zu werden. Wir leisten mit Blick auf die Soziologie einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage. Zunächst stellen wir zur allgemeinen Orientierung eine im Anschluss an Bourdieu entwickelte Kapitaltheorie vor, mit der alle durch Arbeit beeinflussbaren Determinanten wissenschaftlicher Karrieren systematisiert werden können. Dann sichten wir auf der Folie dieser Theorie einige relevante empirische Studien, um Aufschluss darüber zu bekommen, welches spezifische Kapital sich als karrierefördernd erwiesen hat. Abschließend formulieren wir Empfehlungen, die ECRs zur Planung ihrer Karrieren dienen können. ECRs compete for scarce positions. For them, the question arises as to the best strategy for being appointed to a professorship. We make a contribution to answering this question with regard to sociology. First, for general orientation, we present a capital theory following Bourdieu, with which all determinants of academic careers that can be influenced by work can be systematized. We then use this theory to examine a number of relevant empirical studies in order to gain insight into which specific capital has proven to be career-enhancing. Finally, we formulate recommendations that ECRs can use to plan their careers

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