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    (Herkunftsbedingte) Mehrsprachigkeit als Ressource?

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    Die Forderung nach einer stärkeren Integration herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit in den schulischen Fremdsprachenunterricht (FSU) ist mittlerweile Konsens in der Sprachlehr- und fachdidaktischen Forschung. Entsprechend einer holistischen Konzeption von Mehrsprachigkeit setzt sich dabei zunehmend die Ansicht durch, dass Mehrsprachige über besondere sprachlich-kognitive Ressourcen für den Spracherwerb verfügen können; hierzu zählen etwa das umfangreichere Sprachenrepertoire und eine größere Disposition zu Sprachvergleich und Sprachwechsel. Vor diesem Hintergrund möchte vorliegender Beitrag den Ressourcenbegriff im Zusammenhang mit den aktuellen Diskurslinien zu (herkunftsbedingter) Mehrsprachigkeit fruchtbar machen, um die unterschiedlichen Ressourcendimensionen herauszuarbeiten und die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Integration in den FSU aufzuzeigen: Im Sinne einer «aufgeklärten Mehrsprachigkeit» (Reimann 2016) kann dies insbesondere durch transferbasierte Sprachproduktion und kognitivierende Interaktionen erfolgen, was lehrerseitig allerdings eine geschulte diagnostisch-methodische Kompetenz voraussetzt. Nicht zuletzt besitzt ressourcenorientierter Unterricht auch sprach(en)politische Implikationen, insofern als im mehrsprachigen Klassenzimmerdiskurs einfaches Sprachmanagement stattfindet, das sich wiederum auf die Bereitschaft zu Pflege und Erhalt herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit auswirken kan

    L’editoria popolare nella Roma del XVI secolo

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    In den historischen Beständen römischer Bibliotheken finden sich Dutzende von Flugschriften (avvisi a stampa), die laut der Frontispizien «Bernardino Beccari, libraio alla Minerva» zuzuschreiben sind. Beccari verfügte seit dem Jahr 1575 über ein Buchhandelsprivileg und brachte bis circa 1600 zahlreiche Flugschriften zum Druck. Die in unregelmäßigen Abständen, aber kontinuierlich veröffentlichten Flugschriften richteten sich an ein Publikum, das am aktuellen Zeitgeschehen interessiert war, weswegen sie dementsprechend sprachlich aufbereitet wurden. Sie stellen eine wichtige frühe Etappe bei der Herausbildung des Journalismus in Italien dar. Der vorliegende Beitrag untersucht an ausgewählten Beispielen die sprachlichen Besonderheiten dieser nichtliterarischen populären Textsorte: Beccaris Individualstil schlägt sich in zahlreichen rekurrenten Formulierungen nieder. Darüber hinaus ist deutlich zu erkennen, wie sich bei der sprachlichen Gestaltung der an einen großen Adressatenkreis gerichteten Flugschriften das Vorbild des Toskanischen immer deutlicher bemerkbar mach

    Mehrsprachigkeit und Ökonomie

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    Welche Sprachausbildung ist für die heutige mehrsprachige Arbeitswelt erforderlich? Wie kann die berufliche Wertschöpfung migrationsbedingter Mehrsprachigkeit gelingen? Welche mehrsprachigen Ressourcen können im schulischen Fremdsprachenunterricht ausgeschöpft werden? Wie können elektronische Lernapps zur Entwicklung romanischer Mehrsprachigkeit beitragen? In welcher ökonomischen Situation befanden sich Sprachmeister im 18. Jahrhundert? Welchen Marktwert besaßen Spanisch und Italienisch nach Maßgabe des frühneuzeitlichen Buchdrucks? Ausgehend von diesen Fragen spannt vorliegender Band einen Bogen von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart, um die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Mehrsprachigkeit und Ökonomie aus linguistischer, fachdidaktischer und sprachhistorischer Perspektive zu beleuchten. Die primär romanistische Ausrichtung der Aufsätze, die aus der Sektion «Ökonomische Aspekte von Mehrsprachigkeit» des XXXIV. Deutschen Romanistentags hervorgegangen sind, wird von synchronen und historischen Beiträgen aus Nachbardisziplinen abgerunde

    Zum Marktwert des Spanischen im Spiegel des römischen Buchdrucks (16./17. Jahrhundert)

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    Unter Roms Fremdengemeinden stellte die natione spagnola im 16. und 17. Jahrhundert aufgrund der spanischen Dominanz in Europa die bedeutendste und politisch wie wirtschaftlich stärkste ausländische Gruppe dar. Die spanische Präsenz zieht die Frage nach der sprachlichen Präsenz des Spanischen im Kommunikationsraum Rom nach sich. In diesem Beitrag wird diskutiert, welchen ökonomisch-hierarchischen Stellenwert die spanische Sprache innerhalb der städtischen Mehrsprachigkeit nach Maßgabe des Buchdrucks in der Ewigen Stadt innehatte. Wichtigstes Ergebnis der korpusbasierten Fallstudie ist, dass die Buchproduktion in spanischer Sprache nur einen sehr geringen (Sprachen-)Marktanteil einnahm. Zwar kann Rom neben erfolgreichen zweisprachigen Drucken und Lehrwerken viele spanische Erst- und Neuerscheinungen vorweisen, das Marktgesetz zwingt aber in den meisten Fällen zu Zweitverwertungen, das heißt Übersetzungen in die Prestige- und Mehrheitssprache Italienisc

    (Herkunftsbedingte) Mehrsprachigkeit als Ressource?

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    Die Forderung nach einer stärkeren Integration herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit in den schulischen Fremdsprachenunterricht (FSU) ist mittlerweile Konsens in der Sprachlehr- und fachdidaktischen Forschung. Entsprechend einer holistischen Konzeption von Mehrsprachigkeit setzt sich dabei zunehmend die Ansicht durch, dass Mehrsprachige über besondere sprachlich-kognitive Ressourcen für den Spracherwerb verfügen können; hierzu zählen etwa das umfangreichere Sprachenrepertoire und eine größere Disposition zu Sprachvergleich und Sprachwechsel. Vor diesem Hintergrund möchte vorliegender Beitrag den Ressourcenbegriff im Zusammenhang mit den aktuellen Diskurslinien zu (herkunftsbedingter) Mehrsprachigkeit fruchtbar machen, um die unterschiedlichen Ressourcendimensionen herauszuarbeiten und die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Integration in den FSU aufzuzeigen: Im Sinne einer «aufgeklärten Mehrsprachigkeit» (Reimann 2016) kann dies insbesondere durch transferbasierte Sprachproduktion und kognitivierende Interaktionen erfolgen, was lehrerseitig allerdings eine geschulte diagnostisch-methodische Kompetenz voraussetzt. Nicht zuletzt besitzt ressourcenorientierter Unterricht auch sprach(en)politische Implikationen, insofern als im mehrsprachigen Klassenzimmerdiskurs einfaches Sprachmanagement stattfindet, das sich wiederum auf die Bereitschaft zu Pflege und Erhalt herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit auswirken kan

    Welche Sprachausbildung für eine mehrsprachige Arbeitswelt?

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    Fremdsprachen haben in der Berufsausbildung und -tätigkeit eine zunehmende Bedeutung, d.h. mehrsprachige Arbeitnehmer genießen bestimmte Vorteile. Freilich nicht automatisch: Mehrsprachigkeit bedeutet ein Potenzial, welches in der sozialen Wirklichkeit verankert werden muss. Dazu müssen u.a. Lernende, Lehrende (aber auch ihr Umfeld) das Korsett ihrer einsprachigen Vorstellungen ablegen und gemeinsam an der Entwicklung mehrsprachiger Repertoires arbeiten. Es geht um die systematische Ausnutzung der gesamten Multikompetenz der Lernenden als Ressourcen für das Lernen und die Kommunikation – namentlich auch für das mehrsprachige Reden – im Sinne eines sozialen, kognitiven und didaktischen Vorteils. Zu diesem Zwecke braucht es differenzierte Ziele für den berufsorientierten Sprachunterricht und die interkulturelle Bildung als zentrale Komponenten der Persönlichkeitsentwicklung für eine globale Arbeitswelt, die im Rahmen einer berufsgruppenspezifischen Bedarfsanalyse ermittelt werden müsse

    Die Dinge des Herrn Detroge

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    Den Ausgangspunkt des folgenden Aufsatzes bildet das Nachlassinventar eines 1778 verstorbenen französischen Sprachmeisters, das im Universitätsarchiv Heidelberg überliefert ist und tiefe Einblicke in die materielle und ökonomische Existenz eines Fremdsprachenlehrers im Deutschland des 18. Jahrhunderts gewährt. Auf der Basis dieser Quelle, weiterer Akten der kurpfälzischen Universität und der Forschungsliteratur zu frühneuzeitlichen Sprachmeistern werden zentrale Merkmale dieses Berufsstandes erläutert – ihre disparaten Bildungshintergründe und Qualifikationen, ihre hohe geografische Mobilität und ihre häufig prekären Lebensbedingungen, die einige Fremdsprachenlehrer nach zusätzlichen Einkommensquellen wie Warenhandel oder Gründungen von Leihbibliotheken suchen ließe

    «L’italiano fuori d’Italia» im Spiegel des frühneuzeitlichen Buchdrucks – zu Marktwert und Verbreitung italienischer Drucke im Europa des 16. Jahrhunderts

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    Der Beitrag beschäftigt sich mit italienischen Drucken, die im 16. Jahrhundert außerhalb Italiens entstanden sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Rückschlüsse diese auf die Verbreitung und den Stellenwert des Italienischen im frühneuzeitlichen Europa zulassen. Anhand einer quantitativen und qualitativen Analyse der Daten des Universal Short Title Catalogue (USTC) werden zunächst länderspezifische Unterschiede (insbesondere zwischen England, Frankreich, dem Heiligen Römischen Reich, den Niederlanden, Polen, der Schweiz sowie Böhmen und Mähren) identifiziert, die im Anschluss vor dem Hintergrund der bisherigen Annahmen und Erkenntnisse der Forschung zum italiano fuori d’Italia interpretiert werden. Es zeigt sich, dass die Produktion italienischer Drucke nicht in allen Fällen allein mit dem damaligen Prestige des Italienischen als Literatur- und Kultursprache, sondern häufig auch mit der Migration von Italienisch-Sprechern sowie mit ganz bestimmten Diskursdomänen in Verbindung zu bringen ist

    L’editoria popolare nella Roma del XVI secolo

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    In den historischen Beständen römischer Bibliotheken finden sich Dutzende von Flugschriften (avvisi a stampa), die laut der Frontispizien «Bernardino Beccari, libraio alla Minerva» zuzuschreiben sind. Beccari verfügte seit dem Jahr 1575 über ein Buchhandelsprivileg und brachte bis circa 1600 zahlreiche Flugschriften zum Druck. Die in unregelmäßigen Abständen, aber kontinuierlich veröffentlichten Flugschriften richteten sich an ein Publikum, das am aktuellen Zeitgeschehen interessiert war, weswegen sie dementsprechend sprachlich aufbereitet wurden. Sie stellen eine wichtige frühe Etappe bei der Herausbildung des Journalismus in Italien dar. Der vorliegende Beitrag untersucht an ausgewählten Beispielen die sprachlichen Besonderheiten dieser nichtliterarischen populären Textsorte: Beccaris Individualstil schlägt sich in zahlreichen rekurrenten Formulierungen nieder. Darüber hinaus ist deutlich zu erkennen, wie sich bei der sprachlichen Gestaltung der an einen großen Adressatenkreis gerichteten Flugschriften das Vorbild des Toskanischen immer deutlicher bemerkbar mach
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