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    Strukturwandel des Eigentums in der ostdeutschen Landwirtschaft - am Beispiel der Agrargenossenschaften in Thüringen

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    Die Bachelorarbeit geht der Frage nach, welche potenziellen Ursachen es für den Rückgang der Agrargenossenschaften in Ostdeutschland gibt und inwiefern ein Zusammenhang zu Landgrabbing besteht. Die empirische Analyse entlang verschiedener Expert*innen-Interviews und zwei Fallbeispielen kommt zu dem Ergebnis, dass die strukturellen Probleme der genossenschaftlichen Betriebsform vor allem im Mitgliedschaftsverhältnis liegen, sprich darin, wie das Verhältnis der Mitglieder zum gemeinschaftlichen Betrieb geregelt ist. Diese Probleme führen angesichts der gegenwärtigen Dynamik auf den Bodenmärkten und wirtschaftlichen Anpassungserfordernissen zur Destabilisierung und letztlich zu einem Rückgang der Rechtsform eG im Agrarbereich. Die Genossenschaften sind dann aufgrund der großen Flächen mit steigenden Eigentumsanteilen eine attraktive Geldanlage für Investoren. Die logische Konsequenz ist die Übernahme mit einer folgenden Rationalisierung bzw. Konsolidierung der Betriebe, was an einem konkreten Fallbeispiel deutlich wird. Insofern kann ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Agrargenossenschaften und Landgrabbing festgestellt werden. Am Ende der Arbeit steht die Erkenntnis, dass ökonomische Partikularinteressen einer gemeinwohlorientierten Sicherung von Land entgegenstehen. Das (soziale) Potenzial, Bodeneigentum in den Agrargenossenschaften demokratisch zu verwalten, zu kontrollieren und somit vor einer weiteren Privatisierung zu schützen, wird demnach nicht ausgeschöpft. Und so droht ein weiterer Ausverkauf der Betriebe und ein sich fortentwickelnder Strukturwandel des Eigentums in der ostdeutschen Landwirtschaft.The bachelor thesis examines the potential causes for the decline of agricultural cooperatives in eastern Germany and the extent to which there is a connection to land grabbing. The empirical analysis based on various expert interviews and two case studies comes to the conclusion that the structural problems of the cooperative form of operation lie primarily in the membership relationship, i.e. in how the relationship between member and joint operation is regulated. In view of the current dynamics on the land markets and economic adjustment requirements, these problems are leading to destabilization and ultimately to a decline of the eG legal form in the agricultural sector. The cooperatives are then an attractive investment for investors due to the large areas with increasing ownership shares. The logical consequence is the takeover with a subsequent rationalization or consolidation of the farms, which is illustrated by a specific case study. In this respect, a clear link can be established between the decline of agricultural cooperatives and land grabbing. At the end of the work, the conclusion is that particular economic interests stand in the way of securing land for the common good. The (social) potential to democratically manage and control land ownership in agricultural cooperatives and thus protect it from further privatization is therefore not being fully exploited. As a result, there is a threat of a further sell-off of farms and a continuing structural change in ownership in East German agriculture

    Das Resonanzpotential von Spielen im öffentlichen Raum

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    Geleitwort von Timmo Krüger In der Arbeit von Veronika Steinbacher werden vermeintlich abseitige Phänomene ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt: "Es geht um Spielen im öentlichen Raum, um schaukeln, skaten, Murmeln spielen, im Brunnen plantschen." Sie greift auf grundlagentheoretische Überlegungen zur Bedeutung des Spielens im menschlichen Miteinander zurück und befragt Erwachsene nach ihren Spielerfahrungen. Als zentralen Kern arbeitet sie das Unvorhersehbare, Unkontrollierbare des Spielens heraus. Über den Verlauf und den Ausgang eines Spiels kann nicht verfügt werden – nur mit einer Haltung der Offenheit kann gespielt werden. Veronika Steinbacher erfasst in ihrer Analyse der Interviews die konkreten alltäglichen Erfahrungen des Spielens und untersucht, inwiefern sich darin Möglichkeiten für Resonanzerfahrungen bieten. Hartmut Rosas Resonanztheorie ist eine Gesellschaftstheorie, deren Argumentation nicht auf akribischen, empirischen Studien basiert. Stattdessen erzeugt Rosa Plausibilität durch anekdotische Referenzen auf Kunst, Pop- und Alltagskultur, die intuitiv einleuchten, weil sie nahe an der Alltagserfahrung vieler Leser*innen sind. Die empirische Erforschung von Resonanzerfahrungen und -beziehungen steckt also erst in den Kinderschuhen. Dabei ist es alles andere als trivial, die Konzepte der Resonanztheorie für empirische Forschung zu operationalisieren. Rosa selbst schreibt, dass sich seine resonanztheoretische These „nur dann seriös und mit den Mitteln der zeitgenössischen Soziologie erhärten [lässt], wenn es uns gelingt, über das gelingende Leben mehr zu sagen, als dass es sich gut anfühlt“ (Rosa 2016: 19; Hervorhebungen im Original). Veronika Steinbacher gelingt es auf sehr beeindruckende Weise, Resonanzerfahrungen zum Gegenstand ihrer methodisch sauberen empirischen Forschung zu machen, ohne den analytischen Wert der dabei angewendeten theoretischen Konzepte zu schmälern – das heißt, ohne es bei der Aussage zu belassen, dass sich Spielen gut anfühlt. Sie argumentiert sehr dierenziert, inwiefern Spielen ein Puzzlestein sein kann, um repulsive Beziehungen zur Welt abzubauen und die eigene Resonanzsensibilität zu erhöhen. Gleichzeitig wird deutlich, dass mit Spielen allein der kollektive Resonanzmangel selbstverständlich nicht behoben werden kann. Dazu wäre eine Abkehr vom Streben nach permanenter „Entwicklung“ (verstanden als Wirtschaftswachstum und materielle Wohlfahrtssteigerung) notwendig. Resonanz könnte als Fluchtpunkt für Transformationsbestrebungen in diese Richtung fungieren. Und auch wenn es kein einfaches Rezept für Resonanz gibt – Antwortbeziehungen lassen sich nicht erzwingen – sollten wir stetig darauf hinzuwirken, die Möglichkeitsbedingungen von Resonanzbeziehungen zu verbessern, beim Spielen und ganz grundsätzlich. Denn: „Ein endliches Spiel spielt man, um zu gewinnen, ein unendliches, um weiterzuspielen". (Carse 1987: 9

    Das Hegemonieprojekt der ökologischen Modernisierung: Die Konflikte um Carbon Capture and Storage (CCS) in der internationalen Klimapolitik

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    Ökologische Modernisierung gilt als Leitprinzip zeitgemäßer Umweltpolitik. Die ökomodernen Kernforderungen nach "Sustainable Development" und "Green Economy" zielen auf eine fortschreitende Entwicklung, die um eine Nachhaltigkeitskomponente ergänzt werden soll. Anhand von Carbon Capture and Storage (CCS) fragt der Autor nach den aktuellen Dynamiken in den Kämpfen um die Hegemonie in der internationalen Klimapolitik. Er zeigt: Da CCS-Technologien auf der fossilen und zentralisierten Energieinfrastruktur basieren, spitzt sich hier die Frage zu, inwieweit es zur adäquaten Bearbeitung der ökologischen Krise einer umfassenden Transformation gesellschaftlicher Strukturen bedarf.Ecological Modernization is considered a central principle of contemporary environmental politics. According to "sustainable development" and the "green economy", the central demands of ecomodernism aim for progressive development, which is supposed to complement other components of sustainability. By way of Carbon Capture and Storage (CCS), the author enquires into the current dynamics in the hegemonic struggles in international climate politics. He shows that since CCS technologies are based on fossil fuels and centralized energy infrastructure, the question arises as to whether it can adequately contribute to a comprehensive transformation of societal structures given the nature of the existing ecological crisis

    Das Hegemonieprojekt der ökologischen Modernisierung

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    Seit den 1970er Jahren gibt es Debatten über eine »ökologische Krise« und Aus-einandersetzungen um ihre Lösung. Dabei hat sich eine Kluft zwischen dramatisie-renden Problemanalysen und inkrementellen Lösungsansätzen aufgetan. Angesichtsdieser Situation wurde unlängst festgestellt, dass es zwar eine große Einigkeit überdie Notwendigkeit einer radikalen Transformation der gesellschaftlichen Naturver-hältnisse gebe, tatsächliche politische Veränderungen aber ausblieben und statt-dessen Passivität vorherrsche, da es an akzeptierten Alternativen und sozialen(Gegen-)Kräften mangele. Diese Einschätzung erklärt zwar die Schwierigkeiten derArtikulation einer antagonistischen sozial-ökologischen Politik. Im folgenden Auf-satz möchte ich allerdings sowohl historisch als auch analytisch einen Schrittzurücktreten und empirisch prüfen, welche Vorstellungen bezüglich der Lösung derökologischen Krise von welchen Akteur/innen wie verhandelt werden, auf was füreine zukünftige Gesellschaftsordnung sie zielen und wo die Gründe für die ver-meintliche Passivität zu suchen sind. Dabei gehe ich nicht davon aus, dass über dieNotwendigkeit einer radikalen Transformation der gesellschaftlichen Naturverhält-nisse leicht Einigkeit zu erzielen sein wird. Stattdessen vermute ich, dass entspre-chende Kämpfe um Hegemonie ausgetragen werden, in denen unterschiedliche Vor-stellungen der idealen ökologischen Gesellschaftsordnung miteinander konkurrie-ren. In den Auseinandersetzungen um die Lösung der ökologischen Krise nimmt derökomoderne Diskurs eine dominante Stellung ein

    Das Hegemonieprojekt der ökologischen Modernisierung

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    Krüger T. Das Hegemonieprojekt der ökologischen Modernisierung. Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft. 2013;41(3):422-456

    Conflicts over carbon capture and storage in international climate governance

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    In the Paris Agreement, ambitious emission targets are accompanied by insufficient mitigation measures. It lacks, in particular, strategies on how to reduce the use of fossil fuels. In this context the distinctive prospect of carbon capture and storage (CCS) – reducing emissions, albeit using fossil fuels on a large scale – is of particular interest. CCS technologies promise to solve the climate problem independent of drawn-out political disputes and without changing production and consumption patterns. Conflicts about CCS put the fundamental debate on the agenda, whether a comprehensive transformation of social structures is (un-)necessary and (un-)desired in order to solve the ecological crisis. Therefore, in this paper CCS-conflicts are analyzed with a broader perspective including their effects on general struggles about international climate governance. The key research question is to what extent established social practices and structures become politicized – i.e. challenged. Based on the presented empirical findings, I discuss two theses: First, that the future of climate governance is contingent on decisions about the continued use of fossil fuels. Second, that CCS-conflicts have an explosive force that could lead to massive cracks within the paradigm of ecological modernization and thus could politicize international climate policy

    Gemeinwohlkonflikte in der Energiewende: Eine radikaldemokratische Perspektive auf Energiekonflikte und die Grenzen der Deliberation

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    Aushandlungsprozesse im Energiebereich bilden oftmals Kristallisationspunkte für Gemeinwohlkonflikte. In den Auseinandersetzungen um konkrete EnergieinfrastrukturProjekte wird darum gerungen, welche Interessen als Interessen der Allgemeinheit und damit als legitime Interessen anerkannt werden und welche nicht. Diese Konflikte sind zunächst einmal eine Reaktion auf die Ausgestaltung der Energiewende und wirken gleichzeitig auf diese zurück. Darüber hinaus stehen die Gemeinwohlkonflikte in der Energiewende in einem wechselseitigen Wirkungsverhältnis mit der politischen Kultur einer Gesellschaft. Sie sind Effekt und gleichzeitig Mitproduzent der in der Gesellschaft verhandelten Vorstellungen von Demokratie und damit verknüpfte Erwartungen, Normen und Werte. Das vorliegende Discussion Paper möchte einen dreifachen Beitrag zur Analyse und Reflexion der Gemeinwohlkonflikte in der Energiewende leisten. Erstens wird ein Überblick über die empirische Forschung zu Gemeinwohlkonflikten in der Energiewende in Deutschland gegeben. Zweitens werden theoretische Gemeinwohldefinitionen und Demokratiemodelle diskutiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem deliberativen Paradigma und der radikaldemokratischen Kritik seiner Grundannahmen und Implikationen (angesichts von Tendenzen einer Demokratiekrise). Drittens wird ein Analyseraster zur Erforschung von Gemeinwohlkonflikten aus radikaldemokratischer Perspektive entwickelt.Negotiation processes in the energy sector often are focal points for conflicts over the common good. The struggle over the legitimacy of interests - over which interests are recognised as interests of the common good - is at the core of many disputes over concrete energy infrastructure projects. These conflicts are first and foremost a reaction to the design of the energy transition and, at the same time, have an impact on it. In addition, these conflicts over the common good within the energy transition are in a reciprocal relationship with the political culture of a society. They are the effect and, at the same time, co-producer of the ideas of democracy negotiated in society and the expectations, norms and values associated with them. The present discussion paper aims to make a threefold contribution to the analysis and reflection of conflicts over the common good in the German energy transition. First, it provides an overview of empirical research on such conflicts. Second, theoretical definitions of the common good and models of democracy are discussed. Here the focus is on the deliberative paradigm and the radical-democratic critique of its assumptions and implications (in the face of tendencies of a crisis of democracy). Third, an analytical framework for researching conflicts over the common good from a radical-democratic perspective is developed

    Politische Strategien des buen vivir: Sozialistische Regierungspolitik, indigene Selbstbestimmung und Überwindung des wachstumsbasierten Entwicklungsmodells

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    Die Forderung nach buen vivir geht auf dekoloniale Kämpfe in Bolivien und Ecuador zurück. Gleichzeitig prägen transnationale Prozesse die Entwicklung des Konzepts und tragen zu seiner Wirkmächtigkeit bei. Im Kontext dieser vielschichtigen Wechselbeziehungen verfolgen die Protagonist_innen des buen vivir unterschiedliche skalare Strategien. Für die indigenen Organisationen steht buen vivir in einem engen Zusammenhang mit der Verteidigung ihres Territoriums und der Bewahrung der indigenen Kultur. Sie konzentrieren sich auf regionale und überregionale (bis hin zur kontinentalen) Vernetzungsarbeit und agieren zusätzlich auf zentralstaatlicher Ebene, um weitergehende Selbstbestimmungsrechte für die indigenen Gemeinden zu erwirken. Dagegen plädieren die in der Wissenschaft und in politischen Stiftungen tätigen lateinamerikanischen und europäischen Intellektuellen für eine diskursive Öffnung des Konzepts, um buen vivir auch in internationalen und transkontinentalen Arenen als Alternative zum wachstumsbasierten Entwicklungsmodell etablieren zu können. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die diskursive Öffnung des buen vivir emanzipatorische Prozesse stärkt und deshalb forciert werden sollte oder ob die damit verbundene tendenzielle Entleerung des Begriffs im Gegenteil zu einer Schwächung der Mobilisierungsfähigkeit sozialer Bewegungen führt. Der Autor vertritt die These, dass die Debatten um die Vor- und Nachteile einer explizit indigenen vs. einer pluralistischen Ausrichtung des buen vivir nicht sehr virulent werden und auch nicht zu Brüchen innerhalb des Bewegungsspektrums führen werden, solange die Hauptkonfliktlinie zwischen Unterstützer_innen und Kritiker_innen der bolivianischen und ecuadorianischen Regierungen verläuft.While the claim for buen vivir goes back to de-colonial struggles in Bolivia and Ecuador, transnational processes have also influenced buen vivir’s development and contributed to its impact. In this context of complex correlations, the protagonists of buen vivir pursue diverse strategies on different scales. Indigenous organisations link the concept of buen vivir with the defence of their territory and the conservation of their culture. They focus on regional and trans-regional (up to continental) cooperation, as well as operate at the level of central government in order to achieve greater indigenous rights for self-determination. Conversely, Latin American and European intellectuals (working in science or for political foundations) advocate for a discursive opening of the concept. Their aim is to establish buen vivir in international and transcontinental arenas as an alternative to growth-based development models. Against this background the question arises as to whether a discursive opening of Buen Vivir strengthens emancipatory processes and therefore should be supported, or whether, on the contrary, the associated emptying of the signifier weakens the mobilisation capacities of social movements. The author argues that the debates regarding the advantages and disadvantages of an explicitly indigenous or pluralistic alignment of buen vivir will not escalate and cause splits within social movements so long as the main line of conflict runs between the supporters and the critics of the Bolivian and Ecuadorian governments

    Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis

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    The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
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