1,721,038 research outputs found
Model-based evidence on response-time predictions of the recognition heuristic versus compensatory accounts of recognition use
Die Verhaltensrelevanz von Rechenschaftslegung Experimentelle Testung der Neutralisationstheorie im Kontext umweltschaedigenden Verhaltens
'Rechenschaftslegung angesichts normwidriger Verhaltensintentionen sollte es Menschen ermoeglichen, soziale Normen zu brechen, die sie selbst teilen. Diese Annahme vertritt sowohl die (soziologische) Neutralisationstheorie (Sykes und Matza, 1957; Minor, 1981) als auch das (psychologische) Norm-Aktivations-Modell (Schwartz und Howard, 1981), wurde jedoch empirisch niemals methodisch angemessen untersucht. Waehrend die Neutralisationsforschung bisher fast ausschliesslich korrelative Daten hervorgebracht hat, die hier beschriebene Studie ist die erste experimentelle Arbeit zum Einfluss von Rechenschaftslegung auf Verhalten. Es werden zwei Voruntersuchungen und zwei Experimente vorgestellt, die sowohl der Testung des Rechenschafts-Verhaltens-Effekts wie auch der Testung dessen Moderation durch individuelle Normakzeptanz (positive Umwelteinstellung), Anzahl vorangegangener Normverstoesse sowie den wahrgenommenen Schweregrad der im Labor simulierten Normverletzung. Zu diesem Zweck wurde - nach Erhebung individueller Akzeptanz der Umweltschutznorm - die Verfuegbarkeit situativ valider Rechenschaften fuer ein spezifisches umweltschaedigendes Verhalten (Nutzung von Einweg-Dosen) experimentell manipuliert. Anschliessend wurde die tatsaechliche Dosennutzung im Labor beobachtet. Waehrend es im ersten Experiment nicht moeglich war, den erwarteten Effekt praebehavioraler Rechenschaftslegung auf Verhalten zu zeigen, fuehrte eine Staerkung der Verhaltensintention und die Entkraeftung spontaner Rechenschaftslegung in der Kontrollgruppe zum Nachweis des Effekts in Experiment II. Explorative Analysen geben zusaetzlich Einblick in die Rolle von Normakzeptanz als Moderator des Neutralisationseffekts. Keine solchen Effekte zeigten sich hinsichtlich der vorangegangenen Normverstoesse und des wahrgenommenen Schweregrads. Abschliessend skizziert der Autor sowohl die Integration der Forschung zu prae- und postbehavioralen Rechenschaften als auch eine Verbindung von Rechenschafts- und Entscheidungsforschung.' (Autorenreferat)'Account-giving in face of normcontradictive behavioural intentions is assumed to enable people breaking social norms they individually share. This notion is proposed by (sociological) neutralization theory (Sykes and Matza, 1957; Minor, 1981) as well as by (psychological) norm activation model (Schwartz and Howard, 1981) but has never been tested empirically in a methodological appropriate way. Since neutralization research has brought forward rather only correlational data yet, the study presented here is the first experimental work on the impact, prebehavioural accounts have on behaviour. Two pre-studies and two experiments are presented that test both the account-behaviour effect as well as its moderation through individual norm acceptance (pro-environmental attitude), amount of prior normcontradictions, and the perceived seriousness of the norm violation simulated in the laboratory. For this purpose, after measuring individual acceptance of pro-environmental norms, the accessibility of situationally valid accounts for a specific environmentally harmful behaviour (tin-use) has been varied experimentally. Afterwards, actual tin-use was observed in the laboratory. Since it was not possible to show the expected effect of prebehavioural account-giving on behaviour in the first experiment, strengthening behavioural intention and invalidation of spontaneous account-giving in the control group resulted in successful demonstration of the effect in experiment II. Additionally, explorative analysis offers insight in the role of norm acceptance as a moderator of the neutralization effect, but no effects for prior normcontradictions and perceived seriousness. Finally, the author outlines an integration of both pre- and postbehavioural account research on the one hand as well as theories on account giving and decision making on the other.' (author's abstract)SIGLEAvailable from UB Magdeburg(Ma9)-2002-07465-2 / FIZ - Fachinformationszzentrum Karlsruhe / TIB - Technische InformationsbibliothekDEGerman
Die Macht des Lichts: Helligkeit und Dunkelheit im sozialen Kontext
Die vorliegende Arbeit umfasst drei empirische Beiträge, die der Frage nachgehen, ob und wie Helligkeit und Dunkelheit die Art und Weise verändern, wie Informationen wahrgenommen werden, Menschen interagieren oder Verhalten bewerten. Basierend auf Embodiment und Grounded Cognition-Ansätzen (Barsalou, 2008) wurde in drei Studienreihen der Einfluss von konzeptueller und perzeptueller Helligkeit bzw. Dunkelheit auf (1) die Informationsverarbeitung, (2) moralisches Urteilen und (3) Kooperation im sozialen Kontext untersucht. Die Ergebnisse demonstrieren die Bedeutsamkeit von Helligkeit und Dunkelheit im sozialen Kontext und bieten Implikationen im Verhandlungs- und Beratungskontext sowie moralischen Urteilens bei Gericht.
In der ersten Studienreihe (Steidle, Werth, & Hanke, 2011) bestand das Ziel darin, die Wechselwirkung zwischen Dunkelheit, Abstraktionslevel und psychologischer Distanz zu untersuchen. Es wurde angenommen, dass die visuelle Wahrnehmung im Dunkeln weniger auf Details fokussiert ist, was zu mehr abstrakten Repräsentationen führen sollte. Basierend auf dem Grounded Cognition-Ansatz (Barsalou, 2008) wird argumentiert, dass sich die Beziehung zwischen physikalischer Dunkelheit und einem globalen perzeptuellen Verarbeitungsstil auf eine konzeptuelle Ebene überträgt. Drei Experimente demonstrierten, dass Dunkelheit im Vergleich zu Helligkeit einen globaleren perzeptuellen und konzeptuellen Verarbeitungsstil hervorrief, unabhängig davon, ob Dunkelheit geprimt oder physikalisch manipuliert wurde. Zusätzlich zeigten zwei IATs, dass Dunkelheit mit einem hohen Abstraktionslevel assoziiert ist. Des Weiteren wurde angenommen, dass Dunkelheit ebenso mit der Wahrnehmung psychologischer Distanz in Beziehung steht. Es wurde argumentiert, dass der Mangel an konkreten Informationen einerseits und die abstrakten Repräsentationen andererseits dazu führen, dass Personen und Objekte im Dunkeln nicht als Teil der unmittelbaren Erfahrung erlebt werden. Acht IATs belegten die implizite Beziehung zwischen Dunkelheit und den Distanzdimensionen: räumliche, zeitliche, hypothetische und soziale Distanz. Abschließend wurden Implikationen auf soziale Prozesse wie Vorurteile und Kooperation diskutiert.
In der zweiten Studienreihe (Hanke, Steidle, & Werth, 2012) wurde der Frage nachgegangen, ob und wie Helligkeit und Dunkelheit moralische Kognitionen und Urteile verändern. Helligkeit kann als ein Zeichen moralischer Reinheit verstanden werden, die verteidigt wird, um das eigene Ansehen aufrechtzuerhalten. Dunkelheit dagegen als ein Zeichen von Unmoral und Verschwiegenheit, die eine Möglichkeit bietet, durch andere unbeobachtet zu sein. Basierend auf diesen metaphorischen Bedeutungen wurde argumentiert, dass Helligkeit im Vergleich zu Dunkelheit Prozesse aktiviert, das eigene Ansehen aufrechtzuerhalten – hier in Form einer erhöhten Normorientierung und stärkeren Verurteilens unmoralischem Handeln. In Studie 1 wurde zunächst gezeigt, dass Helligkeit verglichen mit Dunkelheit die Verfügbarkeit persönlicher Werte und Normen steigerte. Dementsprechend wurde angenommen, dass Personen, bei denen das Konzept Helligkeit aktiviert wird, unmoralische Handlungen stärker verurteilen, mehr negative moralische Emotionen zeigen und eher an moralischen Verhaltensabsichten festhalten sollten als Personen, bei denen das Konzept Dunkelheit aktiviert wird. Studie 2 belegte diese Annahme und demonstrierte den zu Grunde liegenden Prozess: die Orientierung an moralischen Normen. Ob unmoralische Handlungen als schlechte Absichten der handelnden Person gesehen werden oder durch äußere Umstände entschuldigt werden, hängt in hohem Maße von der sozialen Nähe zur handelnden Person ab (Studie 2A und 2B). Diese Ergebnisse tragen zum Verständnis des Embodiment moralischer Kognitionen bei und bieten praktische Implikationen für moralische Urteile bei Gericht.
In der dritten Studienreihe (Hanke, Steidle, & Werth, 2012) wurde der Effekt von Dunkelheit auf Kooperation im sozialen Kontext aus der Perspektive sozialer Distanz untersucht. Es wurde argumentiert, dass Dunkelheit als ein Zeichen für soziale Distanz kompensatorisches Verhalten in Form von Kooperation auslösen kann, um die Distanz zum Interaktionspartner zu reduzieren. Fünf Studien belegten die Annahme, dass Dunkelheit unabhängig davon, ob Dunkelheit konzeptuell aktiviert oder physikalisch manipuliert wurde, Kooperation steigerte. Dieser Zusammenhang wurde durch das Gefühl von sozialer Nähe mediiert. Darüber hinaus wurden dispositionale und situationale Moderatoren der Beziehung zwischen Dunkelheit und Kooperation untersucht. Die Ergebnisse belegten, dass Dunkelheit Kooperation nur dann verstärkte, (1) wenn Kooperation half, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit befriedigen zu können und (2) wenn Personen empfänglich für Umgebungsreize waren, die ein Bedürfnis nach sozialer Nähe auslösen konnten. Die wichtigste Implikation dieser Ergebnisse ist, dass Dunkelheit nicht in jeder Situation funktional ist, sondern nur dann, wenn soziale Distanz überwunden und soziale Nähe erreicht werden kann.
In den folgenden Abschnitten wird zunächst auf die theoretische Grundlage dieser Arbeit eingegangen. Darauf aufbauend folgen ein kurzer Überblick der wichtigsten Erkenntnisse und die Vorstellung des Arbeitsmodells. Abschließend werden die theoretischen und praktischen Implikationen der vorliegenden Befunde diskutiert
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Agency Through the We: Group-Based Control Theory
How do people maintain a sense of control when they realize the noncontingencies in their personal life and their
strong interdependence with other people? Why do individuals continue to act on overwhelming collective problems,
such as climate change, that are clearly beyond their personal control? Group-based control theory proposes that it is
social identification with agentic groups and engagement in collective action that serve to maintain and restore people’s
sense of control, especially when their personal control is threatened. As a consequence, group-based control may
enable people to act adaptively and stay healthy even when personal control seems futile. These claims are supported
by evidence showing increased in-group identification and group-based action intentions following reminders of low
personal control. Furthermore, these responses of identifying with agentic in-groups increase people’s perceived control
and well-being. This article succinctly presents group-based control theory and relevant empirical findings. It also
elaborates on how group-based control relates to other social-identity motives and how it may explain social phenomena
- …
