Hochschulschriftenserver der PH Ludwigsburg
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Anhang zur Buchveröffentlichung: Das leibliche Selbstbild – Kunstpädagogische Bildung im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.
Anhang zur Buchveröffentlichung (Dissertation): Schweinsberg, Anna-Lena (2024): Das leibliche Selbstbild - Kunstpädagogische Bildung im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.
Veröffentlichung "Das leibliche Selbstbild" von Anna-Lena Schweinsberg (ISBN 978-3-7815-6123-6 Digital; ISBN 978-3-7815-2667-9 Print
Musikvideoanalyse "Fühlst du das auch" - Apache 207
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern das Musikvideo "Fühlst du das auch" des Rappers Apache 207 als künstlerisches Selbstportrait verstanden werden kann. Dafür werden filmästhetische Mittel, insbesondere die Wirkung von Kostüm, Lichtgestaltung und Narration betrachtet. Außerdem wird das Zusammenspiel von Musik, Text und Bildebene analysiert und es findet eine knappe Kontextualisierung des Videos innerhalb des Werks von Apache 207 statt
Design thinking for sustainable development: A bibliometric analysis and case study research
This paper describes the role of Design Thinking (DT) in the context of sustainable development (SD), based on a perceived research need to identify the features which may characterise its deployment, and identify ways via which it may be optimised, especially in the implementation of the United Nations Sustainable Development Goals (UN SDGs). The main goal of this study is to examine the connection between DT and SD and showcase examples of what has been done to deploy it, using real-case situations. From a methodological perspective, the paper deploys a set of two methods: bibliometric analysis and case studies. Among other findings, the paper shows that DT can be used to help implement the UN SDGs by providing an approach that emphasizes human-centered design. This includes identifying problems, creating user-friendly solutions, and testing them in order to ensure that they are effective. Also, by using DT, companies, organisations, and governments can create low-cost, high-impact, and sustainable solutions to help achieve SDGs such as SDG8, SDG9, SDG12, and SDG13, among others. Overall, DT provides a framework for combining creative and analytical reasoning, specific mindsets, and diverse hands-on tools and techniques to improve critical thinking abilities towards sustainability challenges. The novelty of the paper relies on the fact that the combined use of the two methods allowed the identification of some useful features of DT, which may facilitate its deployment in sustainability contexts. This may assist future studies since it provides a theoretical basis for the field
Enhancing functional thinking in grade 5–6 students through a dynamic mathematics intervention program
The aim of this study was to develop, implement, and evaluate an intervention program focusing on developing Grade 5 and 6 students’ functional thinking. The innovative aspect lies in addressing simultaneously various aspects of function—input–output, covariation, correspondence, and object— in terms of manipulating tasks that involve functional relationships. The program adopts promising design principles, including an inquiry-based approach, engaging students in embodied dynamic mathematics learning environments, and making connections to real-world situations. A sample of 104 students took part in the program. The results showed a significant improvement in students’ performance related to functional thinking between the pre- and post-tests. Grade 5 students’ mean value improved from 0.29 to 0.58 and Grade 6 students from 0.37 to 0.60, respectively. Analysis indicated that students with varying performance potential in developing functional thinking are likely to be significantly affected by the program. Regression analysis showed that students’ gender as well as mathematics- and functions-related self-concept and interest did not serve as predictive factors of students’ gain score magnitude. Students’ progression goes along with a significant shift in strategies used. While the dominant strategies in the pre-test relied on recursive and single variation, in the post-test, students moved to covariational and correspondence approaches. The findings indicate that upper primary school students are capable of grappling abstract facets of functions. This underscores the potential effectiveness of targeted interventions that adopt innovative design principles, particularly in light of the limitations of conventional curricula in adequately preparing students to explore functional relationships across diverse contexts
Jahresbericht des Rektorats 2022/2023
Jahresbericht der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für den Berichtszeitraum 01.10.2022-30.09.2023.
Korrektur: VIII Information und Digitalisierung, Bibliothek, S. 60
Laufende Zeitschriftenabonnements: 42
Textwerkstätten - literarisches Schreiben in Schule, Studium und Freizeit
Der vorliegende Band "Textwerkstätten – Literarisches Schreiben in Schule, Hochschule und Freizeit" reflektiert den aktuellen Trend des literarischen Schreibens, das sich in einer Vielzahl von Workshops, Schreibgruppen und Fortbildungen im deutschsprachigen Raum manifestiert. Die Publikation geht auf ein kooperatives Schreibprojekt zwischen Studenten und Dozenten zurück und bündelt Erfahrungen aus verschiedenen Veranstaltungen und Tätigkeitsfeldern, wie Fortbildungen, Seminaren und Lektoraten. Der Band bietet praxisorientierte, theoretisch fundierte Anleitungen und Anregungen für Leiter von Schreibgruppen und literarischen Projekten in Schulen und Hochschulen. Er dient als Studienbuch, Handreichung für ambitionierte Lehrkräfte oder als Inspirationsquelle für Hobbyschriftsteller. Die Beiträge leisten einen wichtigen Beitrag zum fachdidaktischen Diskurs der literarischen Schreibdidaktik und der methodischen Konzepte der Textwerkstätten. Querverweise ermöglichen ein themengeleitetes Lesen und gezieltes Herausgreifen einzelner Beiträge.
Mit Genehmigung des Verlages zur vergriffenen Auflage (ISBN 978-3-8340-1114-5
Vorstellungen von Physiklehramtsstudierenden zur Physik der einfachen Maschinen
Bei den Grundkonzepten von Kraft und Energie, aber auch beim Arbeitsbegriff, tauchen bei Schüler*innen Lernschwierigkeiten auf. Beispielsweise wird die oft beobachtete Gleichsetzung der physikalischen Bedeutung von Kraft und Energie in der Physikdidaktischen Forschung schon seit langem diskutiert.
Die Studie geht von der Vermutung aus, dass fehlentwickelte Vorstellungen auch noch bei Lehramtsstudierenden im Fach Physik auftauchen. Darüber wissen wir wenig.
Um dies zu untersuchen, eignet sich der Kontext der einfachen Maschinen gut, da hier die Grundkonzepte zu Kraft und Energie aufeinandertreffen. In diesem Kontext wird im Unterricht oft auch der physikalische Arbeitsbegriff eingeführt.
Die einfachen Maschinen haben im Unterricht noch immer eine Berechtigung, da deren Grundprinzipien die physikalische Basis vieler mechanischer Maschinen, Geräte und Werkzeuge darstellen, historisch betrachtet und auch noch heute. Die einfachen Maschinen ermöglichen vielfältige Lebensweltbezüge. In vielen deutschen Bundesländern und in der Schweiz sind daher die einfachen Maschinen fester Bestandteil im Curriculum der Mechanik.
Die Zielgruppe der Studie sind die Lehramtsstudierenden im Fach Physik. Die vorliegende Arbeit schließt bezüglich der Stichprobe und der Vorgehenssystematik eine Forschungslücke.
Häufig werden im Unterricht nur Hybride erreicht, also Vorstellungen, bei denen gewisse Aspekte der im Unterricht vermittelten wissenschaftlichen Sichtweise mit den alten Vorstellungen verwoben sind.
In einer Interviewstudie mit Physiklehramtsstudierenden zu den curricularen Anwendungskontexten Flaschenzug, Hebel und Rampe (schiefe Ebene) wurden sechs bereits aus der Schüler*innenvorstellungsforschung bekannte kognitive Schemata zu den physikalischen Begriffen Kraft, Arbeit und Energie identifiziert. Diese Schemata traten somit im Kontext der einfachen Maschinen auch noch bei Physiklehramtsstudierenden auf.
Ein kognitives Schema zum physikalischen Arbeitsbegriff sowie zwei Kraftschemata (diese werden in der Studie mit «Kraftverteilungsschema» und «Krafttransportschema» bezeichnet) wiesen noch nicht bekannte Facetten auf. Diese wurden mit einer zweiten Studie, einer Fragebogenstudie, validiert
Entwicklung, Implementation und Evaluation von innovativen Konzepten in einer inklusiven nicht-formalen Lernumgebung des SchülerInnenlabors der Sekundarstufe I
Die letzten Jahrzehnte haben sehr deutlich gezeigt, dass unsere Gesellschaft an Diversität stark zunimmt (Brachat-Schwarz, 2019; Frey et al., 2009; OECD, 2019b). Durch Zuwanderung ist besonders die ethnische, kulturelle und sprachliche Vielfalt innerhalb der Gesellschaft stark gewachsen. Diese große Diversität der Gesellschaft spiegelt sich auch in den Schulen wider. So unterscheiden sich SchülerInnen einer Lerngruppe in vielen Dimensionen der Diversität und lassen sich nicht als homogen betrachten. Neben ihrer Ethnie, ihrer Religion, ihrer Kultur und ihrem sozioökonomischen Hintergrund (Gardenswartz & Rowe, 1994) unterscheiden sie sich unter anderem in ihren Lernvoraussetzungen, ihren Begabungsprofilen, ihrer Motivation und in ihren Interessen (Sliwka, 2010). Diese Unterschiede beeinflussen wesentlich die individuelle Nutzung des Lernpotenzials der SchülerInnen und somit auch die Verfügbarkeit von Bildungsangeboten (Helmke & Weinert, 2021).
Wie die Gesellschaft als Ganzes hat sich auch die naturwissenschaftliche Bildung verändert. Sie versucht sich den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen und hat sich von einem elitären und spezialisierten Fach zur "Wissenschaft für alle" weiterentwickelt (European Commission et al., 2020). Die Hauptziele des naturwissenschaftlichen Unterrichts liegen im Erwerb naturwissenschaftlicher Kompetenzen (KMK, 2005). Durch die unterschiedliche Verfügbarkeit angemessener Bildungsangebote ist das naturwissenschaftliche Wissen ungleich verteilt und nicht für alle zugänglich. Die Expertengruppe der Europäischen Kommission für naturwissenschaftliche Bildung betont deshalb die große Herausforderung des Naturwissenschaftsunterrichts, alle Lernenden so zu unterstützen, dass sie naturwissenschaftliche Kompetenzen auf ihre bestmögliche Weise erlernen können (Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 2011). Empirische Studien wie PISA zeigen regelmäßig, dass es der naturwissenschaftlichen Bildung in Deutschland aktuell nicht gelingt, eine Wissenschaft für alle zu sein und allen die gleichen Bildungsmöglichkeiten anzubieten (OECD, 2016, 2019a). Insbesondere zeigt sich ein Zusammenhang zwischen schlechteren Ergebnissen in den Naturwissenschaften und dem sozioökonomischen Status sowie dem Migrationshintergrund der SchülerInnen (OECD, 2019b). Dass besonders SchülerInnen, auf die mindestens eines dieser beiden Merkmale zutrifft, oft keine guten Leistungen in den naturwissenschaftlichen Kompetenzen erreichen, deutet an, dass es hier an Lernangeboten fehlt, die wirksam für alle sind.
Eine in diesem Zusammenhang häufig genannte Dimension der Diversität, in denen SchülerInnen starke Unterschiede aufweisen, sind ihre sprachlichen Kompetenzen (Lee, 2005). Unterschiede der sprachlichen Fähigkeiten von SchülerInnen und deren Relevanz im naturwissenschaftlichen Unterricht sind bereits seit mehr als 20 Jahren Teil der bildungspolitischen Diskussion (Lynch, 2001). Die Forschung zeigt deutlich, dass das Lernen für SchülerInnen dann besonders schwierig ist, wenn sich ihre Erstsprache von der Unterrichtssprache unterscheidet (Lee, 2001). Darüber hinaus entstehen Probleme, weil sich die im Naturwissenschaftsunterricht verwendete Sprache von der allgemeinen Unterrichtssprache und der Alltagssprache der SchülerInnen unterscheidet (Markic & Childs, 2016). Daraus resultiert ein Bedarf an erhöhter Aufmerksamkeit, wenn allen SchülerInnen die gleichen Möglichkeiten zur Partizipation an Bildung ermöglicht werden soll.
Neben der formalen naturwissenschaftlichen Bildung an Schulen wird auch die Rolle der nicht-formalen Bildung für das Lernen von Naturwissenschaften innerhalb der internationalen Bildungsgemeinschaft intensiv diskutiert (z.B. Affeldt et al., 2017; Brandt, 2005; Guderian & Priemer, 2008; Raviv et al., 2019; Rennie, 2014). Mit der Forderung der UNESCO 2010 nach einer Bildung für alle (Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 2011) ergeben sich auch für nicht-formale Bildungsangebote neue Aufgaben und Herausforderungen.
Empfehlungen für den Umgang mit Diversität im Naturwissenschaftsunterricht und zur Verknüpfung inklusiver und naturwissenschaftlicher Prinzipien (z.B. Abels et al., 2020; Stinken-Rösner et al., 2020) sowie bewährte Methoden, Werkzeuge und Aktivitäten zur Unterstützung und Differenzierung einzelner Dimensionen der Diversität existieren bereits. Bislang existieren jedoch nur wenige praktische Beispiele und empirische Ergebnisse darüber, ob und in welcher Form die eher normativen Leitprinzipien, Methoden, Werkzeuge und Aktivitäten tatsächlich geeignet für das gemeinsame Lernen und somit für den inklusiven Naturwissenschaftsunterricht sind.
Diese Arbeit präsentiert und diskutiert ein inklusives Konzept für SchülerInnenlabore der Sekundarstufe I, das allen Lernenden die aktive Teilhabe am Experimentieren ermöglicht. In einem zyklischen Entwicklungsprozess orientiert am Modell der Partizipativen Aktionsforschung (Eilks & Ralle, 2002) werden inklusive Lernumgebungen für das SchülerInnenlabor der Sekundarstufe I entwickelt, implementiert und evaluiert. In zwei empirischen Phasen wurden die Lernumgebungen (1) auf ihre Wirksamkeit in sprachlich heterogenen Lerngruppen mit dem Fokus auf die Dimension der sprachlichen Fähigkeiten der SchülerInnen (Kapitel 3) und (2) auf ihre Wirksamkeit in diversen Lerngruppenmit dem Fokus auf den Dimensionen sprachliche Fähigkeiten, sozioökonomischer Status, ethnischer und kultureller Hintergrund und Begabung der SchülerInnen untersucht (Kapitel 4). Es werden Evaluationsergebnisse aus zwei Perspektiven hinsichtlich des Gelingens der aktiven Teilhabe aller Lernenden in sprachsensiblen und sprachfördernden Lernumgebungen (Publikation 2; Publikation 3) sowie inklusiven Lernumgebungen des SchülerInnenlabors der Sekundarstufe I (Publikation 4) vorgestellt. Die zyklisch generierten Erkenntnisse sind wichtiger Teil der Entwicklung, können aber auch für sich allein stehen. Die Evaluationsergebnisse lassen Aussagen über eine optimale Zusammenstellung von bewährten sprachsensiblen und sprachfördernden Methoden, Werkzeugen und Aktivitäten beim Experimentieren im SchülerInnenlabor zu und deuten auf einen positiven Effekt der sprachsensiblen und sprachfördernden Lernumgebungen auf das situative Interesse der SchülerInnen hin. Des Weiteren konnte eine Interdependenz zwischen verschiedenen Faktoren identifiziert werden, die sich positiv auf die aktive Teilhabe aller SchülerInnen auswirkt. Die Ergebnisse deuten außerdem an, dass Tablet-basierte, kontextorientierte Lernumgebungen sowie die Unterstützung durch gestufte Lernhilfen und das Arbeiten in kooperativen Teams beim Experimentieren im SchülerInnenlabor überwiegend positiv auf die SchülerInnen wirken. Die im Rahmen dieser Arbeit entstandenen sprachsensiblen und sprachfördernden sowie inklusiven Lernumgebungen dienen als konkrete Praxisbeispiele für die Umsetzung eines inklusiven Ansatzes, der mehrere Dimensionen der Diversität gleichzeitig berücksichtig und so eine inklusive naturwissenschaftliche Bildung fördert. In diesem Zusammenhang erkennt der inklusive Ansatz dieser Arbeit die Diversität der SchülerInnen, mit einem besonderen Fokus auf den Dimensionen der Diversität (i) sprachliche Fähigkeiten, (ii) ethnische und kulturelle Unterschiede, (iii) sozioökonomischer Status sowie (iv) Begabung an und berücksichtigt sie, indem er die Ansätze Kooperatives Lernen, Forschendes Lernen, Kontextorientiertes Lernen und Spielbasiertes Lernen miteinander zu einem offenen Ansatz verknüpft. Diese Arbeit stellt einen inklusiven Ansatz vor, der einen Raum bietet für Kommunikation und Zusammenarbeit, in dem alle einen wichtigen Beitrag nach ihren individuellen Fähigkeiten leisten können. Durch die vielseitigen und flexiblen Unterstützungsmöglichkeiten und die sprachsensible und sprachfördernde Gestaltung der Lernumgebung werden mögliche Barrieren minimiert oder beseitigt, um allen SchülerInnen die gleichen Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe zu eröffnen. Implikationen können hinsichtlich des Einsatzes des inklusiven Ansatzes in der Aus- und Weiterbildung von NaturwissenschaftslehrerInnen, der Anwendung auf andere nicht-formale Bildungsangebote und die Übertragung auf die formale Bildung getroffen werden.The last decades have shown very clearly that our society is strongly increasing in diversity (Brachat-Schwarz, 2019; Frey et al., 2009; OECD, 2019b). Immigration has increased the ethnic, cultural, and linguistic diversity within society. The diversity of society is also reflected in schools. Thus, students within a learning group differ in many dimensions of diversity and cannot be seen as homogeneous. In addition to their ethnicity, religion, culture, and socio-economic background (Gardenswartz & Rowe, 1994), they differ in their learning requirements, ability profiles, motivation, and interests (Sliwka, 2010). These differences have a significant influence on the individual use of students' learning potential and the availability of educational opportunities (Helmke & Weinert, 2021).
Like society as a whole, science education has changed. It is trying to adapt to societal changes. It has moved from an elitist and specialised subject to a "science for all" (European Commissionet al., 2020). The main objectives of science education are the development of scientific literacy (KMK, 2005). Due to the different availability of appropriate educational opportunities, science knowledge is distributed unequally and is not available to all. The European Commission's Expert Group on Science Education, therefore emphasises the great challenge of science education to support all learners in such a way that they can learn science competencies in the best possible way (Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 2011). Empirical studies such as PISA regularly show that science education in Germany is currently failing to be a science for all and to offer equal educational opportunities to all (OECD, 2016, 2019a). In particular, there is a correlation between lower results in science, socioeconomic status, and the migration background of students (OECD, 2019b). The fact that students with at least one of these characteristics often do not perform well in science suggests that there is a lack of learning opportunities that are effective for all.
A frequently mentioned dimension of diversity in which students show differences is their linguistic competence (Lee, 2005). Differences in students' language skills and their relevance in science education have been part of the educational policy debate for at least 20 years (Lynch, 2001). Research shows that learning is more difficult for students when their first language differs from the language of instruction (Lee, 2001). In addition, problems arise because the language used in the science classroom differs from the general language of instruction and the everyday language of the students (Markic & Childs, 2016). This results in a need for increased attention if all students are to have equal opportunities to participate in education.
In addition to formal science education in schools, the role of non-formal education for science learning is also intensively discussed within the international education community (e.g. Affeldt et al., 2017; Brandt, 2005; Guderian & Priemer, 2008; Raviv et al., 2019; Rennie, 2014). With UNESCO's 2010 call for education for all (Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 2011), new tasks and challenges also arise for non-formal education provision.
Recommendations for dealing with diversity in science education for linking inclusive and science principles (e.g. Abels et al., 2020; Stinken-Rösner et al., 2020) and proven methods, tools, and activities for supporting and differentiating individual dimensions of diversity already exist. However, few practical examples and empirical results exist on whether and in what form the rather normative guiding principles, methods, tools, and activities are suitable for collaborative learning and thus for inclusive science teaching.
This paper presents and discusses an inclusive concept for lower secondary school student laboratories that enables all learners to participate actively in experimentation. In a cyclical development process based on the model of participatory action research (Eilks & Ralle, 2002), inclusive learning settings for the secondary school laboratory are developed, implemented, and evaluated. In two empirical phases, the learning settings were evaluated (1) for their effectiveness in linguistically heterogeneous learning groups with a focus on the dimension of students' linguistic competencies (chapter 3) and (2) for their effectiveness in diverse learning groups with a focus on the dimensions of students' linguistic skills, socio-economic status, ethnic and cultural background and giftedness (chapter 4). Findings are presented from two perspectives regarding the success of active participation of all learners in language-sensitive and language-enhancing learning environments (publication 2; publication 3) and inclusive learning environments of the secondary school student laboratory (publication 4). The cyclically generated findings are an important part of the development, but can also stand alone. The evaluation results allow statements about an optimal combination of proven language-sensitive and language-promoting methods, tools, and activities when experimenting in the student laboratory and indicate a positive effect of the language-sensitive and language-supportive learning settings on students’ situational interest. Furthermore, interdependencies between different factors could be identified, which have a positive effect on the active participation of all students. The results also indicate that tablet-based, context-oriented learning settings, as well as the support of graded tip cards and working in cooperative teams when experimenting in the student laboratory, have a positive effect on students. The language-sensitive and language-supportive as well as inclusive learning settings developed in the context of this thesis can be seen as concrete practical examples for the implementation of an inclusive approach that takes into account several dimensions of diversity simultaneously and thus promotes inclusive science education. In this context, the inclusive approach of this thesis recognises and takes into account the diversity of students, with a particular focus on the dimensions of diversity (i) linguistic skills, (ii) ethnic and cultural differences, (iii) socio-economic status, and (iv) giftedness, by linking the approaches of cooperative learning, inquiry-based learning, context-based learning, and game-based learning into an open approach. This work presents an inclusive approach that provides a space for communication and collaboration where all can make an important impact according to their abilities. Through the diverse and flexible support options and the language-sensitive and language-supportive design of the learning settings, possible barriers are minimised or eliminated to open up equal opportunities for active participation for all students. Implications can be made regarding the use of the inclusive approach for in- and pre service science teachers, the adaption to other non-formal education offers, and the transfer to formal education
Bewegte Kita. Wünsche und Vorstellungen von Kindern zur Bewegung.
Die Studie untersucht die Perspektive von Kindern zur Bewegung in der Kita, konkret fokussiert sie deren Wünsche und Vorstellungen, wie eine Bewegte Kita gestaltet werden könnte. Das Ziel ist es, den Diskurs zur „Bewegung in der frühen Kindheit“ um die Perspektive von Kindern zu erweitern und auf dieser Basis einen konzeptionellen Beitrag zu einer kindzentrierten bewegungspädagogischen Praxis in Kitas zu entwickeln. Angelegt in den interdisziplinären Forschungsfeldern der Bewegung in der frühen Kindheit und der Kindheitsforschung in der frühen Kindheit versteht sich dieser Forschungsbeitrag darüber hinaus als methodologischer und methodischer Baustein einer Kindheitsforschung mit Kitakindern.
In einem explorativen, qualitativen Untersuchungsdesign wurden Aussagen von 38 Kindern in vier verschiedenen Kitas mit dem hierfür entwickelten Erhebungsinstrument „Bewegtes Interview“ zwischen September 2020 bis Juli 2021 erhoben und durch weitere Daten ergänzt, die aus Interviews mit pädagogischen Fachkräften, aus Elternfragebögen und Motoriktests gewonnen wurden. Die Daten wurden im Zuge der qualitativen Inhaltsanalyse kategorisiert.
Die Ergebnisse belegen eindrücklich das Interesse und die Kompetenzen der interviewten Kinder, ihre ‚Expertise‘ zu Fragen der Bewegung in der Kita mitzuteilen. Für die Forschung mit Kitakindern konnten einige Schlüsselfaktoren wie Offenheit, Flexibilität, Sensibilität und Reflexion als grundlegende Erkenntnis für das Forschungsfeld der Kindheitsforschung beschrieben werden.
Die interviewten Kinder artikulieren umfassende, vielfältige, detaillierte Wünsche und Vorstellungen für eine Bewegte Kita. In ihren Aussagen dokumentiert sich ein breites Verständnis von Bewegung, das Grundbewegungsformen, Fortbewegung, Alltagsbewegungen bis hin zu sportlichen Bewegungsaktivitäten umfasst. Bewegung erweist sich aus Kinderperspektive als ein allgegenwärtiger, natürlicher, selbstverständlicher Bestandteil der institutionellen Lebenswirklichkeit. Für die konzeptionelle Umsetzung einer Bewegten Kita, welche die Kindersicht berücksichtigt, liegt der Schwerpunkt auf den strukturellen Rahmenbedingungen im Sinne einer frei zugänglichen, vorbereiteten Bewegungswelt, die von den Kindern und ihren ausgewählten Bewegungspartner:innen so weit wie möglich selbstbestimmt genutzt werden kann.
Die anhand der Interviews erstmalig entwickelten Kategorien zur Bewegten Kita aus Kindersicht folgen der epistemologischen Annahme, dass eine Annäherung an die Perspektive der Kinder im Sinne einer differenzierten, mehrperspek-tivischen Herangehensweise an das Konstrukt Bewegung in der Kita möglich ist. Die Aussagen der Kinder in der vorliegenden Studie werden als äußerst gehaltvolle Perspektive auf den Themenkomplex der Bewegung(sförderung) in der Kita verstanden, sie unterstreichen das Bildungs- und Entwicklungs-potenzial von Bewegung und bilden die Basis für einen Konzeptentwurf für eine Bewegte Kita, der die Perspektive der Kinder für ein vollständiges Bild von Bewegung in der frühen Kindheit integriert.
Die Kinderperspektive sollte sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis in der Bewegungspädagogik stärkere Berücksichtigung finden. Die vorgelegte Forschungsarbeit versteht sich als ein erster dezidierter Beitrag zu diesem Desiderat
Translanguaging in today’s multilingual classes – Students’ perspectives of classroom management and classroom climate
Although several approaches for addressing students’ multilingualism have been proposed, their implementation in class has often been challenged, with classroom-related concerns voiced over key dimensions of teaching quality. This study investigates the relationship between a teaching unit including translanguaging and students’ perceptions of teaching quality in multilingual elementary school classes in Germany. Using data from an intervention study involving 48 classes and 865 students, the results provide empirical evidence to allay concerns over implementing translanguaging in multilingual classrooms, enhancing the understanding of the connection between translanguaging and teaching quality