Hochschulschriftenserver der PH Ludwigsburg
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    Bericht zum Forschungsprojekt Kommunikation, Lernen, Arbeitsgedächtnis – KLAR.

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    Im Bericht werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts Kommunikation, Lernen, Arbeitsgedächtnis vorgestellt. Das Projekt gliedert sich in drei Teile. Im ersten Projektteil werden individuelle kognitive Profile von Schülerinnen und Schülern aus Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung erhoben. Schwerpunkt bildet dabei die Untersuchung des Arbeitsgedächtnisses, insbesondere der phonologischen Schleife (kurzzeitige Speicherung sprachgebundener Informationen), des visuell-räumlichen Notizblocks (kurzzeitige Speicherung visuell-räumlicher Informationen) und der exekutiven Funktionen (u. a. Fähigkeiten zum Fokussieren und Wechseln der Aufmerksamkeit). Als zusätzliche Variablen werden sozio-demographische Merkmale sowie die fluide Intelligenz (Erkennen und Herstellen logischer Beziehungen) erhoben. Die Ergebnisse des Projekts sollen zu einem besseren Verständnis individueller Stärken und Schwächen dieser für Lernprozesse wichtigen Ausgangsbedingungen beitragen. Die Forschung in diesem Bereich findet vornehmlich im internationalen Rahmen statt (u. a. Farran & Jarrold, 2003; Henry & MacLean 2002; Kay-Raining Bird & Chapman, 1994; Lifshitz et al. 2011; van der Molen et al. 2010), diese Erkenntnisse sind aber auf den deutschsprachigen Raum aufgrund unterschiedlicher Definitionen der Personengruppe insbesondere mit Blick auf eine fehlende Abgrenzung zwischen den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung nur eingeschränkt übertragbar. Deshalb sollen zunächst Vergleiche zwischen Kindern mit spezifischer bekannter Einschränkungsursache und Schüler*innen aus dem Schwerpunkt geistige Entwicklung mit unspezifischer Ätiologie ihrer Lernschwierigkeiten angestellt werden, um die Forschungsergebnisse aus dem internationalen Raum hinsichtlich ihrer Gültigkeit in Bezug auf die spezifischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu überprüfen. Im zweiten Projektteil stehen Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Verhaltensauffälligkeiten und exekutive Funktionen im Fokus. Auffälliges Verhalten gewinnt zunehmend an Bedeutung an Schulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung (Klauß, 2012) und wird von Lehrkräften als hoher Belastungsfaktor wahrgenommen (Dworschak et al., 2012). Um potenzielle kognitive Bedingungsfaktoren auffälligen Verhaltens zu identifizieren und entsprechende Interventionsmöglichkeiten ableiten zu können, wird deshalb der Einfluss exekutiver Funktionen (EF) auf auffälliges Verhalten untersucht. EF stehen bei durchschnittlich entwickelten Kindern in Zusammenhang mit externalisierenden und internalisierenden Verhaltensauffälligkeiten (Snyder et al, 2015), bei Schülern und Schülerinnen im Schwerpunkt geistige Entwicklung fehlt jedoch bisher eine systematische Analyse dieses Zusammenhangs. Schließlich wird im dritten Teil des Projekts die optische Gestaltung und das Layout von Kommunikationsoberflächen in den Blick genommen werden. Hier gibt es generell wenig Erkenntnisse. Viele bisherige Studien wurden mit Kindern ohne Beeinträchtigung durchgeführt (Drager & Light 2010; Thistle & Wilkinson 2017). Zudem sollen durch den Einsatz von Eye-Tracking zusätzliche und validere Daten erhoben werden

    Explorative Studie zum Simulationsverständnis von Schüler*innen: Identifizierung von Teilkompetenzen und ihre Evaluation in der Praxis

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    Simulationen gewinnen zunehmend an Bedeutung für gesellschaftliche Entscheidungsprozesse – beispielsweise im Kontext der COVID-19-Pandemie, der Bevölkerungsentwicklung oder der Klimaforschung. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, ein Bildungsangebot für den Mathematikunterricht in der Sekundarstufe I zu entwickeln, das Schüler*innen dazu befähigt, Simulationsergebnisse kritisch zu hinterfragen, deren gesellschaftliche Relevanz zu erkennen und auf dieser Basis reflektierte Entscheidungen für das eigene Handeln zu treffen. Im ersten Schritt wurde untersucht, welche Kompetenzen für ein fundiertes Simulationsverständnis erforderlich sind. Auf Grundlage einer Literaturrecherche zur Definition des Begriffs "Simulation" und Interviews mit Personen mit Expertise konnten Modellierungskompetenz, Modellkompetenz und Systemdenken als zentrale Teilkompetenzen identifiziert werden. Ausgehend von den identifizierten Teilkompetenzen wurde eine Unterrichtssequenz für Schüler*innen der Klassenstufen sechs und sieben entwickelt, die das bildungsplanrelevante Thema Zuordnungen mit dem Lernen über Simulationen verknüpft. Im Sinne des Design-Based Research-Ansatzes wurde die Sequenz in einem iterativen, zyklischen Prozess im schulischen Kontext erprobt, Unterrichtsbeobachtungen wurden ausgewertet und die Sequenz entsprechend überarbeitet. Eine zentrale Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, dass der Funktionsbegriff in diesen Jahrgangsstufen noch nicht eingeführt ist. Daher musste ein Zugang gefunden werden, der es Schüler*innen ermöglicht, auch ohne explizites Wissen über Funktionen einfache mathematische Modelle zu erstellen und zu simulieren. Es zeigte sich, dass gerichtete Graphen eine geeignete alternative Darstellungsform sind. Darüber hinaus wurde deutlich, dass das eigenständige Simulieren der entworfenen Modelle einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Simulationsverständnisses leistet. Um den Effekt der Unterrichtssequenz erfassen zu können, wurden auf Basis bestehender Messinstrumente Fragebögen konzipiert. Diese wurden im Pre-Post-Design gemeinsam mit dem aktuellsten Entwurf der Unterrichtssequenz in fünf Klassen erprobt. Die Auswertung der erhobenen Daten zeigte Optimierungspotenziale im Fragebogen auf und lieferte erste Hinweise darauf, dass die Schüler*innen infolge der Unterrichtssequenz ein besseres Verständnis dafür entwickelten, dass wissenschaftliches Arbeiten das Formulieren von Annahmen beinhaltet. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Überarbeitung und Weiterentwicklung der Fragebögen. Damit liefert diese Arbeit einen explorativen Beitrag zu einem bisher wenig erforschten Bereich, dem Lernen über Simulationen.Computer simulations have been a central method in scientific findings for a long time. Scientists use simulations to test their hypotheses, generate new ones and make predictions. In addition, simulations are used for communicating scientific results. Experts exchange information among themselves or communicate their knowledge to politicians and other stake holders. Therefore, simulations serve as basis for decisions of social relevance, for example in the contexts of the COVID-19 pandemic, demographic change, or climate research. This study aimed to design a teaching unit for lower secondary mathematics education that enables students to critically evaluate simulation results, recognize their relevance to society, and make informed and reflective decisions based on them. The first step was to identify the competencies necessary for understanding simulations. Based on a literature review of the term "simulation" and interviews with experts, three key sub-competencies were identified: modeling competence, model competence, and systems thinking. Building on these, a teaching unit was developed for students in grades six and seven. It links the curriculum-relevant topic of proportional and inversely proportional relationships with learning about simulations. Using a design-based research approach, the unit was tested and iteratively refined through classroom implementation, observation, and revision. A central challenge was that the concept of functions had not yet been introduced at this educational level. Therefore, an approach was needed that would enable students to create and simulate simple mathematical models without prior knowledge of functions. Directed graphs proved to be a suitable alternative. Allowing students to simulate their own models independently significantly supported their understanding of simulations. To evaluate the effects of the unit, questionnaires were developed based on existing measurement tools and implemented in a pre-post format across five classes, alongside the most recent version of the teaching unit. The data analysis identified areas for improvement in the questionnaires. This study offers an exploratory contribution to the still under-researched field of learning about simulations

    Könnenwollen - Gelingensbedingungen bildnerischer Begabungen und deren (außerschulische) Förderung

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    Die kunstpädagogische Forschungsarbeit entwickelt und begründet das Konzept des "Könnenwollens" als zentrales Element bildnerischer Lernprozesse. Im Fokus steht die Frage, wie individuelle Motivation und Fähigkeit zusammenwirken. Der Begabungsbegriff wird dabei kritisch reflektiert – sowohl aus historischer Perspektive als auch im Kontext aktueller bildungspolitischer Diskurse zur Begabungsförderung. Die empirische Basis der Studie bildet eine umfangreiche Untersuchung innerhalb eines Förderprogramms für künstlerisch begabte und interessierte Kinder und Jugendliche

    (Schulische) Inklusion unter dem Blickwinkel von Körper, Leib und Digitalität – eine bildungspolitische Konklusion

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    Die vorliegende kumulative Dissertation verbindet die schulische Inklusion mit den Themen Körper, Leib und Digitalität. Ausgehend davon, dass Digitalität als Ermöglichung neuer Handlungsoptionen für Lernende verstanden wird, werden die folgenden Fragen beantwortet: • Wie kann (Bildungs-)Teilhabe realisiert werden, wenn leib-körperliche Prozesse eingeschränkt sind? • Wie können Schüler:innen am Unterricht teilnehmen, die nicht physisch anwesend sein können? • Wie können Lernende mit ausgesetzter Schulpflicht weiterhin ihre Bildungschancen wahrnehmen? Ziel der Arbeit ist es einerseits, Inklusion philosophisch-ethisch zu begründen und ein vertieftes Verständnis leib-körperlicher Prozesse bei Menschen mit Einschränkungen zu entwickeln. Andererseits werden die theoretischen Überlegungen genutzt, um - unter Berücksichtigung der digitalen Möglichkeiten - konkrete Konsequenzen für die Schulpraxis und die Bildungspolitik abzuleiten. Der Rahmentext fasst die Hauptaussagen der fünf Veröffentlichungen zusammen und schließt mit sieben bildungspolitischen Forderungen ab, die den aktuellen Handlungsbedarf hinsichtlich der Umsetzung der (schulischen) Inklusion in Bezug auf körperliche Prozesse zeigen. Publikationen der kumulativen Dissertation: Bick, Ulrike; Hartmann, Lynn (2023): Die Rolle von Digitalschulen in der inklusiven Schullandschaft. In: RdJB 71 (4), S. 390–406. DOI: 10.5771/0034-1312-2023-4-390. Hartmann, Lynn (2023): Die (digitale) Extension des Leibes. Zur ethisch-pädagogischen Verpflichtung des Einsatzes von (digitalen) Kommunikationstechnologien bei Menschen mit (komplexen) Behinderungen. In: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete: Reinhardt (92), S. 226–240. Hartmann, Lynn (2024): Digitale Bildungsräume als Möglichkeit inklusiver schulischer Teilhabe. In: ZfI 19 (2), S. 95–113. Online verfügbar unter https://inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/758. Hartmann, Lynn (2024): Doppelte Körperlichkeit. Inklusive Partizipationsmöglichkeiten durch die Nutzung digitalisierter Stellvertreter im analogen Raum. In: Medien Journal, S. 4–26. DOI: 10.60764/1025-9473.2024.01.2. Hartmann, Lynn (2025): Inklusion und Würde – eine ethische Begründung des weiten Inklusionsbegriffs. In: Concordia (87), S. 17–35

    AGICA Lessons Learned Paper 2 (November 2025) Agents of Knowledge Transfer between Professional Administrative Services, Research and HE Leadership – international conference proceedings from the German AGICA Project

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    Lessons Learned Paper 2 includes insights from the international conference of the AGICA project on November 29, 2024, and brings together recommendations and experiences from Prof. Dr. Glen Jones of the University of Toronto, Dr. Celia Whitchurch of University College London, and Dr. Heide Klug of TU Aschaffenburg on knowledge transfer at Higher Education Institutions.Das Lessons Learned Paper 2 beinhaltet Erkenntnisse der internationalen Tagung des AGICA-Projekts vom 29. November 2024 und vereint Empfehlungen und Erfahrungen von Prof. Dr. Glen Jones von der Universität Toronto, Dr. Celia Whitchurch vom University College, London und Dr. Heide Klug von der TU Aschaffenburg zu Wissenstransfer an Hochschulen

    Mediale Sichtweise auf Literatur

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    Inzwischen hat die Literaturwissenschaft, ohne dass sie sich von ihren traditionellen Gegenständen, den wortcodierten Texten, hätte verabschieden müssen, die produktiven Potenziale der audiovisuellen und computerbasierten Medien und deren eigenständige Ästhetik bzw. künstlerischen "Eigensinn" erkannt. Folglich nutzt sie diese Erkenntnisse für eine theoretische Öffnung und beachtliche Erweiterung des eigenen Fachgebiets sowie für forschungsleitende Fragestellungen. Solche Öffnungen haben auch den Blick auf die traditionellen Gegenstände geschärft und verändert: Es galt und gilt die häufig verborgengebliebenen Referenzen und Reflexionen auf Mediales und Medien zu entdecken und die Verflechtungen und gegenseitigen Bezüge und Verweise zu analysieren. In ähnlicher Weise gelten diese Prozesse für die Literaturdidaktik: Häufigerwerden Unterrichts- sowie kulturelle Freizeitsituationen, in denen multi- und intermediale Lernprozesse anhand der unterschiedlichen Medien angestoßen und die Instrumentarien für Analyse und Produktion vermittelt werden. Auch die Literaturdidaktik muss zur Kenntnis nehmen, dass sich die Epoche des Leitmediums Buch schon verabschiedet hat und sich darüber hinaus das Zeitalter, in dem irgendein Leitmedium auszumachen ist, insgesamt zu verabschieden beginnt. Anknüpfend an solche Überlegungen wollen die Beiträge dieses Bandes der Fachwissenschaft als auch der Fachdidaktik Rechnung tragen. Im Print erschienen im Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler ISBN 978-3834004109, vergriffe

    Die Volkshochschule als Netzwerk: Eine Replik zur Diagnose organisationaler Disparität.

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    Dörner und Rundel (2023) untersuchten, wie Volkhochschulen in Sachsen-Anhalt in der Pandemie organisational agierten und monieren dabei die Disparität von normativen Ansprüchen und Umsetzung. Der Beitrag hinterfragt diese Kritik und erweitert die Perspektive durch organisationstheoretische Ansätze. Volkshochschulen werden demnach als komplexe Netzwerke gedeutet, die sowohl intern als auch in ihren kommunalen Verankerungen unterschiedlich agieren. Die einzelnen Einrichtungen bildeten unter Druck pragmatisch lokal-stabilisierende Verhaltensmuster aus. Zu vermuten ist, dass dazu auch Reaktionsmuster gehören, die bislang nicht im Fokus organisationspädagogischer Forschungen stehen. (Dörner, O., & Rundel, S. (2023). Volkshochschulen zwischen Auftrag, Inszenierung und Routinen. Eine Studie zu Volkshochschulen in Sachsen-Anhalt während der Corona-Pandemie. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung, 46, 315–330)

    Second Language Interactional Competence in Virtual Exchanges. A Conversation Analysis of EFL-Teacher Students in a German-Israeli Online Intercultural Exchange

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    Die vorliegende publikationsorientierte Dissertation widmet sich dem Phänomen der fremdsprachlichen Interaktionalen Kompetenz (L2 Interactional Competence, im Folgenden: L2 IC) im Kontext hochschulischer virtueller Austausche (Virtual Exchanges). Aufbauend auf vier Publikationen wird untersucht, wie sich L2 IC in schriftlich-synchroner, schriftlich-asynchroner sowie in multimodal-videovermittelter Interaktion zwischen Lehramtsstudierenden entfaltet und situativ hergestellt wird. Die Arbeit ist interdisziplinär situiert und verortet sich im Schnittfeld von konversationsanalytischer Fremdsprachenerwerbsforschung, digitaler Hochschuldidaktik und empirisch fundierter Virtual Exchange-Forschung. Theoretisch basiert die Arbeit auf einem diskurspragmatischen Verständnis von Interaktionalität, das auf Ethnomethodologie (Garfinkel, 1967) und Konversationsanalyse gründet (u.a. Sacks/Schegloff/Jefferson 1974; Mondada 2019), wobei Interaktionale Kompetenz nicht als feststehende Ansammlung individueller Fähigkeiten, sondern als situiert emergierendes Handlungsvermögen im Rahmen sozialer Aktivitäten aufgefasst wird. Im Sinne von Hall, Hellermann und Pekarek Doehler (2011) wird L2 IC als dynamisch-kooperativer Herstellungsprozess konzeptualisiert, der im Vollzug von Aktivitäten wie linguistisches Reparieren (repair), Themensteuerung (topic management) oder interaktionale Ausrichtung oder Abgrenzung (dis-/alignment) beobachtbar wird. In der Auseinandersetzung mit L2 IC wird zudem ein innovativer Rahmen („The Five Natures of IC“) entwickelt, der unterschiedliche konzeptuelle Perspektiven auf L2 IC, nämlich die lokale, prozedurale, multimodale, dynamische und soziale Dimension, bündelt und als theoretische Grundlage der konversationsanalytischen Studien innerhalb dieser Dissertation dient. Im Zentrum der Arbeit stehen vier begutachtete Fachartikel, von denen drei bereits veröffentlicht wurden und einer zur Publikation eingereicht ist. Während der erste Beitrag eine theoretisch-konzeptionelle Einordnung virtueller Austausche vornimmt, unter Rückgriff auf lerntheoretische Modelle wie Experiential Learning (Kolb, 1984) und Online Collaborative Learning (Harasim, 2012), konzentrieren sich die drei anschließenden Studien auf die empirische Analyse interaktionaler Praktiken. Diese beruhen auf konversationsanalytischen Untersuchungen videobasierter Online-Interaktionen zwischen deutschen und israelischen Lehramtsstudierenden des Faches Englisch, die im Rahmen des Telekollaborationsprojektes Extended Telecollaboration Practice (kurz ETP; www.telecollaboration.eu; s. Waldman, Harel, & Schwab, 2019) durchgeführt wurden. Die drei empirischen Studien (Artikel 2 bis 4) widmen sich der Konversationsanalyse interaktionaler Praktiken in Online-Teammeetings der Studierenden. Analysiert werden videobasierte Interaktionen, die im Rahmen des ETP-Projektes aufgezeichnet wurden. Die Daten wurden auf Basis multimodaler Transkriptionsverfahren (GAT2, Mondada 2014) aufbereitet und mit konversationsanalytischen Mitteln ausgewertet. Die zweite Studie betrachtet im Rahmen einer konversationsanalytischen Querschnittsstudie initiale videobasierte Begegnungen zwischen israelisch-deutschen Studierendengruppen und zeigt, wie Teilnehmende trotz technischer Begrenzungen und medialer Asymmetrien gemeinsame Bezugspunkte herstellen, Sprecherwechsel organisieren und epistemische Unsicherheiten aushandeln. Dabei wird deutlich, dass Ressourcen wie Körpersprache, Blickführung und prosodische Markierungen gezielt eingesetzt werden, um Verständigung zu ermöglichen und affektives Alignment herzustellen. Gleichzeitig wird sichtbar, dass der Einsatz lokaler Erstsprachen (L1) ambivalente Effekte hat: Er kann entweder affiliativ wirken oder, etwa bei lokalem Code-Switching zur Erstsprache, die Partizipation der „virtuellen“ Team-Mitglieder negativ beeinträchtigen. Die dritte Studie verfolgt ein einzelnes deutsch-israelisches Team über sieben Zoom- Sitzungen hinweg. Im Fokus dieser Längsschnittstudie steht die Entwicklung von Turn-Taking- Praktiken im Verlauf eines Semesters. Die Analyse offenbart, dass sich interaktionale Routinen über die Zeit herausbilden, etwa durch explizite Adressierung oder Pausensetzung. Zugleich wird jedoch deutlich, dass diese Entwicklung nicht linear verläuft: Teilweise entstehen Dominanzgefälle, bei denen einzelne Sprecher:innen zunehmend die Gesprächsführung übernehmen und andere Beteiligte wiederholt unterbrechen, was nicht nur auf technologische Schwierigkeiten zurückzuführen ist. Die vierte Studie rückt Praktiken des Topic Management in den Mittelpunkt und untersucht, wie Gesprächsteilnehmende Themen initiieren, weiterführen oder wechseln, insbesondere unter hybriden Bedingungen mit lokal kopräsenten und gleichzeitig virtuell zugeschalteten Partner:innen. In einem Fallstudien-ähnlichen Design wird eine einzelne längere Sequenz derselben Gruppe analysiert und gezeigt, wie bestimmte Teilnehmende Themenverläufe unilateralisieren, während andere durch Rekapitulation, explizite Anschlussangebote oder adressierte Einladungen kohärente Gesprächsentwicklung fördern. Hier wird deutlich, dass gelingende Themensteuerung nicht vorrangig eine Frage sprachlicher Kompetenz, sondern interaktionaler Sensibilität ist. In ihrer Zusammenschau verdeutlichen die Studien, dass Interaktionale Kompetenz kontextgebunden ist und sich im virtuellen Raum anders artikuliert als in reiner Präsenzinteraktion. Zum anderen zeigen sie auf, dass virtuelle Austauschformate Lernräume eröffnen, in denen fremdsprachliches Handeln nicht nur auf sprachlicher, sondern auch auf epistemischer, interkultureller und reflexiver Ebene geformt wird. Gerade für angehende Lehrkräfte bieten solche Settings Gelegenheiten zur Ausbildung professionsrelevanter Kompetenzen. Methodologisch verweist die Dissertation auf das Potenzial konversationsanalytischer Verfahren zur Untersuchung digital vermittelter Kommunikation. Die konversationsanalytische Betrachtung natürlicher Interaktion (talk-in-interaction) erlaubt differenzierte Einblicke in sprachlich-kommunikative Aushandlungsprozesse, die in traditionell testbasierten Kompetenzmodellen häufig unberücksichtigt bleiben. Abschließend werden Implikationen für die curriculare Integration virtueller Austauschformate in der Lehrer:innenbildung sowie Perspektiven für ein interaktionsbasierte Sprachbeurteilung im digitalen Raum skizziert. Literaturverzeichnis Garfinkel, H. (1967). Studies in ethnomethodology. Prentice-Hall. Hall, J. K., Hellermann, J., & Pekarek Doehler, S. (Eds.). (2011). L2 interactional competence and development. Multilingual Matters. Harasim, L. M. (2012). Learning theory and online technology. Routledge. Kolb, D. A. (1984). Experiential learning: Experience as the source of learning and development. Prentice-Hall. Mondada, L. (2014). The local constitution of multimodal resources for social interaction. Journal of Pragmatics, 65, 137–156. https://doi.org/10.1016/j.pragma.2014.04.004 Mondada, L. (2019). Contemporary issues in conversation analysis: Embodiment and materiality, multimodality and multisensoriality in social interaction. Journal of Pragmatics, 145, 47–62. https://doi.org/10.1016/j.pragma.2019.01.016 Sacks, H., Schegloff, E. A., & Jefferson, G. (1974). A simplest systematics for the organization of turn-taking for conversation. language, 50(4), 696-735. Waldman, T., Harel, E., & Schwab, G. (2019). Extended telecollaboration practice (ETP) in teacher education: Towards pluricultural and plurilingual proficiency. European Journal of Language Policy, 11(2), 167–185

    Netzwerke knüpfen in der Kindheitspädagogik. Beiträge zum Tag der Vernetzung 2024 in Ludwigsburg

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    Die Reihe „Beiträge zum Tag der Vernetzung in Ludwigsburg“ dokumentiert die wiederkehrende Veranstaltung des Bachelor- und des Masterstudiengangs Bildung und Erziehung im Kindesalter und eröffnet hierdurch einen Zugang zu den vielfältigen Ein- und Ausblicken der Beitragenden auf die Profession der Kindheitspädagogik sowie auf die beruflichen Werdegänge und Arbeitsfelder von Absolventinnen und Absolventen

    Auge der Zeit - Was Literatur für Demokratie tun kann

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    ›Was Literatur für Demokratie tun kann‹ In Chernivtsi führte die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg in Kooperation mit der Yuriy Fedkovych Chernivtsi National University im November 2010 ein Symposium durch, das sich der potentiellen und tatsächlichen gesellschaftlichen und politischen Wirksamkeit ausgewählter deutschsprachiger und ukrainischer Literatur auf demokratische Prozesse widmete. Autoren wie Bertolt Brecht, Erich Fried, Paul Celan, Else Lasker-Schüler oder Herta Müller setzten sich in ihren Werken für demokratische und humanistische Grundprinzipien ein, haben vor Faschismus gewarnt, undemokratische Entwicklungen kritisiert und das Trauma der Shoah dem Vergessen und Verdrängen zu entreißen versucht. Gespiegelt werden diese Bemühungen in der ukrainischen Literatur von Autoren wie Olga Kobylanska, Ivan Bazhanski, Oksana Sabuzhko, Jurij Andruchowytsch oder Andrij Kurkov. Ergänzt wird die zweisprachige Dokumentation durch Ergebnisse von Studenten und Dozenten literarischer Workshops im Kontext der Tagung. Gefördert wurde das Projekt durch das DAAD-Sonderprogramm zur »Unterstützung der Demokratie in der Ukraine«. Gewidmet war diese Tagung dem aus Czernowitz stammenden Lyriker Paul Celan, der am 23.11.2010 neunzig Jahre alt geworden wäre. Mit Genehmigung des Schneider Verlags Hohengehren, Baltmannsweiler. Vergriffene Printausgabe ISBN 978-383400895

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