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Werk und Diskurs VL 08
VL 8: 13. Januar 2011
Allegorien, Weltbilder, Hermetismen: Lehrstücke und Irreführungen
In der achten Vorlesung thematisiert Hans Ulrich Reck ein weiteres Mal einige Allegorien in Gestalt von 'Weltbildern' der Renaissance. Diesmal aber unter einem besonderen Gesichtspunkt, geht es doch um den Bestand, die Ausdruckskraft und die Funktionen einer absichtsvollen hermetischen Ikonographie. Piero della Francesca und Giorgione sind prominente Urheber solcher rätselhafter Werke, die im 15. Jahrhundert bereits auf die grassierende Mode der humanistischen Lehrstücke reagieren, indem sie einen Bildinhalt gerade nicht als Unterweisung eines gebildeten Betrachters und damit in Referenz zu korrekten literarischen Vorbildern behandeln. Sondern, im Gegenteil, diesen verunklaren und verschieben. Möglicherweise auf einen exklusiven Kreis von Auftraggebern, die gerade keine öffentlich transparente Lesbarkeit der in Auftrag gegebenen Werke möchten
Werk und Diskurs VL 09
VL 9: 27. Januar 2011
Werk und Diskurs: Theorien der Künste I
Nun werden die theoretischen Konsequenzen zum Semesterthema der Werke und ihren
Verhältnissen zu den Diskursen vorgestellt und erörtert. Die neunte Vorlesung eröffnet Hans Ulrich Reck mit dem zweiten Teil (der erste hatte Platz in der Vorlesung 7) einer Darstellung der Betrachtungen von Jean-François Lyotard zu Karel Appel. Das bietet eine ideale Überleitungsmöglichkeit zu arte informale und arte povera. Der Hauptteil der Vorlesung widmet sich philosophischen Kunsttheorien der Romantik. Besondere Themen: Fragment, Genie-Ästhetik, das Erhabene der Natur
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 08
VL 8: 12. Dezember 2011
Kunsttheorien und Aufbruchbewegungen von Baudelaire bis in die Gegenwart in
knapper Zuspitzung
In der achten Vorlesung des Semesters, welche den Vorlesungsteil abschließt und zur
zweiten Hälfte mit den Seminaren überleitet, rekapituliert Hans Ulrich Reck zunächst die
Ästhetik und Poetologie von Charles Baudelaire im Zeichen der und die moderne
Flüchtigkeit. Ästhetik, Kunst, Kultur, Lebensform und Lebenswelt greifen ineinander,
auch auf den Extrempolen eines Nietzsche und des Faschismus.
Weitere Themen, meist knapp exponiert und zugespitzt, Fragmente einer Thematisierung
der großen Entwicklung und eines Zusammenhangs:
– Exkurs Gauguin und Cézanne,
– Expressionismus, Gropius, Corbusier,
– Totalitarismus, Exkurs zu Fluchthilfe, Varian Fry und Lisa Fittko,
– Hybridisierung und Metakunst am Beispiel von 'Ariadne auf Naxos' (1916, Strauss und
Hofmannsthal),
– Exkurse Thomas und Heinrich Mann; deutsche Kultur und französische Zivilisation.
– Selbstprimitivierung; knappe Bemerkungen zu Ästhetik, Naturphilosophie,
Kunsttheorie und Methodologie des Surrealismus,
– Exkurs zur Pop art und einer gewandelten Ästhetik der Lebenswelt,
– kurze Darstellung von 'Fabrique des Images' (Ausstellung Musée du Quai Branly Paris
2011),
– Thesen zu Kunst als Metakunst und Kunst als Philosophie
Werk und Diskurs VL 10
VL 10: 3. Februar 2011
Theorien der Künste II: Kurzabriss philosophischer Kunsttheorien von der Antike
bis zur conceptual art
Mit der zehnten Vorlesung beschließt Hans Ulrich Reck den Zyklus zum Verhältnis von
Werk und Diskurs. Er entwirft in hochriskanter Zuspitzung, wohl auch Verkürzung eine Typologie, ein ästhetik- und kunsttheoretisches Resümee, indem er auf einige Etappen der theoretischen Grundlegung der Künste in Europa von der Antike bis zum 20. Jh. verweist: Platon, Christentum, Onto-Theologik, Lessing und Winckelmann, Schlegel und Kleist, Hegel und Schelling, die Poeten des 19. Jahrhunderts, Baudelaire, Chateaubriand und Victor Hugo. Dann die Künstlertheorien des 20. Jahrhunderts mit conceptual art alsEnde und Rückkehr zum Beginn zugleich
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 01
VL 1: 17. Oktober 2011
Regularität, Ordnung, Resistenz – Beckett und Adorno
Die erste Vorlesung widmet Hans Ulrich Reck Samuel Beckett. Am Beispiel der TVArbeiten
Square/ Quadrat, Geistertrio, die pantomimisch sind und in regelmäßigen
Figurationen sich ergehen, werden ästhetische Kategorien des Kunstwerks als eines Nicht-
Vereinnahmbaren, also als Widerstand erörtert und im Hinblick auf Adornos
Auseinandersetzung mit Samuel Beckett präzisiert, die allerdings auch nicht frei ist von
philosophischer Instrumentalisierung der Kunst. Es wird aus Texten von Beckett gelesen,
die er zu seinen TV-Balletten geschrieben hat. Ein Verweis auf die Endspieltheorie von
Marcel Duchamp-Halberstadt (als Schachlehrbuch erschienen) legt dar, wie geometrische
Muster ästhetische Qualität in ganz anderen Bereichen entfalten können.
Sodann werden Organisationsfragen – Termin, Anforderungen, Hausarbeiten, Themen,
Vorgehen, Phrasierung – der doch spezi"sch aufgebauten, zweigeteilten
Lehrveranstaltung erörtert. Die Lehrveranstaltung dieses Semesters hat zwei Teile: Ein
erster mit den hier dokumentierten Vorlesungen richtet sich an alle Studentinnen und
Studenten der KHM und des Kunstmanagement-Lehrgangs CIAM, für welche die
Veranstaltung Pficht ist. Die zweite Hälfte des Semesters wird in Form von Seminaren
durchgeführt, die exklusiv zusammen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus
dem CIAM bestritten werden
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 03
VL 3: 7. November 2011
Platon, Antike
In der dritten Vorlesung leitet Hans Ulrich Reck, auf dem negativ gesetzten Hintergrund
aktueller Spekulationen von Jacques Rancières zu Platon über. Zunächst aber geht es um
eine Rekapitulation der Darlegungen der letzten Vorlesung zu Ritual, Kant und Schiller
nebst einem Exkurs zum utopisch konzipierten bürgerlichen Museum. Der Hauptteil der
dritten Vorlesung widmet sich dann der Ästhetik und Kunsttheorie der Antike und v. a.
Platon.
Besonders werden behandelt Platons Texte/ Polyloge 'Phaidros' und 'Symposium'. Von
dort aus wird der kultur- und mentalitätsgeschichtliche Hintergrund und Kontext der
griechischen Antike in die Erörterungen einbezogen
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 00
Prof. Dr. Hans Ulrich Reck
Einführung in Ästhetik- und Kunsttheorie
Montag 9.30 - 12.00 Uhr
Beginn: 24. Oktober 2011
Ende: 6. Februar 2012
KHM Aula (Filzengraben 1-2) und Seminarraum Wissenschaft (Filzengraben 8-10,
2.04)
Pflichtveranstaltung
(Vorlesungen: 24. und 31. Oktober, 7., 14., 21. und 28. November, 5. und 12.
Dezember in der Aula der KHM; Filzengraben 2; Seminartermine: 19. Dezember
2011, 16., 23. und 30. Januar, 6. Februar 2012 im Seminarraum Wissenschaft,
Filzengraben 8-10, 2.04)
Die Begründung der Kunst als poetische Praxis im Kontext neuzeitlich befreiter
autonomer Kunst ist ein Effekt kunsttheoretischer Anstrengungen und ihrer
Abgrenzung von einer allgemeinen Ästhetik. Die Emanzipation der Kunst von
allem, was nun als Nicht-Kunst erscheint (Handwerk, Religion, allegorische
Repräsentation etc.) bildet den entscheidenden strukturellen Einschnitt für das
Verständnis der Themen, die als allgemeine philosophische Motive künstlerisch
adaptiert und modelliert werden. Philosophische Ästhetik und eine historisch
situierte Theorie der Künste unterhalten enge Verbindungen, sind aber immer
wieder entschieden und in diverser Hinsicht voneinander zu unterscheiden. Die
Lehrveranstaltung behandelt die Verbindungen hinsichtlich der wesentlichen
historischen und systematischen Zäsuren von der Antike bis hin zur Gegenwart –
als ein Wechselspiel von Geschichte und Theorie der künstlerischen Praktiken
sowie der generellen philosophischen Ästhetiktheorie
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 07
VL 7: 5. Dezember 2011
Rekapitulation aller Zäsuren und Ästhetik der Moderne
In der siebten Vorlesung rekapituliert Hans Ulrich Reck zunächst alle bisherigen, für das
Semesterthema relevanten Zäsuren und Epochenschwellen. Dann steht die
Auseinandersetzung mit der radikalen Ästhetik und Kunsttheorie der Moderne an.
Stichworte:
– Die große Umwertung und die Apotheose des Hässlichen (u. a. Rosenkranz),
– Exkurse zu Gustave Courbet, Charles Baudelaire und Nietzsche,
– Künstlerästhetiken des 19. Jh., Ausweitungen mit Cézanne, van Gogh, Gauguin,
– Moderne und Kritik an der Moderne,
– Rauscherfahrungen und -visionen
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 02
VL 2: 31. Oktober 2011
Weiteres zu Beckett und Adorno, Ausblick auf Platon
In der zweiten Vorlesung setzt Hans Ulrich Reck die Auseinandersetzung mit Samuel
Beckett und seinen Deutungen in der Philosophie auseinander, bei denen Adorno wieder
eine besondere, auch zwiespältige Rolle spielt. Die Rolle und Aufgabe der Künste war
theoretisch nicht zu allen vielen Zeiten umstritten. Dass Kunst als Kunst problematisch
wahrnehmbar wird, bedarf einer bestimmten Notwendigkeit. Kunsttheorie als ästhetische
Begründung von Kunst überhaupt, einer neuen Rolle, das ist Thema der Vorlesung, es
geht nicht um alle Typen von künstlerischen und Kunsttheorien, sondern vorrangig um
die, die sich einer durch sozialen und historischen Wandel erzwungenen Neufundierung
und -Formatierung von Kunst widmen, sich also um ein theoretisches Konstrukt als
Bedingung eines aktualisierten künstlerischen Schaffens bemühen. Das ist im Abendland
nicht oft vorgekommen, zumindest aber in der Antike, für die Anfänge der Neuzeit, und
alles Nachdenken über die Aufgabe je aktueller, also von Gegenwartskunst oder
'Weltkunst' seit der Romantik um 1800. Es wird in einem Exkurs eine knappe Übersicht
gegeben zu: Antike, Baumgarten, Kant, Ritual und Dogmatik. Schiller und die Form des
Schönen
Ästhetik- und Kunsttheorie VL 06
VL 6: 28. November 2011
Ästhetik der Natur, romantische Erlösungssehnsucht, emphatische Kunsterfahrung
Die sechste Vorlesung eröffnet Hans Ulrich Reck mit einem Rückblick auf Kant und
Hegel. Dann wird das Panorama entfaltet der Romantik, die überaus vielgestaltig ist,
Novalis und die Pflanzen ebenso umfasst wie Alexander Humboldts geo-physikalische,
ethno-botanische Reisen und Forschungen sowie die Ästhetik der Natur in Gestalt der
Seerosen von Claude Monet. Philosophisch eine entscheidende Rolle spielt das von
Schelling, Hegel und Hölderlin wohl gemeinsam entworfene, in der Handschrift von
Schelling überlieferte so genannte 'Älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus', das
die Utopie einer ästhetischen Befreiung mittels, durch und aus Kunst entwirft. Die Kraft
dieser Neuen Mythologie zersetzt sich aber schnell wieder, die Emphase weicht schwarzen
Klängen und pessimistischen Negationen des Schönen, unter anderem durch die Kulte des
Bösen und Hässlichen. Das schöne Scheinen der Idee unterliegt der Rauschemphase der
schwarzen Romantiker. Nach Novalis und Humboldt tritt nun Charles Baudelaires Poetik
ins Zentrum. Exkurse zu Rausch und Moderne schließen sich an