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Rediscovering Dr. Richard Eisenmann – A Microhistory of the Electrophonic Piano
This dissertation examines the life and work of the overlooked inventor Dr. Richard Eisenmann through a focused study of his electrophonic piano, combining the socio-cultural perspective of New Organology with the methodological precision of Microhistory, and Media Archaeology as a conceptual horizon. Drawing on a diverse array of sources—including patents, legal and ad-ministrative files, personal correspondence, photographs, contemporary newspapers, musicolog-ical writings, and the instrument itself—this research reconstructs the artifact’s development, iterations, and contemporary reception and presentation. More than a biographical recovery, the study reveals previously overlooked collaborations and technological intersections that led to the creation of the artifact, now housed at the Deutsches Museum Munich. By foregrounding a neglected figure and his now-obscure invention, the dissertation prepares the ground for broad-er debates surrounding historical epistemologies of sound, the cultural status of technological obsolescence, the critical interrogation of proclaimed novelty and the archival afterlives of for-gotten artifacts. In doing so, it not only enriches our understanding of Eisenmann’s legacy but also illustrates the critical potential of interdisciplinary methodologies for rethinking the role of history of media and technology from the margins.
Diese Dissertation untersucht das Leben und Werk des weitgehend übersehenen Erfinders Dr. Richard Eisenmann anhand einer fokussierten Fallstudie zu seinem elektrophonischen Klavier. Sie verbindet die soziokulturelle Perspektive der New Organology mit der methodischen Präzi-sion der Mikrogeschichte, wobei die Medienarchäologie als konzeptueller Horizont dient. Auf Grundlage einer vielfältigen Quellengrundlage – darunter Patente, juristische und administrative Akten, persönliche Korrespondenzen, Fotografien, zeitgenössische Zeitungsartikel, musikwis-senschaftliche Schriften sowie das Instrument selbst – rekonstruiert die Arbeit die Entstehung, Weiterentwicklung und zeitgenössische Rezeption und Präsentation des Artefakts. Mehr als eine biografische Wiederentdeckung offenbart die Studie bislang unbeachtete Formen der Zu-sammenarbeit und technologische Verbindungen, die zur Entwicklung des Artefakts führten, das heute im Deutschen Museum München aufbewahrt wird. Indem sie eine vergessene Figur und deren inzwischen obsolet gewordene Erfindung ins Zentrum rückt, bereitet die Dissertati-on den Boden für weiterführende Debatten über historische Epistemologien von Sound, den kulturellen Status technologischer Obsoleszenz, die kritische Hinterfragung proklamierter Neu-heit sowie über die archivarische Existenz vergessener Artefakte. Auf diese Weise bereichert sie nicht nur das Verständnis von Eisenmanns Vermächtnis, sondern zeigt auch das kritische Potenzial interdisziplinärer Methodologien für eine Neubewertung der Medien- und Technikgeschichte aus ihren Randbereichen heraus
Ephemeral Connections - Flüchtige Verbindungen
Gruppenausstellung der Experimentellen Informatik mit Arbeiten von Anton Linus Jehle, Leon-Etienne Kühr, Sayaka Kuramochi, Ting Chun Liu, Benita Martis, Alexandra Nikitina, Pedro A. Ramírez, Lisa Reutelsterz, Conrad Weise, Kjell Wistoff
Katalog zur Ausstellung
16. Dezember 2023 - 27. Januar 2024
GLASMOOG - Raum für Kunst & Diskurs,
Kunsthochschule für Medien Köl
IN THE MAKING
In the Making is an interim report on a series of ongoing dissertation projects at the Academy of Media Arts Cologne. The essays and experiments presented by nine doctoral candidates all deal with various questions of poiesis, that is, the forms of knowledge that become active when we make, create, invent, or produce something. While the authors come from different artistic creative fields, their questions and topics reach deep into various scientific disciplines. This book offers a closer look at this transdisciplinary nexus and its cultural implications.
Authors:
Tobias Bieseke, Konstantin Butz, Christian Heck, Karin Lingnau, Steffen Mitschelen, Zahra Mohammadganjee, Tiago Ive Rubini, Christian Rust, Somayyeh Shahhoseiny, Georg Trogemann, Natalie WeinmannIn the Making ist ein Zwischenbericht über eine Reihe von laufenden Dissertationsprojekten an der Kunsthochschule für Medien Köln. Die Essays und Experimente von neun Doktorandinnen und Doktoranden beschäftigen sich mit verschiedenen Fragen der Poiesis, also den Formen des Wissens, die aktiv werden, wenn wir etwas machen, erschaffen, erfinden oder produzieren. Während die Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen künstlerisch-kreativen Bereichen kommen, reichen ihre Fragen und Themen tief in verschiedene wissenschaftliche Disziplinen hinein. Dieses Buch bietet einen näheren Blick auf diesen transdisziplinären Nexus und seine kulturellen Implikationen.
Autorinnen und Autoren:
Tobias Bieseke, Konstantin Butz, Christian Heck, Karin Lingnau, Steffen Mitschelen, Zahra Mohammadganjee, Tiago Ive Rubini, Christian Rust, Somayyeh Shahhoseiny, Georg Trogemann, Natalie Weinman
Montepulciano Journal - The poetics of Making
The Montepulciano Journal is a publication within the doctoral program (Dr. phil. in Art and Media Studies) at the Academy of Media Arts Cologne. The articles in this journal are the result of a workshop on «The Poetics of Making» held at Palazzo Ricci, the European Academy of Music and Performing Arts in Montepulciano, from July 3 to 15, 2022.
Authors:
Tobias Bieseke, Christian Heck, Steffen Mitschelen, Zahra Mohammadganjee, Christian Rust, Somayyeh Shahhoseiny, Georg Trogemann, Natalie Weinmann.Das Montepulciano Journal ist eine Publikation im Rahmen des Promotionsprogramms (Dr. phil. in Kunst- und Medienwissenschaften) an der Kunsthochschule für Medien Köln. Die Artikel in dieser Zeitschrift sind das Ergebnis eines Workshops zum Thema "The Poetics of Making", der vom 3. bis 15. Juli 2022 im Palazzo Ricci, der Europäischen Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Montepulciano, stattfand.
Autorinnen und Autoren:
Tobias Bieseke, Christian Heck, Steffen Mitschelen, Zahra Mohammadganjee, Christian Rust, Somayyeh Shahhoseiny, Georg Trogemann, Natalie Weinmann
Schutz & Refugium - Medial vermittelte (Schutz)-Räume im Kontext von EDM
Im Kontext von electronic dance music (EDM) sind Schutzräume oder Refugien, sowie Schutz bietende oder suggerierende Raumaspekte von zentraler Bedeutung. Darauf bezugnehmend, ist der vorliegenden Text ein Ansatz zur Auseinandersetzung mit folgender Hypothese:
Neben architektonischen Räumen an geographisch markierten Orten, können sich im Kontext von EDM auch digitale Räume als Schutzräume konstituieren. Deren mediale Vermittlung ermöglichet es, tatsächlich schützende oder Schutz suggerierende Raumaspekte zu erfahren, so dass diese eine Wirkung entfalten können.
Der erste Abschnitt skizziert die theoretische Rahmung zur Auseinandersetzung mit dieser Hypothese. In kompakter Form wird dargestellt, inwiefern das Konzept des Schutzraumes ein grundlegendes für Raumdiskurse ist. Des weiteren werden sowohl der dynamische Raumbegriff als auch die Theorie zur Konstitution von Räumen (Spacing-Theorie) geklärt, die den Forschungsprozess im weiteren Verlauf begleiten. Der zweite Abschnitt thematisiert die eingangs formulierte Forschungshypothese, sowie daran anknüpfende Fragestellungen hinsichtlich der Analyse von Schutzraumaspekten. Dabei zeichnet sich ab, dass auch in der Domäne des Digitalen, das Konzept des Schutzraumes an sich, sowie Schutz bietende oder suggerieren- de Raumaspekte, besonders ambivalent zu sein scheinen. Die Skizzierung eines Ansatzes zur weiterführenden Analyse konkreter Fallbeispiele liefert abschließend einen Ausblick hinsichtlich der weiterführenden und vertiefen- den Auseinandersetzung mit dem Forschungsthema: Schutz & Refugium — Medial vermittelte Schutzräume im Kontext von EDM
Das Phänomen Sampling - Eine multiperspektivische Annäherung
Die Begriffe Sampling und Sample verweisen in musik- und klangbezogenen Kontexten auf überaus Unterschiedliches. Der vorliegende Band beleuchtet die Entwicklung der Diskurse um diese Begriffe, analysiert instrumentale Sampling-Prozesse und reflektiert die Sampling-Praxis als künstlerischen
Forschungsprozess. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:
Wie hat sich das Verständnis von Sampling und Samples gewandelt? Wie vermittelt sich Sampling durch die instrumentale Praxis? Inwiefern prägt die individuelle künstlerische Sampling-Praxis die Wahrnehmung von Sampling? Diese Fragen werden anhand von Beispielen und Diskursanalysen thematisiert. So zeigt etwa die Analyse konkreter Anwendungen, wie das Interface-Design von Instrumenten das Verständnis von Sampling beeinflusst. Auch ein eigenes Softwaretool des Autors wird in diesem Zusammenhang reflektiert.
Der Ansatz möchte eine Alternative zur bislang vorherrschenden Praxis bieten, welche die Begriffe Sampling und Sample durch neue Definitionen immer weiter auszudifferenzieren sucht und als exklusive Fachbegriffe etabliert. Sein Ziel ist es, Sampling in einer möglichst nachvollziehbaren und anschlussfähigen Annäherung in den verschiedensten Facetten darzustellen und zu diskutieren
Spekulative Artefakte. Ästhetik und Fiktionalität der kritischen und (meta-)spekulativen Gestaltung
English Abstract
The aim of the dissertation is to contribute to the fictionality of critical, speculative and meta-speculative artifacts, based on a corpus of works that can be assigned to Critical and Speculative Design as proposed by Dunne & Raby in particular, as well as to contemporary art and fictional media in general. The underlying assumption is that human imagination and speculation depend on many factors, such as pre-existing world knowledge and corresponding external stimuli. The thesis is that speculation can therefore benefit from designerly and artistic interventions. In four chapters it is historically examined and practically tested to what extent such artifacts, as aesthetic-material stimuli, stimulate the human imagination. The dissertation investigates how not only future scenarios are suitable for stimulating the imagination and speculation, but also, more generally, the construction of fictional worlds that do not necessarily have a temporal-causal connection to the here and now. Finally, the extent to which binaural listening environments can also be conceived and designed as speculative and meta-speculative artifacts in the sense of ‘atmospheres of the possible’ is analyzed.
Deutscher Abstract
Die Dissertation leistet ausgehend von einem Korpus an gestalterischen und künstlerischen Arbeiten, die sich dem Critical und Speculative Design nach Dunne & Raby im Speziellen sowie der zeitgenössischen Kunst und der medialen Fiktion im Allgemeinen zuordnen lassen, einen Beitrag zur Fiktionalität kritischer, spekulativer und meta-spekulativer Artefakte. Dabei wird grundsätzlich von der Annahme ausgegangen, dass das menschliche Imaginieren und Spekulieren von vielen Faktoren wie z. B. vorher existierendem Weltwissen sowie entsprechenden äußeren Stimuli abhängen. Spekulation kann – so die These – daher von gestalterischen Interventionen profitieren. Es wird in vier Kapiteln ideengeschichtlich eingeordnet sowie insbesondere im letzten Kapitel praktisch erprobt, inwiefern derartige Artefakte als ästhetisch-materielle Stimuli die menschliche Einbildungskraft anregen. Die Dissertation untersucht, inwiefern für die Stimulation von Imagination und Spekulation nicht nur Zukunftsszenarien geeignet sind, sondern ganz generell die Konstruktion von fiktiven Welten, zu denen nicht notwendigerweise eine zeitlich-kausale Verbindung zum Hier und Jetzt bestehen muss. Abschließend wird analysiert, inwiefern auch binaurale Hörumgebungen als spekulative und meta-spekulative Artefakte im Sinne von ›Atmosphären des Möglichen‹ gedacht und gestaltet werden können
Open collaboration practices in software culture and their impact on the networked society
This PhD dissertation addresses the open and collaborative mode of production in software. Specifically, it examines how various practices in the software culture have evolved and their relevance in the construct of the network society. It begins with a philosophical discussion in which a modern philosophy of technology points to technology as a system of thought and software as a technical culture. Not unlike the open and collaborative mode of production, software is source of metaphors. Upon these foundations, it undertakes the evolution of open practices from a historical and structural position. The historical account follows the premise that open collaborative practices of software precede the well-known Free/Libre Open Source Software (FLOSS). It presents some examples, first, related to the history of software and then to computer networks to track the motives and transformation of the open collaboration metaphor. The structural approach presents
modern open collaboration in software as the result of a sociotechnical network composed of actants (node/artifacts), executed, in turn, by a collective made up of a human community and technical developments, in which textual machines for coding and communication are highlighted. Finally, the conclusion posits the findings and three modes of agency in software (algorithmic, interactive, and distributive). It also and suggests hybridization as the means to overcomes some shortcomings of the software open metaphor rhetoric.
Diese Dissertation befasst sich mit der offenen und kollaborativen Produktionsweise von Software. Insbesondere wird untersucht, wie sich verschiedene Praktiken in der Softwarekultur entwickelt haben und welche Bedeutung sie im Konstrukt der Netzwerkgesellschaft haben. Es beginnt mit einer philosophischen Diskussion, in der eine moderne Technikphilosophie auf Technik als Denksystem und Software als technische Kultur hinweist. Nicht anders als die offene und kollaborative Produktionsweise ist Software eine Quelle von Metaphern. Auf diesen Grundlagen wird die Entwicklung offener Praktiken aus einer historischen und strukturellen Position betrachtet. Die historische Darstellung folgt der Prämisse, dass offene kollaborative Praktiken von Software der bekannten Free/Libre Open Source Software (FLOSS) vorausgehen. Es werden einige Beispiele vorgestellt, die sich zunächst auf die Geschichte der Software und dann auf Computernetzwerke beziehen, um die Motive und den Wandel der Metapher der offenen Zusammenarbeit zu verfolgen. Der strukturelle Ansatz stellt die moderne offene Kollaboration in Software als Ergebnis eines soziotechnischen Netzwerks dar, das aus Actants (Knoten/Artefakten) besteht, die wiederum von einem Kollektiv ausgeführt werden, das aus einer menschlichen Gemeinschaft und technischen Entwicklungen besteht, wobei textuelle Maschinen zur Codierung und Kommunikation hervorgehoben werden. Abschließend werden in der Schlussfolgerung die Erkenntnisse und drei Modi von Agency in Software (algorithmisch, interaktiv und distributiv) dargestellt. Außerdem wird die Hybridisierung als Mittel zur Überwindung einiger Unzulänglichkeiten der Rhetorik der offenen Software-Metapher angezeigt
Offene Körper. Mediale Operationen am Körperschema
Zusammenfassung
Am 7. September 2001 findet zwischen New York und Straßburg die erste transatlantische Fernoperation am Menschen statt. Hochpräzise Bildgebungs- und Fernsteuerungsverfahren sowie leistungsfähige Datenverbindungen ermöglichen die Verbreitung des Körpers weit über seine physische Grenze hinaus und bringen einen offenen Körper ins Spiel, der weitaus geöffneter scheint, als es der Einschnitt in seine Haut offenbart. Der medizinische Körper wird zu einem medialen Thema.
Wie nehmen unterschiedliche künstlerische und medizinische Praktiken, als zwei diametrale Reflexionsformen von Körperlichkeit, Bezug auf jenen prekär gewordenen Überschneidungsbereich von Körper und Maschine? Mit Donna Haraway plädiere ich dafür, unterschiedliche Disparitäten in ein Verhältnis des Mit Werdens zu setzen. Als Rahmen dieser Begegnung beziehe ich mich auf das Begriffsfeld des technischen Ensembles, wie es der Technikphilosoph Gilbert Simondon entwickelt. Das Körperschema, mit all seinen psychoanalytischen Implikationen, ist auch in medialem Kontext eine vielversprechenden Option, Körper neu und offen zu denken. Ziel ist es, den Begriff des Körperschemas für die Medienwissenschaften zu restituieren und relevant zu machen, um gerade jene strukturellen Verbindungen von Körper und (Medien-)Technologie zu erfassen, die weniger von Differenzen und damit einhergehenden binären Rastern (natürlich-technisch etc.), als von einer „zunehmenden Ununterscheidbarkeit“ (Angerer) bestimmt sind.
(1475 Z)abstract
On September 7, 2001 the first transatlantic remote operation on a human body took place between New York and Strasbourg. High-precision imaging and remote control methods as well as high-performance data connections enabled the body to spread far beyond its physical limits. This open body seemed far more open than the incision in its skin revealed. The medical body thus became a media issue.
Several questions arise from this operation. How do different artistic and medical practices, as two diametrical forms of reflection on corporeality, relate to the precarious intersection of body and machine? I plead, with Donna Haraway, for placing these different disparities in a relation of becoming with. As a framework for this encounter, I refer to the conceptual field of the technical ensemble as developed by the philosopher of technology Gilbert Simondon. The body schema, with its multiple psychoanalytic implications, is a promising model to rethink the body in a new and open manner. The aim is to reintroduce the concept of the body schema for media studies, as it captures precisely those structural connections of body and (media) technology that are less affected by differences and binary grids (natural-technical e.g. ), but are rather determined by an "increasing indistinguishability" (Angerer).
(1313 Z
Mut und Melancholie
Mit Beiträgen von Verena Friedrich, Christian Heck, Sam Hopkins, Heidi Pfohl, Hans Ulrich Reck, UBERMORGE