Zeitschrift für Soziologie
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Max Weber as an Action Theoretician
Ziel dieses Artikels ist, Webers Position in zwei noch heute aktuellen Konflikten der Soziologie zu schildern und zu bewerten: die Position im Konflikt zwischen Individualismus und Kollektivismus und die Position im Konflikt zwischen Erklären oder Verstehen menschlichen Handelns. Es wurde gezeigt, daß Weber im ersten Konflikt zugunsten der individualistischen Position plädiert hat; dieser Standpunkt ist haltbar, wenn auch nicht im Lichte der Argumente Webers. Des weiteren wurde gezeigt, daß Weber in der zweiten Auseinandersetzung eine vermittelnde Position bezogen hat, indem er für ein Erklären durch Verstehen eintritt. Diese Vermittlung ist mißlungen, da man sehr schnell auf Fälle stößt, bei denen man ein Handeln eventuell erklären, nicht aber verstehen kann oder aber verstehen, nicht aber auf der Basis dieses Verstehens wissenschaftlich befriedigend erklären kann. In seinen speziellen Anweisungen darüber, wie ein Erklären durch Verstehen zu vollziehen sei, werden jedoch Grundzüge einer haltbaren allgemeinen Handlungstheorie sichtbar.
The Diffusion Structure of Common Knowledge: Comments on Haferkamp's "Mead und das Problem des gemeinsamen Wissens" (ZfS 3, 1985)
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Control or cooperation? Lay help and professional intervention in alcohol problems in Switzerland
Am Beispiel der ambulanten Beratung bei Alkoholproblemen wird das Wechselverhältnis von professioneller sozialer Unterstützung und verschiedenen Formen der Laienhilfe exemplarisch analysiert. Ausgeprägte Selbsthilfetraditionen und eine beträchtliche Varianz im hauptberuflichen Beratungsangebot lassen gerade diesen sozialen Dienstleistungsbereich hierfür als besonders geeignet erscheinen. Die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen, insbesondere der Ideologie des 'neuen Föderalismus' wird am Beispiel der Schweiz kursorisch dargestellt. Eine schriftliche Umfrage bei 116 spezialisierten Einrichtunen auf gesamtschweizerischer Ebene (bzw. n=193 Sozialarbeitern) dient als Datenbasis, um die aktuelle Struktur dieses Behandlungssektors zu beschreiben, die Perzeption der Laienhilfe beim Personal der Ambulatorien zu charakterisieren und erste Aussagen über die Rolle von beruflicher Problemdefinition und Qualifikation als wesentliche Determinanten der Einschätzung des Laienpotientials abzuleiten.
The Urban Poor Searching for Security and the Social Policy of Kenya
Neue Konzepte in der Entwicklungspolitik, wie Grundbedürfnisstrategie, sollen die Selbsthilfekräfte der Ärmsten stärken. Die erwarteten Erfolge sind aber ausgeblieben. Die zugrunde liegenden Probleme können anhand der Maßnahmen untersucht werden, die in Kenya diesem Konzept folgen. Dabei zeigt es sich, daß politische Programme nur dann erfolgreich sind, wenn bei der Konzeption der Angebote die Handlungsstrategien der späteren Nutzer, in diesem Falle sind dies Arme, berücksichtigt werden. Die Nutzer kombinieren, um ihr Überleben zu sichern, Einkommen aus verschiedenen Ressourcen. Neben ökonomischen Aktivitäten, bestehenden oder neuaufzubauenden sozialen Netzen und kooperativen Organisationen stellen öffentliche Leistungen nur eine Ressource unter anderen dar. Im Gegensatz zu anderen Überlebensressourcen ist die Nutzung öffentlicher Leistungen höchst unsicher. Sie verfehlen deshalb die auf die Herstellung von Sicherheit ausgerichteten Handlungsstrategien der Nutzer und bleiben weitgehend ineffektiv.
Inequality in Professional Service Encounters: Verbal Strategies of Control versus Task Performance in Calls to the Police
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Effects of Secondary School Expansion on Achievement
Seit einigen Jahren wird der Zusammenhang zwischen der Expansion weiterführender Schulen und der Entwicklung der Schulleistungen kritisch erörtert. Bei Sekundarschulabsolventen in den USA jährlich erhobene Testleistungen zeigen, daß mit dem Ausbau der Oberstufe auf eine Bildungsbeteiligung von gut 70 Prozent eines Altersjahrgangs ein Absinken der Testleistungen einhergeht, die teilweise auf die veränderte Schülerpopulation, teilweise auf eine Veränderung der Anforderungen der Schule zurückgeführt wird. Für die Bundesrepublik fehlen entsprechende Daten. In der vorliegenden Studie werden Zusammenhänge zwischen relativem Schulbesuch am Gymnasium - als Indikator für den lokal erreichten Expansionsgrad - sozialökologischen Rahmenbedingungen auf der Ebene des Schulkreises bzw. Schulorts und der Schulleistung im Querschnittsvergleich analysiert. Zugrunde liegt eine repräsentative Stichprobe von Gymnasiasten in drei Bundesländern, deren Leistungen in drei Schulfächern zu Beginn und am Ende des 7. Schuljahrs mit Hilfe standardisierter Tests ermittelt wurden.