Zeitschrift für Soziologie
Not a member yet
1359 research outputs found
Sort by
Sociology and Family Policy: Relations and Influences Until 1933
Die Anfänge der deutschen Familienpolitik liegen im ersten Drittel dieses Jahrhunderts. Die bevölkerungspolitische Diskussion erreichte in den 30er Jahren ihren einzigartigen Höhepunkt. Hat sich die damalige Soziologie an diesen Diskussionen beteiligt? Welche familienpolitischen Themen der damaligen Zeit haben das Interesse von Soziologen geweckt? Als Quellen dienten in erster Linie sämtliche seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erschienenen sozialwissenschaftlichen Zeitschriften. Aufgrund ihrer konservativen Tradition hätte die deutsche Familiensoziologie an familienpolitischen Themen stärker Anteil nehmen müssen; das sinkende Interesse der Soziologie an Familienfragen bis in die frühen 30er Jahre ließ dagegen vermuten, daß ihr die Anfänge der deutschen Familienpolitik nicht bewußt geworden sind. In dem Moment, in dem einige Soziologen wieder ihr Interesse an Familienpolitik entdeckten, wurden ihre Arbeiten entweder durch die Emigration abgebrochen oder der wissenschaftlichen und politischen Diskussion entzogen. Ihre Beteiligung an der bevölkerungspolitischen Diskussion war gering und in bezug auf qualitative Fragen gegenüber der damaligen Bevölkerungswissenschaft eher durch Distanz gekennzeichnet. Nur Theodor Geiger bildet hier eine Ausnahme. Er hat sich damals als einziger deutscher Soziologe kritisch mit Fragen der Eugenik auseinandergesetzt und hat uns mit seinem Buch zur Erbpflege nach Riehl's Buch über die Familie eine ausführliche familienpolitische Stellungnahme hinterlassen.
The New "Mittelbau" - Results of an Empirical Analysis
Mit der fortschreitenden Durchrationalisierung der Hochschulen entstehen Folgewirkungen für die Organisation und Rationalität des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses. Die zunehmende Bedeutung der Drittmittelforschung schafft veränderte Strukturen des Personaleinsatzes; sie erzeugt in Form des Projektpersonals eine neue Personalkategorie, die als eigenständiges Forschungspersonal außerhalb der - auf Einheit von Forschung und Lehre bezogenen - Planstellen entsteht; die bisher wenig beachteten Arbeits- und Karrierechancen dieser Gruppe werden analysiert, wobei sich zeigt, daß wissenschaftspolitische Nivellierungsprozesse von den unterschiedlichen Verhältnissen in den verschiedenen Disziplinen gebrochen werden und fragwürdige Effekte hervorrufen. - Der handlungstheoretisch orientierten Studie liegt eine empirische Erhebung zugrunde, die in Form einer teilstandardisierten Fragebogenerhebung in den Disziplinen Medizin, Chemie und Rechtswissenschaft an drei westdeutschen Hochschulen durchgeführt wurde.
The Monastic Withdrawal of Life. Some Remarks on the Function of Monasic-Ascetic Silence
Diese Studie versucht eine theoretische Annäherung an das Phänomen der Weltflucht der Mönche. Ein kurzer Rückblick auf frühere Versuche zeigt die Notwendigkeit einer breiteren theoretischen Orientierung. Apotaxis (= Weltflucht) wird beschrieben als Effekt einer Paradoxie, die durch den Code des Religionssystemes (Immanenz/ Transzendenz) entsteht. Die zentrale These ist, daß die religiöse Weltflucht der frühen Christenheit Systeme (Orden) produziert, die in der Kirche die Funktion des Latenzschutzes erfüllen können. Schweigen wird begriffen als Verstärkung von Apotaxis. Die Struktur des Kartäuserordens wird skizziert als Beispiel für ein System, dessen Funktion es ist, die Reinheit von Kirche und Orden trotz deren Weltlichkeit zu garantieren.
A New Look at the Social Basis of Environmental Concern
In einem Pfandmodell wird der Einfluß von 6 demographischen Variablen (Alter, Geschlecht, Ausbildung, Berufsimage, Einkommen und Parteipräferenz) auf 4 Komponenten des Umweltbewußtseins (ökologische(s) Wissen, Gefühle und Handeln) sowie letzterer untereinander untersucht. Die Ergebnisse zeigen, daß aufgrund der multivariaten Analyse - wie zu erwarten - ein Teil der bisherigen, lediglich auf bivariaten Analysen basierenden Aussagen über die soziale Basis des Umweltbewußtseins revidiert werden muß. Die Ergebnisse bestätigen dagegen das Fazit aus einer der neueren Arbeiten zu diesem Forschungsbereich, daß es sehr wohl einen Unterschied macht, durch welche Komponenten das Meta-Konzept Umweltbewußtsein definiert bzw. gemessen wird.
The Utilitarian Concept on Sociology and Political Science. A Sociological Critique on Utilitarianism from Homans to the New Political Economy
Der ökonomische Ansatz in Soziologie und Politikwissenschaft nimmt für sich in Anspruch, als eine bestimmte Denkweise die verschiedensten Gegenstandsbereiche besser zu erklären. Er krankt freilich seinerseits an einer Reduktion sozialer Verhältnisse auf einen inhaltlich unbestimmten Nutzenkalkül. An Homans und anderen Vertretern der Austausch-Theorie wird gezeigt, daß der Nutzenbegriff leer ist oder zirkulär definiert wird und daß er nicht imstande ist, soziale und politische Voraussetzungen des individuellen Handelns zu erklären, obwohl sie auch in die individuellen Präferenzen eingehen. Als Universalwissenschaft, die Politikwissenschaft und Soziologie unter sich subsumiert, ist der ökonomische Ansatz ungeeignet. An der Neuen Politischen Ökonomie kann gezeigt werden, daß sie ein Verständnis des Zusammenhangs zwischen privatem Interesse und allgemeinen Existenzbedingungen einer Gesellschaft erschwert statt erleichtert.
An Observation of Family Behaviour with Respect to each Spouse's Response: Results of Interviews with Swiss Married
Von einer Befragung bei 600 Ehepaaren ausgehend, wird die Antwortübereinstimmung von Ehefrau und Ehemann analysiert, wobei Fragen zu vier unterschiedlichen Themenbereichen (innerfamiliale Entscheidungen, Mithilfe des Ehemannes am Haushalt, Ehequalität und kontrazeptives Verhalten) einbezogen werden. Die zum Teil erheblichen Antwortunterschiede im Paarvergleich widerspiegeln zum einen die (bekannten) Reliabilitätsprobleme standardisierter Fragen zu innerfamilialem Verhalten. Zum anderen zeigen sich aber auch geschlechtsspezifische Wahrnehmungsunterschiede, was darauf hinweist, daß die Befragung nur eines Ehepartners zu systematischen Antwortverzerrungen führen kann.
The Myth of Rapid Integration: An Empirical Study of the Integration of the Expellees and Refugees into the Federal Republic of Germany
-
What is Ecological Awareness? An Exploratory Analysis of a Multidimensional Attitude-Construct
Ziel der Arbeit ist es, in explorativer Weise ein Struktur-Modell von Umweltbewußtsein zu entwickeln. Dabei werden theoretische Argumentation und empirisch-statistische Analyse als gleichberechtigte Hilfsmittel eingesetzt. Umweltbewußtsein wird als theoretisches Konstrukt verstanden, das sich aus den Variablen dreier kognitiver Dimensionen zusammensetzt: a) umweltrelevante Wertorientierungen, b) umweltbezogene Einstellungen, c) umweltorientierte Handlungsbereitschaften. Aus dem daraus abgeleiteten theoretischen Modell werden Kausalmodelle spezifiziert und mittels eines erhobenen Datensatzes statistisch geschätzt. Auf diese Weise entwickelt die argumentative und statistische Analyse ein Struktur-Modell von Umweltbewußtsein, in dem dessen drei Dimensionen als relativ selbständige und hierarchisch angeordnete Kognitionen-Komplexe deutlich erkennbar werden.
Is Reduced Inequality of Educational Changes Necessarily Followed by a Decrease of Occupational Segregation?
Der vorliegende Beitrag nimmt die Frage auf, in welchem Umfang die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes, die von vielen Autoren auch als Ursache der Benachteiligung von Frauen in anderen Lebensbereichen angesehen wird, durch die Angleichung der Bildungschancen zwischen den Geschlechtern in der Nachkriegsperiode verringert werden konnte. An Hand einer log-linearen Analyse von Materialien aus dem Mikrozensus kann gezeigt werden, daß die unbestreitbare Angleichung der Bildungschancen zwischen den Geschlechtern in der Nachkriegszeit nur von einer äußerst geringen Reduzierung beruflich segregativer Strukturen begleitet war. Dies deshalb, da im Strukturwandel des Beschäftigungssystems der nicht über Bildungsunterschiede vermittelte Teil beruflicher Segregation an Bedeutung gewonnen hat und die positiven Effekte der Angleichung der Ausbildungsvoraussetzungen neutralisiert hat.