Zeitschrift für Soziologie
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    Ein Exempel aus deutscher Provinz - Replik auf G. Hauck

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    Was ist ein Entscheidungsmodell? Eine Antwort auf Manfred Küchler

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    History-Oriented Functionalism

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    Die Trennung von funktionalistischer Methode und funktionalistischer Theorie, welche den Bedarf der Methode nach Bezugspunkten befriedigt, läßt die Auswahl der Bezugspunkte stets problematisch bleiben. Unser Ziel ist es, die Kopplung von funktionaler Methode mit dem systemtheoretischen Bezug der Bestandserhaltung aufzuheben und die funktionale Methode zu einer Methode der dynamischen Analyse weiterzuentwickeln. Eine notwendige Bedingung für die Erklärung der Genese sozialer Strukturen ist die Analyse des Wachstums, welche als Referenz einen Bezugsweg erfordert. Der Bezugsweg dient der Abstraktion einer entstehungsrelevanten Geschichte. Funktionale Analysen der Genese sozialer Strukturen sind also auf die Geschichte zu beziehen, wenn das untersuchte System infolge von Wachstumsprozessen im Zeitablauf von der einen in die andere Identität übergeht. In welcher Weise eine Analyse der Genese sozialer Erwartungsstrukturen durchgeführt werden könnte, wird an dem Modellfall der Karriere des Kranken und seiner Krankheitsgeschichte durchgespielt und in einer formalisierten Fassung angedeutet.

    Ad-hoc-Strategies and Falsificationism in the Process of Scientific Research

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    The Positivist Dispute on a Value-Free-Science and the Vindication of Norms

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    Die zwischen HABERMAS und ALBERT geführte Auseinandersetzung über die Frage der Wertfreiheit hat bislang zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt, was zunächst einmal die Klärung beider Positionen geraten sein läßt. Dabei zeigt sich, daß die Ursache für die Ergebnislosigkeit des Positivismusstreites darin bestehen dürfte, daß beide Autoren im Grunde aneinander vorbei reden: Während ALBERT den Nachweis zu führen sucht, daß eine wertfreie (d. h. auf objektsprachliche Normen verzichtende) empirische Sozialwissenschaft möglich ist, geht es HABERMAS im Grunde nicht um die Frage der Werturteile, sondern um die Wertbasis. ALBERT setzt die Normen der neuzeitlichen Wissenschaften im großen und ganzen als sinnvoll voraus; HABERMAS fragt nach deren Begründung. Seine These vom technischen Interesse bezieht sich damit nicht (wie ALBERT meint) auf die Frage nach der Anwendbarkeit empirischer Wissenschaften, sondern stellt den Versuch dar, eine Begründung für diese Wissenschaften zu liefern. Seine Kritik daran kann er allerdings nur liefern, indem er als zweites jenes Interesse an herrschaftsfreier Kommunikation voraussetzt, für dessen Begründung HABERMAS mehrere Vorschläge unterbreitet hat, ohne allerdings bislang über Ansätze hinausgelangt zu sein.

    Administration and ist Publics as a Paradigm for a System-Environment-Theory

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    Die Kritik an der Organisationssoziologie, die in ihren Theoremen häufig die Perspektive der konkreten Organisationen übernimmt, steht im Hintergrund der Argumentation. Diese Arbeit distanziert sich von dieser Einseitigkeit, die im übrigen auch für die wissenschaftliche Behandlung des Publikums gilt, indem sie die Wissenschaftsperspektive bewußt von der Organisations- und von der Publikumsperspektive abhebt. Damit wird ein Zugang zum Problem des Verhältnisses zwischen Organisation und Publikum geschaffen, der eine Formulierung allzu abstrakter Überlegungen (beispielsweise im Zusammenhang mit dem Begriff der Komplexitätsdifferenz) auf einer konkreten Ebene gestattet. Das Verhältnis zwischen Organisation und Publikum wird charakterisiert durch Interdependenzen in vier Dimensionen: der Macht, dem Informationsbestand, der Situationsdefinition und den konkreten Erwartungen der beiden Seiten. Durch diese vier Dimensionen und ihre Ausprägungen wird die Art des Verhältnisses bestimmt: als Kommunikation oder als Interaktion. Im folgenden wird geprüft, inwieweit die vier Dimensionen als erster Operationalisierungsschritt abstrakter Konzepte betrachtet werden können. Sodann werden die Bedingungen formuliert die von der Interaktion zum Interaktionssystem führen: gleiches Sprachniveau der Kontaktpartner, Offenheit für Lernprozesse und Grenzziehung. Schließlich werden Hinweise für die Organisationsanalyse und die Publikumsanalyse abgeleitet, die gleichzeitig Forschunnsfragen für ein empirisches Projekt im Bereich der öffentlichen Verwaltung darstellen.

    Industrialisierung, Modernisierung, gesellschaftliche Entwicklung

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    Die gegenwärtige Situation auf dem Gebiet gesamtgesellschaftlicher Analysen ist geprägt durch rivalisierende Strömungen der Theoriebildung: modernisierungstheoretische Ansätze auf der einen, neo-marxistische Theorien der gesellschaftlichen Entwicklung auf der anderen Seite. Beide Strömungen erfassen wichtige Aspekte der Industrialisierungsproblematik, verfahren dabei aber selektiv und lassen nicht minder wichtige Aspekte außer acht. Ein gemeinsamer Mangel ist darin zu sehen, daß beide Ansätze sich als allgemeine Theorien der gesellschaftlichen Entwicklung verstehen und infolgedessen die historisch bedingten spezifischen Differenzen empirischer Entwicklungsprozesse vernachlässigen. Vorgeschlagen wird die Formulierung einer historischen Theorie der gesellschaftlichen Entwicklung, die sich auf die kategoriale Unterscheidung von symbolisch vermittelter Interaktion und instrumentalem Handeln stützt. Eine solche Theorie würde es erlauben, empirische Entwicklungsprozesse auf die in ihnen angelegte doppelte Zielsetzung hin zu analysieren: die Lösung der ökonomischen Wachstumsproblematik auf der einen Seite und die Auflösung von institutionalisierten Zwängen auf der anderen.

    Ein Plädoyer gegen "Formalisierung"

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    Meaning, Reflection, and System

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    Anhand der LUHMANNschen Evolutionstheorie läßt sich zeigen, daß ein mit dem kategorialen Rahmen der Systemtheorie vereinbarten Sinnbegriff wesentliche Dimesionen der soziokulturellen Entwicklung unberücksichtigt lassen muß. In der Diskussion 'Sinn vs. Leben' erweist sich der Versuch, diese Limitierung durch eine Grenzziehung zwischen Sozialsystem und Organismen zu rechtfertigen, als problematisch. Gleichzeitig wird durch die Verwendung der Kategorie der 'evolutionären Mechanismen' (Variation, Selektion und Stabilisierung) deutlich, daß die Theorie der sozialen Evolution bei LUHMANN letztlich dem Muster der biologischen Evolution nachgebildet ist. In äußerster Konsequenz führt dieses zu der Vorstellung, man könne Gesellschaft in derselben Weise wie Natur unter Kontrolle bringen. Dagegen ließe sich im Anschluß an HEGEL das Einmalige der soziokulturellen Geschichte als gesellschaftliche Dialektik begreifen und unter Anwendung der Kategorie der 'Medien der Vergesellschaftung' (Arbeit, Sprache und Herrschaft) angemessen entfalten. Das setzt einen ungeschmälerten, kommunikationstheoretisch verstandenen Sinnbegriff voraus, der mit der Systemtheorie nicht mehr kompatibel ist: der Universalitätsanspruch der Systemtheorie erweist sich als nicht haltbar.

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