Zeitschrift für Soziologie
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    Determinants of Social Situation: Labor Market versus Family

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    In dem vorliegenden Beitrag wurde der Frage nachgegangen, inwieweit aus der Stellung auf dem Arbeitsmarkt auch auf die Verteilung von Armut geschlossen werden kann, die früher unter dem Einfluß familialer Faktoren analysiert wurde. Im wesentlichen wurden erstmals auf der Basis einer empirischen Mikrosimulation drei Fragen untersucht. Welchen Einfluß haben Arbeitsmarktsegmentierung versus Familie auf die sog. Erwerbstätigenarmut? Wie wirken sich beide Faktoren auf das Risiko von Verarmung und Abstieg im Fall von Arbeitslosigkeit aus? Inwieweit kumulieren Arbeitslosigkeits- und Verarmungsrisiken im Hinblick auf Merkmale der Arbeitsmarktstellung und des Familienzusammenhangs? Im Ergebnis läßt sich festhalten, daß die Erwerbstätigenarmut und das Verarmungsrisiko bei Arbeitslosigkeit - trotz deutlicher Segmentierungseinflüsse - stark auch von dem familialen Kontext bestimmt werden. Hinsichtlich der Verknüpfung von Arbeitslosigkeits- und Verarmungsrisiko im Fall von Arbeitslosigkeit kann man sogar teilweise von kompensierenden Einflüssen ausgehen.

    Norms in Formal Organizations: Theoretical and Methodical Problems of Empirical Analysis

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    In dem Artikel werden unterschiedliche Vorschläge zur empirischen Analyse von Normen am Beispiel von Untersuchungen aus dem Bereich der Organisationsforschung diskutiert. Unterschieden wird zwischen Vorschlägen, nach denen die 'Existenz' oder die Geltung von Normen primär aus der 'Außenperspektive' bestimmt wird und für die Regelmäßigkeiten im Verhalten und Sanktionen als Kriterium der Normgeltung zentral sind (Durkheim, Geiger-Popitz-Tradition), und solchen Vorschlägen, bei denen die 'Innenperspektive', die Perspektive der handelnden Individuen, im Vordergrund steht. Hier wird vor allem Max Webers Beitrag zur theoretischen Bestimmung der Geltung von Normen hervorgehoben. Als Konsequenz aus der Diskussion ergibt sich unter anderem die These, daß die Normkonzeption der Geiger-Popitz-Tradition mit schwerwiegenden Interpretationsproblemen verbunden ist und insbesondere ungeeignet ist, wenn es um die Analyse von Normen geht, die nicht rechtlich fixiert sind und die im Weberschen Sprachgebrauch Konventionen sind, und zwar Konventionen, die in stärkerem Maße intern abgesichert sind.

    Information and Criminal Carreers. Social Construction of Reality in Juridical Documents

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    Die Konstruktion von Wirklichkeit in Justizakten kann durch verschiedene Modelle beschrieben werden. Sind über einen Klienten schon Akten vorhanden und zugänglich, hat ein Aktenproduzent die Möglichkeiten, sich entweder an diesen Akten zu orientieren (Modell der Informationskonservierung), oder den Klienten selbst als Informationsquelle zu benutzen (Modell der realitätsorientierten Informationsgewinnung). Die hier durchgeführte empirische Überprüfung dieser Modelle basiert auf Analysen von Berichten der Jugendgerichtshilfe, auf Urteilsbegründungen und Bewährungshilfeakten über Jugendliche und Heranwachsende, die zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurden. Die Untersuchungsergebnisse sprechen für eine weitgehende Gültigkeit des Modells der realitätsorientierten Informationsgewinnung. Nur bei der Informationsübermittlung zwischen Jugendgerichtshelfer und Richter ist bei bestimmten Themen das Modell der Informationskonservierung angemessener. Die Zuverlässigkeit der Akteninformationen ist, so ein weiteres Untersuchungsergebnis, weitgehend von informationstechnischen Bedingungen abhängig - insbesondere von der Qualität und Quantität zwischen Aktenproduzent und Klient. Somit sind subjektive Akteninformationen nur sehr eingeschränkt als unverzerrtes Abbild der Realität interpretierbar. Die zusätzlich geprüfte These, daß Akteninformationen eine Eigendynamik haben, die zu einer immer negativeren Bewertung des Klienten führt, kann abgelehnt werden.

    Household, Functional Differentiation, and Social Difference

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    Die Theorie funktionaler Differenzierung ist der geeignetste Analyserahmen für die Evolution von Haushalt und Familie. Innerhalb dieses Bezugsrahmens behandelt dieser Beitrag die Frage, wie sich funktionale Differenzierung auf den Haushalt unterschiedlicher Statusgruppen auswirkte. Sekundäranalysen der deutschen Haushaltsstatistik zeigen, wie mit wachsender sozialer Arbeitsteilung die Vielfalt unterschiedlicher Haushaltstypen verschwindet, um dem 'privatisierten' Haushalt des abhängig Erwerbstätigen Platz zu machen. Haushalte unterschiedlicher Statusgruppen homogenisierten sich sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihrer Struktur. Diese säkulare Homogenisierungstendenz beruht auf der Ausgliederung der Familienfremden und einer Angleichung des statusspezifischen generativen Verhaltens. Die säkulare Angleichung der Haushalts- und Familienstruktur kann als Indikator für die Auflösung früher vorhandener Sozialmilieus und eine Angleichung der Lebensbedingungen in diesem Bereich betrachtet werden.

    Hans Haferkamp (15.9.1939 - 14.7.1987)

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    Self-Regulation as Functional Equivalent of Law? The Steering Capacity of Neo-corporatist Arrangements and Reflexive Law

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    Das Offenkundigwerden von Grenzen regulativen Rechts als Steuerungsmedium hat in der sozialwissenschaftlichen Diskussion das Interesse an Steuerungsäquivalenten geweckt. Insbesondere neokorporatistische Arrangements und das Konzept reflexiven Rechts finden unter diesem Aspekt Aufmerksamkeit. (1) Der erste Teil der Untersuchung widmet sich theoretisch dem Verhältnis von rechtlicher Steuerung und Selbstregulierung. Dies läuft auf die Frage hinaus, wieweit Solidarität, Tausch und Zwang geeignet sind, Erwartungssicherheit in einer dem Recht analogen Weise zu stabilisieren. (2) Im zweiten Teil der Untersuchung geht es um die empirische Auslotung der Selbststeuerungspotentiale neokorporatistischer Arragements. Dies erfolgt am Beispiel der Paritätischen Kommission innerhalb der österreichischen Sozialpartnerschaft und am Beispiel der internen Selbstregulierung der Unternehmerverbände der chemischen Industrie Österreichs. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß neokorporatistische Arrangements zwar über ein emergentes Steuerungspotential verfügen, ihr Funktionieren aber - anders als das Konzept reflexiven Rechts es vorsieht - selbst regulatives Recht als Voraussetzung hat.

    The Use of Microcomputers for the Documentation and Management of Bibliographic Information in the Social Sciences

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    In den letzten Jahren haben die Entwicklungen auf dem Informationssektor die Diskrepanz zwischen den zentralen Informationsangeboten und den begrenzten Verarbeitungskapazitäten auf Benutzerebene noch verschärft. Der Beitrag berichtet über Erfahrungen mit der computergestützten Literatur- und Dokumentationsarbeit (CLD) und stellt die Voraussetzungen sinnvollen Einsatzes sowie die wichtigsten Leistungs-Nutzen-Beziehungen heraus. Vorteile ergeben sich in dreierlei Hinsicht: 1. als sofort spürbare Zeit- und Arbeitsersparnis vor allem bei den Verwaltungsarbeiten und als inhaltlich wirksamer Filter der Literaturarbeit; 2. als verbesserte Informationsausnutzung durch die Integration bisher verstreuter Archive (Kartei, Zettelkasten, Excerpte usw.) und den verbesserten Zugriff vor Ort; 3. als Nutzen der qualitativ neuen Kooperationsmöglichkeiten.

    The Effects of Changing Values upon Criminality and Criminal Justice

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    Es wird vorgeschlagen, offenbare Defizite der Erklärung moderner Kriminalitäts- und Strafsanktionsentwicklungen durch die Einführung von Effekten des Wertewandels in multikausale Theorien zu beseitigen. Werte werden definiert und Wertwirkungen beschrieben. Als Ergebnis der wichtigsten Forschungen zum Wertewandel wird der neue zentrale Wertkompromiß zwischen zeitgemäß aktualisierten Pflicht- und Akzeptanzwerten und schon immer existierenden Selbstentfaltungs- und Partizipationswerten vorgestellt. Zur Auswirkung dieses Wertewandels auf aktuelle Kriminalitäts- und Strafsanktionsentwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland werden orientierende Hypothesen präsentiert, die mit empirischen Daten plausibilisiert werden.

    Social Origins, Education and Age at the Time of the First-Born Child

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    Die demographischen Hintergründe der Geburtenentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland sind weitgehend aufgedeckt. Dazu gehört der Beleg erheblicher Veränderungen der kohortenspezifischen Verteilungen des Alters bei der ersten Geburt, was auf einen Wandel der zeitlichen Einpassung des Familienbildungsprozesses in die individuellen Lebensverläufe hindeuten könnte. Die soziologische Reflektion dazu steht noch weitgehend aus. Im Vergleich dreier Kohorten, 1929-31, 1939-41 und 1949-51 wird diskutiert und empirisch belegt, wie Merkmale der sozialen Herkunft und des Bildungs- bzw. Ausbildungsniveaus das Alter bei der Geburt des ersten Kindes, verstanden als Moment einer bestimmten Dimension individueller Lebensverläufe, bedingen. Auch nach Berücksichtigung des Bildungsniveaus lassen sich begründete Effekte von Merkmalen der Herkunftsfamilie identifizieren. Es zeigen sich auch deutliche Kohorteneffekte, die insbesondere in den verschiedenen Bildungs- bzw. Ausbildungsgruppen unterschiedlich ausgeprägt sind. Es kann gezeigt werden, daß die demographische Entwicklung seit den sechziger Jahren deutlich mit der Ausbildungsexpansion bei den Frauen korrespondiert, damit auf Kompositionseffekte zurückzuführen ist, aber auch mit einer zunehmenden Geburtenbeschränkung in den höheren Bildungsgruppen einhergeht.

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