Zeitschrift für Soziologie
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    The Prosecuting Attorney - A Bureaucratic Element in Crime Control

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    In diesem Aufsatz sollen einige Elemente staatsanwaltlichen Handelns, als juristisches Handeln, in Umrissen entwickelt werden. Aussagen der Erörterungen sind neuere organisations- und bürokratietheoretische Interpretationen der Staatsanwaltschaft, die deren tatsächliches Handeln selbst zum Gegenstand der Forschung nehmen. Die hier im Ansatz zu entwickelnde theoretische Perspektive unterscheidet sich indes grundlegend durch die Explikation der Bedingungen, die als konstitutiv für das staatsanwaltliche Handeln, als berufsförmiges Handeln, angenommen werden. Bürokratische Elemente des Handelns sind dann eher als empirisch-historische Erscheinungsformen oder als mehr oder weniger vertretbare Abkürzungsprozeduren zu verstehen. Die begriffliche Fassung der Berufspraxis als berufsgemäße oder als wie immer anders geartetes Tätigkeitsmuster setzt in jedem Fall die intensive Interpretation der zu untersuchenden Sachverhalte voraus. Dieses Vorgehen wird anhand der Rekonstruktion einer Fallbearbeitung durch einen Staatsanwalt dargelegt. Dadurch wird der immanente Bezugspunkt juristischer Tätigkeit freigelegt, von dem aus die juristische Praxis erst beurteilt werden kann.

    Course of Gainful Employment and Development of Earned Income in Men - A Longitudinal Analysis Using a Stochastic Differential Equation

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    In diesem Beitrag wird auf der Grundlage von Längsschnittdaten die Verdienstentwicklung in drei Phasen des Erwerbsverlaufs untersucht: (1) in der Phase des Berufseintritts, (2) in den Phasen des Arbeitsplatzwechsels und (3) in den Phasen, in denen die Arbeitskräfte auf ein und demselben Arbeitsplatz verbleiben. In allen drei Phasen wurden angebotsbezogene, nachfrageorientierte und auf die Gesamtwirtschaft bezogene Erklärungsmodelle getestet. Beim Eintritt in das Beschäftigungssystem erweisen sich Bildungsabschlüsse als die wichtigsten Determinanten der Einkommenshöhe. Ihr Einfluß verringert sich aber im Zuge der Bildungsexpansion. Einkommenszuwächse beim Arbeitsplatzwechsel innerhalb eines Betriebes lassen sich überraschender Weise nur mit der Lage auf dem Arbeitsmarkt erklären. Zwischenbetriebliche Arbeitsplatzwechsel können in befriedigender Weise sowohl mit Hypothesen der Humankapitaltheorie als auch mit den Thesen aus Segmentationsansätzen erklärt werden. Die Lohnwachstumsrate auf ein und demselben Arbeitsplatz ist vornehmlich von der beruflichen Ausbildung und der Verweildauer auf dem Arbeitsplatz bestimmt. Verschiedene Arbeitsmarktsegmente weisen nach unseren Analysen aber keine wesentlichen Unterschiede in den Lohnwachstumsraten auf ein und demselben Arbeitsplatz auf.

    Disciplinary Actions against Offspring of Foreign Workers in the Federal Republic of Germany by Law Enforcement Agencies

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    Von den Nachkommen der Arbeitsmigranten aus Südeuropa wird erwartet, daß sie auf dem Arbeitsmarkt die Funktion erfüllen, die auch ihren Eltern zugewiesen wurde. Da sie aufgrund eines gestiegenen Anspruchsniveaus seltener bereit sind, unqualifizierte Arbeiten zu verrichten, sind zu ihrer Disziplinierung und der Förderung der Arbeitsmoral spezifische Maßnahmen erforderlich, die sie in sozial unterprivilegierten Positionen halten. Eine wichtige Funktion erfüllt im Rahmen dieser Degradierungszeremonien die überproportional häufige Kriminalisierung von Personen aus der entsprechenden Bevölkerungsgruppe. Bei der Durchsetzung der Herrschaftsinteressen nimmt die Polizei eine nicht unbedeutende Rolle ein. Daß die einzelnen Polizisten den auf makrosoziologischer Ebene notwendig gewordenen Anforderungen gerecht werden und zu deren Umsetzung entsprechende Verhaltensweisen realisieren, wird durch mikrosoziologische Prozesse sichergestellt. Anhand empirischer Materialien wird überprüft, inwiefern aufgrund von in der Öffentlichkeit geförderten Vorurteilen und Mißtrauen gegenüber jungen Ausländern Polizisten eher als gegenüber gleichaltrigen Einheimischen geneigt sind, angezeigtes oder über eigene Ermittlungen festgestelltes potentiell strafrechtlich relevantes Verhalten zu kriminalisieren.

    Comment on Erich Weede: "The Special Development of the West"

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    Robert Musil and the Salvage of the Self

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    The Scientific Laboratory as a Place of "Condensed" Society

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    Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu zeigen, daß sich das herrschende 'Feindbild' des Sozialen als dasjenige, das wissenschaftliche Resultate 'verunreinigt' und von außen infiltriert, bei Betrachtung der Forschungspraxis der Naturwissenschaften nicht aufrecht erhalten läßt. Das naturwissenschaftliche Labor zeigt sich vielmehr als ein Ort, an dem gesellschaftliche Praktiken für epistemische Zwecke instrumentalisiert und in Apparaturen der Erkenntnisfabrikation transformiert werden: das Labor ist Ort der Bemächtigung und 'Verdichtung' von Gesellschaft. Laboratorisierungsprozesse stellen die Bedingungen dafür her, daß Laboratorien als soziale Form funktionieren können. Sie werden als Prozesse des Übergangs zu einer Erzeugungslogik beschrieben, die die Einbindung von Naturobjekten in kulturelle Interaktion - und damit z. B. die Beschleunigung von Erkenntnisprozessen - ermöglicht. Objekte und Indikatoren der Erzeugungsprozesse im Labor sind Zeichen, deren Sinn und Referenz etabliert werden muß. Soziale und alltägliche Praktiken dienen der Anbindung dieser Zeichen an Referenzobjekte ebenso wie der Etablierung von Vertrauen bzw. der 'Sicherung' von Wahrheit. Zwei Praktiken werden vorgestellt: die Verwendung des Dialogs als naturwissenschaftliches Verfahren (Gesprächsapparaturen) sowie der Einsatz des Körpers des Wissenschaftlers als Instrument und Garant von Wahrheit (körperliche Meßmethoden).

    Is there a Change in the Attitude of Adolescents Towards Profession, Career and Work?

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    Spätestens seit der Debatte um den Wertewandel ist es umstritten, ob und in welchem Umfang sich die Einstellung zu Beruf und Arbeit in der Nachkriegszeit verändert haben. Vor diesem Hintergrund bringt der Aufsatz eine kritische Diskussion der für Jugendliche vorliegenden replikativ erhobenen Daten. Sie signalisieren eine deutliche Abnahme jener Lebenskonzepte, bei denen Arbeit stark positiv besetzt wird und eindeutig in den Mittelpunkt des Lebens gestellt wird. Diese Entwicklung ist weniger auf 'Wertewandel' im engeren Sinne als (a) auf eine Bedeutungszunahme des privaten Lebensbereichs in den Konnotationen Partnerschaft, Familie, Freizeit, peers zurückzuführen. Daneben scheinen (b) Diskrepanzen zwischen den offenbar stärker gewordenen inhaltlichen Aspirationen an die Arbeit und der beruflichen Realität eine wichtige Rolle zu spielen.

    On Problems of Response Styles - An Empirical Study Based on Questions of Satisfaction

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    Antwortstile sind ein grundlegendes, aber wenig diskutiertes Problem sozialwissenschaftlicher Umfragedaten. Sie bezeichnen die Tendenz des Befragten, unabhängig vom Frageinhalt bestimmte Antwortkategorien anderen Kategorien vorzuziehen. Ein derart stereotypes Antwortverhalten kann sich in einer Verfälschung der empirischen Ergebnisse auswirken. Der vorliegende Beitrag befaßt sich zunächst mit den Schwierigkeiten, solche Antwortstile überhaupt erfassen zu können und zeigt eine mögliche Vorgehensweise auf. Darauf aufbauend wird versucht, das Problem von Antwortstilen im Hinblick auf die in den Wohlfahrtssurveys von 1978 und 1984 gestellten Fragen nach der Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen abzuschätzen. Es werden Analysen zu der Größenordnung, den Ursachen und den Auswirkungen von Antwortstilen durchgeführt. Zusammenfassend kann man sagen, daß Antwortstile bei der Beantwortung der Zufriedenheitsfragen zwar eine Rolle spielen, aber empirische Ergebnisse, die auf diesen Fragen beruhen, dadurch nicht sehr stark verfälscht werden.

    Informal Sector or Market Economy? - Markets and Traders in Bangkok

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    Das rapide Wachstum der Großstädte in der Dritten Welt wirft die Frage auf, wie die städtischen Massen versorgt werden können. Da der Staat Lücken der Versorgung nicht beheben kann und die Privatunternehmen nur die Bereiche der Versorgung organisieren, die profitabel sind, bleiben Nischen bestehen, die von Teilen der urbanen Bevölkerung genutzt werden können, um ein Einkommen zu schaffen. So entsteht ein Marktsystem, das sehr differenziert und heterogen ist. Macht und Handlungsmöglichkeiten werden als zentrale Variablen für die Untersuchung einer solchen 'Marktwirtschaft' (Braudel) entwickelt. Am Beispiel eines Stadtteils von Bangkok wird dargestellt, wie die großen Geschäfte die profitablen Segmente des Kleinhandels dominieren und weniger profitable Nischen den Kleinsthändlern und Hausierern überlassen. Es wird die wirtschaftliche Verschachtelung beschrieben, die von den Frauen und Männern, die ihre Waren aus Körben am Straßenrand verkaufen, über Geschäfte, Großhändler und Einkaufszentren bis in die modernen Banken reicht.

    Social Conditions of Emotions - A Model Sketch

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    Emotionen sind eine Domäne psychologischer Forschung. Der Artikel versucht, eine genuin soziologische Perspektive auf das Feld der Emotionen zu entwickeln, indem in Form einer Modellskizze die sozialen Bedingungen der Entstehung von Emotionen rekonstruiert werden. Emotionen werden als Ergebnis des Zusammenspiels der Systeme Organismus, Persönlichkeit, Sozialstruktur und Kultur begriffen. Die Rationalität der einzelnen vier Ebenen und das Verhältnis der Ebenen zueinander werden im Rückgriff auf existierende Theoriekonzepte, deren jeweils 'brauchbare' Anteile herausgearbeitet werden, beschrieben. Im Fokus einer soziologischen Analyse stehen die Ebenen Sozialstruktur und Kultur. Diese werden mit Hilfe symbolisch-interaktionistischer und austauschtheoretischer Konzepte einer Emotionssoziologie näher bestimmt und aufeinander bezogen. Das vorgestellte Modell wird am Ende mit formulierten Standards für eine 'gute' Theorie bewertet.

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