Zeitschrift für Soziologie
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    Organizations as Social Actors

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    Obwohl Unternehmungen, Verbände, Behörden und andere formale Organisationen sowohl in der öffentlichen Meinung wie auch innerhalb des Rechts und der Sozialwissenschaften bereitwillig als 'Akteure' Anerkennung finden, wurden innerhalb der soziologischen Handlungs- und Interaktionstheorie daraus bisher keine hinreichenden Folgerungen gezogen. Es ist erforderlich, sich über die fundamentalen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen individuellen und organisierten Akteuren klarzuwerden und die Abstraktionslage interaktionstheoretischer Konzepte derart anzuheben, daß sie auch auf Beziehungen zwischen Organisationen (bzw. zwischen Organisation und Individuum) Verwendung finden. Als hilfreich erweist sich dabei die Vorstellung, daß Organisationen durch Handlungen (anstatt physiologische und psychische Prozesse) konstituiert sind, deshalb im Vergleich zu Individuen beispielsweise eine höhere Binnentransparenz und Zielspezifität aufweisen, besser in der Lage sind, 'selbstverantwortlich' zu agieren, simultan an verschiedensten Interaktionssystemen zu partizipieren sowie auf die Mitgestaltung der von ihnen befolgten Normen Einfluß zu nehmen.

    The End of an Organizational Society - System-theoretical Considerations on the Social Upheaval in the German Democratic Republik

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    Die Studie unternimmt den Versuch, den gesellschaftlichen Umschwung in der DDR mit Hilfe differenzierungstheoretischer, organisationssoziologischer und risikotheoretischer Unterscheidungen zu erklären. Die Ursachen für den gesellschaftlichen Umbruch in der DDR werden nicht im revolutionären Handeln des Volkes gesehen, sondern in einem komplexen Zusammenwirken systeminterner und systemexterner Faktoren, das im Sommer 1989 zu Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze führte. Durch diese Grenzöffnung änderten sich die systeminternen Machtverhältnisse in der DDR grundlegend, und es kam zu einer explosionsartigen Austragung der durch die Geschlossenheit der Grenzen aufgestauten und systemintern unlösbar gewordenen Probleme und Spannungen. Handelte es sich bei der DDR vor der Öffnung der Grenzen um eine gesellschaftliche Differenzierungen unterdrückende Organisationsgesellschaft, so brachte die plötzlich gegebene Möglichkeit des Austritts aus der Organisationsgesellschaft und die damit gleichzeitig gegebene Möglichkeit des internen Widerspruchs die Statik des geschlossenen Systems zum Einsturz.

    The Effect of Education and the Expansion of Education on Marriage Behavior

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    In der vorliegenden empirischen Studie wird der Einfluß schulischer Bildung, der Geburtskohortenzugehörigkeit und weiterer sozialdemographischer Merkmale auf das Alter bei Erstheirat untersucht. Die empirische Analyse basiert auf den Daten von ca. 6000 Haushalten der 'Allgemeinen Bevölkerungsumfrage' unter Verwendung multivariater Übergangsratenmodelle. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage nach geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Verzögerungswirkung der Bildung auf den Zeitpunkt der Eheschließung. Es zeigt sich, daß die Bildung von Frauen in stärkerem Maße zur Verschiebung der Erstheirat beiträgt als die Bildung der Männer. Mit Hilfe des zugrunde gelegten log-logistischen Übergangsratenmodells werden abschließend die Auswirkungen der Bildungsexpansion auf den Anstieg des Heiratsalters abgeschätzt.

    Thesigraphy - A Case of Rejected Knowledge

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    In der Auseinandersetzung mit Konzeptionen der Wissenschaftstheorie wurde von Vertretern einer Soziologie des wissenschaftlichen Wissens die These einer notwendigen Einflußnahme sozialer Faktoren auf den Forschungsprozeß geltend gemacht. Ihr gegenüber wird mit dem älteren Ansatz Thomas S. Kuhns im folgenden eine mittlere Position bezogen: Der Einfluß sozialer Faktoren wird als kontingent verstanden. Exemplifiziert wird dieser Ansatz im Rahmen einer Fallstudie zur 'Thesigraphie', einer zur Qualitätsbestimmung von Nahrungsmitteln entwickelten Methode. Erörtert werden die Gründe, die die Anerkennung des Verfahrens innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft verhindert haben.

    Autopoiesis Applied. Why the Battle for a Work-free Weekend is Bound to Fail

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    Karl Mannheim and the Discouragement of the Intelligentsia

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    Trotz seines Selbstverständnisses als gesellschaftlicher Außenseiter, einer Rolle, der er kritische Einsichten in die sozialen Zusammenhänge zu verdanken glaubte, sollte Karl Mannheim als außergewöhnlich repräsentativer Weimarer Intellektueller verstanden werden. Sein deutsches Werk vor dem unfreiwilligen Exil 1933 ist von der zentralen Problematik beherrscht, grundsätzlichen 'irrationalistischen' Einwänden gegen den liberalen Rationalismus Rechnung zu tragen, ohne damit die politischen und wissenschaftlichen Ideale des Liberalismus aufzugeben und die Vorstellung eines genuinen Wissens vom menschlichen Handeln gegen eine Zelebration des Irrationalismus einzutauschen. Mannheims Aktivitäten in Paul Tillichs Christlich-sozialistischer Frankfurter Gesprächsrunde (1932) erlauben neue Einsichten in seinen gewaltsam unterbrochenen Versuch, ein Theorieprogramm zu entwickeln, das dieser zentralen Problematik gerecht werden kann. Daß dies als verlorene Chance zu gelten hat, wird besonders deutlich in der Konfrontation zwischen Mannheim und Kritikern seiner Exilschriften, insbesondere Georg Lukacs, Eduard Heimann und Theodor W. Adorno. Die Kluft zwischen den deutschen und englischen Phasen in Mannheims Werk zeigt, daß für Mannheims soziologisches Werk Biographie zum Schicksal wurde.

    Postmaterialism and Fertility

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    Der vorliegende Beitrag analysiert einige Auswirkungen des Wertwandels auf den Familienbildungsprozeß. Generative Entscheidungen sind von derart einschneidender Bedeutung für die allgemeine Lebensführung und den Lebensstil, daß auch von der Orientierung an globalen Werten, die für die Lebensführung bedeutsam sind, ein Einfluß auf das generative Verhalten zuz erwarten ist. Die Ergebnisse zeigen, daß postmaterialistische Wertorientierungen in erster Linie mit dem allseits beobachteten Aufschub der Familiengründung in Beziehung stehen, während insbesondere die Entscheidung über zweite (und weitere) Kinder und damit letztlich die Familiengröße von dem Wertwandel weitgehend unberührt geblieben ist.

    Subsistence Production and Housework - A Comment on D. Obermaier (ZfS, Vol 19,2)

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    Obiuary: In Memoriam Norbert Elias

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