Zeitschrift für Soziologie
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Psychological Counseling - Reflected in Sociological Theory
Beratung ist heute eine ubiquitäre Alltagspraxis und zugleich ein Angebot professioneller Beratungseinrichtungen. Der Artikel untersucht die letzteren unter dem Gesichtspunkt, welche Bedeutung sie innerhalb von Struktur und Entwicklung westlicher Gesellschaften haben. Drei Gesellschaftstheorien - Luhmann, Bourdieu und Foucault - werden herangezogen, um jeweils unterschiedliche Aspekte dieser Innovation des 20. Jahrhunderts zu beleuchten. Hierbei erweist sich Beratung als soziales System, das Inklusion hinsichtlich der gesellschaftlichen Funktionssysteme unterstützt, als Feld beruflicher Konkurrenz, das Diskurse der Selbstmodifikation produziert, und als eine neue Form der Technologien des Selbst. Darüber hinaus wird deutlich, dass Beratungseinrichtungen interessante Untersuchungsfelder sind, um neuere gesellschaftliche Entwicklungen dort zu studieren, wo sie die Individuen und ihr Alltagleben erreichen.Counseling today is a ubiquitous every-day practice, but it is also offered by professional counseling facilities. The latter are the subject of this article, which focuses on the function of counseling within the development and structure of Western societies. Three social theories - these of Luhmann, Bourdieu and Foucault - are used to show different aspects of counseling as a social innovation in the 20th century. In this investigation counseling turns out to be a social system which supports social inclusion as a field of competition which produces discourses of self-modification and functions as a new instrument within the technologies of the self. In addition counseling-services are interesting fields for exploring recent social development as far as individuals and their every-day life are affected
The Eye is also Listening! The Influence of the Physical Attractiveness of the Teaching Staff on Students' Evaluation of University Teaching - an Empirical Investigation at the Faculty of Management, Economics, and Social Sciences of the University of Cologne
Die Ergebnisse studentischer Lehrevaluationen werden an deutschen Universitäten immer häufiger als Leistungsindikatoren benutzt. Dies gilt, obgleich eine lebhafte Diskussion über die Validität solcher Evaluationen im Gange ist. Eine kürzlich veröffentlichte Studie konnte für eine amerikanische Universität zeigen, dass die studentische Lehrveranstaltungsevaluation durch die Attraktivität der Dozenten beeinflusst wird. In diesem Aufsatz versuchen wir diesen Befund zu replizieren: Am Beispiel der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln wird der Einfluss der physischen Attraktivität der Dozenten auf die Evaluation ihrer Lehrveranstaltungen untersucht. Es wird gezeigt, dass die Attraktivität der Dozenten einen statistisch signifikanten und praktisch bedeutsamen Einfluss auf die Bewertung ihrer Lehrveranstaltungen ausübt. Es wird diskutiert, ob dieser Effekt tatsächliche Produktivitätsvorteile attraktiver Dozenten in der akademischen Lehre reflektiert oder aber eine Diskriminierung ihrer unattraktiven Kollegen darstellt.The results of students' evaluations of university teaching are increasingly used as performance indicators at German universities. This holds true even through there is a lively discussion about the validity of such evaluations. According to a recently published study, student evaluation of courses at American universities is significantly influenced by the physical attractiveness of the lecturers. In this paper we try to replicate this finding: Taking the Faculty of Management, Economics, and Social Sciences of the University of Cologne as an example, the effect of the attractiveness of the lecturers on the evaluation of their courses is analyzed. It can be shown that the physical attractiveness of the lecturers has a statistically significant and practically relevant impact on the evaluation of their courses. This contribution discusses whether this effect reflects real productivity advantages of attractive lecturers or is the result of discrimination against their unattractive colleagues
The Fragility of Collective Action: Protests by the Unemployed in Germany and France
Die Proteste französischer und deutscher Arbeitsloser in den Jahren 1994 bis 2004 belegen, dass eine Mobilisierung marginalisierter Personengruppen unter bestimmten Randbedingungen gelingen kann. Der vorliegende Beitrag geht von der Annahme aus, dass die vorhandenen Organisationsstrukturen der lokalen Erwerbslosenarbeit zwar eine notwendige Bedingung darstellen, das Protestaufkommen und die Unterschiede zwischen den Ländern aber nicht hinreichend erklären können. Deshalb wird auf die Unterstützung durch 'Dritte' - hier vor allem durch die Gewerkschaften - verwiesen, welche wiederum deutlich von der landesspezifischen Struktur des Gewerkschaftssystems abhängt. Die vergleichende Fallanalyse der französischen und deutschen Protestepisoden kommt zu dem Ergebnis, dass die kompetitive Kooperation der Erwerbslosen mit linken Gewerkschaftsdissidenten in Frankreich wesentlich förderlicher war als die Aktivitäten der Erwerbslosen in Deutschland, die sich lange Zeit im Windschatten der nationalen Gewerkschaftsverb ände bewegten.Protests by the unemployed in France and Germany (1994-2004) proved that the mobilization of marginalized groups may well succeed, yet requires conducive conditions to happen. This paper assumes that the existing interorganizational structures of local unemployment groups and networks represent a necessary prerequisite, but that they are not in a position to provide an adequate explanation of the intensity of protests and the differences in the two countries. We, therefore, refer to "third parties" - above all trade union - support, which in its turn is strongly dependent on the country-specific structure of trade unionism. The comparative case analysis of the German and French protest episodes concludes that the competitive cooperation with left-wing trade union dissidents in France was far more conducive than the activities of the unemployed in Germany, which have long moved in the shadow of the national trade unions
Vocation and Reorganization. The Situation of the Dual Apprenticeship System in the Banking Sector
Der vorliegende Aufsatz untersucht die aktuellen Entwicklungstendenzen im Berufsbild des Bankkaufmanns/der Bankkauffrau. Dieses Berufsbild gehört traditionell zu den Berufsbildern mit hoher gesellschaftlicher Anerkennung, breiten Lerninhalten und guten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Doch in den letzten Jahren haben sich die Perspektiven des Berufsbildes eingetrübt. Anders als in Teilen der sozialwissenschaftlichen Diskussion vermutet, liegt dies nicht an einer mangelnden Anpassungsfähigkeit des Berufsprinzips an innovative und wissensintensive Organisationsformen. Vielmehr führen Reorganisationsprozesse der Kreditinstitute aller Bankengruppen zu einem geringeren Bedarf an Qualifikationen im zentralen Einsatzbereich der Bankkaufleute, dem Vertrieb. Im Zuge der Finanzialisierung, Divisionalisierung und Segmentierung als Kernstrategien der Reorganisation wird die Erstausbildung unter einen neuartigen Kostendruck gesetzt. Zugleich öffnet sich eine Kluft zwischen Qualifikationsbedarf, Berufsbild und Ausbildungspraxis. Während die privaten Großbanken ihre Ausbildungspraxis auf Kosten des Berufsbildes an den sinkenden Qualifikationsbedarf anpassen, werden in den anderen Bankengruppen überschüssige Qualifikationsressourcen produziert, die Probleme für die Personalpolitik der Banken nach sich ziehen.The present paper analyzes recent developments in the apprenticeship system in the banking sector. The vocation of bank clerk has traditionally been identified with high social recognition and broad skills and has been regarded as a good starting point for a career. However, for some years the perspectives of the occupation have been deteriorating. In contrast to the arguments in some contributions to the discussion in the social sciences, this development is not rooted in general problems of the adaptability of this occupation to innovative and knowledge-based forms of work organization. On the contrary, the process of reorganization in the banking sector has led to a reduced demand for skills in the central employment area of bank clerks, the retail units. In the course of financialization, divisionalization, and segmentation, which are the core elements of reorganization, the dual apprenticeship system is indreasingly subject to high cost pressures. Moreover, a gap is arising between the demand for skills, the occupational profile, and the training practices in the banks. While the large private banks are adapting their training practices to the new demands at the expense of the occupational profile, other banking groups are producing a surplus of skills with problematic consequences for personnel policy
Gender as Class in Competitive Sports. Gender Verifications in Sports as an Example of the "Small Difference" and Its Big Consequences
Die Geschlechtersegregation im (Hoch-)Leistungssport mit unterschiedlichen Wettbewerben und Regeln für Frauen und Männer wird mit der körperlichen Geschlechterdifferenz und der damit verbundenen sportlichen Leistungsfähigkeit begründet. Unklar bleibt jedoch, warum nicht auch andere Merkmale, deren Korrelation mit sportlichen Leistungserfolgen mindestens genauso offensichtlich ist, zur Bildung von Leistungsklassen herangezogen werden. Beispiele hierfür sind die Körpergröße oder die ethnische Herkunft. Am Phänomen der bis vor einigen Jahren üblichen Praxis der labortechnischen Überprüfung der weiblichen Geschlechtszugehörigkeit im Wettkampfsport kann nachgewiesen werden, dass die besondere Relevanz der Geschlechterdifferenz im Sport sich nicht allein durch den Verweis auf Leistungsdifferenzen erklären lässt. Vielmehr scheint die latente Funktion der Geschlechtertrennung im Wettkampfsport in der Markierung, dramatischen Inszenierung und Reproduktion der Geschlechterdifferenz zu liegen. Geschlecht ist demzufolge neben dem Leistungsprinzip ein konstitutives Strukturmerkmal des Sports. Die Gründe hierfür liegen vermutlich in der historischen Parallele der funktionalen Ausdifferenzierung des Sportsystems und der Etablierung der Geschlechterdifferenz als universell gültiges Ordnungsprinzip im 19. Jahrhundert.In competitive sports there is a segregation of the sexes which is usually justified with the physical differences between men and women. Although there are also other physical differences between people, e.g. height or ethnic origin, which affect athletic achievement in particular disciplines of sports, these differences are not used for a division into classes. Consequently, this paper proposes that differences between the athletic achievement of women and men are not the cause of the importance of gender in competitive sports. An instance of this hypothesis is so-called "gender verification" which was used until recently to prove that a female athlete actually is female. There seems, rather, to be a latent function in the segregation between men and women in sports: due to competition in different classes the differences between the sexes are stressed, dramatically performed, and reproduced. Hence gender is, along with the principle of achievement, a constitutive feature of competitive sports. The reason for this was probably the historical construction of gender as a prevailing social organizing principle in the 19th century while at the same time the differentiation of sports as sub-system of modern society was taking place
In Further Search of Explanations… Comments to "In Search of an Explanation for the Specific Labor Market Disadvantages of Second Generation Turkish Migrant Children" by Frank Kalter (ZfS 2/2006)
Kein Abstract vorhandenNo abstract availabl
The Influence of Preschool as a Context for the Acquisition of the German Language by Immigrant Children
Für den Bildungserfolg von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem ist die Beherrschung der deutschen Sprache eine notwendige Voraussetzung. Eine wichtige Determinante des Zweitspracherwerbs bei Migranten stellt der Zugang zur Sprache des Aufnahmelandes dar. Für Migrantenkinder im Vorschulalter bietet der Kindergarten einen solchen Zugang zur deutschen Sprache. Mit den Daten der Osnabrücker Schuleingangsuntersuchung der Jahrgänge 2000 bis 2005 lässt sich nachweisen, dass Defizite in der deutschen Sprache bei Migrantenkindern umso seltener vorkommen, je länger diese den Kindergarten besucht haben. Darüber hinaus wird mit Verfahren der Mehrebenenanalyse untersucht, ob es zwischen den Kindergärten Niveauunterschiede in der durchschnittlich benötigten Deutschförderung gibt. Für die türkischen Kinder kann nachgewiesen werden, dass signifikante Unterschiede zwischen den Kindergärten existieren, während für die Aussiedlerkinder keine solchen Gruppenunterschiede festzustellen sind. Die in der türkischen Stichprobe gefundene Variation im Deutschförderbedarf zwischen den Kindergärten kann durch die Berücksichtigung des Migrantenanteils in den Kindergärten deutlich reduziert werden und verschwindet bei Berücksichtigung des Anteils türkischer Kinder in den Kindergärten vollständig. Bei den türkischen Kindern fördert ein hoher Anteil der eigenen ethnischen Gruppe im Kindergarten die sprachliche Segregation in dieser Einrichtung und erschwert damit den Erwerb der deutschen Sprache.In order to succeed within the German school system, immigrant children need to have mastered the German language. Exposure to the host country's language is an important factor in immigrants' acquisition of the second language. Kindergarten affords such exposure to the German language to immigrant children of preschool age. Data from the school entrance examination of the City of Osnabrück for the years 2000 to 2005 show that deficits in German skills are less likely to occur among immigrant children the longer they have attended Kindergarten. Furthermore, methods of multilevel analysis are used to detect differences among Kindergartens with regard to the average level of German language deficits. While for Turkish child differences from the one to the other Kindergarten are significant, no such group differences exist for ethnic-German (but non-German-speaking) children from the former Soviet Union. The variance in the German language deficits among Kindergartens found in the sample of Turkish-background children can be clearly reduced by taking into account the proportion of immigrant children in the Kindergartens, and it disappears completely once the proportion of Turkish children is accounted for. With regard to the Turkish children, the results indicate that a high proportion of children of the same ethnic origin in Kindergartens fosters linguistic separation in these institutions and in this way hampers their acquisition of the German language
In Search of an Explanation for the Specific Labor Market Disadvantages of Second Generation Turkish Migrant Children. Simultaneously a Comment on the Contribution of Holger Seibert and Heike Solga (ZfS 5/2005)
Zahlreiche Studien haben für den deutschen Arbeitsmarkt mittlerweile belegt, dass die Gruppe der Türken innerhalb der zweiten Generation eine gewisse Sonderrolle einzunehmen scheint: Während die schlechteren Positionierungen der Nachkommen anderer ehemaliger Arbeitsmigranten weitgehend durch formale Bildungsqualifikationen zu erklären sind, bleiben für die türkischen Jugendlichen auch unter deren Kontrolle in der Regel erhebliche Nachteile bestehen. Dies haben Holger Seibert und Heike Solga jüngst in dieser Zeitschrift noch einmal bestätigt. Wie viele andere Autoren führen sie letztlich eine spezifische Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt als Erklärung an. Dagegen wird in diesem Beitrag argumentiert, dass daneben noch weitere potenzielle Ursachen des spezifisch türkischen Nachteils denkbar sind, die theoretisch nicht weniger plausibel sind. Insbesondere ist hier der Mangel an hilfreichen Ressourcen zu nennen, etwa Unterstützungsleistungen seitens der Eltern oder vor allem auch Aufnahmeland-spezifische Kapitalien. Mit Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) wird gezeigt, dass sich die von Seibert und Solga berichteten spezifisch türkischen Nachteile in der Tat schon weitgehend durch die ethnische Zusammensetzung der Freundschaftsnetzwerke und vor allem durch unzureichende deutsche Sprachkenntnisse erklären lassen. Dieser Befund hat auch vor strengeren kausalanalytischen Betrachtungen Bestand, die durch den Längsschnittcharakter der Daten m öglich sind.A series of studies on the fate of second generation immigrant childrenin the German labor market has identified a special pattern among those of Turkish heritage. While the disadvantages of the descendants of other labor migrants almost completely disappear when controlling for formal qualifications, Turkish young people as a rule experience a considerable ethnic penalty. This has been confirmed once again by the recent contribution of Holger Seibert and Heike Solga in this journal. In explaining this finding they - like many others - in principle refer to Turkish-specific labor market discrimination. In this paper, however, we argue that alternative explanations for the specific pattern among second-generation Turkish participants in the labor market are also available and that they are not less convincing from a theoretical point of view. Above all, the ethnic penalty may be due to a lack of helpful resources, such as weaker parental support or capital-specific factors in the receiving society. Using data from the German Socio-Economic Panel Study (GSOEP) we show that the Turkish penalties reported by Seibert and Solga can indeed largely be explained by the ethnic composition of friendship networks and German language proficiency. This finding proves to hold even when applying more strict longitudinal techniques to test the underlying causal relationships
Search, Certainly, but "Where and How?". Notes to the Comments of Holger Seibert and Heike Solga
Kein Abstract vorhandenNo abstract availabl
Pioneering Work with Paradoxical Consequences? On the Recent Reception of Georg Simmel's Sociology of Space
Georg Simmel gilt heute unbestritten als Pionier im Bereich der Raumsoziologie. Er wird dafür gewürdigt, Räumlichkeit früh als eine soziologisch relevante Problematik entdeckt zu haben. Indes setzen sich zahlreiche Autorinnen und Autoren dezidiert von seinem Raumkonzept ab: Einerseits wird beanstandet, es handele sich dabei um eine »absolutistische« Position, die Raum jenseits menschlichen Handelns und Denkens situiere. Andererseits wird kritisiert, Simmel fasse Räumlichkeit als »vormodernen« Aspekt von Vergesellschaftung auf und habe so maßgeblich dazu beigetragen, dass in der Soziologie die Dimension des Raumes für längere Zeit aus Theoriebildung und Forschung verschwunden sei. Der vorliegende Beitrag will diese Kritiken genauer beleuchten und aufzeigen, weshalb sie an Simmels Raumauffassung vorbei gehen. Diese Interpretationen stehen einer differenzierten Diskussion von Simmels Arbeiten im Weg und trüben den Blick für den Umstand, dass diese Relevantes zu aktuellen raumsoziologischen Debatten beizusteuern haben: Zum einen, weil Simmel in einem entscheidenden Punkt radikaler ›kulturalistisch‹ argumentiert als manche gegenwärtige Position und damit eine Folie bietet, vor deren Hintergrund sich gewisse Leitunterscheidungen neuerer Konzepte kritisch befragen lassen; zum andern, weil sein Raumverständnis als forschungsleitende Perspektive hilfreich ist, um bestimmte Eigentümlichkeiten (spät)moderner Gesellschaft in den Blick zu bekommen.Today, Georg Simmel is undoubtedly regarded as a pioneer in the field of the sociology of space. He is recognized for having discovered spatiality as a sociologically relevant problem very early on. However, numerous authors distance themselves decidedly from his concept of space: On the one hand, it is claimed that his concept is an "absolutist" position situating space beyond human thought and action. On the other hand, it is argued that Simmel's perception of spatiality as a "pre-modern« aspect of social relationships contributed substantially to the fact that the dimension of space disappeared from sociological theory formation and research for an extended period of time. The present contribution examines these criticisms and reveals why they misconceive Simmel's understanding of space. The criticisms mentioned above hinder a differentiated discussion of Simmel's work and obstruct the realization that his work is of relevance to current controversies in the field of the sociology of space: first of all, and this is a decisive point, Simmel argues in a more radically "culturalistic" way than many a current position, thus offering a background against which certain fundamental distinctions with regard to recent concepts can be critically examined; secondly, his understanding of space is helpful as a perspective in guiding research on certain features of (late) modern society