Zeitschrift für Soziologie
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    Practice. A Theory-of-Action Perspective

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    Der Kern der Kritik des „practice turn“ an der Handlungstheorie besteht darin, das implizite Wissen und Können verkörperter sozialer Praktiken gegen den vermeintlichen Rationalismus und Individualismus der Handlungstheorie zu rehabilitieren. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es zu zeigen, dass und wie sich dieses Kernanliegen neuerer praxistheoretischer Ansätze im umfassenderen Rahmen einer um das Konzept der Situationsdefinition ergänzten Handlungstheorie klarer und differenzierter zur Geltung bringen lässt als in der Praxistheorie selbst.Theorists of the “practice turn” argue that the concept of action should be replaced by the concept of embodied social practices because they assume that the tacit knowledge and skills of social practices are much more fundamental for understanding human social conduct than the action theorists’ supposedly individual and rational actions. The aim of the paper is to show that the role of tacit knowledge and skills can be analyzed more clearly and in a more refined way within a theory-of-action framework, especially by drawing on recent approaches which add to the concept of action further considerations concerning the definition of the situation

    Explaining Diffusion: The Introduction of State Lotteries in the USA

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    Der Aufsatz beschäftigt sich mit den Determinanten der Diffusion staatlicher Lotterien als Beispiel einer politischen Innovation. Nach einer Verbotszeit von mehr als 100 Jahren führten US-Bundesstaaten Lotterien ab den 1960er Jahren schrittweise wieder ein. Anhand von statistischen Ereignisdatenanalysen zeigt der Beitrag, dass der Diffusionsprozess von fiskalischen, politischen und regionalen Faktoren ebenso wie von normativen Faktoren der sozialen Legitimierung abhängt. Der Aufsatz stellt zwei weitere Aspekte heraus, die empirisch demonstriert werden: Zum einen wird ein erweitertes regionales Diffusionsmodell diskutiert, das die räumliche Ausbreitung in Abhängigkeit zur ideologischen Struktur umgebender Staaten erfasst; zum anderen wird die zeitliche Dynamik des Prozesses modelliert. Hierfür ist der soziologische Neo-Institutionalismus der theoretische Bezugspunkt und es wird angenommen, dass mit zunehmender Dauer des Diffusionsprozesses die ursprünglichen Kausalfaktoren ihre Erklärungskraft zugunsten eines Bedeutungsgewinns von Legitimitätsaspekten verlieren. Die Ergebnisse dokumentieren isomorphische Adaptionsprozesse und in organisationsökologischer Hinsicht die Bedeutung institutioneller Umwelten für die Ausbreitung von Organisationen.This paper examines the determining factors in the diffusion of state lotteries as a process of policy innovation. After more than 100 years of prohibiting them, individual states in the US began to establish lotteries in the 1960s. Statistical event history analysis is used to show that the adoption and diffusion of state lotteries depends on fiscal, political, and regional factors of competition as well as on normative factors of social legitimization. Two further arguments are developed, discussing, for one, an advanced model of regional diffusion that views the regional effect as dependent on the ideological-institutional context and, secondly, analyzing time dynamics in the diffusion process to show how initial explanatory factors change over time. In general, the findings indicate that the institutional environment shapes the diffusion of organizations

    Numerical Difference. Toward a Sociology of (Quantitative) Comparisons

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    Der Aufsatz behandelt Vergleiche als grundlegende Sozialform und analysiert sie aus einer kommunikationstheoretischen Perspektive. Vergleiche können in unterschiedlichen Medien formuliert sein: sprachlich, numerisch oder visuell. Diese mediale Differenz steht im Zentrum des Aufsatzes. Ausgangspunkt ist die These, dass Zahlen, Bilder und Sprache eine kommunikative Eigenwirkung besitzen und Quantifizierung eine besonders effiziente Form ist, um Akzeptanz herzustellen. Diese These wird unter dem Begriff der „numerischen Differenz“ am Beispiel quantitativer Vergleiche (Statistiken, Rankings, Ratings etc.) plausibilisiert. Im ersten Teil wird beschrieben, was mit „Vergleich“ resp. „Vergleichskommunikation“ gemeint ist und worin die spezifische Operationsweise von Vergleichen besteht. Der zweite Teil begründet anhand eines Vergleichs unterschiedlicher Kommunikationsmedien die These, dass die Form derMitteilung die Erfolgswahrscheinlichkeit von Kommunikationen beeinflusst. Diese Überlegungen werden in einem dritten Teil auf Globalisierungsfragenbezogen und mit Konzepten der neo-institutionalistischen Diffusionsforschung in Beziehung gesetzt.In this contribution comparisons are considered to be elementary social forms, and they are analyzed within a communication-theoretical perspective. Across different media of communication, comparisons are expressed linguistically, numerically, or visually, and this differentiation is the focus of the present investigation. The use of numbers, visual representations, and language each affects communication in a particular manner, and quantification is particularly effective in promoting the acceptance of communication. This effectiveness corresponds to what is here termed the “numerical difference,” a difference illustrated by the ubiquitous use of quantitative comparisons drawn from statistics, rankings, or ratings. In the first part of the paper elementary characteristics of comparisons and their communicativeness are discussed. In the second part, the differentiation of linguistic, visual, and numerical media is utilized in order to investigate how the form of messages may influence the likelihood of their acceptance. These observations are related to issues of globalization in the third part of the paper, where they are discussed with respect to concepts employed by studies of diffusion within the new institutionalism

    Persistent Educational Inequalities in West Germany, East Germany, and Switzerland: A Cohort Analysis with Respect to Social Origin and Gender

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    Eine Kernfrage bildungssoziologischer Debatten ist, inwieweit über die Bildungsexpansion herkunfts- und geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten abgebaut werden konnten. Mit neueren Daten und im Rahmen eines Vergleichs der Entwicklungen in drei verschiedenen Untersuchungsgebieten – in Westdeutschland, Ostdeutschland und der Schweiz – wird unser Beitrag dieser Problematik nachgehen. Betrachtet werden kohortenspezifische Unterschiede (Geburtskohorten 1925 bis 1974) in der Bildungsbeteiligung zwischen sozialen Herkunftsschichten und zwischen den Geschlechtern. Eine komparative Perspektive ermöglicht die Betrachtung bildungssystemspezifischer Merkmale, welche die gesellschaftliche Entwicklung des Bildungsniveaus und das Ausmaß an Bildungsungleichheiten beeinflussen. Als Datengrundlage dienen das Schweizer Haushalt-Panel (SHP) und das Sozioökonomische Panel (SOEP). Die Ergebnisse zeigen, dass in der Schweiz die stärkste Verbesserung der Bildungschancen der Arbeiterschicht stattgefundenhat, während in der ehemaligen DDR am frühesten Geschlechterunterschiede im Bildungserwerb eingeebnet werden konnten – wobei in den jüngeren Kohorten der ostdeutschen Teilstichprobe neue Bildungsungleichheiten zu Ungunsten von Männern auftreten.A key question in current debates in the sociology of education is to what extent educational inequalities with regard to social origin and gender are being reduced by the expansion of educational systems. We explore this question by using a new set of data with which developments in Switzerland,West Germany, and East Germany can be comparatively analyzed. Using the birth cohorts 1925–1974 we look at cohort-specific differences in educational participation between social strata and between men and women. We focus comparatively on those characteristics of the educational system which influence the educational levels and educational inequalities across society. Our analyses are based on two equivalent samples: the Swiss Household Panel (SHP) and the German Socio-Economic Panel (SOEP). Results show that the strongest improvement in educational opportunities among working class children has been achieved in Switzerland, whereas East Germany has been most progressive in abolishing gender inequalities, but is seeing an increase in gender inequalities to the disadvantage of males among the youngest cohorts

    Are Children a Career Obstacle for the Highly Educated? Career and Family of PhDs in Switzerland

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    Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich eine Familiengründung negativ auf die Karriere von Frauen auswirkt. Als Gründe gelten Unterschiede im Verhalten auf dem Arbeitsmarkt, in der Rollenorientierung und in der Abwägung von Kosten und Nutzen bei der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben. Trifft dies auch auf (stark karriereorientierte) promovierte Frauen zu, und welche Effekte der Vaterschaft finden sich bei promovierten Männern? Anhand eines einzigartigen Datensatzes mit Bildungs- und Erwerbsbiografien von mehr als 1.300 Promovierten in der Schweiz wird mittels Ereignisdatenanalyse der Einfluss des Vorhandenseins von Kindern auf die Karriereindikatoren berufliche Stellung und Einkommen untersucht. Promovierte Frauen verzeichnen nach der Geburt von Kindern nur selten längere Erwerbsunterbrechungen und kehren rasch an den Arbeitsplatz zurück. Ein indirekt negativer Einfluss des Vorhandenseins von Kindern ergibt sich dadurch, dass längere Abwesenheiten vom Arbeitsmarkt und die bei Müttern häufige Teilzeitarbeit Karrierenachteile darstellen. Ein davon unabhängiger eigenständiger negativer Effekt von Kindern auf den beruflichen Erfolg promovierter Frauen ist allerdings nicht erkennbar. Zum Befragungszeitpunkt sind Mütter und Frauen ohne Kinder gleich häufig in Führungspositionen vertreten. Bei promovierten Männern wirkt sich das Vorhandensein von Kindern auf die berufliche Karriere positiv aus: Promovierte Väter generieren ein höheres Einkommen und steigen schneller in Führungspositionen auf. Von Kindern pauschal als Karrierehindernis bei Hochgebildeten zu sprechen, erscheint auf Basis dieser Ergebnisse als nicht gerechtfertigt.There is a general perception that children show negative effects on the career of women because mothers behave differently in regard to education, the labor market, role-orientation and cost-benefit calculations in balancing family and work life. Do these mechanisms also apply to strongly career-orientated women with PhDs, and how do children affect the careers of male PhDs? We have investigated these questions by analyzing a unique dataset of more than 1,300 Swiss PhDs which includes their complete educational and professional pathways. Using event history models we analyze indicators of occupational success such as wage and professional status. Results show that women with a PhD rarely leave the labor market for a long time and return rather quickly to their jobs after giving birth to a child. Longer absences from the labor market and part-time work are associated with career penalties but there is no direct effect of children on the career success independent of such mediating factors. At the time of our survey there was, in management positions, an equal share of childless women and mothers. Male PhDs benefit from fatherhood by generating higher incomes and moving upward more quickly in management positions. Our results thus indicate that to speak about children as career handicaps is not justified in the case of highly educated academics

    The Diffusion of a Social Movement – Local Exchange Networks in Germany

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    In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren erreichte die soziale Bewegung der „lokalen Austauschnetzwerke“ (local exchange trading systems, kurz: LETS) Deutschland. Diese ursprünglich kanadische Tauschringbewegung greift gesellschaftliche und ökonomische Missstände der Geldwirtschaft auf und versucht, ihnen auf lokaler Ebene entgegen zu steuern. Auf Basis von Alternativwährungen werden eine nachhaltige, lokale wirtschaftliche Entwicklung sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen sozial Benachteiligter propagiert. Nach zunächst verhaltenen Gründungsaktivitäten breiten sich die Austauschnetzwerke seit Mitte der 1990er Jahre schnell aus. Unser Beitrag beschreibt ihre Diffusion in deutschen Landkreisen und Städten. Bei der Erklärung des Diffusionsprozesses untersuchen wir die Bedeutung der räumlichen Nähe sowie den Einfluss überregionaler Printmedien und des sozio-kulturellen Umfelds. Schließlich wird auf Grundlage der Organisationsökologie die These der Dichteabhängigkeit von Gründungsraten für unterschiedliche Definitionen des Populationsbestands geprüft. Mit Hilfe eines selbst erhobenen Datensatzes, der die Tauschringgründungen von 1988 bis 2005 in Deutschland erfasst, werden die Überlegungen zur sozialen Ansteckung und zum medialen Einfluss bestätigt. Die Datenanalyse unterstreicht auch die Bedeutung des sozio-kulturellen Umfelds und der Anzahl bereits bestehender Organisationen. In Ostdeutschland verläuft die Tauschringdiffusion insgesamt sehr verhalten, was auf mangelnde ideologische Ressourcen zurückgeführt wird.In the late 1980s and early 1990s a new social movement – the local exchange trading systems (LETS) – reached Germany. This initially Canadian movement draws attention to societal and economic failures of the monetized economy and attempts to resolve them on a local level. By introducing alternative local currency systems the exchange networks movement tries to promote a sustainable and local economy and aims at improving the living conditions of underprivileged people. Whereas founding activities were initially slow to emerge, a boom occurred in the mid 1990s. Our research describes the patterns of diffusion in German counties (Landkreise and kreisfreie Städte). In order to explain the diffusion process, we employ concepts of spatial proximity, the impact of national print media, and general socio-cultural fit. Finally, we analyze the effects of differently defined population densities on founding rates. Using data for the period from 1988 to 2005, we are able to confirm that social contagion and national print media are of considerable importance for the growth of these exchange systems. Furthermore, the roles of socio-cultural factors and of ecological assumptions are supported as well. In East Germany, diffusion takes place very slowly.We discuss this result with respect to the comparative lack of ideological resources

    The Emotional Structure of Social Interaction: The Expression of Emotion and the Emergence of Social Order

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    Der Artikel untersucht die Funktion von Emotionen in der sozialen Interaktion sowie ihren Beitrag zur Entstehung strukturierter Sozialität und der Bildung sozialer Ordnung. Er geht von der Annahme aus, dass die Emotionsentstehung einer umfassenden sozialen Prägung unterliegt und mit charakteristischen Handlungstendenzen einhergeht. Darauf aufbauend wird das Argument entwickelt, dass vor allem mimisches emotionales Ausdrucksverhalten dazu beiträgt, strukturwirksame Handlungs- bzw. Interaktionsmuster zu generieren. In einem ersten Schritt wird gezeigt, dass die Enkodierung emotionalen Ausdrucksverhaltens einerseits auf physiologischen Grundmustern beruht, andererseits aber in Abhängigkeit der sozialen Umwelt ausgeprägte „Dialekte“ entwickelt. Analog zu diesen Nuancen, so verdeutlicht der zweite Schritt, entsteht die Fähigkeit, mimisches Ausdrucksverhalten zu dekodieren. Dadurch verlaufen reziproke Attributionen von Emotion, Situationsbewertung und Handlungstendenz umso effektiver, je näher sich Akteure im sozialen Raum sind. Diese Verschränkung führt, so zeigt der dritte Schritt, zu einer präziseren interindividuellen Übertragung von Emotionen innerhalb sozialer Einheiten, die eine entsprechende interindividuelle Angleichung von Emotionen und Handlungstendenzen wahrscheinlicher macht. Auf diese Weise tragen Emotionen zur Genese strukturierter Interaktionen und zur Entstehung sozialer Ordnung bei.This contribution investigates functions of emotion in social interaction and their role in the emergence and reproduction of social structures and social order. It assumes that the elicitation of emotion is fundamentally dependent on the social environment and that emotions go hand in hand with characteristic action tendencies. On this basis, it is argued that the facial expression of emotion is particularly implicated in generating patterns of social action and interaction. First, it is shown that the encoding of facial expression combines hard-wired physiological principles on the one hand and socially learned aspects on the other, leading to more fine-grained and socially differentiated “dialects” of emotional expression. Second, it is argued that the decoding of facial expression is contingent upon this combination, so that reciprocal attributions of emotional states, situational interpretations, and action tendencies are more effective within rather than across social units. Third, this conjunction affects the conditions for emotional contagion, which is shown to be more effective within social units exhibiting similar encoding and decoding characteristics and thus aligns emotions and action tendencies in a coherent, yet socially differentiated fashion. Taken together, these interactional processes show that emotions facilitate the structuring of social interaction and the emergence of social order

    Who Wants To Be a Millionaire?. An Empirical Analysis of the Determinants of Success in the Television Game Show

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    Dieser Beitrag analysiert die Determinanten einer erfolgreichen Teilnahme an der Fernsehshow "Wer wird Millionär". Befragt wurden 660 Teilnehmer, die zwischen 1999 und 2007 in der Quizsendung als Kandidaten aufgetreten sind. Wir interessieren uns besonders für die Fragen, wie die Human- und Sozialkapitalausstattung der Teilnehmer die Gewinnchancen beeinflusst. Die Bildung der Kandidaten sollte den Erfolg in der Show erhöhen, da der Gewinn in erster Linie durch das Wissen der Kandidaten und weniger durch andere Kriterien bestimmt wird. Die Schätzung der Humankapitalrenditen ist hierbei nicht durch unbeobachtete Heterogenität (Signale über weitere Fähigkeiten) verzerrt wie das in Untersuchungen zum Einkommen auf dem Arbeitsmarkt häufig der Fall ist. Damit kann ein von "signaling"-Effekten unabhängiger Humankapitaleffekt berechnet werden. Überdies können wir anhand unserer Daten den monetären Ertrag des Sozialkapitals schätzen. Der Telefonjoker wird von den Kandidaten aus ihren sozialen Netzwerken rekrutiert. Für die erfolgreiche Auswahl eines Telefonjokers sollte deshalb die Qualität des Netzwerkes eine besondere Rolle spielen. Beide Effekte von Human- und Sozialkapital lassen sich empirisch nachweisen und sind wesentliche Determinanten der erfolgreichen Teilnahme bei "Wer wird Millionär?".This paper analyses the determinants of successful participation in the well known television game show "Who Wants to Be a Millionaire?". Our sample consists of 660 contestants who participated in the German version of the show between 1999 and 2007. We are particularly interested in two hypotheses: First, according to human capital theory participants´ education should increase success and should lead to higher payoffs. Since contestants in the show can answer questions correctly only on the basis knowledge and since other characteristics of the candidates are irrelevant, estimates of the human capital effect are not affected by other possible causes suggested by signaling theory. The second hypothesis refers to the assumed advantage of social capital. The contestants have the possibility to use a telephone joker which they select from their personal networks. Hence, the telephone joker should be especially helpful if a participant is selected from a large network of knowledgeable contacts. Thus, our study allows for an estimation and comparison of human and social capital effects

    Labour Policy Change in Germany since 1991 and the "Working Poor" Problem: Entrants and Re-Entrants as Losers of the Reform Process?

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    Legitimiert durch den Verweis auf Prozesse der Globalisierung wurden in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre sozial- und arbeitsmarktpolitische Reformen implementiert, die, direkt oder indirekt, auf den Ausbau des Niedriglohnsektors abzielen. Trotzdem konnte in vielen Studien zum "Working Poor" - Problem kein tief greifender Wandel der materiellen Lebensbedingungen von Erwerbstätigen nachgewiesen werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass etablierte Erwerbstätige durch institutionelle Mechanismen weitestgehend vor den Auswirkungen der Reformen (bzw. vor einer Abwertung ihrer Arbeitsmarktposition) geschützt sind. Dieser Schutz besteht allerdings nicht für Personen, die nicht durch vorgelagerte Erwerbstätigkeit abgesichert sind. Dementsprechend zeigen empirische Analysen auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), dass sich niedrig entlohnte Beschäftigung und Armut insbesondere unter Einsteigern auf dem Arbeitsmarkt (aus dem Bildungssystem und bei Übergängen aus der Erwerbslosigkeit) ausgebreitet haben. Die Risiken dieser Gruppen sind in Relation zu allen Erwerbstätigen zwischen 1991 und 2006 überproportional angestiegen.Since the early 1990s, Germany has implemented social and labor market policies directly or indirectly aimed at the expansion of the low-wage sector. Nevertheless, many studies about the working poor have not revealed a serious change in the material living conditions of the employed. This can be explained by the basic constitution of the German welfare state and labor market, which protect established employees from the effects of reforms, and consequently from a decline in their labor market position. However, this does not apply to persons who are not protected because of previous employment. Accordingly, empirical analyses on the basis of the Socio-Economic Panel (SOEP) show that low-wage work and poverty have spread among entrants and re-entrants in the labor market. Thus, with regard to the overall development of the working poor rate, the risks of these groups have increased disproportionately

    Does Bourdieu Really Have so Little “Class”? A Response to André Kieserling’s Article “Fields and Classes: Pierre Bourdieu’s Theory of Modern Society”

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    Die Replik stellt André Kieserlings These in Frage, nach der das Theoriegebäude Pierre Bourdieus eindeutig für einen gesellschaftlichen Primat der Felderdifferenzierung spricht und die Relevanz von Klassen auf das Privatleben begrenzt. Entgegen Kieserlings Lesart einer feldinternen „Neutralisierung“ von Klassenlagen wird auf die Theoriestelle der „strukturellen Homologien“ zwischen Feldern und Klassen aufmerksam gemacht. Mit diesem Konzept geht ein Autonomiebegriff einher, der gerade nicht auf Neutralisierung, sondern auf Übersetzung und Verklärung der Gegensätze des Sozialraums abstellt. Die Homologien zwischen Feldern und Klassen, die sich in dieser relativen Autonomie erhalten, sorgen in der Theorie Bourdieus für eine Logik der Überdeterminierung, die feldinternen Handlungen immer auch eine Bedeutung für Auseinandersetzungen zwischen Klassen verleiht. Daneben wird argumentiert, dass sich auch die frühen Erziehungsstudien und das Konzept feldinterner Verallgemeinerungsprofite nicht ohne weiteres für einen Primat der Felderdifferenzierung in Beschlag nehmen lassen.This response challenges André Kieserling’s claim according to which Pierre Bourdieu's theoretical edifice points unequivocally towards the societal primacy of field differentiation, thereby relegating class to relevance solely within the private sphere. Counter to Kieserling’s reading, which sees a neutralization of class affiliation inherently tied to the field concept, attention is brought to the notion of “structural homologies” between fields and classes. In line with the assumption of such interrelations, Bourdieu proposes a concept of autonomy according to which the field produces not a neutralization but a translation and transfiguration of class oppositions. The homologies between fields and classes, which are preserved by this “relative” autonomy, result in a logic of overdetermination, with dynamics within the field concurring with the broader dynamics of class struggle. Finally, it is argued that neither the early studies on education nor the concept of the generalization of profits within the field can be taken without reservation as evidence of the theoretical primacy of field differentiation

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