Zeitschrift für Soziologie
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    Inequality in Educational Opportunities: Underachievement and the Role of Personality Traits

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    Der Beitrag untersucht, inwiefern ungleiche Bildungschancen mit dem Phänomen von Underachievement verbunden sind. Analysiert wird zudem, ob Persönlichkeitseigenschaften den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen vermitteln. Underachievement bezieht sich auf die Beobachtung, dass die schulischen Ergebnisse von Kindern hinter deren kognitiven Lernpotenzialen zurückbleiben. Die Analysen basieren auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Sie zeigen, dass das Underachievement-Risiko für Kinder von Eltern ohne akademischen Abschluss deutlich höher ist als für Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil über einen akademischen Abschluss verfügt. Ein Ergebnis unserer Analysen ist, dass Persönlichkeitsstrukturen die ungleichen Underachievement-Risiken nicht erklären können. Persönlichkeitsausprägungen haben lediglich einen stärkeren Einfluss auf den Schulerfolg bei Kindern aus Akademiker-Familien. Dies ist vor allem einem Selektionseffekt geschuldet. Dieser Befund sowie die Berücksichtigung von Schulnoten in unseren Analysen deuten darauf hin, dass nicht Leistungsunterschiede, sondern Unterschiede in Bildungsentscheidungen die höhere Underachievement-Risiken von Kindern aus nicht-akademischen Familien verursachen.This paper examines the impact of underachievement on inequality of educational opportunities. It also investigates whether personality traits are a mediating mechanism between social origin and underachievement. Underachievement is defined as achieving a school attainment that is below the individual cognitive learning potential, measured by tests of fluid intelligence. The paper develops a definition of underachievement, which takes into account the German school system with its different types of secondary schools. In the empirical analyses, we use data from the German Socio-Economic Panel (SOEP). The results show that children from lower socio-economic background have a higher risk of underachievement than children of a higher socio-economic background. This difference cannot be explained by compositional differences in personality traits between children of differing social backgrounds. Our analyses reveal that the influence of personality traits is stronger for children from the higher socio-economic classes. A comparison of school grades of underachievers and non-underachievers suggests that it is not differences in school performance, but differences in educational decisions that cause the higher risk of underachievement among children from the lower classes

    Mobilization and the Dilemma of Wartime Society Observations on Modernity, Society, and Warfare

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    Die allgemeine Soziologische Theorie hat bislang die Moderne de facto als Zivilgesellschaft konzipiert. Angesichts der massiven zwischenstaatlichen Gewalt im 20. Jahrhundert erscheint es als Desiderat, Krieg angemessen in die soziologische Theorie der Moderne zu integrieren. Es wird hier vorgeschlagen, im Anschluss an Herbert Spencer ("militärischer", "industrieller Gesellschaftstypus") Kriegsgesellschaft als Vergesellschaftung sui generis von Zivilgesellschaft zu unterscheiden. Demgemäß sind moderne Zivilgesellschaften primär funktional differenziert mit autonomen, sich selbst steuernden Funktionssystemen. Moderne Kriegsgesellschaften sind primär hierarchisch nach Art einer militärischen Organisation differenziert und werden zentral gesteuert. Der Beitrag analysiert mittels der Kategorien "Mobilisierung" und "kriegsgesellschaftliches Dilemma" die Prozesse kriegsgesellschaftlicher Transformation im Ersten Weltkrieg und interpretiert die Sowjetunion wie das nationalsozialistische Deutschland als Erscheinungsformen moderner kriegsbedingter Vergesellschaftung. Er möchte zu einem theoretischen Verständnis von Kriegsgesellschaft allgemein und der Epoche der Weltkriege im Besonderen beitragen.Up to now General Sociological Theory has conceived modern society as civil society. In view of the massive use of violence between states in the 20th century it should be regarded as desirable to integrate war in a theory of modern society. This paper suggests, in terms of Herbert Spencer (his military and industrial type of society) distinguishing war society as a social type of its own. According to Spencer modern civil societies are primarily differentiated with autonomous self-controlled operation systems. Modern war societies are, like military organizations, hierarchically differentiated and centrally regulated. This paper analyzes the societal transformation of war in World War I using the categories of "mobilization" and "war societal dilemma" and interprets the Soviet Union and the Third Reich as phenomena of the modern war society. The article's intention is to contribute to a theoretical understanding of war society in general, but especially in the period of the World Wars

    Is the Consumption of Popular Culture Structured by Cultural Capital as well?

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    Pierre Bourdieus Theorie der kulturellen Reproduktion von Klassenstrukturen ist heftig kritisiert worden. Einerseits wird ihr starker Fokus auf der Bedeutung der Hochkultur bemängelt, andererseits wird die Existenz starker Unterschiede in der klassenspezifischen Rezeption von Kunstwerken in Frage gestellt. Die im Zentrum dieser Diskussion stehende soziologische Theorie der Kunstrezeption wird in diesem Aufsatz im Kontext der Theorie der kulturellen Reproduktion von Klassenstrukturen skizziert und auf ihrer Grundlage werden präzise Hypothesen für den Einfluss kulturellen Kapitals auf den Filmgeschmack und die Rezeption von Filmen als Beispielen aus der Populärkultur abgeleitet. Anschließend werden auf der Grundlage einer Kinobesucherumfrage die beiden genannten zentralen Kritikpunkte an Bourdieus Theorie empirisch auf ihre Bedeutung hin geprüft.Pierre Bourdieu’s theory of the cultural reproduction of class structures has been discussed and criticized heavily: on the one hand, because of its strong focus on the importance of high-brow culture and, on the other hand, because the existence of class-specific differences in art reception has been questioned. Bourdieu’s theory of art perception stands at the center of this discussion. Consequently, this paper sketches this part of his approach in the context of the more general theory of cultural reproduction of class structures. On this theoretical basis precise hypotheses are developed on the importance of cultural capital for film taste and film reception, as typical examples taken from popular culture. Subsequently, the relevance of the two main points of criticism with respect to Bourdieu's theory is tested empirically by means of a survey of cinema audiences

    Pluralization or Assimilation? Effects of Multiple Inclusion on the Integration of Immigrants

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    Der Beitrag untersucht auf der Grundlage eines allgemeinen theoretischen Modells mit den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) empirisch die Mechanismen und sozialen Bedingungen der Entstehung und die Effekte der Mehrfachintegration für die Sozial-Integration von Migranten. Der Hintergrund ist die aktuelle Kontroverse zwischen eher pluralistischen und eher assimilationistischen Ansätzen über die (wechselseitige) Bedeutung ethnischer Ressourcen, wie Sprache, Netzwerke und Identifikation, für die Integration der Migranten, insbesondere auch in Hinsicht auf ihre Arbeitsmarktchancen. Es zeigt sich, dass Mehrfachintegrationen, wie die Bilingualität, ethnisch gemischte Netzwerke oder Hybrid-Identitäten über die "Assimilation" in der jeweiligen Eigenschaft hinaus keinerlei oder eher sogar negative Einflüsse auf die Integration in das Aufnahmeland, speziell auch auf dem Arbeitsmarkt haben und die ethnische Segmentation immer von Nachteil ist. Mindestens in dieser Hinsicht scheint kaum etwas für die Hypothesen der pluralistischen Positionen zu sprechen.This contribution analyzes empirically the mechanisms and social conditions of the emergence of multiple integration and its effects on the social integration of immigrants. The analysis is based on a general theoretical model and uses data of the German Socio-Economic Panel (SOEP). Its background is the current debate between more pluralistic and more assimilationist approaches addressing the (mutual) impact of ethnic resources such as language, networks, and identification on immigrants' integration, especially with regard to their labor market chances. It reveals that multiple integration, including bilingualism, ethnically mixed networks, and hybrid identificatio, show no or even negative effects on integration in the host country and that ethnic segmentation always involves disadvantages. This applies, in particular, to processes on the labor market. At least in this respect, there is hardly any evidence supporting the hypotheses formulated by the pluralistic positions

    Wage Inequality between Male and Female University Graduates: The Influence of Occupational Specialization, Female-Dominated Subjects and Occupational Segregation

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    Auf der Suche nach einer Erklärung für die bestehenden Lohnungleichheiten zwischen Männern und Frauen mit Hochschulabschluss untersucht der Artikel drei verschiedene Erklärungsansätze: Erstens die humankapitaltheoretische Erklärung, dass Frauen durch die Wahl von weniger berufsspezifischen Studienfächern finanzielle Nachteile auf dem Arbeitsmarkt erfahren; zweitens die These der Abwertung von frauendominierten Studienfächern, wie sie von feministisch-kulturellen Theorien beschrieben wird, und drittens die Bedeutung von Berufssegregation für Lohnungleichheiten, die durch die kulturelle Abwertung von Frauenberufen, aber auch durch institutionelle Rahmenbedingungen wie das deutsche System der tariflichen Lohnverhandlungen geprägt ist. Auf der Grundlage des HIS-Absolventenpanels 1997 werden die logarithmierten Brutto-Monatslçhne von vollzeiterwerbstätigen Männern und Frauen fünf Jahre nach Abschluss ihres Studiums modelliert. Die Ergebnisse unterstützen vor allem die These einer Diskriminierung von frauendominierten Studienfächern und Berufen, durch die jeweils 19 bzw. 13 Prozent der Lohnungleichheiten zwischen Akademikerinnen und Akademikern erklärt werden. Die Wahl von berufsunspezifischen Studienfächern scheint hingegen keinen Einfluss auf die Lohnentwicklung zu haben.This article looks into explanations for the wage inequalities between male and female higher education graduates by examining three different explanations: first, the human capital explanation, which claims that women's financial disadvantages on the labor market are due to their choice of less occupation-specific fields of study; second, the hypothesis of the devaluation of female-dominated subjects, as claimed in feminist cultural theories; and finally, the importance of occupational sex segregation for the gender wage gap as a function of the cultural devaluation of female-dominated occupations as well as national labor market institutions, such as the German system of collective bargaining. On basis of the HIS Absolventenpanel 1997 we estimate the gross monthly income of full-time employed men and women five years after graduation. Above all, the results support the assumption of a discrimination of female-dominated fields of studies and occupations, which explain 19 and 13 percent respectively of the gender wage gap among higher education graduates. The choice of a field of study with low occupational specificity, however, does not seem to have any influence on the income of either men or women

    Which Realism? Which Social Constructivism? A Comment on George Kneer’s Defense of Social Constructivism and on Bruno Latour’s Actor-Network Theory

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    Georg Kneer hat in einem Beitrag für diese Zeitschrift (ZfS 1/2009) eine „Verteidigung des Sozialkonstruktivismus“ gegenüber den in den letzten Jahren an ihn adressierten Vorwürfen entworfen. Kneer weist die Argumente des Poststrukturalismus, wie sie insbesondere von Bruno Latours Akteur-Netzwerk-Theorie entwickelt werden, als unzutreffend zurück und wirft diesem vor, einem heimlichen Fundamentalismus aufzusitzen. Unter Rekurs auf die philosophische Position des Neutralismus plädiert er für eine Beibehaltung des Sozialkonstruktivismus. Die poststrukturalistischen Argumente werden von Kneer allerdings nur am Rande dargestellt und überdies unpräzise wiedergegeben. Es wird nicht verständlich, worin überhaupt das Ziel poststrukturalistischer Arbeiten besteht. Daher werden Kneers (sozialkonstruktivistische) Prämissen in diesem Beitrag nochmals vor dem Hintergrund einiger poststrukturalistischer Theoreme gespiegelt. Der Beitrag befasst sich zunächst kritisch mit Kneers These einer vermeintlichen Synthese von Neutralismus und Sozialkonstruktivismus und argumentiert sodann, dass es dem Poststrukturalismus darum geht, Reduktionismen des gängigen Sozialkonstruktivismus zu umgehen. Der Aufsatz konzentriert sich vor allem auf die Position Latours und geht ausführlich auf dessen Versuch ein, realistische und sozialkonstruktivistischen Argumente zu integrieren.In a contribution to this journal (ZfS 1/2009) Georg Kneer has defended social constructivism against criticism leveled against it in recent years. Kneer rejects post-structuralist arguments, especially those developed in connection with Bruno Latour’s Actor-Network Theory, as unfounded and accuses Latour of fundamentalism. He pleads for the retention of social constructivism by appealing to the philosophical position of neutralism. The substance of the post-structuralist argument, however, is addressed by Kneer only incidentally and imprecisely at that. In particular Kneer does not clarify the principal aims of post-structuralism. In order to reflect on Kneer’s premises, the elementary claims of post-structuralism are again analyzed in this essay. This essay critically examines Kneer’s thesis concerning an alleged synthesis of neutralism and social constructivism and then argues that the goal of post-structuralists is to circumvent the reductionism of conventional social constructivism. The essay concentrates particularly on Latour’s position and more closely investigates his attempt to integrate realistic and social-constructivist arguments

    Fear of Falling in the German Middle Class. A Longitudinal Analysis, 1984-2007

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    Seit Mitte des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts wird in der Öffentlichkeit über die Krise der Mittelschicht in Deutschland diskutiert. Behauptet wird, dass sich die Mittelschicht zunehmend vor sozialem Abstieg fürchte. Die Prüfung dieser These steht im Mittelpunkt des Aufsatzes. Dazu werden Befunde aus der Arbeitsmarkt- und der Armutsforschung referiert, denen zufolge Beschäftigungsunsicherheiten, die zu Beginn der 1990er Jahre nur für gering qualifizierte Erwerbspersonen typisch waren, nunmehr auch in Mittelschichtberufe einsickern. Zugleich wird ein Übergreifen von Abstiegsängsten auf Angehörige der Mittelschicht vermutet, die selbst nicht aktuell von Vertragsbefristungen oder unfreiwilligen Erwerbsunterbrechungen betroffen sind ("Spill Over"-Effekt). Mithilfe von SOEP-Daten 1984 bis 2007 werden deskriptive und multivariate Analysen unter Verwendung der empfundenen Sorge vor Arbeitsplatzverlust durchgeführt. Deskriptiv wird gezeigt, dass nur das mittlere Segment der Mittelschicht, die durchschnittlich qualifizierten Angestellten mit Routineaufgaben, einen im Zeitverlauf überproportionalen Anstieg an Abstiegsangst aufweisen. Panel-Regressionen zeigen, dass dieser Anstieg auch dann bestehen bleibt, wenn man u. a. den Erwerbskontext, die Branchenzugehörigkeit, den Haushaltskontext und weitere soziodemografische Merkmale eines Befragten berücksichtigt. Im Ergebnis zeigt sich seit Mitte der 1990er Jahre ein zeitlicher Anstieg der Abstiegsangst der mittleren Mitte, der erwerbsstrukturell nicht erklärt werden kann.Since the middle of the first decade of the 21st century, the crisis of the German middle class has been intensively discussed in public. It is argued that the middle classes are increasingly experiencing a fear of falling from their privileged positions in society. The purpose of this study is therefore to test this thesis in more detail. Recent studies of the labor market as well as poverty research argue that job insecurity, previously most notably to be found among poorly qualified workers, is increasing among moderately and more highly qualified employees. Moreover, it is assumed that general fears of falling are 'spilling over' into the middle class, thereby affecting individuals who are actually not involved in short-term employment, casual employment or unemployment. In order to examine the development of fears within the middle class bivariate and multivariate analysis using data from the German Socio-economic Panel (1984 - 2007) have been conducted. By means of descriptive analyses using self-perceived job insecurity it is shown that the middle segment of the middle classes - routine non-manual employees - has experienced a disproportionately high increase in self-perceived job insecurity since the mid-1990s. Panel regression models confirm this finding: Even when controlling for further labor contract characteristics, employment sector, the individual's household context, and other socio-demographic characteristics, growth rates in insecurity, which cannot be reduced to changes in structural employment conditions have grown significantly since the mid-1990s

    Young Adults with Immigrant Background and their Transition to the German System of Vocational Training. The Role of Preferences, Resources, and Opportunities

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    Anhand gepoolter Datensätze dreier Schulabgängerbefragungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wird der Frage nach dem Grad und den Ursachen der Benachteiligung Jugendlicher ausländischer Herkunft beim Zugang zu Ausbildungsplätzen nachgegangen. Es wird untersucht, welche Rolle folgende Unterschiede zwischen Ausbildungsplatzsuchenden deutscher und ausländischer Herkunft spielen: ihre Präferenzen für eine bestimmte berufliche Ausbildung, ihre Ausstattung mit arbeitsmarktrelevanten Ressourcen sowie ihnen offen stehende Opportunitäten auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Dabei zeigt sich erstens, dass vor allem männliche Jugendliche ausländischer Herkunft deutlich geringere Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, als Jugendliche deutscher Herkunft. Dies gilt weitgehend unabhängig davon, welchen Wunschberuf sie verfolgen, welchen Schulabschluss sie besitzen und welche Erstsprache sie gelernt haben. Auch Unterschiede in ihren Suchstrategien nach einem Ausbildungsplatz scheinen wenig zur Erklärung dieses Phänomens beizutragen, zumal diese bei den Gruppen kaum differieren. Die Analysen belegen zweitens, dass selbst diejenigen Jugendlichen ausländischer Herkunft, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, nur halb so oft in ihrem "Wunschberuf" ausgebildet werden wie deutsche Jugendliche. Nicht zuletzt der starke Unterschied zwischen Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund spricht dafür, dass Diskriminierungsprozesse seitens der Arbeitgeber bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen möglicherweise eine größere Rolle spielen als bei anderen Dimensionen der Arbeitsmarktintegration. Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit Spezifika des Ausbildungsstellenmarktes, der durch eine vergleichsweise geringe Produktivität der Ausbildungsplatzsuchenden und eine Knappheit an Ausbildungsplätzen gekennzeichnet ist.In this article, we examine the extent and the causes of ethnic inequalities in access to apprenticeship training positions within the German system of vocational training. Analyses are based on pooled data from three surveys of high school graduates conducted at the German Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB). The role of the following differences between German and applicants with an immigrant background for vocational training positions is analyzed: their preferences for certain occupational fields, their endowment with resources relevant to the integration of the individual in the labor market, and the opportunities available in the vocational training market. We can show, first, that the chances of finding a vocational training position are substantially lower for young - especially male - adults with an immigrant background even if their occupational preferences, their human capital endowment, and their first language are taken into account. Furthermore, there is no evidence that German and immigrant background youths differ substantially in terms of their job-search strategies. Our analyses show, secondly, that even those immigrant background youths who did manage to find a vocational training position are only half as likely as young Germans to be trained in their preferred occupational field. The large gender differences within the immigrant background group in particular suggest that ethnic discrimination processes on the part of potential employers may play a more important role in explaining ethnic inequalities in the access to vocational training positions than in other dimensions of labor market integration. This is probably related to specificities in those vocational training sectors that are characterized by a comparatively low productivity of applicants and by a shortage of vocational training positions

    The Individualistic Research Program in Sociology. Development, Present State, and Problems

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    Ausgehend von der Beschreibung der Anfänge des individualistischen Erklärungsprogramms am Institut für Soziologie der Universität zu Köln und seiner weiteren Entwicklung erfolgt eine Explikation dieses Programms. Sodann werden dessen mögliche Probleme mittels des bekannten Mikro-Makro-Schemas ("Coleman-Boot") identifiziert und dann im Einzelnen diskutiert. Hinsichtlich der angewendeten Mikrotheorie wird u.a. die These vertreten, dass deren Probleme bei einer weiten Version der Theorie rationalen Handelns weitaus geringer als bei einer engen Version sind. Sofern die Mikro-Makro-Beziehungen (Brückenannahmen) empirischer Art sind, wird argumentiert, dass diese singuläre Kausalaussagen (also keine Gesetze) sind, und dass zu deren Erklärung die Theorien angewendet werden können, die auch auf der Mikroebene herangezogen werden. Schließlich werden Varianten des Mikro-Makro-Modells und die Notwendigkeit der Rekonstruktionsthese im individualistischen Erklärungsprogramm diskutiert.After an account of the beginnings of the individualistic research program (IRP) at the Department of Sociology of the University of Cologne and its later development, an explication of the program is provided. Based on the well-known micro-macro model ("Coleman boat") the possible problems of the IRP are identified and then discussed. In regard to the applied micro-theory it is argued that there are fewer problems if a wide instead of a narrow version of the theory of rational action is applied. If micro-macro relationships (bridge assumptions) are empirical, it is argued that they are singular causal statements (i.e., not laws) and that the micro-theories of the IRP (such as value expectancy theory) can be applied. The article further discusses variants of the micro-macro model and the claim that collective concepts can be reconstructed as properties of individuals

    Societal Border Regimes and Social Differentiation

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    In diesem Aufsatz werden die verhältnismäßig kleine Tradition der Analyse der Grenzen der Sozialwelt und die große, weithin anerkannte Tradition der Theorie sozialer Differenzierung (insbesondere die Theorie funktionaler Differenzierung) miteinander ins Gespräch gebracht. Der Aufsatz untersucht, wie Grenzregime zwischen sozialen Personen und anderen Entitäten unterscheiden, und diskutiert die Frage eines immanenten Zusammenhangs zwischen dem Grenzregime einer Gesellschaft und der dominanten gesellschaftlichen Differenzierungsform, und zwar für die funktional differenzierte Gesellschaft und für stratifikatorisch differenzierte Gesellschaften. Für die funktional differenzierte Gesellschaft zeigt sich, dass diese Differenzierungsform daran gebunden ist, dass nur lebendige Menschen soziale Personen sein können. Dieser Zusammenhang wird im Anschluss an Luhmanns These ausgearbeitet, wonach die Grundrechte als tragende Institution der funktional differenzierten Gesellschaft zu begreifen sind. Die Moderne basiert auf einem kognitiv-normativen Institutionenkomplex: auf den Menschenrechten einerseits und andererseits auf dem Menschen als Gattung, die aus prinzipiell gleichartigen Individuen besteht. Das Grenzregime stratifikatorisch differenzierter Gesellschaften kommt ohne solche kognitiv-normativ universellen Annahmen aus: Der Kreis möglicher Akteure wird situativ und fallbezogen begrenzt. Wenn der Institutionenkomplex Mensch-Menschenrechte als Bedingung der funktional differenzierten Gesellschaft zu begreifen ist, stellt sich die Frage, welche Bedeutung den Exklusions- und Unterdrückungsexzessen zukommt, die die Bildung moderner demokratischer Staaten begleitet haben. Dieses Problem wird abschließend diskutiert.This paper tries to initiate a correspondence between the comparatively minor tradition of analyzing the borders of the social world, on the one hand, and the long-standing and widely recognized tradition of analyzing the differentiation of society, particulary the theory of functional differentiation, on the other. It investigates how border regimes draw the distinction between social persons and other entities and claims to identify a distinct relation between the border regime of a society and its dominant form of social differentiation. This claim is discussed with respect to functional and stratificatory differentiation. A functionally differentiated society is connected with the fact that only living human beings can be social persons. In this context I make reference to Niklas Luhmann's assumption that human rights have to be conceived of as foundational institutions of a functionally differentiated society. Modernity is based on a normative-cognitive institutional complex: human rights, on the one hand, and the human species, consisting of individuals of the same kind, on the other. The border regime of a stratificatorily differentiated society does not require such normative-cognitive universals. The circle of social persons is delimited locally in a case by case way. If the institutional complex "human being / human rights" is a basic feature of functional differentiation, the question arises how to make sense of processes of exclusion and oppression, which have accompanied the development of modern society. This problem is discussed in the final section

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