Publikationsserver der Fachhochschule Potsdam
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Der Preis von Diamond Open Access
Um den finanziellen und infrastrukturellen Abhängigkeiten der Wissenschaft von kommerziellen Großverlagen zu begegnen, werden wissenschaftspolitisch zunehmend gemeinwohlorientierte Publikationsmodelle gefordert und gefördert. Diese mit Diamond Open Access bezeichneten Ansätze sollen auf Kostenfreiheit für Lesende und Publizierende, nicht-kommerziellen Geschäftsmodellen und wissenschaftsgeleiteten Infrastrukturen basieren. Daraus ergeben sich für wissenschaftliche Bibliotheken neue Herausforderungen. Dieser Beitrag zeigt dies am Beispiel von Berlin Universities Publishing auf, dem gemeinsamen Open-Access-Verlag der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Neben den Aspekten der institutionellen Kooperation und des Reputationsaufbaus steht vor allem die nachhaltige Finanzierung im Fokus sowie die Frage, inwieweit gängige Auffassungen von Diamond Open Access der Praxis von institutionellen Publikationsdienstleistern gerecht werden
Internationalisierung von Archiven
Um einen Einbezug der internationalen Nutzergruppen zu erreichen, muss Archivgut online in einer ihnen verständlichen Sprache zugänglich gemacht werden. Dazu müssen Hilfestellungen angeboten werden, um internationalen Nutzer:innen das Recherchieren und lesen von deutschsprachigem Archivgut auf Archivwebseiten zu erleichtern. Inwiefern gibt es also Möglichkeiten, um Sprachbarrieren in der Recherche und Benutzung deutschen Archivgutes abzubauen und Archive für ein internationales Publikum zu öffnen? In dieser Arbeit soll zunächst das Problem der Sprachbarrieren in der Recherche und Onlinebereitstellung von Archivgut betrachtet und anschließend Ansätze der KI gestützten Übersetzung und Textbearbeitung anhand von Beispielversuchen erprobt werden. Mit diesem Ziel sollen Webseiten und vor allem Online-Findbücher von ausgewählten Archiven und Archivportalen auf ihre Zugänglichkeit im Hinblick auf zur Verfügung gestellte Übersetzungen und mehrsprachige Durchsuchbarkeit für internationale Nutzer:innen untersucht werden, um den Online Nutzungsablauf dieser Gruppen nachzuvollziehen. Dabei wird auch betrachtet, welche Hilfsmittel die Archive internationalen Nutzer:innen bei der Benutzung des Archivgutes zur Verfügung stellen. Anschließend sollen mit unterschiedlichen KI-Tools Versuche durchgeführt werden, inwiefern die Online-Findbücher zweier Beispielarchive der zuvor Untersuchten und digitalisiertes Archivgut durch Übersetzung und Textbearbeitung international nutzbar gemacht werden können.
Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf eine konkrete Lösung des Problems. Dies bräuchte mehr Zeit und einen größeren Versuchsumfang und würde den Rahmen einer Bachelorarbeit überschreiten. Sie soll lediglich einen Ausblick auf mögliche Methoden der Nutzbarmachung für internationale Zielgruppen geben
The Long-Term Effectiveness of Psychodynamic and Analytical Psychotherapy in Routine Care
Objective: This naturalistic study examines the long-term effectiveness of two psychoanalytically oriented therapies-psychodynamic psychotherapy (PP) and analytical psychotherapy (AP)-in routine care settings in Germany.
Method: A total of 428 patients diagnosed with various mental disorders according to the Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, fourth edition, underwent treatment with either PP or AP. Diagnoses were reassessed at the end of treatment, and patients provided annual self-reports of their mental health over a 6-year period. We employed propensity score methods and piecewise linear latent growth curve models to estimate treatment effects on primary outcomes (i.e., number of diagnoses, symptom distress) and secondary outcomes (i.e., personality dysfunction, interpersonal problems, general life satisfaction).
Results: Patients exhibited substantial and sustained improvements across all outcomes in both treatments. Notably, those receiving AP experienced greater (long-term) improvement in primary and most secondary outcomes compared to those in PP. Improvements in PP primarily occurred during the 1st year, while AP patients continued to show progress throughout the entire observation period. For some outcomes (symptom distress, personality dysfunction, and interpersonal problems), AP was particularly effective for patients with more severe problems at baseline.
Conclusions: Psychoanalytically oriented treatments in routine care are associated with substantial and lasting improvements, even posttreatment. Our findings highlight an incremental benefit of AP over PP, particularly for complex cases. Future research should explore treatment mechanisms, cost-effectiveness, and implications for health policy
Theatre of the Innova(c)tors
Complex sustainability challenges call for transformative spaces where participants are encouraged to move away from conventional thinking. Arts-based and embodied practices can enable new encounters with the world and new forms of meaning-making. We introduce the Theatre of the Innova(c)tors, an interactive theatre tool that encourages reflexivity and learning by creating transformative spaces. Inspired by the techniques of Theatre of the Oppressed, specifically Image Theatre, this tool engages diverse audiences and empowers participants. The Theatre of the Innova(c)tors can serve as a pedagogical innovation and intervention tool to explore different dimensions of care and can be applied in different communities, where it needs to be contextualised and customised to their specific needs
Forschungsperspektiven zu KI, Informationsverhalten und Informationskompetenz
Der vorliegende Beitrag berichtet über Konzept und Ergebnisse eines Workshops der Autor*innen auf der internationalen Konferenz für Informationsverhaltensforschung (ISIC 2024). Das Ziel des Workshops bestand darin, einen Diskursraum für den internationalen Erfahrungsaustausch von Forschenden mit Schwerpunkten im Bereich der Informationsverhaltensforschung, der Vermittlung von Informationskompetenz sowie verwandten Themenbereichen der Bibliotheks- und Informationswissenschaften zu schaffen. Den Ausgangspunkt für die Diskussion bildete eine Pilotstudie, die die Autor*innen im Juni/Juli 2024 an deutschen Hochschulen mit informationswissenschaftlichen Studiengängen zum Informationsverhalten der Studierenden im Umgang mit KI-Tools durchgeführt haben
Die Nutzung von Textvignetten zur Unterstützung der Selbstwirksamkeitsentwicklung von Lehramtsstudierenden
Die berufsbezogene Selbstwirksamkeit von Lehrkräften wird als wesentliche Grundlage zur Gestaltung erfolgreicher Lehr-Lernprozesse angesehen und ist als Ressource in der Bewältigung pädagogisch herausfordernder Situationen im Unterricht äußerst bedeutsam. In der Literatur finden sich sowohl theoretische als auch empirische Hinweise für die Annahme, dass die Selbstwirksamkeitsentwicklung angehender Lehrkräfte durch stellvertretende Erfahrungen und durch emotionale Erlebenszustände reguliert wird. Die vorliegende Studie untersucht in einem quasi-experimentellen Prä-Post Kontrollgruppendesign, inwiefern der Einsatz von Textvignetten als stellvertretende Erfahrung die Selbstwirksamkeitsentwicklung beeinflusst und in welchem Zusammenhang die Emotionen Freude und Ärger mit der Selbstwirksamkeitsentwicklung stehen. Die Grundlage der Studie bildet eine Stichprobe von 60 Lehramtsstudierenden. In der Interventionsgruppe (n=43) wurden zwei Textvignetten in Form eines masterly und eines coping models bereitgestellt, in der Kontrollgruppe (n= 17) wurden bei sonst analogem Aufbau der Seminarsitzungen stattdessen akademische Fachtexte eingesetzt. Im Ergebnis wiesen
Studierende der Interventionsgruppe, nachdem sie mit dem coping model gearbeitet hatten, einen höheren Anstieg in ihrer Selbstwirksamkeit auf als die Kontrollgruppe. Darüber hinaus zeigten autoregressive Regressionsmodellierungen Zusammenhänge zwischen Freudeerleben am Seminarende und einer Zunahme der Selbstwirksamkeit sowie Ärgererleben und einer Abnahme der Selbstwirksamkeit. Zusammenfassend wird die Relevanz der Ergebnisse für die Lehrkräftebildung diskutiert
„Digital Humanities und Informationswissenschaft: Zwischen Disziplinarität und Interdisziplinarität“
Neue Perspektiven auf die mediale Präsenz von Wissenschaftlerinnen*
Der Beitrag zeigt, wie Vernetzung und gegenseitige Unterstützung Frauen* in der Wissenschaft zu einer stärkeren Positionierung als Expertinnen verhilft. Er stellt praxisnah die Sicht von Wissenschaftlerinnen* dar, die nach dem Mentoringprogramm »M4P – Mentoring or Professorship« das Netzwerk Science Sisterhood gegründet haben. Dazu werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen gegeben, wie weibliche* Sichtbarkeit durch Mentoring und Netzwerke gestärkt werden kann