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Welche Sprachstandserhebungsinstrumente passen zum Berliner Bildungsprogramm?
Stellungnahme zur Frage: Welche Sprachstandserhebungsinstrumente passen zum Berliner Bildungsprogramm? unter Berücksichtigung der Stellungnahme von Vogel/Rauh (2019a) zur kriteriengestützten Bewertung der QuaSta
Bibliotheken unter den Bedingungen des Social Distancing
Bibliotheken sind wichtige Institutionen für unsere Gesellschaft, welche sich in einem stetigen Wandel befinden. Die Corona-Pandemie zeigt auf, wie gut Bibliotheken mit der neuen Situation umgehen und wie sie versuchen diese Umstände möglichst vorteilhaft zu nutzen. Aufgrund verschiedener Projekte meiner Praktikumsbibliothek ist es mir eine Herzensangelegenheit, mehr über solche Projekte und den damit verbundenen Maßnahmen in Pandemiezeiten zu erfahren, sowie anderen Personengruppen und Bibliotheken diese näherzubringen und weitere Ideen zu vermitteln. Zunächst wird in der vorliegenden Arbeit beschrieben, was Social Distancing bedeutet. Nachfolgend wird anhand von Literaturarbeit zusammengefasst, in welchem Ausmaß sich das COVID-19-Virus auf Büchereien ausübt. Diese Untersuchung wird mit qualitativen Experteninterviews der Stadtbibliotheken Hainichen, Luckenwalde und Bremen aufgewertet. Dem Untersuchungsergebnis folgt eine Diskussion und Wertung, zudem werden diverse Handlungsempfehlungen vorgeschlagen. Bei der Untersuchung stehen hauptsächlich öffentliche Bibliotheken im Vordergrund
Einsatz partizipationsförderlicher Elemente in Bilderbuchbetrachtungen mit Krippenkindern und die Einstellungen pädagogischer Fachkräfte zur Partizipation
Pädagogischen Fachkräften in Kindertagesstätten kommt die Verantwortung zu, den Kindern altersunabhängig umfassende Beteiligungsmöglichkeiten zu gewähren. Das Erleben von Selbst- und Mitbestimmung in alltäglichen Angelegenheiten der Kinder, ihre Teilhabe an kognitiv anregenden partizipativen Interaktionen, wird als besonders entwicklungsförderlich betrachtet. Es fehlen allerdings weitgehend Forschungsergebnisse zur Frequenz einzelner Elemente dieser Interaktionsformate insbesondere für Krippenkinder. Es wurde daher in Krippen das Vorkommen einzelner Elemente partizipationsförderlicher sprachlicher Interaktionen in einer Buchbetrachtungssituation bei 72 Fachkräften erfasst und weiter überprüft, ob diese mit den Einstellungen der Fachkräfte zur Partizipation korrelieren. Pädagogischen Fachkräften ist es vermehrt – in 87,4% der Lesesituationen – gelungen, epistemische Markierungen als bedeutsames Element partizipationsförderlicher kognitiv anregender Interaktionen zu zeigen. Hingegen verbalisierten Fachkräfte emotionale Innenwelten anderer in lediglich 29,9% der Situationen und deren Überzeugungen gar nur in 2,3% der Situationen. Es zeigt sich außerdem, dass pädagogische Fachkräfte eher nicht den pessimistischen Aussagen über Partizipation zustimmen. Des Weiteren konnte ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen einer pessimistischen Einstellung zu Partizipation und der partizipationsförderlichen Strategie des Aufgreifens kindlicher Themen und dem Folgen des kindlichen Fokus gefunden werden. Insgesamt gibt diese Studie Aufschluss über die Präsenz von Elementen sprachlichen partizipationsförderlichen Handelns von Fachkräften wie das Einsetzen epistemischer Markierungen, das Begründen von Sprechakten oder das Verbalisieren innerer Zustände im pädagogischen Alltag von Krippenkindern und nimmt Fortbildungsbedarfe für eine weitere Professionalisierung des Feldes in den Blick
Wer gibt hier den Ton an?
Wenige Monate vor Start der Festivalsaison, lässt sich auch dieses Jahr wieder erahnen, dass Männer die Festivalbühnen regieren werden. Dass dies nicht nur eine gefühlte Wahrheit ist, sondern sich auch wissenschaftlich beweisen lässt, zeigte die Autorin Rike van Kleef im Sommer 2022 mit Auszügen ihrer Studie im Rahmen einer Bachelorarbeit: „Wer gibt hier den Ton an? Über die Repräsentanz von Geschlecht auf deutschen Unterhaltungsmusik-Festivalbühnen“.
Neben einer Einführung und der eigentlichen Datenanalyse bietet „Wer gibt hier den Ton an?“ auch Argumentationshilfen, Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für gendergerechtere Festivalbühnen. Im Laufe der Arbeit reflektiert und schildert die Autorin immer wieder die Herausforderungen und die Wichtigkeit eines forschungssensiblen Umgangs mit Gender-Identitäten. Damit leistet die Veröffentlichung nicht nur hinsichtlich der Themen Repräsentanz, Sichtbarkeit und Gendergerechtigkeit in der Musikindustrie wichtige Grundlagenarbeit – ein Feld, das trotz seiner hohen Reichweite bislang weitestgehend unerforscht ist – sondern auch hinsichtlich methodischer Fragestellungen im Umgang mit Gender
Influence of Multiple Modifications on the Fatigue Behavior of Bitumen and Asphalt Mixtures
The study included six bitumens, one unmodified and five modified, and their corresponding asphalt mixtures. The first bitumen was the base bitumen and further five variants were made by the authors using the same base bitumen and different combinations of modifiers which included styrene-butadiene-styrene (SBS), Fischer–Tropsch wax (FTW), ethylene vinyl acetate (EVA), reactive elastomeric terpolymer (RET), and natural asphalt (NA). The influence on the fatigue life of bitumen and asphalt due to modification, bitumen rheology, preload, water storage, and aging was studied. A new temperature range was developed—the fatigue-relevant temperature range (FRTR) for specifying fatigue test temperatures for bitumen and asphalt. A new methodology that includes preload and water storage was also done to study the active adhesion behavior between bitumen and aggregates and its influence on fatigue life. Overall, modifications showed positive influence on the fatigue behavior of bitumen and asphalt. Variants E (SBS and RET) and F (SBS and NA) showed the greatest positive influence with an increase in the fatigue life by 500% and 210% for bitumen and 200% and 375% for asphalt respectively. With water storage, the fatigue life reduced by 500% for unmodified asphalt and in the range of 333–1350% for modified ones. Due to aging, the fatigue life reduced from 700% for unmodified and between 700% and 2500% for modified asphalt mixtures
Die Verschiebung des Sagbaren in organisationalen Schweigepraktiken
Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie sich das Sagbare in organisationalen Schweigepraktiken im Kontext von Machtmissbrauch und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Mitarbeiter:innen verschiebt. Anhand einer Fallstudie im Bereich der stationären Eingliederungshilfe wird diskutiert, wie Übergriffe im professionellen Sprechen und Schreiben umgedeutet und ausgelassen werden können. Deutlich wird, wie in solchen Praktiken ein Schweigen über Gewalt in organisationalen Routinen und Praktiken über Jahre unaufwändig vollzogen werden kann. Der Artikel endet mit einem Resümee der Befunde und Überlegungen zu den Herausforderungen von Supervision in Bezug auf verschwiegene Gewaltkonstellationen in Organisationen
Die szenografische Darstellung von Archiven im Film
Informationseinrichtungen wie Archive, Bibliotheken und Museen tauchen häufig in Filmen und Serien auf, wo sie zum Beispiel eine entscheidende Information bergen oder Hintergrund für eine Schlägerei sind. Erkennen tun sie die Zuschauer:innen am Szenenbild und an der Ausstattung. Oft wird dabei auf Stereotype zurückgegriffen, die wie Abkürzungen funktionieren. Statt langatmig zu zeigen, wie jemand eine Bibliothek aufsucht, steht er zu Beginn der Szene einfach zwischen Bücherregalen. Die Filmemacher:innen sparen Zeit und der:die Zuschauer:in weiß Bescheid. Aber wo steht jemand in einem Archiv? Auf einem Dachboden? In einem Keller? Zwischen Rollregalen oder vor einem mit Papieren übersäten Schreibtisch? Es gibt das Sprichwort, dass das beste Szenenbild im Grunde eines ist, das gar nicht wahrgenommen wird. Warum sich also damit beschäftigen? Weil Leinwandarchive eben doch nicht so unsichtbar sind. Die vorliegende Arbeit untersucht daher, wie die ‚Diskrepanz‘ zwischen realen und Leinwandarchiven zustande kommt und nimmt die Perspektive der Szenograf:innen ein. Sobald den Zuschauer:innen ein dunkles/feuchtes/geheimnisvolles Leinwandarchiv ins Auge fällt, ist die Akte nämlich sprichwörtlich ‚schon geschreddert‘. Der Film ist abgedreht, veröffentlicht und die Archivwelt rauft sich die Haare. Deshalb geht diese Arbeit an den Anfang zurück, dort wo ein Szenenbild entsteht. Dabei stellt sich heraus, dass Leinwandarchive nichts mit der Realität zu tun haben und es daher keine Diskrepanz und eigentlich auch keinen Grund gibt, sich zu ärgern. Ein Blick in die Literatur fördert aufseiten der Archive in Deutschland ein bislang nur geringes Interesse für diesen Aspekt der Imagebildung durch Filme zutage. Auch was die Szenografie anbelangt, ist die Auswahl an entsprechender Literatur noch überschaubar. Hier tut sich eine Forschungslücke auf, da die bisherigen Arbeiten vor allem auf Filmanalysen zurückgreifen. Durch einen an der Filmuniversität Babelsberg stattfindenden Workshop wird insofern Pionierarbeit geleistet, als die Untersuchung im Anfangsstadium eines Filmes einsetzt. Angehende Szenograf:innen erstellen auf der Basis von zwei Szenarien Entwürfe für die Filmsets von Leinwandarchiven. Diese bilden die Ausgangsbasis für die Analyse, die einige charakteristische Merkmale identifiziert und ihre Funktionen für die Handlung ermittelt
Exploring the theory and ethics of autoethnographic social research with adult survivors of childchood sexual abuse (CSA)
Conflict Detection in Language Processing: Using Affect Control Theory to Predict Neural Correlates of Affective Incongruency in Social Interactions
Affect control theory (ACT) is a sociological theory of meaning processing in social interactions. Meaning, according to ACT, derives from cultural institutions and situational affordances, having denotative (declarative) as well as connotative (affective) properties. Mathematical formalizations of ACT allow predictions of affective incongruency (in the terminology of ACT, deflection), which arises from conflicting institutional and situational meanings in a given interaction context. Although ACT is theoretically consistent, its propositions regarding cognitive and affective processing have rarely been tested. The present study fills this gap by investigating the neural processing of affective incongruency in linguistic descriptions of social interactions. Following a neurosociological paradigm, the study draws on neurocognitive evidence on the effects of words’ affective content on word processing as well as on a previous electroencephalography study that investigated processing of affective incongruency using event-related brain potentials. We hypothesized that affective incongruency is associated with activation in the anterior cingulate cortex (ACC), a brain area known for conflict processing. To test this hypothesis, we replicated the electroencephalography study using functional magnetic resonance imaging: We visually presented sentences describing social interactions to 23 participants in a silent reading task while measuring differences in the hemodynamic response in two conditions of affective congruency. Results show expected increases in neural activity for affectively incongruent sentences in the left ACC, supporting the assumption that affective language content influences meaning-making at very early semantic processing stages. The results also add to the emerging neuroscientific evidence for ACT’s mathematical model of impression formation.Die Theorie der Affektsteuerung (Affect Control Theory) ist eine soziologische Theorie zur Verarbeitung von Bedeutung in der sozialen Interaktion. Bedeutung speist sich darin sowohl aus institutionalisierten als auch aus situativen Gegebenheiten und umfasst denotative (deklarative) wie konnotative (affektive) Dimensionen. Die mathematische Formalisierung der Theorie erlaubt Vorhersagen der affektiven Kongruenz oder Stimmigkeit („affective deflection“) einer Interaktionssituation, die sich aus dem Zusammenspiel institutionalisierter und situativer Bedeutungen ergibt. Obgleich theoretisch konsistent, sind die Thesen der Theorie zum Zusammenspiel kognitiver und affektiver Bestandteile von Bedeutung nur selten empirisch überprüft worden. Die vorliegende Studie schließt diese Lücke, indem sie die neuronale Verarbeitung affektiver Inkongruenz in der sprachlichen Darstellung sozialer Interaktionen untersucht. Einem neurosoziologischen Paradigma folgend, stützt sich die Studie auf neurokognitive Befunde zur Rolle der affektiven Konnotation von Wörtern in der visuellen Wortverarbeitung sowie eigene Befunde zur neurophysiologischen Verarbeitung affektiver Inkongruenz mittels ereigniskorrelierter Hirnpotenziale. Wir testen die Hypothese, dass die affektive Inkongruenz sozialer Interaktion mit der Aktivierung des anterioren cingulären Cortex (ACC) korreliert, einem Hirnareal, das an der Verarbeitung konfligierender Informationen beteiligt ist. Dazu replizieren wir ein bestehendes Experimentaldesign unter Nutzung funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT): Im Rahmen einer Leseaufgabe präsentieren wir 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern visuell Sätze, die soziale Interaktionen beschreiben, und messen Unterschiede in der hämodynamischen Reaktion unter zwei Bedingungen affektiver Inkongruenz. Die Ergebnisse zeigen die erwartete Zunahme der neuronalen Aktivität im linken ACC in der Bedingung hoher affektiver Inkongruenz. Dies stützt die Annahme, dass die affektive Konnotation von Begriffen die Genese von Bedeutung in sozialen Interaktionen bereits in frühen semantischen Verarbeitungsstufen bedingt. Die Befunde können zudem als neurowissenschaftliche Evidenz für die mathematische Formalisierung der Theorie der Affektsteuerung gelten