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Entstehung und Überlieferung von Unterlagen aus der Selbstverwaltung der Gemeinden zwischen der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Eine professionelle Kommunalverwaltung auf Städte- bzw. Gemeindeebene, wie wir sie heute kennen, war nicht immer und überall vorhanden. So bestanden im Kreis Detmold in Nordrhein-Westfalen beispielsweise bis 1970 neben 5 Städten noch 86 Gemeinden, die fast ausschließlich ehrenamtlich verwaltet wurden. Angestellte Verwaltungsmitarbeiter waren eine Seltenheit, das Wohnzimmer des Bürgermeisters beziehungsweise Gemeindevorstehers als Ort für offizielle Geschäfte eher die Regel. Als Entscheidungsgremium fungierte „[…] der durch freie und geheime Wahlen konstituierte Gemeinderat mit seinen öffentlichen, nicht selten in den Dorfkneipen oder im Wohnzimmer des Bürgermeisters stattfindenden Sitzungen […]“. Da von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg zwischen 65 und 77 % der Bevölkerung auf dem Gebiet des genannten Kreises nicht in der Stadt lebte, betraf diese Form der Kommunalverwaltung den größeren Teil der damaligen Gesellschaft. Die Relevanz der Gemeinden und damit auch die ihrer Unterlagen ist deutlich erkennbar. Hier ließen sich erstmals demokratische Strukturen in der unmittelbaren Lebenswelt der Landbevölkerung realisieren. Trotzdem spielt die Überlieferung aus dieser ehrenamtlichen Selbstverwaltung im archivischen Diskurs eine stark untergeordnete Rolle. Ziel dieser Arbeit soll es sein, die in den beschriebenen Verwaltungen entstandenen Unterlagen und deren Überlieferung in Kommunalarchiven näher zu beleuchten
Sustained Shared Thinking fördert das innovative Verhalten vier- bis sechsjähriger Kinder
Empirische Studien zeigen, dass in pädagogischen Interaktionen mit Erwachsenen die kindliche Imitation beobachteter Handlungen überwiegt. Diese Imitationstendenz kann durch einen instruktiven Interaktionsstil der erwachsenen Person verstärkt werden. Innovatives Verhalten wird dabei verringert. Die Generierung eigener, neuer Handlungsmöglichkeiten ist jedoch wichtiger Bestandteil von Exploration und aktivem Lernen. Das pädagogische Interaktionsformat des Sustained Shared Thinking (SST) hat sich als förderlich für die Hypothesengenerierung bei Kindern erwiesen. In der vorliegenden Studie wurden Einflüsse von SST-Sprachelementen auf das innovative Verhalten im Kindergartenalter untersucht. Dazu wurde 4- bis 6-jährigen Kindern (N = 51) in drei unterschiedlichen Interaktionsbedingungen (instruktiv, SST und neutral) eine neuartiges Kartenlegespiel demonstriert, das sie anschließend selbst nachlegen konnten. Handlungen der Kinder wurden als innovativ (Abweichung von Muster und Anzahl der gelegten Karten) oder imitativ (Kopie von Muster und Anzahl der gelegten Karten) codiert. Kinder in der SST-Bedingung zeigten mehr innovative Handlungen als Kinder in der instruktiven Bedingung. Die Ergebnisse legen nahe, dass Anwendung von SST-Sprechhandlungen einen positiven Einfluss auf das innovative Verhalten von Kindern haben kann
Praxeologische Methoden für die kommunale Überlieferungsbildung am Beispiel des Kommunalen Archivverbundes Hersfeld-Rotenburg
Die Überlieferungsbildung muss in jedem Kommunalarchiv eigenständig organisiert und dieser Aufgabe ihr Platz in der Prioritätenliste unter den vielen anderen Arbeitsbereichen eines Kommunalarchivs eingeräumt werden. Die Kommunalarchive sind in ihrer Größe und Ausstattung sehr unterschiedlich, nur das Aufgabenspektrum ist überall ähnlich umfassend. Auch das Interkommunale Kreisarchiv Nordhessen (IKAN) muss sich diesem breiten Aufgabenkanon stellen und ihn bestmöglich abdecken. In den Jahren seit seiner Gründung 2017 hat sich die Bewertung immer wieder als ein Engpass in den Prozessabläufen des Archivs erwiesen, was wiederum die Suche nach einer Lösung dieses Problems seit der Gründung antreibt. Als Ziel soll ein Instrumentarium entwickelt werden, das es ermöglicht, die Bewertung im KAV auf ein methodisch solides Fundament zu stellen, das die notwendigen Entscheidungen nachvollziehbar macht und diese auch ausreichend begründet. Die bereits vorhandenen Bewertungspraktiken sollen allerdings nicht einfach verworfen werden. Sie sollen zunächst unter Zuhilfenahme der Praxeologie möglichst dicht beschrieben werden, um nützliche Elemente der Praktiken zu isolieren und in die neuen Bewertungspraktiken zu integrieren
Thesen zur Zukunft des wissenschaftsgeleiteten Open-Access-Publizierens
Die Diskussion über die weitere Gestaltung der Open-Access-Transformation erhielt durch die Schlussfolgerungen des Papiers „Wege des hochwertigen, transparenten, offenen, vertrauenswürdigen und fairen wissenschaftlichen Publizierens“ des Rats der Europäischen Union aus dem Mai 2023 eine neue Dynamik. Der Rat betont die Notwendigkeit von gemeinnützigen, wissenschaftsgeleiteten Open-Access-Publikationsmodellen. Als Beitrag zur Diskussion zum Thema wurden zur Satelliten-Konferenz „Wissenschaftsgeleitetes Open-Access-Publizieren“ am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) der Humboldt-Universität zu Berlin am 26.09.2023 „Thesen zur Zukunft des wissenschaftsgeleiteten Open-Access-Publizierens“ erarbeitet. Die Veranstaltung begleitete die Open-Access-Tage 2023, die an der Freien Universität Berlin stattfanden. In diesem Aufsatz werden die Thesen vorgestellt und deren Entstehungs- und Diskussionsprozess beschrieben. Die zehn Thesen sind als Impuls für die Weiterentwicklung der Open-Access-Transformation zu verstehen
Die Fonds Heimerziehung als Gegenstand situierten Lernens im Studium der Sozialen Arbeit
Personalisiertes Lernen mit und durch IT
In diesem Artikel werden Möglichkeiten und Herausforderungen des personalisierten Lernens mit und durch IT-Systeme aufgezeigt. Zielstellung ist es, Lehrende bei diesbezüglichen Entscheidungen zu unterstützen. Dafür wird zum einen eine wissenschaftlich empirische Perspektive eingenommen und herausgearbeitet, welche Ansätze zur Umsetzung personalisierten Lernens evidenzbasiert sind. Zum anderen werden niedrigschwellige Umsetzungsmöglichkeiten vorgestellt sowie anhand eines Fallbeispiels Erfahrungen und Herausforderungen mit personalisiertem Lernen in der Lehre diskutiert
Die Herausforderung der Digitalität für wissenschaftliche Bibliotheken
Werden die Lebensbereiche betrachtet, in die die Digitalisierung Einzug erhalten hat, lässt sich schnell feststellen, dass Smart-Home-Anwendungen, Streaming-Dienste und soziale Medien in vielen deutschen Haushalten zum Alltag gehören. Kurzum befindet sich die Gesellschaft nach heutigem Stand schon seit Dekaden in der zunehmenden digitalen Transformation. Die Forschungsfrage lautet daher: Wie stellt sich die Digitalität in wissenschaftlichen Bibliotheken dar und wie wirkt sie sich auf ihre Handlungsfähigkeit aus? Zur Beantwortung der Frage ist es zielführend verschiedene wissenschaftliche Ansätze zum Verständnis der Digitalität in einen Kontext mit der wissenschaftlichen Bibliotheksarbeit zu stellen. Es ergibt sich daraus die Hypothese, dass der Bibliotheksnutzer im digitalen Zeitalter keine physischen Orte zur Deckung seines Informationsbedürfnisses benötigt, da Informationen jederzeit sowie orts- und institutionsungebunden verfügbar sind. Die konstant steigenden Ansprüche gegenüber digitalen Angeboten sowie die Entwicklung zeit- und ortsflexibler Arbeitsmodelle ist nicht zuletzt während der andauernden Pandemie sehr aktuell und relevant. Diese führte zu einem unmittelbaren Bedarf der Benutzer und stellte die Bibliotheken mehr denn je vor die Herausforderung nutzer- und bedürfnisorientiert handeln zu müssen
Inklusionsorientierte Dienstleistungen im Bereich beruflicher Orientierung, Vorbereitung, Ausbildung und Arbeit
Menschen mit Beeinträchtigungen sind überproportional häufig vom allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Gerade Menschen mit stärkeren kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen und höherem Unterstützungsbedarf arbeiten in Werkstätten für behinderte Menschen in der Regel außerhalb von Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts unterhalb des Mindestlohns. Eine Alternative bieten inklusionsorientierte Dienstleistungen in den Bereichen Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, Aus-, Weiter- und Fortbildung und Arbeit. Diese bieten zum Beispiel Unterstützung und Qualifizierung von Menschen mit Beeinträchtigungen durch den Ansatz der Unterstützten Beschäftigung mit Job Coaching in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts oder eine langfristige Unterstützung im Betrieb durch Arbeitsassistenz. In diesem Beitrag werden, ausgehend von der aktuellen Situation der Inklusion und Exklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen im Arbeitsleben, grundlegende Konzepte und Strategien inklusionsorientierter Dienstleistungen, wie Persönliche Zukunftsplanung, Unterstützte Beschäftigung, Job Coaching, Arbeitsassistenz erläutert, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die etablierten inklusionsorientierten Dienstleistungen und Dienste, wie z. B. Integrationsfachdienste (IFD), für die unterschiedlichen Phasen der beruflichen Integration erklärt und der inklusive Weiterentwicklungsbedarf für diesen Bereich aufgezeigt