itw : im dialog
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    Vergessen ›in Szene‹ setzen? Überlegungen zu Tom Struyfs Vergeetstuk

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    "Was in Erinnerung bleiben soll, bedarf der Konsolidierung durch wiederholtes Durchdenken und Durchfühlen desselben Ereignisses." (Welzer 2011:234) Exakt diese Behauptung wird in Vergeetstuk (2014) exemplifiziert. Dort wird nicht nur über Gedächtnislücken und ihre Konsequenzen verhandelt, sondern gezeigt, wie das Gedächtnis arbeitet und wie Erinnerung entsteht. Paradoxerweise greift der belgische Künstler Tom Struyf für die Inszenierung von solchen Prozessen auf Verdrängungsmechanismen und das Krankheitsbild der Amnesie zurück. »A good memory needs to forget«, belehrt uns zu Beginn des Stückes eine Projektion im Bühnenhintergrund. Schnell käme es nämlich zu einem Erinnerungsstau, sodass für neue Erinnerungen kein Platz mehr wäre. Die Speicherkapazität des Gedächtnisses sowie die mnemonische Wandlungsfähigkeit hängen also vom einzelnen Vermögen des Vergessens ab: »The ability to forget creates space to change your memories.«

    Crossing Borders

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    An Interview with Cristina Galbiati (TricksterP, Novazzano) on Sight

    Einspruch oder Worin besteht die Möglichkeit des Politischen auf dem Theater? Zum Verhältnis von Politik und Theater in der Performance Fight Night von Ontroerend Goed und The Border Project

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    Die Performance Fight Night, eine Kooperation zwischen der belgischen Gruppe Ontroerend Goed und dem australischen Ensemble The Border Project, versteht sich laut Ankündigungstext als "playful and immersive political exploration [...] thoroughly political, but never explicitly so. [...] By stripping their discourse of identifiable political messages, the show draws attention to the very reasons and motivations that compel voters to vote." (AUAWIRLEBEN 2015) Eine fingierte Spielshow, gegeneinander wetteifernde Kandidat_innen und ein per Knopfdruck abstimmendes Publikum geben dem Vorhaben den inhaltlichen Rahmen. Es entfaltet sich eine Spielhandlung, deren vermeintlich einziges Ziel es ist, dem einen Sieger oder der einen Siegerin die Stimmen der Publikumsmehrheit zu sichern. Wo der traditionelle theatrale Pakt, um den reibungslosen Ablauf einer Aufführung als ästhetisches Ereignis zu garantieren, die Trennung in agierende Schauspieler_innen und rezipierende Zuschauer_innen vorsieht, beginnt dieser Abend mit einem programmatischen Statement, das dem Publikum Partizipation verspricht

    Einladung zum Widerspruch. Publikumspartizipation in Some use for your broken clay pots von Christophe Meierhans

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    In der Lecture Performance Some use for your broken clay pots stellt der Schweizer Künstler Christophe Meierhans ein alternatives demokratisches System vor. Seiner Präsentation liegt eine ausgearbeitete Verfassung mit 350 Artikeln zugrunde. Meierhans fordert zur Diskussion seines politischen Entwurfs auf und das Publikum folgt seiner Einladung mit großer Dialogbereitschaft. Die schiere Anzahl der Wortmeldungen wie auch die detaillierte inhaltliche Auseinandersetzung der Zuschauer_innen mit Meierhans' Verfassung überrascht. Wie gelingt es der Performance, eine solch intensive und engagierte Beteiligung auszulösen? Meinen die Zuschauer_innen an einer politischen Debatte teilzunehmen, oder lassen sie sich auf ein (Theater-)Spiel ein? Wie wird diese ambivalente Situation etabliert und aufrechterhalten? Werden die Zuschauer_innen tatsächlich zu Agierenden, die Einfluss auf den Diskussionsverlauf nehmen, oder spielt Meierhans manipulativ mit ihren Wortmeldungen? Kurz: Wird hier der Theaterraum politisiert oder eine politische Diskussion ästhetisiert und parodiert

    Ein Ding unter vielen. Robbert&Frank/Frank&Robberts Theaterinstallation TO BREAK – The Window of Opportunity

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    Eine Bühne, so karg wie die Prärie im Mittleren Westen der USA. Lediglich ein Hintergrundprospekt ist zu sehen, auf dem ebendiese Landschaft aufgemalt ist. Doch diese suggerierte Einöde trügt, denn auf den zweiten Blick sind neben Cowboys und Indianern auch eine Sphinx, Skulpturen von der Osterinsel und gar fliegende Wale zu entdecken. Das Bühnenbild von TO BREAK – The Window of Opportunity (2014) deutet es bereits an: In dieser Performance ist nichts so, wie es zunächst scheint

    Tönerner Ernst – Demokratie als Fiktion

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    Ein Gespräch mit Christophe Meierhans und Friedemann Kreuder (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) zu Some use for your broken clay pot

    Demokratie und Dramaturgie. Über den Zufall in Some use for your broken clay pots

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    Der Schweizer Installations-, Video- und Performancekünstler Christophe Meierhans legt mit Some use for your broken clay pots (2013) einen Gegenentwurf zur gängigen Demokratiepraxis vor: Politiker_innen werden nicht wegen ihrer (Wahlkampf-) Versprechen gewählt, sondern können aufgrund ihrer Amtsführung jederzeit von den Bürger_innen abgesetzt werden. Es handelt sich bei diesem Prinzip der 'Disqualification' um eine Verkehrung der repräsentativen Demokratie, in der Politiker_innen für eine bestimmte Dauer aufgrund ihres Partei- oder Wahlprogrammes in ein Amt gewählt werden. Meierhans' System basiert auf einer Verfassung mit 350 Artikeln, die er während zwei Jahren gemeinsam mit einem Beratungsteam erarbeitet hat

    Das Spiel mit der neoliberalen Marktlogik

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     Ein Gespräch mit Martin Schick (Schick/Gremaud/Pavillon) zu X Minutes. Durational Comed

    Volume 2 entier

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    Die neue theaterwissenschaftliche Reihe »itw : im dialog – Forschungen zum Gegenwartstheater« widmet sich den Ästhetiken, Themen und Tendenzen aktuellen Theaterschaffens.Band 2 reflektiert sowohl die ästhetischen und kulturpolitischen als auch die sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen der Produktion und Zirkulation von zeitgenössischem Theater. Besonderes Interesse kommt den Theaterfestivals und Gastspielhäusern als den ›klassischen‹ Spielwiesen des Globalen zu, ebenso wie dem durch sie erzeugten Spannungsfeld zwischen dem Globalen und dem Lokalen. Inwiefern haben diese Spielwiesen Rückwirkungen auf das lokale Theaterschaffen? Welchen Grenzen, Regeln, Mechanismen des Marktes sind Spielwiesen des Globalen ausgesetzt und welchen – möglicherweise – spielerischen Umgang finden sie damit

    Quantifier, échanger, circuler. Rapports d’équivalence et de valeur dans le théâtre contemporain

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    Das Theater der Gegenwart ist zunehmend projektbezogen organisiert. Ausgehend von einer Neukontextualisierung des Begriffs des Ökonomischen sollen im Beitrag Logiken des Messens, des Tauschens, des Zirkulierens einer Kunstform erörtert werden, die sich einer herkömmlichen Vorstellung vom Warentausch entzieht: Welche ökonomischen Wertvorstellungen korrelieren mit oder divergieren zu je bestimmten ästhetischen Konzepten? Treten bestimmte Produktionsstrukturen in ein Äquivalenzverhältnis zu der von ihnen generierten Ästhetik? Bedienen oder unterlaufen diese Entwicklungen die Rede von einer ›Kapitalisierung der Theaterlandschaft‹, oder zielt eine solche Einschätzung an der Realität vorbei?Contemporary theatre is becoming increasingly project-related. Following a re-contextualisation of the term ›economics‹, this paper will discuss the logic underlying the quantification, exchange and circulation of theatre, an art form which defies any conventional conception of the exchange of goods: Which economic notions of value correlate with or differ from specific aesthetic concepts? Do relations of equivalence exist between specific structures of production and the aesthetics generated by them? Do these developments support or subvert the notion of a ›capitalisation of the theatrical landscape‹, or is this notion itself based on false premises?Le théâtre contemporain s’organise de manière croissante sur le modèle du projet. A partir d’une recontextualisation du terme ›économie‹, ce papier débattra des logiques sous-jacentes à la quantification, à l’échange et à la circulation du théâtre, une forme artistique qui défie toute représentation conventionnelle d’échange de biens: quelles notions économiques de valeur corrèlent avec ou divergent de concepts esthétiques spécifiques? Y a-t-il une équivalence entre certaines structures de productions et les esthétiques générées par ces dernières? Ces développements supportent-ils ou subvertissent-ils la notion de ›capitalisation du paysage théâtral‹, ou cette dernière est-elle elle-même basée sur de faux prémisses

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