Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Conference Report: Cultures of Evaluation

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    Bewertungen sind ein Phänomen, das alle Bereiche des Sozialen durchzieht – von ästhetischen Urteilen im Alltag über die Vergabe von Schulnoten bis hin zu komplexen Evaluationsprozessen. Die Tagung nahm die gegenwärtige thematische Konjunktur einer sich etablierenden Soziologie der Bewertung (LAMONT 2012) zum Anlass, um ausgewählte Phänomene aus einer dezidiert kultur- und wissenssoziologischen Perspektive zu beleuchten. Als "Kulturen der Bewertung" wurden spezifische gesellschaftliche Wertigkeitsphänomene in ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen vergleichend betrachtet. Ein thematischer Schwerpunkt lag darauf, die Eigenlogiken von Bewertungen in unterschiedlichen sozialen Sphären und deren gesellschaftliche Effekte herauszuarbeiten. Der gemeinsame Gegenstand der Bewertung diente zudem dem Austausch über eingespielte thematische Profile hinaus. Neben dem inhaltlichen wurde auch das gegenwärtige methodische Profil dieses Forschungsfeldes deutlich, welches von interpretativen Ansätzen dominiert wird.Valuation pertains to all realms of social life—from aesthetic judgments in everyday life to grading pupils in school, to the complex evaluation processes found in economic contexts. The conference "Cultures of Evaluation" drew on recent themes advanced by the developing field of the sociology of valuation and evaluation, with a particular focus on culture and knowledge. The contributions to the conference covered different social phenomena related to ascribing and assessing value. Comparing the diverse empirical examples allowed to highlight their similarities and differences. One of the central methodological issues addressed the specific structures as well as outcomes of evaluations in different social fields. The shared topic of valuation also allowed discussing the methodical profile of this field of inquiry, which is currently dominated by interpretative methods

    Studying Homeless and Incarcerated Persons: A Comparative Account of Doing Field Research With Hard-to-Reach Populations

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    In diesem Beitrag beschäftige berichte ich von meiner Forschung mit zwei vulnerablen und schwer erreichbaren Personengruppen (obdachlosen und inhaftierte Männern) an drei, durch unterschiedliche Zugangslevel charakterisierten Orten: ein Gefängnis, Straßen in einer Großstadt und ein Wohnheim für obdachlose Männer. Ich zeige, dass trotz der Hemmnisse für eine unabhängige Forschung durch jeweilige Gatekeeper (offizielle Stellen, die den Zugang gestatten oder verhindern können) Forschende aus Bereichen, in denen strikte Zugangsregelungen vorherrschen, auch Nutzen ziehen können. Üblicherweise findet dieser Nutzen in qualitativen Studien und insbesondere in der pönologischen Literatur kaum Erwähnung. Aufgrund meiner Erfahrungen rate ich jedoch dazu, die Vorteile, die z.B. aus Gefängnisstudien erwachsen können, eher aufzugreifen als vor solchen Studien zurückzuschrecken.In this article, I discuss the process of conducting research with two vulnerable and hard-to-reach populations (homeless and incarcerated men) in three research locations characterized by varying levels of gatekeeping: a prison, public streets in an urban city, and a residential facility for homeless men. I argue that, despite the obstacles to independent research that gatekeepers (officials who can grant or deny researchers access to participants) pose, research with vulnerable, hard-to-reach populations in different field sites reveals some of the benefits of using field sites characterized by gatekeeping and strict rules to which researchers must adhere. Many of these benefits, however, go unacknowledged in discussions of access in qualitative studies—especially in the penological literature. I conclude that, instead of shying away from qualitative prison studies, researchers should take advantage of the benefits that prisons offer as field sites

    Research About the Pharmaceutical Industry: Ethical Positioning in a Powerful Network

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    Unter Berücksichtigung globaler Machtverhältnisse in Bezug auf gesundheitliche Versorgung untersuchte ich im Rahmen einer medizinethnologischen Studie die Einführung eines neuen – inzwischen global führenden – Antimalaria-Medikaments in Tansania. Dabei wurde ich mit menschlichem Leid, der Erfahrung der Sterblichkeit (Malaria) und Konflikten auf eine Art und Weise konfrontiert, die ethische Fragen nach Verantwortung, Respekt und den eigenen Handlungsmöglichkeiten aufgeworfen hat. In diesem Artikel reflektiere ich meine Feldforschungserfahrungen im Hinblick auf ethische Positionierungen in einem Machtgeflecht, das unterschiedliche Rollen und (eigene bzw. Fremd-) Erwartungen in einem sensiblen, teils von Misstrauen geprägten Forschungsfeld beinhaltet. Vor diesem Hintergrund thematisiere ich forschungsethische Herausforderungen, Maßstäbe und Problemstellungen, die für qualitativ Forschende und insbesondere für die gegenwärtige (Medizin-) Ethnologie mit ihrer transkulturellen und transdisziplinären Problemstellung relevant sind. Der Fokus liegt zum einen auf Aspekten von Vertraulichkeit und Transparenz – Kernanliegen ethisch verantwortlichen Forschens – gegenüber InformantInnen und TeilnehmerInnen im Feld. Zum anderen greife ich die Frage auf, welchen Einfluss moralische (Selbst-) Zweifel bezüglich der eigenen Rolle als ForscherIn in besonderen Milieus (hier: Pharmaindustrie) auf die Datengewinnung und Analyse ausüben können.Taking into account the impact of global power relations with regard to health care, I investigated, as part of a medical-anthropological study, the introduction of a new (now-world-leading) anti-malaria drug in Tanzania. In so doing, I was confronted with human suffering, the experience of mortality (malaria), and conflicts; and I was confronted in a way that raises ethical questions about responsibility, respect, and my own capacities for action. In this article, I reflect on my experiences during the field research with regard to my own ethical positioning in a network of power, which implies different roles, positioning, and (own or external) expectations in a sensitive field of research that may be marked by distrust. Against this background, I make thematic ethical research challenges, standards and problems that are relevant for qualitative research and, more generally, for (medical) anthropology with its transcultural and transdisciplinary problems. I focus, on the one hand, on aspects of confidentiality and transparency—a core element of ethically responsible research—toward informants and participants in the field. On the other hand, I address the question of the influence that doubts about one’s own role as a researcher working in particular environments (here, pharmaceutical industry) can exert on the data collection and the analysis

    Game Jams to Co-Create Respiratory Health Games Prototypes as Participatory Research Methodology

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    In diesem Beitrag zeige ich, wie partizipative Handlungsforschung und Game Jams zusammen zur Bereicherung von sozialtransformatorischen Aktivitäten beitragen können. Partizipative Handlungsforschung ist ein kollaborativer Ansatz, bei dem Forschende und Forschungsteilnehmer/innen einen Reflexions- und Handlungszyklus durchlaufen, um eine geteilte Herausforderung gemeinsam zu verstehen und zu meistern. Bei Game Jams handelt es sich um spielerische Events, bei denen Personen mit unterschiedlicher disziplinärer Zugehörigkeit auf der Grundlage eines gemeinsamen Wissensfundus neue Spielprototypen kreieren.Die Darstellung relevanter Literatur wird durch Beispiele aus elf Game Jams illustriert, die in der Schweiz und in Kanada veranstaltet wurden, um Spiele für eine respiratorische Mukoviszidose-Physiotherapie zu entwickeln bzw. das Selbstmanagement im Falle von Asthma-Erkrankungen zu verbessern. In Ihrem Zusammenspiel eröffnen partizipative Handlungsforschung und Game Jams attraktive und inklusive Kontexte, die die Aneignung interdisziplinären Wissens erleichtern, zur Ausbildung von Leitungs- und sozialen Skills beitragen sowie zivilgesellschaftliches Engagement befördern.In this article I discuss how participatory action research (PAR) and game jams can be mutually enriching activities to achieve social transformation. PAR is a collaborative method where researchers and participants go through a cycle of reflection and action to understand and solve a collective challenge. Game jams are playful events where people from different disciplines build on collective knowledge to create game prototypes. The literature review is illustrated with eleven game jams held in Switzerland and Canada to create games for respiratory physiotherapy in cystic fibrosis, and to foster self-management in asthma. Together, game jams and PAR offer attractive and inclusive contexts to ease the appropriation of interdisciplinary knowledge, develop leadership and social skills, and foster civic engagement

    Juggling and Joining Perspectives and Relationships—Multicultural Researchers in Multilocal Frames of Reference

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    Angesichts der Globalisierung haben immer mehr Forschende multikulturelle und multilokale Hintergründe. Das bringt sowohl Herausforderungen als auch Möglichkeiten mit sich. Die Komplexität verstärkt sich, wenn zusätzlich in einem Kontext geforscht wird, der von starker sozialer Ausgrenzung gekennzeichnet ist. Hier sind Zeit, Vorsicht und Reflexion notwendig, um ethisches Handeln und Validität zu sichern und zu Ergebnissen zu kommen, die für alle Beteiligten relevant sind. Das transformative Paradigma und die Postcolonial Indigenous Research Methodologies können Leitlinien für diesen Prozess bieten.In diesem Artikel skizzieren wir einige der Erfahrungen, die wir im Rahmen eines Dissertationsprojekts während einer ethnografischen Studie an einer Brennpunktschule und in ihrem direkten Umfeld in El Salvador gemacht haben. Der Artikel wurde aus zwei Perspektiven geschrieben: Christine SCHMALENBACH schreibt aus ihrer Sicht als deutsche Wissenschaftlerin, die in Mexiko aufgewachsen ist und in El Salvador Forschung betrieben hat. Mechthild KIEGELMANN schreibt aus ihrer Sicht als Mentorin, die das Projekt von Deutschland aus begleitet hat, und und deren Anstöße und Beiträge wesentlich zur Reflexion beigetragen haben. Wir teilen unsere Erfahrungen aus dem Forschungsprozess in der Hoffnung, dass sie hilfreich für Forscher/innen und Betreuer/innen in ähnlich komplexen Situationen sind.In the face of globalization, more and more researchers have multicultural and multilocal backgrounds. This creates both challenges and possibilities. When combined with conducting research in a context in which people have experienced high levels of social marginalization, the intricacy of the research process increases. Much time, care, and reflection are required to secure ethical conduct and the validity of the research, and to facilitate results that are relevant for all those involved. The transformative paradigm and postcolonial indigenous research methodologies are theoretical frameworks that can guide this process.In this article, we describe some of our experiences while developing an ethnographic dissertation project in a marginalized urban school and its direct surroundings in El Salvador. It is written from two perspectives: Christine SCHMALENBACH writes from her perspective as a German researcher who grew up in Mexico and did research in El Salvador. Mechthild KIEGELMANN writes from the perspective of a mentor who oversaw the project from Germany and was pivotal in spurring and enriching processes of reflection. We share our experiences form the research process hoping that they will be helpful for researchers and advisors in similarly complex situations

    From Romanian "Soul" to English "Heart": Dilemmas of Cultural and Gender Representation in Translating Qualitative Data

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    In diesem Artikel stelle ich dar, dass beim Übersetzen in der interkulturellen Forschung eine linguistische Hierarchie hervorgebracht wird, wobei die englische Sprache die rumänische Sprache unterordnet. Ich illustriere meine Argumentation mit Beispielen aus 47 qualitativen Interviews mit schottischen und rumänischen Vätern, in denen es um das Thema "Liebe" geht. Ich beschreibe, wie ich in meiner Rolle als anglo-rumänische zweisprachige Interpretin unbeabsichtigt zur Entstehung dieser Hierarchie beigetragen habe. Beim Übersetzen geschah dies, indem ich das Rumänisch dem Englischen anglich, um die Bedeutungen, Werte und Gefühle rumänischer Väter einem hauptsächlich englischsprachigen Publikum zu vermitteln. Durch emotionale Reflexivität und Fokussierung auf Genderfragen im Rahmen der Verantwortung der Wissensproduktion löste ich eine Reihe linguistischer Spannungen. Die Übertragung emotionaler Bedeutungen in eine andere Sprache hat paradoxer Weise die gravierende positive Konsequenz, den Fokus in der Forschung vom Zentrum auf die Ränder zu verlagern: Dies erhöht die Sichtbarkeit einer normalerweise übersehenen Gruppe von Menschen mit einem bestimmten kulturellen Hintergrund.In this article I argue that translation in cross-cultural research leads to the construction of a certain linguistic hierarchy, wherein the English language subordinates the Romanian language. I illustrate my arguments with examples from 47 qualitative interviews with Scottish and Romanian fathers on the topic of love. To situate this argument, I describe how in my role as an Anglo-Romanian bilingual interpreter I inadvertently contributed to the creation of this hierarchy. This happened through translation as I was fitting Romanian into English to disseminate the meanings, values and emotions of Romanian fathers to a primarily English-speaking audience. At the same time by employing emotional reflexivity and focusing on gender matters in the context of shared responsibility of constructing knowledge, I resolved some linguistic tensions. Paradoxically, by carrying emotional meanings across into another language, there is the main positive consequence of moving the focus in research from the center to the margins, as it increases the visibility of a usually overlooked sample of people from a specific cultural background

    Pragmatic Identity Analysis as a Qualitative Interview Technique

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    In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit einem Erhebungs- und Auswertungsverfahren, das auf die Untersuchung der Bedeutung von Identität(en) für individuelle Erfahrungen zielt. Diese Methodik, die pragmatische Identitätsanalyse, basiert auf einem kollaborativen, reflexiven, kontextorientierten und relationalen Verständnis von Interviewen. Dabei fassen wir "Identität" als einzigartige Sammlung dynamischer Identitäten, die sich in unterschiedlichen Kontexten manifestieren. Im Rahmen eines narrativen Dialogs reflektiert ein Interviewer/innentandem gemeinsam auf die Identitäten des/der Interviewten. Danach analysieren sie, welche Bedeutung diesen Identitäten für die Erfahrungen, Wertebildung und für das Wohlbefinden des/der Interviewten in unterschiedlichen Settings zukommt. Um die Wirksamkeit des Ansatzes zu veranschaulichen, nutzen wir eine Fallstudie mit einer Junglehrerin zu deren Gewahrwerden ihrer verschiedenen Identitäten im Übergang zur Übernahme der Rolle als Lehrerin.In this article, we examine a qualitative interview and analytical technique for exploring the influences of identities on an individual's experiences. The technique, pragmatic identity analysis (PIA), relies upon a collaborative, reflective, contextually oriented, and relational approach to interviewing. For the purposes of this technique, "identity" is understood as a unique collection of dynamic identities that manifest in diverse contexts. Through narrative dialogue the interview pair jointly reflects upon the identities of the interviewee. They then analyze how identities play a role in the individual's experiences and the formation of values, dispositions towards enacting values, and the sense of wellbeing in different contexts. To examine the efficacy of the technique we present a case study of a first year teacher's growing awareness of her identities and the influence of her identities on her transition to a teaching role

    Research With People With Dementia—Ethical Reflections on Qualitative Research Praxis on Mobility in Public Space

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    In diesem Beitrag reflektieren wir ethische Fragen der qualitativen Forschung mit Menschen mit Demenz anhand konkreter Projekterfahrungen und stellen theoretische Bezüge her. In dem Forschungsprojekt "Demenz in Bewegung: Studie und Handlungsempfehlungen für demenzfreundliches Unterwegssein im öffentlichen Verkehrssystem" partizipieren Menschen mit Demenz am Forschungsprozess. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden narrative Interviews zu Alltagserfahrungen und Mobilitätsbedürfnissen, eine Begehungsstudie mit Spaziergängen sowie eine Machbarkeitstestung von bestehenden technischen Hilfsmitteln durchgeführt. Zentrale ethische Herausforderungen zeigten sich sowohl in der theoretischen Fundierung als auch bei Vorbereitung und Durchführung der Untersuchung. Wir diskutieren den Grundsatz des informierten Einverständnisses als prozessorientierte Einwilligung (process consent) vor dem Hintergrund von Anforderungen institutionalisierter Prüfverfahren durch Ethikkommissionen. Darüber hinaus zeigen wir, dass unsere Entscheidung, "Demenz" im Gespräch mit betroffenen Menschen offen anzusprechen, im Spannungsfeld zwischen transparenter Information, dem Risiko zu verletzen und der Chance, ermächtigend zu wirken, steht.In this contribution, we present an empirical description and theoretical reflection of our experience with ethical questions in qualitative research involving people with dementia. The participants in the project "Dementia on the Move: Study and Recommendations for a Dementia-Friendly Public Space (09/2016-12/2018)" are people with dementia. In this study, we used narrative interviews and accompanied participants on walks through the neighborhood to find out more about their everyday experiences and mobility needs; and we tested existing technical supports with respect to their usability. Crucial ethical challenges emerged in the theoretical foundation of the study and continued through its preparation and empirical realization. In the light of the standards of institutionalized ethics review committees, we discuss the principle of "informed consent" as "process consent." Our decision to openly address "dementia" in the conversation with persons with dementia lies at the heart of the tensions between transparent information, the risk to harm, and the chance to empower persons with dementia

    Current Perspectives on Research Ethics in Qualitative Research

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    In diesem Beitrag führen wir kurz in die FQS-Schwerpunktausgabe zu Forschungsethik in der qualitativen Forschung ein. Wir beschreiben den diskursiven Kontext, in dem wir die Idee zu dieser Ausgabe entwickelt haben und erläutern den Aufbau sowie die Prozesse der Auswahl, Zusammenstellung und Bearbeitung der Beiträge, um dies transparent zu machen. Anschließend zeichnen wir in groben Zügen die Hauptthemen nach, die sich durch die verschiedenen Beiträge ziehen. Dazu gehören kritische Analysen von kodifizierten Grundsätzen und institutionalisierten Begutachtungsverfahren sowie Fragen der informierten Einwilligung, Vertraulichkeit, Anonymisierung und Vulnerabilität in der qualitativen Forschung.In this article, we provide a brief introduction to the special issue on research ethics in qualitative research. We describe the general context within which our idea emerged to organize a special issue and present its design and, for purposes of transparency, some particulars with respect to the selection and review process. We sketch some of the common themes that are shared across parts of the paper set, including critical analysis of ethics codes and ethics reviews, the intricacies of informed consent, confidentiality and anonymity in qualitative research and questions of vulnerability

    "Places That Can Make Us Grow"—Empirical Reconstructions of how Meaning is Created in the Context of the Opening of Two Norwegian Memorial Sites

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    Der vorliegende Artikel ist das Resultat eines kleinen interdisziplinären Projekts zu Geschichtsbewusstsein, in dem wir Verfahren und Denkweisen von "Memory Research" – selbst ein interdisziplinäres Unterfangen – und Gesprächsforschung als linguistische und soziologische Disziplin kombiniert haben. Basis für die empirische Arbeit waren Interviews mit BesucherInnen der Eröffnungszeremonien für das Center for Studies of Holocaust and Religious Minorities (HL-Zentrum) in Oslo und das Falstad-Zentrum nördlich von Trondheim, Gedenkstätte eines ehemaligen SS-Strafgefangenenlagers und Menschenrechtszentrum. Der Artikel ist gleichzeitig ein programmatischer Versuch zu zeigen, dass Geschichtsbewusstsein am verlässlichsten in der Rekonstruktion von konkreter sprachlicher Interaktion zugänglich wird.Im ersten Teil des Artikels beleuchten wir die öffentliche Erinnerungskultur im Zusammenhang mit dem Holocaust und der deutschen Besatzung in Norwegen und reflektieren über die Funktion von Erinnerungsstätten. Dieser Teil bildet den Rahmen für die folgenden mikroanalytischen Rekonstruktionen zweier Gesprächsausschnitte, in denen wir die Brechungen zwischen offizieller Erinnerungskultur und privaten Sinngebungsprozessen und Orientierungsbedürfnissen sichtbar machen.This article is the result of an interdisciplinary endeavor to study the topic of historical consciousness, in which  theoretical and methodological approaches of memory research (an interdisciplinary discipline in itself) and conversation analysis (a discipline integrating sociological and linguistic concepts) are combined. The study was empirically based on interviews with visitors of the opening ceremonies for the Holocaust Centre in Oslo and the Falstad-Centre near Trondheim (a memorial site and human rights center). One of our aims in the article is to demonstrate that historical consciousness can best be traced in actual social interaction and how the conversation analytic approach can be employed to make it accessible.We begin the article by giving an overview of the public memory culture related to the Holocaust and the German occupation of Norway and by reflecting on the function of memorial sites. This part establishes the frame for the microanalytic reconstructions of two interview segments. Through our analysis, we try to shed light upon the interplay and tensions between official memory culture and individual orientations and interpretations

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