Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Fragile Confidentiality. Ethical Challenges in Research on Holocaust Education

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    Holocaust Education hat immer auch eine moralische Dimension. Fragen der Ethik, hier verstanden als Reflexion über Moral, sind deswegen auch der sozialwissenschaftlichen Erforschung der Holocaust Education von Beginn an immanent. Demzufolge reflektiere ich in diesem Beitrag forschungsethische Fragen, die sich im Rahmen eines qualitativen (Lehr-) Forschungsprojekts über den Unterricht zum Schicksal der europäischen Sinti und Roma während des Holocausts in weiterführenden deutschen Schulen ergeben haben. Vor dem Hintergrund feldspezifischer Eigenheiten im Setting Schule mit seiner institutionellen Rahmung, den klar regulierten Rollenbeziehungen und stark formalisierten datenschutzrechtlichen Vorgaben beleuchte ich anhand der im Ethik-Kodex deutscher Soziologinnen und Soziologen verfassten Grundsätze die forschungsethischen Herausforderungen und Handlungsspielräume der beteiligten Akteur_innen. Neben der Einsicht, dass forschungsethische Grundsätze angesichts der Besonderheiten von Feld (Schule), Kontext (Methodenausbildung) und Forschungsgegenstand (Holocaust Education) nur inkrementell, prozesshaft und unter Berücksichtigung der feldspezifischen Eigenheiten und Dilemmata implementiert werden können, stellt zudem die grundsätzlich fragile Rolle von Vertraulichkeit im Forschungsprozess eine zentrale Erkenntnis dar.Holocaust education always bears a moral dimension. Thus, ethical issues, understood as reflection on morals, always are immanent in sociological research on Holocaust education from its very beginning. In this article I therefore reflect on research ethics-related issues that arose during a qualitative research project of teaching about the fate of European Sinti and Roma during the Holocaust in German secondary schools. Against the background of characteristics specific to the field of schooling and its specific institutional framework, clearly defined role-related relationships, and strongly formalized data protection regulations, I illuminate in this study, with reference to German sociologists' Code of Ethics, the ethical challenges and the room to maneuver for the stakeholders involved. The study led me to the insight that research ethics principles can be implemented only in an incremental fashion with regard to specifics of the field (school), context (teaching of methods), and research focus (Holocaust education) by taking into account field-specific characteristics and dilemma; and I learned about the fundamentally fragile role of confidentiality in the research process

    YouTube, Google, Facebook: 21st Century Online Video Research and Research Ethics

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    Seit Anfang der 2000er Jahre hat die rasante Verbreitung von Kameras durch Mobiltelefone, Überwachungskameras und Body Cameras zu einem starken Anstieg von Videoaufnahmen menschlicher Interaktionen geführt. Über Webseiten, die auf Nutzer*innen-generierten Inhalten aufbauen (z.B. YouTube) sowie Live-Streaming-Seiten (z.B. GeoCam) wird der Zugang zu solchem Videomaterial enorm erleichtert und ist heute für Forschende nur einen Mausklick entfernt. Während die Nutzung dieser Datenbestände großes Potenzial für die sozialwissenschaftliche Forschung verspricht, wirft sie auch forschungsethische Fragen auf, die existierende Richtlinien und Veröffentlichungen bislang nur teilweise beantworten können. In unserem Artikel beziehen wir bestehende forschungsethische Prinzipien und Überlegungen auf die Forschung mit Online-Videodaten. Wir diskutieren fünf Bereiche, die für die Nutzung von Online-Videodaten aus forschungsethischer Sicht besonders relevant sind bzw. in denen solche Forschung besondere Potenziale verspricht: die informierte Einwilligung, Analysemöglichkeiten, Privatsphäre, Transparenz und die Vermeidung von Schaden. Wir zeigen auf, wie diese Bereiche zusammenhängen und wie Forschende sowie Leser*innen von Studien mit Online-Videodaten diese in forschungsethischer Hinsicht bewerten können. Wir hoffen, mit diesem Artikel zu einer informierten und transparenteren Diskussion zum Thema Forschungsethik im Bereich der Forschung mit Online-Videodaten beitragen zu können.Since the early 2000s, the proliferation of cameras in devices such as mobile phones, closed-circuit television (CCTV), or body cameras has led to a sharp increase in video recordings of human interaction and behavior. Through websites that employ user-generated content (e.g., YouTube) and live streaming sites (e.g., GeoCam), access to such videos virtually is at the fingertips of social science researchers. Online video data offer great potential for social science research to study an array of human interaction and behavior, but they also raise ethical questions to which existing guidelines and publications only provide partial answers. In our article we address this gap, drawing on existing ethical discussions and applying them to the use of online video data. We examine five areas in which online video research raises specific questions or promises unique potentials: informed consent, analytic opportunities, privacy, transparency, and minimizing harm to participants. We discuss their interplay and how these areas can inform practitioners, reviewers, and interested readers of online video studies when evaluating the ethical standing of a study. With this study, we contribute to an informed and transparent discussion about ethics in online video research

    Ethical Ambivalences in Research With Children Living in Accommodation Centers for Refugees

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    Im ethnografischen Forschungsprojekt "Alltagserleben von jungen Kindern in Unterkünften für geflüchtete Menschen" wurden Kinder und ihre Familien über acht Monate in Sammelunterkünften in Berlin von Forschungstandems begleitet. Durch teilnehmende Beobachtung, Interviews, Gespräche und kindzentrierte Methoden wurden die Perspektiven verschiedener Akteur*innen (Kinder, Eltern, Leitung, Kinderbetreuung, Security etc.) aufgezeichnet und ausgewertet. In diesem Beitrag stützen wir uns auf unsere Erfahrungen als Forschende eines Forschungstandems und fokussieren Fragen praktischer Ethik. Dabei kommt der Eigenlogik des Feldes als ethisch bedeutsames Umfeld, das durch fluide Grenzen von Öffentlichkeit und Privatheit, unklare Zuständigkeiten sowie Ressourcenknappheit geprägt ist, eine maßgebliche Bedeutung zu. Wir vertiefen die Relationalität ethischer Fragen anhand zweier Irritationsmomente: der Auseinandersetzung mit einem Abschiebebescheid und Beobachtungen (potenziell) grenzüberschreitenden Verhaltens gegenüber Kindern. Die reflexive Auseinandersetzung mit diesen ethisch wichtigen Situationen verdeutlicht die Interventionshaftigkeit von Forschung und die permanente Aushandlung der Forscher*innenrolle. Die eigene Involviertheit, Gefühle, Gedanken und Handlungen werden konstruktiv aufeinander bezogen. Fragen von Verantwortung und ihre Reflexion sind folgenreich für die Forschungspraxis in diesem von Machtverhältnissen und Ungewissheiten geprägten Feld. Schlussfolgernd wird die Bedeutsamkeit des engagierten Forschens geschildert, das über das Prinzip der Schadensvermeidung hinausgeht und die Generierung von Mehrwerten auf unterschiedlichen Ebenen zum Ziel hat.In the ethnographic study "Everyday Life of Young Children in Accommodation Centers for Refugees," we accompanied over an eight-month period children and their families in collective accommodation centers in Berlin. Through participant observation, formal and informal interviews and child-centered methods, the perspectives of different actors (children, parents, management, child care, security, etc.) were recorded and analyzed. Based on experiences in the research process, we focus in this article on questions of practical ethics. Here, the inherent logic of the field as an ethical environment—an environment characterized by fluid boundaries of public and private spaces, unclear responsibilities, and scarcity of resources—is of particular importance. We elaborate the relationality of ethical questions in the discussion of two moments of uncertainty in the field: handling the news of a deportation notice and observing (potentially) transgressive behavior towards children. The reflexive examination of these ethically significant moments illustrates the interventionist nature of research and the continual negotiation of the researcher's role. Our involvement, feelings, thoughts and actions are constructively related to each other. Questions of responsibility and the process of reflecting on them have significant consequences for research practice in a field marked by power relations and uncertainties. In conclusion, we describe the importance of engaged research that goes beyond the Do No Harm principle and aims at creating benefits for actors on different levels

    The Lone Mother Resilience Project: A Qualitative Secondary Analysis

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    Obwohl qualitative Sekundäranalysen in den Sozialwissenschaften mittlerweile breite Anwendung finden, sind gemischte Studien, in denen bereits existierende und neu erhobene Daten genutzt werden, vergleichsweise selten. Ebenso wird die (Wieder-) Verwendung von eigenen Forschungsdaten kaum diskutiert. Zur Schließung dieser Lücke wollen wir mit dem hier vorgestellten Artikel beitragen. Zum einen wurden in die Analyse Daten des bereits abgeschlossenen "Lone Mothers: Building Social Inclusion"-Projekts einbezogen, eine Längsschnittstudie, in deren Verlauf wir 104 alleinstehende Mütter aus eher armen Verhältnissen einbezogen hatten. Diese Daten wurden durch Daten ergänzt, die aus drei Fokusgruppen und 20 teil-strukturierten Interviews mit insgesamt 38 alleinerziehenden Müttern stammten. In beiden Studien kam eine feministische und an sozialer Inklusion orientierte Perspektive zum Einsatz; die Frauen kamen aus drei kanadischen Städten (Vancouver, British Columbia; Toronto, Ontario und St. John's, Neufundland). Zusätzlich hatten viele Frauen, die an der zweiten Studie teilnahmen, bereits in der ersten Studie als Interviewerinnen oder Forschungsassistentinnen mitgewirkt. Nach der Vorstellung der Studie diskutieren wir Potenziale und Herausforderungen, die aus dem von uns gewählten Design resultierten.Although qualitative secondary analyses are conducted across the social sciences, supra-assorted analyses that involve both the re-use of existing data and the collection of new, primary data are relatively uncommon. Additionally, discussions regarding qualitative secondary analysis have tended to ignore the re-use of researchers' own data (i.e., auto-data). Thus, with this article, we aim to contribute to this discussion by providing an example of a supra-assorted analysis in which we re-used data from one of our previous studies, Lone Mothers: Building Social Inclusion. This earlier, longitudinal study was conducted with 104 poor lone mothers across Canada. We supplemented this dataset with data from three focus groups and 20 semi-structured interviews engaging a total of 38 lone mothers. Both studies were informed by a feminist and social inclusion lens, and recruited a diverse sample of women in three cities across the country: Vancouver, British Columbia; Toronto, Ontario; and St. John's, Newfoundland. In addition, most of the lone mothers who participated in the secondary analysis had also been involved in the original study as interviewees and/or research assistants. We conclude the article by discussing the strengths and limitations of, and lessons learned from, the secondary study's design

    "Sleight of Hand" or "Selling Our Soul"? Surviving and Thriving as Critical Qualitative Health Researchers in a Positivist World

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    Die Kommodifizierung und Verkörperschaftlichung der Hochschulen, Forschungseinrichtungen und von Praxis und Politik hat im Bereich qualitativer Gesundheitsforschung sehr viel Aufmerksamkeit erfahren. Besonders kritisch ist, dass das Überhandnehmen neoliberaler Rationalität eine kritische qualitative Forschungspraxis zunehmend erschwert. Wir reflektieren dies durch den Rückgriff auf eigene Erfahrungen im Rahmen großer interdisziplinärer Forschungsteams, indem wir Schlüsselereignisse, Interaktionen und Verläufe sowie deren existenzielle und materielle Konsequenzen interpretieren und produktive Strategien an den Rändern der Gesundheitswissenschaften diskutieren. Uns liegt am Herzen, uns für eine umfassende Widerstandsagenda zu engagieren, die nicht nur das Überleben, sondern auch die Blüte qualitativer Gesundheitsforschung zum Ziel hat.The commodification and corporatization of research within the academy, research institutes, and professional and political sectors has ignited much attention within the critical qualitative health field. Of particular concern is that the ascendance of neoliberal rationality is increasingly making critical qualitative research transgressive and difficult to practice. We reflect on this concern by deconstructing our experiences collaborating with large teams of interdisciplinary researchers. We offer interpretation of key events, interactions, processes, and existential and material consequences, and discuss lessons learned and productive strategies for working at the margins of the health sciences. We argue for the need to engage in a comprehensive resistance agenda in order for critical qualitative health researchers to not only survive but also thrive in the health field

    Review: Adele E. Clarke, Carrie Friese & Rachel S. Washburn (2018). Situational Analysis: Grounded Theory After the Interpretive Turn

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    Bei "Situational Analysis: Grounded Theory After the Interpretive Turn" handelt es sich um die Zweitauflage des inspirierenden Buches von Adele CLARKE, mit dem diese ihren neuen Grounded-Theory-Ansatz 2005 erstmals vorgestellt hatte. 13 Jahre, zwei zusätzliche Autorinnen und eine Veränderung im Titel – von der postmodernen zur interpretativen Wende – verweisen auf grundlegende Überarbeitungen, mit denen der Ansatz weiter elaboriert und lesefreundlicher gefasst wurde als in der Vorgängerversion. In dieser Vesprechung werde ich die Beziehung zwischen der Situationsanalyse (SA) und der konstruktivistischen Grounded-Theory-Methodologie (GTM), zwischen dem SA-Mapping und dem Kodieren in der GTM, weiter ausleuchten. Dabei habe ich das wachsende Vertrauen der Autorinnen in ihre distinkte GTM-Konzeption als sehr ansteckend erlebt, was ich weiterzugeben versuche."Situational Analysis: Grounded Theory After the Interpretive Turn" is the second edition [2E] of Adele CLARKE's inspirational 2005 book [1E], where this new approach to qualitative research first appeared in the tradition of grounded theory methodology [GT]. Thirteen years, two additional authors, and a title change—from postmodern to interpretive turn—herald major revisions in 2E that update, clarify, and further distinguish situational analysis [SA], providing a more user-friendly read than its predecessor. In this review, I attempt to illuminate the relationships between SA and constructivist GT, and between SA mapping and GT coding. I experience the 2E authors' increasing confidence in their distinctive conceptualization of GT as infectious, and this is celebrated

    Toward Epistemological Ethics: Centering Communities and Social Justice in Qualitative Research

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    Als qualitative Sozialforscher/innen in den Vereinigten Staaten theoretisieren und verorten wir die ethischen Fragen unserer Arbeit in einem Kontinuum von Methodologien, Epistemologien und Forschungsbeziehungen. Dem Ansatz einer kollektiven und transgressiven Reflexivität folgend, schreiben wir als Mitglieder der Ethik-Task-Force der Society of Qualitative Research on Psychology (SQIP) den Ethikkodex der American Psychological Association (APA) um. Wir imaginieren den Kodex neu, sodass er qualitative Forschung mit einschließt und eine Hilfestellung für die evidenzbasierten Dilemmata geben kann, die in unserer Forschung auftauchen. In diesem Artikel benennen wir Leerstellen innerhalb des Kodex, die unvereinbar sind mit einer kritischen qualitativen Sozialforschung, die nach sozialer Gerechtigkeit strebt. Wir rütteln quasi von unten an den erkenntnistheoretischen Grundlagen des Kodex. Dabei entwerfen wir unsere Vision/en für einen neuen Ethikkodex, der die intersubjektive und reflexive Natur der Wissensproduktion in den Vordergrund stellt, die Würde der Beteiligten wahrt, Machtbeziehungen innerhalb und außerhalb des Forschungsvorhabens beachtet, relationale und epistemische Distanz kritisiert und den inneren Zusammenhang zwischen Epistemologie, Validität und Ethik expliziert. In unserem Text weisen wir auf einen Bruch zwischen den normativen Formen von Erkenntnis und Sein in der Universität und der qualitativen Forschung hin.As qualitative researchers based in the United States, we theorize and ground ethical issues within our work as inherent to the continuum of methods, epistemologies, and research relationships. Through collective and transgressive reflexivity, we write as members of the Society for Qualitative Research in Psychology (SQIP) Ethics Task Force, re-imagining the American Psychological Association's (APA) Ethics Code as a resource that is inclusive of qualitative inquiry and responsive to the "evidence based" quandaries encountered in our praxis. In this article, we name the gaps in the Code that are incommensurate with social justice oriented qualitative research and shake the epistemological ground of the Code from bottom-up. We interweave our vision for a new ethics Code that foregrounds the intersubjective and reflexive nature of knowledge production, preserves dignity, attends to power relations within and outside of the research endeavor, critiques relational and epistemic distance, and explicates the internal connection between epistemology, validity, and ethics. In our writing we note disruption of normative ways of knowing and being within the academy and within qualitative research

    El análisis de acontecimientos biográficos y momentos bifurcativos: una propuesta metodológica para analizar relatos de vida

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    In Veröffentlichungen wird der Prozess der qualitativen Datenanalyse zumeist nur recht unvollständig beschrieben; dies gilt auch für biografische Ansätze. In diesem Beitrag mache ich Vorschläge für die Analyse komplexer Lebensgeschichten.  Hierzu skizziere ich zunächst unterschiedliche theoretische Ansätze zu deren Erforschung.  Hierzu gehören synchrone Perspektiven, um zeitlich fixe Ereignisse zu verstehen, diachrone Ansätze zur Untersuchung biografischer Verläufe sowie Konzepte zur Analyse von (extern oder subjektiv verursachten) Wendepunkten. Daran anschließend zeige ich am Beispiel einer Fallstudie zu den Berufsbiografien früherer Angestellter einer argentinischen Aktiengesellschaft in den 1990er Jahren, wie die vorgenannten Perspektiven analytisch verbunden werden können. Ich ende mit der Diskussion einiger Probleme eines biografische Forschungsansatzes und mit Hinweisen insbesondere für die Analyse biografischer Ereignisse und Wendepunkte.The process of data analysis in qualitative sociological research is often not fully described in papers reporting such research. This is also true for biographical approaches. In this article I present a number of ideas concerning the analytical procedures that can be followed to understand the life course in greater depth. I start with the theoretical framework, in which I illustrate different approaches to the study of the life course. These include synchronic perspectives which focus on fixed moments in time; diachronic approaches that analyze a phenomenon over a period of time; and milestones—external or subjective—that produce changes in the life course.I demonstrate an analytic procedure which combines the aforementioned perspectives. I do this using a case study of the work histories of former employees of a joint-stock company in Argentina in the 1990s. I conclude the article with a reflection on some problems related to biographical research and offer an analytical device for the analysis of biographical events and turning points.El proceso de análisis del material construido en una investigación sociológica cualitativa, ya sea que se realice a lo largo de todo el estudio o sobre el final del mismo, suele aparecer en los trabajos escritos de manera escurridiza e intangible. Esta situación se ve profundizada aún más, cuando se trata de investigaciones que intentan reconstruir historias de vida de distintos actores sociales para comprender diferentes problemas de la realidad social a lo largo de tiempo. Este artículo pretende ser una contribución en esa dirección, acercando una serie de ideas y reflexiones respecto de un conjunto de procedimientos analíticos que pueden realizarse para comprender en profundidad los relatos de vida construidos en el marco de una investigación biográfica. Para ello, presenta un estudio de caso en particular: las trayectorias laborales de trabajadores desvinculados en la década de 1990 de una empresa pública en Argentina.Luego de puntualizar las particularidades de la investigación biográfica, de desarrollar el estudio de caso implementado y de mostrar el análisis realizado, el texto concluye con una reflexión y propuesta de formalización del dispositivo analítico construido denominado: análisis de acontecimientos biográficos y momentos bifurcativos

    Digital Self-Presentation: The Subjective Meaning of Selfies for Adolescents and Young Adults

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    In diesem Aufsatz beschäftigen wir uns mit netzgängigen, visuellen Selbstthematisierungen, die umgangssprachlich als "Selfies" bezeichnet werden. Genauer geht es um die individuellen und gruppenbezogenen Bedeutungen dieser Bildpraktik sowie um ihre Relevanz im kommunikativen Geschehen aus der Perspektive ihrer Produzierenden und Distribuierenden. Wir greifen hierfür auf die Ergebnisse einer Interviewstudie zurück, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt wurde. Anhand des empirischen Materials, welches wir mithilfe der Grounded-Theory-Methodologie ausgewertet haben, eröffnen wir Einblicke in eine (jugend-) kulturelle Praxis und arbeiten die (inter-) subjektive Bedeutsamkeit von Selfies heraus.In this article we address visualized self-presentation, which is colloquially described as a "selfie." More precisely, we deal with individual and group-related meanings of this pictorial practice as well as its relevance in the communicative event from the perspective of its producers and distributors. We use the results of an interview study conducted with adolescents and young adults, which we examined with the help of grounded theory methodology, in order to shed light on a (youth) cultural practice and at the same time determine the (inter-) subjective importance of selfies

    On the (Im)possibility and Bliss of Telling My Dad, "I Love You"

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    Sowohl Väter als auch Söhne sagen einander selten, dass sie sich lieben. Solche (Nicht-) Aussagen gründen in einer geteilten Geschichte, warum sollte also z.B. ein Sohn seinem Vater seine Liebe eingestehen, nachdem er sein ganzes Leben in einander verbundener Vermeidung verbracht hat. In diesem Beitrag schreibe über die (Un-) Möglichkeit, meinem Vater, bevor er starb, meine Liebe zu bekunden und zeige zugleich in poetischer Weise, welches Glück die Erfahrung bedeutet hat, sie schließlich doch noch auszudrücken. Obwohl ich kein einfaches Schema anbieten kann, ende ich mit einem Einblick in die Bedeutung dieses "Geständnisses" für mein eigenes Wohlbefinden. Zugleich biete ich Fragen und Lesarten an, die über mich selbst und meine eigene Involviertet hinausgehen.While fathers seldom say "I love you" to their son(s), there is also acknowledgment that sons rarely say it to their father. Confessions of love are like notes in a melody of previous affirmations, so what is it like for a son to say it, especially if large parts of his life are spent in "connective avoidance" with his dad? Writing on the (im)possibility of eventually saying "I love you," just before he died, I offer a "blissfully poetic" account of the experience of saying it. I also reflect on the lingering significance it has had for my experience of loss and bereavement. Although this text offers no easy formula, it ends by showing what a text of bliss might eventually look like for a son in recovery. Addressing the questions, so what? And, now what, then? implications beyond the self are also considered

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