Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Coming to Grips with Life-as-Experienced: Piecing Together Research to Study Stakeholders' Lived Relational Experiences in Collaborative Planning Processes

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    Alltagserleben ist ein Schlüsselkonzept qualitativer Forschung, dessen Untersuchung gleichwohl ein schwieriges methodologisches Unterfangen ist, da Forschende dieser Erfahrungen nur habhaft werden können durch deren (Re-)Konstruktion. Da durch den Prozess der (Re-)Konstruktion ein Teil der Komplexität von Alltagserleben zwangsläufig verlorengeht, besteht die methodologische Herausforderung darin, einen Ansatz zu finden, der für diese Komplexität offen ist statt sie zu reduzieren. In der qualitativen Literatur wird hierzu die methodologische Bricolage vorgeschlagen. In unserem Beitrag präsentieren wir ein konkretes Beispiel des Arbeitens mit Bricolagen, um Einblick in deren potenziellen Nutzen zu geben und die Herausforderungen zu reflektieren, denen wir in unserem Projekt begegnen mussten. Wir zeigen, in welcher Weise unser Ansatz eine mehrschichtige Untersuchung von Alltagserleben ermöglicht hat bzw. wie durch die kreative Verschränkung verschiedener Methoden der Zugang zu unterschiedlichen Wissensformen eröffnet wurde, nämlich 1. Wissen über individuelles und überindividuelles Erleben, 2. eine Art Kaleidoskop des Alltagerlebens und 3. ein prozesshaftes Verständnis der zeitlichen Dimension von Alltagserleben. Wir hoffen, dass Lesende durch unseren Beitrag eine Vorstellung davon gewinnen, wie Bricolage in der qualitativen Praxis funktioniert, da hierzu bisher nur sehr wenige Beispiele vorliegen.Lived experience remains a key concept in qualitative social science research. The study of life-as-experienced is, however, a project that is methodologically problematic due to the fact that researchers can only come to grips with people's lived experiences through their (re)constructed representations of it. Yet, during this process of (re)constructing, some of the complexity of life-as-experienced is inevitably lost. The methodological challenge is to find an approach that embraces, rather than reduces the complexity of life-as experienced. In qualitative research literature, methodological bricolage has been proposed as such an approach. In this article, we present a concrete example of a bricolaged research approach, provide insights into its potential value and reflect on the challenges we encountered. We discuss how our approach enabled a multi-layered exploration of lived experiences. By creatively blending methods, we were able to tap into different kinds of understanding. Our bricolaged research approach generated: 1. knowledge "from within" and "in-between" research subjects, 2. a kaleidoscopic view of lived experiences, and 3. a processual understanding that embraces the temporal dimension of life-as-experienced. Researchers can benefit from our discussion on this bricolaged approach as there are as of yet few concrete examples of how bricolage can be implemented in practice

    Contextural Analysis: A Methodology for Reconstructing Polycontextural Relations, Demonstrated by the Example of Transgression in the Teacher-Student Relationship in Tibetan Buddhism

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    In vielen Feldern der qualitativen Forschung stellt sich das Problem, wie methodologisch mit der Kopräsenz unterschiedlicher Sprecher/innenpositionen, institutionellen Logiken sowie den hiermit einhergehenden gebrochenen Selbst- und Weltverhältnissen umgegangen werden kann. Aus einer theoretisch-methodologischen Perspektive hat sich dabei zunächst insbesondere Gotthard GÜNTHERs (1978) Theorie der Polykontexturalität bewährt. In diesem Beitrag wird das in der Linguistik und den Literaturwissenschaften zunehmend an Prominenz gewinnende Konzept der Polyphonie (BACHTIN 1971 [1929]) aufgegriffen, um zu zeigen, wie Protokolltexte im Sinne einer mehrwertigen Hermeneutik aufgeschlossen werden können. Vorgeführt wird dies am Beispiel des Problems der Transgression innerhalb von Beziehungen zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen im tibetischen Buddhismus. Anhand der Interpretation von Interviews mit Schülerinnen und Schülern von Sogyal Rinpoche wird gezeigt, wie die Ambivalenzen in Bezug auf die Integrität des Lehrers bearbeitet werden und wie die hiermit einhergehenden systemischen Dynamiken rekonstruiert werden können. Abschließend wird die Verbindung der Kontexturanalyse mit der dokumentarischen Methode aufgezeigt.In many areas of qualitative research the question arises of how to methodologically deal with the co-presence of different speaker positions, institutional logics, and—as a result of that—broken self- and world relationships. From a theoretical-methodological perspective, Gotthard GÜNTHER's (1979) theory of polycontextuality has proved particularly useful. In this article we take up the concept of polyphony (BAHKTIN, 1971 [1929]), which is gaining prominence in linguistics and literary studies, in order to show how empirical texts can be understood in the sense of a polyvalent hermeneutics. This is demonstrated using the example of transgression within relationships between teachers and students in Tibetan Buddhism. The interpretation of interviews with students of Sogyal Rinpoche will show how ambivalence regarding the integrity of the teacher are dealt with and how the associated systemic dynamics can be reconstructed. As a conclusion, the connection between contextural analysis and documentary method will be shown

    Memory Loss and Scenic Experience: An Arts Based Investigation

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    In diesem Artikel berichten wir von zwei Gruppen, in denen Menschen mit Gedächtnisverlust infolge einer fortschreitenden Demenz eingeladen wurden, einen Film anzusehen, der von den Erfahrungen einer Frau mit Hirnläsion und Amnesie handelte. Zugang zu den Personen, die alle zuhause leben, erhielten wir über Tagespflegeeinrichtungen; in einer Gruppe nahmen zusätzlich informelle Betreuer/innen teil. Nach der Präsentation wurde mit jeder Person eine visuelle Matrix erstellt, ein gruppenbasiertes Verfahren zur Erhebung emotionaler Assoziationen infolge ästhetischer Stimuli, um das gemeinsame Erinnern zu fördern. Wir nahmen an, dass aus dem assoziativen Charakter der visuellen Matrix ein sinnvolles Engagement der Teilnehmenden mit Demenz resultieren würde.Im Beitrag diskutieren wir die Teilhabe- und Selbstreflexionsprozesse, die durch die genutzte Methodik mit Blick auf soziale Fertigkeiten erleichtert wurden, auch bezogen auf Unterschiede zwischen beiden Gruppen, die (Nicht-) Anwesenheit von Betreuer/innen und das spezifische Forschungssetting. Wir zeigen, wie szenische Erfahrungen, angereichert durch verkörperlichte Erinnerungsspuren, in einer visuellen Matrix von Personen mit Gedächtniseinbußen ausgedrückt werden können im Rahmen ihres Engagements in einer komplexen künstlerischen Darstellung. Auf diese Weise wird nachvollziehbar, wie subjektive Erfahrungen von Menschen mit Gedächtnisverlust kommuniziert werden können. Implikationen für Unterstützungsprogramme, soziale Aktivitäten und Kommunikation in Gruppensettings werden erörtert.In our research, two groups of people living with memory loss due to mid-stage dementia were invited to view a film installation, centred on the experience of a woman with a brain lesion and dense amnesia. The groups, recruited from day-care and support settings, were living at home. One included informal care-givers. After the film, each participated in a visual matrix: A group-based method of eliciting image-led and affective associations in response to aesthetic stimuli to support shared and distributed memory. We hypothesised that the associative process of the visual matrix would support meaningful engagement for participants with dementia.We discuss the participation and self-reflection facilitated through the method in terms of social scaffolding, attending to differences between the groups, presence of care-givers and visual matrix setting. We consider the conditions in which scenic experience, replete with embodied memory traces is expressed in a visual matrix by people with impaired recall, enabling them to engage with a complex artwork. This provides insight into how the embodied, subjective experience of people living with memory loss can be communicated. Implications for enrichment programmes, social activities and communication in group care settings are considered

    Review: Charles Goodwin (2018). Co-Operative Action

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    Charles GOODWIN gilt als einer der Pioniere der sozialen Interaktionsforschung. In seinem letzten Buch "Co-Operative Action" arrangiert er seine bisherigen Publikationen neu in Hinblick auf ein Konzept, das einen radical turn in anthropology zur Folge haben könnte, denn seine ko-operative Handlungskonzeption deckt nicht nur die Praktiken der Moment-für-Moment-Aushandlungen in Face-to-Face-Interaktionen ab. Sein Ansatz umfasst vielmehr auch Handlungen mit sogenannten abwesenden Vorgänger/innen, deren vorausgegangenes Tun in Form von hinterlassener Materialität oder Wissensbeständen Auswirkungen auf die Handlungen der Interagierenden im Hier und Jetzt hat. Indem er das Paradigma der Kopräsenz verlässt, wird es möglich, Situationen zu beschreiben, deren Teilnehmende unterschiedliche Anwesenheitsstatus (räumlich und zeitlich) innehaben. Wie solche komplexen Situationen analytisch zu fassen sind, schlägt GOODWIN mit "Co-Operative Action" eindrucksvoll vor.Charles GOODWIN is known as one of the pioneers in the field of social interaction research. In his latest book, he arranges his previous publications so as to provide a framework that could result in a "radical turn in anthropology." Co-operative action provides a mechanism for the accumulation and reuse of materials from previous actions on a moment-by-moment-basis, while simultaneously enabling researchers to reach behind the paradigm of co-presence. With "Co-Operative Action," GOODWIN introduces an intriguing framework for analyzing such complex social situations

    Method Police or Quality Assurance? Two Patterns of Interpretation in the Struggle for Supremacy in Qualitative Social Research

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    Ausgehend von dem Befund, dass die qualitative bzw. interpretative Sozialforschung sich in den letzten Jahren massiv gewandelt hat und ein deutliches Mehr an neuen methodischen Ansätzen zu verzeichnen ist, nehme ich in dem Artikel die sich daran anschließende Debatte in den Blick. Ich skizziere zwei idealtypische Positionen, nämlich die der auf Ordnung bedachten Methodenpolizei und die der auf Güte bedachten Qualitätssicherer*innen, um dann die gemeinsamen Grundlagen dieser Ansätze in Erinnerung zu rufen. Entwickelt wird im Anschluss ein Vorschlag für eine ansatzübergreifende Praxis der Sicherung von Güte, der im Wesentlichen darauf beruht, den Gebrauch qualitativer/interpretativer Methoden als Kunstlehre zu begreifen.In this article, I take a closer look at the debate that has arisen from 1. the massive changes that qualitative and interpretive social research have undergone in recent years and 2. the associated, clear increase in new methodological approaches. I outline two ideal-typical positions—the order-oriented police and the quality insurance personnel—to make salient again the common foundations of these approaches. A proposal is then presented for a cross-method practice for securing quality—which essentially exists in the use of qualitative/interpretive methods as the teaching of an art

    Review: Monika Streule (2018). Ethnografie urbaner Territorien. Metropolitane Urbanisierungsprozesse von Mexiko-Stadt [Ethnography of Urban Territories: Metropolitan Urbanization Processes in Mexico-City]

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    Mit ihrem Buch "Ethnografie urbaner Territorien" bietet Monika STREULE eine Forschungsarbeit, die Anstöße für eine transdisziplinäre Stadtforschung gibt und sich komplexen Verhältnissen widmet. Mit einem Set von ethnografischen und kartografischen Methoden analysiert sie Urbanisierungsprozesse der Megametropole Mexiko-Stadt und regt dazu an, Stadtforschung nicht nur reflektiert und kritisch zu denken, sondern auch innovativ vorzugehen. In diesem Essay findet daher insbesondere eine Auseinandersetzung mit ihren methodischen und methodologischen Herangehensweisen statt.In her book "Ethnography of Urban Territories," Monika STREULE offers useful ideas and advice for transdisciplinary studies that are concerned with the complex conditions most often found in cities. She develops a tool box containing ethnographic and cartographic methods that are used to analyze urbanization processes in the mega metropolis Mexico-City. She encourages us to not only think of urban research more reflectively and critically, but also more innovatively. Therefore, in this article, the methodological approach in general and the used methods in particular will be discussed more thoroughly

    Talks About Sustainability—Sustainable Talks? Communicative Construction of the Social Fiction of Sustainability

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    In diesem Artikel machen wir das Sprechen über Nachhaltigkeit zum Untersuchungsgegenstand, indem wir nachvollziehen, wie Nachhaltigkeit kommunikativ konstruiert und dabei als dynamische, aber relativ stabile soziale Fiktion erkennbar wird. Wir leisten gleichzeitig einen Beitrag zur methodischen und methodologischen Reflexion der handlungspraktischen Relevanz des (sozialen) Imaginären. Dabei stützen wir uns auf eine empirische Studie, innerhalb derer wir sozialwissenschaftlich induzierte Gespräche mit und zwischen Personen, die über die Nachhaltigkeit ihres Alltags sprachen, untersucht haben. Die Teilnehmenden dieser Gespräche sahen sich mit dem bekannten Dilemma konfrontiert, dass vollständig nachhaltiges Handeln aufgrund des universellen Geltungsanspruchs der Nachhaltigkeit unmöglich zu sein scheint. Mithilfe der dokumentarischen Methode arbeiten wir die Art und Weise des kommunikativen Umgangs mit der Unmöglichkeit, allen Nachhaltigkeitsanforderungen gerecht zu werden, an empirischem Material heraus. Im Fokus stehen dabei insbesondere Rechtfertigungsmuster, normativ-imaginäre Gedankenspiele und die rhetorische Distanzierung von tagtäglichen Handlungszwängen durch grammatikalische Konstruktionen im Konjunktiv, die auf wünschenswerten oder unerwünschten, dys- oder utopischen Alternativszenarien fußen.Theoretisch beziehen wir uns auf den kommunikativen Konstruktivismus und die Übertragung des literaturanthropologischen Konzepts des Fingierens nach ISER (1991) auf die wissenssoziologische Forschung. Nachhaltigkeit dient uns als Beispiel, anhand dessen die kommunikative Konstruktion sozialer Fiktionen mit universalem Geltungsanspruch herausgearbeitet wird.In this article, we retrace how sustainability in our study has been communicatively constructed and how it emerged as a dynamic, but also a relatively stable, social fiction. Also, we contribute to methodological reflections on the practical relevance of the (social) imaginary for action. We rely on an empirical study that explores social science-based conversations between and among individuals who talk about the sustainability of their everyday lives. Within daily life people act sustainably to a limited extent, in conflict to the universal claim of sustainability and its normative validity. The respondents see themselves confronted with this well-known dilemma. With the aid of the documentary method, and drawing on our empirical data, we elaborate on the communicative strategies used to meet the difficult combination of sustainability's demands. We focus on patterns of justification, normative-imaginary thought experiments, and rhetorical distancing from the need for action of the present via conjunctive constructions that lean on desirable or undesirable, dystopic or utopic, alternative scenarios. Theoretically, we rely on communicative constructivism and ISER's (1991) literary-anthropological concept of feigning, applying it to the sociology of knowledge. Talk about sustainability serves as an example of how social fictions with a universal claim to validity are communicatively constructed

    Different Kinds of Artifacts—Different Ways of Self-Presenting. Turkish Migrants in the 1960s and 1970s in Germany as Transmigrants

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    Der vorliegende Beitrag basiert auf einem türkisch-deutschen Kooperationsprojekt, in dem die Migrationsbewegung der 1960er und 1970er Jahre von der Türkei nach Deutschland fokussiert wurde. Das Forschungsinteresse galt der Selbst-Präsentation und Selbst-Positionierung sogenannter "GastarbeiterInnen". Im Zentrum der hier vorgestellten Analyse stehen zwei Familien, in denen jeweils die Kinder bei den Großeltern in der Türkei lebten, während die Eltern in Deutschland arbeiteten. Für beide Fälle transnationaler Familien liegen verschiedene Artefakte vor – in einem Archiv, das "Dinge der Migration" sammelt und für wissenschaftliche Arbeiten zugänglich macht. Grundlage für die Analyse, die dem vorliegenden Beitrag zugrunde liegt, waren: 1. Bilder aus den 1960er und 1970er Jahren, die in Deutschland aufgenommen wurden; 2. eine Tonbandaufnahme aus den 1970er Jahren, auf welcher Familienmitglieder in der Türkei eine Botschaft nach Deutschland schickten und 3. ein halbstrukturiertes Interview, das von Mitarbeitenden aus dem Archiv mit einem Familienmitglied in Deutschland geführt wurde – etwa 20 Jahre nach der Migration. Die beiden Familien bzw. die ihnen zugeordneten Artefakte erlauben, grenzüberschreitende wie auch lokale Praktiken in Bezug auf die Weise der Selbst-Präsentation und -Positionierung zu analysieren. Erste Ergebnisse der explorativen Studie werden in diesem Beitrag vorgestellt und methodologische Fragen diskutiert, zum einen bezüglich des Gebrauchs unterschiedlicher Artefakte, zum anderen zur Arbeit in einem bi-nationalen, genauer: transnationalen Projekt.This article is based on a Turkish-German cooperation project that focused on the migration of workers from Turkey to Germany during the 1960s and 1970s. The research interest has been to look at the ways of self-presenting and self-positioning of the so called Gastarbeiter [guest workers]. We approached this phenomenon by looking at the Gastarbeiter from a transnational perspective. Our argumentation is based on artifacts of two cases of married couples leaving their children with the grandparents in Turkey. For both cases, we analyzed different kinds of material from an archive, which included: 1. pictures from the 1960s and 1970s made in Germany, 2. an audio cassette from the 1970s recorded by the grandparents presenting the life of the child in Turkey, and 3. a semi-structured interview conducted by the archival personnel with a family member, approximately 20 years after migration. These two cases and the related artifacts allowed us to investigate cross-border as well as local practices with regard to ways of self-presenting and self-positioning. Furthermore, on the basis of this explorative study, methodological questions are discussed which concern both the use of different data formats and the relevance of working in a binational team, more precisely, in a transnational project

    Health Literacy and the Construction of Health and Disease from the Perspective of Older People With Intellectual Disabilities

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    Health Literacy bezeichnet die Zusammenhänge zwischen Gesundheitsinformationen und deren alltäglicher Beurteilung sowie Anwendung bei gesundheitsbezogenen Entscheidungen. Damit auch ältere Menschen mit geistiger Behinderung Entscheidungen möglichst selbstbestimmt und förderlich für die eigene Gesundheit treffen können, sind Erkenntnisse aus dieser Zielgruppe in Bezug auf Health Literacy dringend erforderlich. Perspektiven älterer Menschen mit geistiger Behinderung wurden in Diskussionen über die Konzeptualisierung von Health Literacy bisher nicht berücksichtigt. Mit der hier vorgestellten Studie soll die Bedeutung des Health Literacy-Konzepts für ältere Menschen mit geistiger Behinderung und deren alltägliche gesundheitsbezogene Lebenswelt exploriert werden. Es wurden 31 qualitative phasendynamische Interviews mit Personen über 50 Jahren geführt und mit dem integrativen Basisverfahren nach KRUSE (2014) analysiert. Hierbei konnten drei Kategorien zum gesundheitsbezogenen Alltag identifiziert werden: Konzepte von Gesundheit und Krankheit, Determinanten von Gesundheit und Krankheit sowie gesundheitsbezogene Sinn- und Relevanzstrukturen. Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Menschen mit geistiger Behinderung spezifische Vorstellungen in Bezug auf Gesundheit und Krankheit entwickelt haben. Für die weitere Forschung und Konzeptentwicklung erweist es sich m.E. als bedeutsam, diese Erkenntnisse in das Health Literacy-Konzept einzuarbeiten und insbesondere auf die Determinanten der einzelnen Gesundheitsstadien einzugehen sowie relevante Aspekte der Lebenswelt von älteren Menschen mit geistiger Behinderung zu integrieren.Health literacy refers to the relationships between health information and its appraising as well as its application to health-related decisions. To ensure that older people with intellectual disabilities be able to make self-determined decisions that are positive for their own health, findings from this group with regard to health literacy are urgently needed. Older people with intellectual disabilities have not been included in discussions concerning the conceptualization of health literacy. The purpose of this study was to explore the importance of the health literacy-concept for older people with intellectual disabilities and their everyday health-related lives. Thirty-one qualitative phase-dynamic interviews were conducted with persons with an intellectual disability of over 50 years (50-81years) and were analyzed with the integrative basic procedure according to KRUSE (2014). Three categories were identified for everyday health: concepts of health and disease, determinants of health and disease, and health-related meaning and relevance structures. The results show that older people with intellectual disabilities have developed specific ideas about health and disease. For further research and concept development, it is essential to incorporate these insights into the health literacy- concept, focusing in particular on the determinants of each stage of health and integrating relevant aspects of the lives of older people with intellectual disabilities

    Encircling Ethnomethodology. Karin Knorr-Cetina in Conversation with Hannes Krämer & René Salomon

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    In dem nachfolgenden Interview spricht Karin KNORR-CETINA über ihre Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit dem Buch "Studies in Ethnomethodology" (GARFINKEL 1967) und dem intellektuellen Umfeld des Buches in den USA sowie in Deutschland. Sie unterscheidet eine orthodoxe ethnomethodologische Linie von einer offeneren Perspektive, die generell die kompetente Hervorbringung alltagsweltlicher Prozesse ernst nimmt und von der Ethnomethodologie (EM) beeinflusst ist, ohne dass die Forschungsperspektive unbedingt so benannt wird. Zugleich diskutiert sie die methodologischen Implikationen der Ethnomethodologie für die qualitative Sozialforschung im Allgemeinen und der Ethnografie im Speziellen. In diesem Zusammenhang identifiziert sie originelle methodologische Annahmen der EM, die sie auch heute noch zu einer aktuellen Forschungsperspektive machen (Alltagsweltlichkeit, Langsamkeit, Anti-Interpretativität). Schließlich verortet KNORR-CETINA die Ethnomethodologie in der Diskussion um neuere Sozialtheorien wie etwa die Praxistheorie.In the following interview, Karin Knorr-Cetina speaks about her experience of and engagement with the book "Studies in Ethnomethodology" (GARFINKEL 1967), and about the book's intellectual environment in the U.S. and in Germany. In doing so, she differentiates an orthodox versus an open understanding of ethnomethodology. Even though the latter may not always be labeled ethnomethodology, it is strongly influenced by this perspective because it focuses on the accomplishments of everyday processes by its competent members. At the same time, she sketches the methodological implications of ethnomethodology for qualitative research in general and ethnography in particular. In this context, KNORR-CETINA identifies original principles of ethnomethodology such as everyday-ness, slowness, and anti-interpretativity, which still make ethnomethodology a relevant research perspective today. Finally, she positions ethnomethodology within current debates in social theory, for example, in relation to practice theory

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