Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Yabancı: An Autoethnography of Migration

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    In diesem Beitrag diskutiere ich meine eigenen Erfahrungen – als weiße Amerikanerin, erfahrene Zweitsprachenlehrerin und Anfängerin bei der Untersuchung erzwungener Migration – als türkische Immigrantin. Für eine reflexive Positionierung bei der Vorbereitung meiner Promotionsstudie über syrische Flüchtlinge befasse ich mich mit den wechselnden Insider- und Outsider-Rollen, die ich selbst in meinem Migrationsprozess erlebt habe und damit, wie sie das Entstehen meiner eigene Forschungsarbeit und die Bildung einer persönlichen und professionellen Identität begleitet haben. Unter Nutzung von BOURDIEUs Theorie des sozialen Kapitals und mittels Vignetten, die während meines ersten Jahres in der Türkei entstanden sind, illustriere ich das tägliche Ringen in Interaktionen mit immer wieder überraschenden Zugangsmöglichkeiten und Exklusionen um soziales und sprachliches Kapital und darum, am Ende ein neues Leben in einem neuen Land zu beginnen. Auf diese Weise versuche ich, die Erfahrung transnationaler Adaptation und Integration nachvollziehbar zu machen aus der Perspektive einer Sprachlehrerin und Sprachelernenden und der einer Migrationsforscherin mit Migrationserfahrung.In this article, I examine my own experience—as a white, American woman, an experienced second language educator, and a novice scholar of forced migration—of becoming an immigrant to Turkey. Approached as a reflexive positionality statement in preparation for my dissertation research with Syrian refugees, I explore my shifting insider and outsider roles and how they inform the evolution of my research design and personal and professional identity. I draw on BOURDIEU's theory of capital and use vignettes from my first year in Turkey to illustrate everyday struggles to navigate interactions through perplexing layers of access and exclusion; to gain social, cultural, and linguistic capital; and, ultimately, to build a life in a new country. In this way, I seek to illuminate the experience of transnational adaptation and integration from the perspective of both a language teacher and learner and a migration scholar and migrant

    Automation of Qualitative Content Analysis: A Proposal

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    Die (Teil-) Automatisierung qualitativer Inhaltsanalyse ist absehbar und technisch bereits in Teilen möglich. Ich skizziere anhand einer von mir durchgeführten qualitativen Inhaltsanalyse eine fiktive Automatisierungslösung, die auch die Datenerhebung und Transkription umfasst. Es handelt sich hierbei um eine Teilautomatisierung, da sie die kontinuierliche Zusammenarbeit von Mensch und Maschine voraussetzt. Wo bereits existent, zeige ich Automatisierungsansätze auf, die sich für die Integration in eine (teil-) automatisierte qualitative Inhaltsanalyse eignen.It is foreseeable that (semi-) automation of qualitative content analysis will soon take place; in fact it is already partially feasible. Based on a qualitative content analysis that I performed, I give an overview of what a semi-automated qualitative content analysis might look like, comprising the additional steps of data collection and transcription. This concept is a semi-automated one since it depends on continuous human-machine interaction. I point out automation approaches that are already in use and seem suitable for advancing the (semi-)automation of qualitative content analysis

    Category Positioning—A Qualitative Content Analysis Approach to Explore the Subjective Importance of a Research Topic Using the Example of the Transition From School to University

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    Mit der Kategorienplatzierung wird im vorliegenden Erfahrungsbericht ein neues qualitativ-inhaltsanalytisches Analyseinstrument für qualitative organisationswissenschaftliche (Hochschul-) Forschungsprojekte vorgestellt, das forschungspraktisch als ergänzende Analyse in die qualitative Inhaltsanalyse implementiert werden kann. Mit dem methodischen Prozedere soll ermittelt werden, welche subjektive Bedeutung Führungskräfte dem Forschungsthema im Vergleich zu weiteren strategischen Themenfeldern beimessen. Durch die Implementierung der Kategorienplatzierung wird die Problematik überwunden, dass die qualitative Inhaltsanalyse von leitfadengestützten Expert_inneninterviews in der Regel mit einer deskriptiven Aufbereitung des Kategoriensystems endet und keinen sorgfältig begründeten Rückschluss auf den subjektiven Stellenwert des Forschungsthemas zulässt. Der Implementierung der zusätzlichen Analyse "Kategorienplatzierung" liegt die erkenntnistheoretische Grundannahme zugrunde, dass aus einer Kombination der fallbezogenen Reihenfolgen und der fallübergreifenden Häufigkeitsnennungen der induktiv inhaltsanalytisch gebildeten Kategorien Rückschlüsse auf die subjektive Bedeutung einzelner Kategorien möglich sind. Forschungspraktisch werden bei diesem methodischen Vorgehen die Frequenzanalysen und die aus der germanistischen Linguistik stammende Analyse der Kategorienabfolge kombiniert. Ich stelle das methodische Prozedere exemplarisch anhand der im Zuge meiner Promotion erfolgten Analyse zum "Übergang Schule-Hochschule innerhalb der Hochschulentwicklungsplanung aus der Hochschulleitungsperspektive" dar.Category positioning is a new methodological procedure for organizational (higher education) research which can be integrated in qualitative content analysis. The objective of this methodological procedure is to ascertain the subjective importance that management members attach to a researcher's topic relative to other strategic topics. Using category positioning, including additional analyses, I try to overcome the problem that usually a coding frame is only identified and described by using qualitative content analysis of guided expert interviews and that this does not exactly reflect the subjective importance of the research topic. During my doctoral studies I developed an approach, where I combined the frequency and the sequencing of the inductive content analysis categories to emphasize the subjective importance of a particular category. Practically, the procedure is a combination of chronological category sequence analysis derived from German linguistics and category frequency analysis. I present the procedure using the analysis of my doctoral studies "The Transition From School to University in University Development Planning From the Perspective of University Management" as a case study

    Quality Management in Large Research Groups Using Qualitative Content Analysis. Challenges and Opportunities in Research Practice Based on the perLen Study

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    Strategien der Qualitätssicherung sind ein vielversprechender und zunehmend beliebter Ansatz zur Qualitätskontrolle in qualitativen Studien. Besonders wichtig sind sie in großen Forschungsgruppen. Am Beispiel der multimethodischen Längsschnittstudie Personalisierte Lernkonzepte in heterogenen Lerngruppen – perLen werden Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Anwendung von Strategien der Qualitätssicherung in qualitativ inhaltsanalytischen Teilstudien untersucht und reflektiert. Dabei zeigt sich, dass günstige Wirkungen auf die Qualität des gesamten Forschungsprozesses und dadurch auf die Ergebnisse zu erwarten sind, wenn Kriterien und Strategien der methodenspezifischen und der methodenübergreifenden Qualitätssicherung kombiniert, Erhebungs- und Auswertungsverfahren aufeinander abgestimmt, ein einheitliches Verfahrens- und Dokumentationssystem etabliert, alle Mitwirkenden mit Instrumenten und Verfahren vertraut gemacht und Qualitätskontrollen nicht nur methodenspezifisch und prozessorientiert, sondern in jedem einzelnen Forschungsschritt integrativ durchgeführt werden. Die hier mit Blick auf die qualitative Inhaltsanalyse beschriebenen Erkenntnisse können in ihren Grundzügen auf Untersuchungen mit anderen qualitativen Methoden übertragen werden und dazu beitragen, die Qualität innerhalb und zwischen den Erhebungszeitpunkten in qualitativen Längsschnittstudien zu sichern und dadurch auch die Aussagekraft multimethodischer Studien zu erhöhen.Implementing strategies of quality management is an increasingly popular and promising approach to assuring quality in qualitative research, especially in research projects involving a large number of researchers. In this contribution we study and reflect on the challenges and opportunities resulting from applying strategies of quality management to qualitative content analysis within the longitudinal research project "Personalized Learning Concepts in Heterogeneous Learning Froups – perLen." We show that positive effects on the quality of the whole research process and therefore on the overall results of the study can be expected when methods of data collection and analysis as well as application and documentation systems are coordinated, when all persons involved are acquainted with the research tools and their implementation, and when the quality checks conducted are not only specific to the method employed and process-oriented, but also integrated into in every single phase of the research project. The findings described here are based on a study using qualitative content analysis but can, in general, also be applied to research projects involving different qualitative research methods. This could contribute to enhancing quality within and between data collection points in longitudinal research projects and thus also the validity of multi-method research projects as a whole

    Hidden Stories in Monologues

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    In diesem Beitrag zeigen wir, wie in Monologen verborgene Geschichten zu einem spezifischen Thema identifiziert werden können. Unter verborgenen Geschichten verstehen wir lebensgeschichtliche Erzählungen, die für Rezipient/innen nur indirekt – über Schlüsse aus linguistischen Sprachregeln – zugänglich sind . Die von uns vorgeschlagene Vorgehensweise beinhaltet vier Schritte: 1. Vorbereitung durch Aufzeichnung und Transkription des Monologs, 2. Isolation und Analyse linguistischer und/oder narrationstheoretischer "falscher Monologelemente, 3. Schlussfolgerungen über verborgene Inhalte entlang der Fehlerelemente und ihrer Kontexte und 4. Formulierung der verborgenen Geschichte. Wir fokussieren dabei insbesondere Mechanismen von linguistischer und narrativer Unterscheidbarkeit von Monologelementen und beschreiben Schritt für Schritt die Anwendung unserer Verfahrensvorschläge.In this article, we present a procedure for isolating a hidden story from a monologue on an assigned topic. We define a hidden story as a story about the author's own life, accessible to the recipient of a monologue indirectly—by inference—on the basis of the rules of language use, verifiable in linguistics and literary theory. The procedure involves four stages: 1. preparing the recording and transcription of a monologue; 2. isolating and analyzing linguistically and/or narratively out-of-key elements in a monologue; 3. making a conclusion about hidden content on the basis of out-of-key elements and their contexts; 4. formulating a hidden story. We focus mainly on explaining the mechanisms of linguistic and narrative distinguishability of elements in a monologue, and describing, "step by step," consecutive stages of the procedure

    Practical Problems of Archiving Semi-Structured Interviews

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    Die Forschungspolitik erwartet zunehmend, dass auch qualitative sozialwissenschaftliche Daten archiviert und für die Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden. Es mangelt jedoch an empirischen Analysen zu den forschungspraktischen Möglichkeiten und Folgen einer Archivierung. Mit unserem Beitrag adressieren wir diese Lücke. Wir stellen einen gescheiterten Archivierungsversuch von leitfadengestützten Interviews in einem wissenschaftssoziologischen Projekt vor, der durch die Forderung des Forschungsförderers nach der Bereitstellung der Daten für eine Nachnutzung veranlasst wurde. Wir rekonstruieren alle Entscheidungsprozesse, die zur Vorbereitung der Datenarchivierung getroffen wurden. Wir mussten entscheiden, ob und in welcher Form Daten archiviert werden sollen, wie das Prinzip der informierten Einwilligung realisiert wird, wie wir die Einwilligung der Interviewten einholen, wie wir die Interviews anonymisieren und wie Kontextinformationen bereitgestellt werden. Unsere Analyse zeigt, dass die Erfordernisse des Datenschutzes und der Forschungsethik zu unüberwindbaren forschungspraktischen Problemen führen können, die einer Archivierung von qualitativen Daten entgegenstehen. Solche Probleme treten auch in anderen Gebieten der Soziologie auf.Research policy increasingly expects qualitative social science data to be archived and made available for reuse. However, there is a lack of empirical analyses of the practical possibilities and consequences of archiving. With our contribution we address this gap. We present a failed archiving attempt of semi-structured interviews in a sociology of science project, prompted by the request of the funding agency to provide the data for reuse. We reconstruct all decision-making processes that were made to prepare the data archiving. We had to decide whether and in what form data should be archived, how the principle of informed consent is realized, how we obtain the consent of the interviewee, how we anonymise the interviews and how context information is provided. Our analysis shows that the requirements of data protection and research ethics can lead to insurmountable research-practical problems that stand in the way of archiving qualitative data. Such problems also occur in other areas of sociology

    Language Portraits: Investigating Embodied Multilingual and Multimodal Repertoires

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    In diesem Beitrag befassen wir uns mit der Nutzung von Sprachportraits (SP) als einer Methodik zur Untersuchung körperlicher multilingualer Repertoires von Menschen, die sowohl Laut- als auch Gebärdensprachen verwenden. Hierzu ziehen wir Ergebnisse aus zwei Studien heran, in denen die meisten Teilnehmenden taub waren; nur in einer Studie nahmen auch Hörende teil. Unser Beitrag ist insoweit methodologisch, als wir zu zeigen versuchen, dass die Erforschung linguistischer Repertoire durch die multimodalen Aspekte der SP grundlegend erneuert werden kann. Indem wir Modalitäten (Sprechen, Gebärden, Schreiben) und Sprachen differenzieren und mittels der SP abzubilden versuchen, können multimodale Sprachen sehr viel expliziter adressiert werden als in früheren Studien. Während spezifische Gebärden in den SP lokalisiert wurden, haben einige Teilnehmende ihre Körper in ihren gebärdeten Erzählungen buchstäblich abgebildet, sodass Sprachportraits zugleich Darstellung und Wirklichkeit bedeuteten. Wir gehen davon aus, dass die Untersuchung von Körpersprachen (Gebärden, Gesten, Zeigen) in den verbalen Narrationen, die die Gestaltung der SP begleiten, wesentlich zu zusätzlichem analytischen Wissen beitragen.In this article, we discuss the use of language portraits (LP) as a research method to investigate the embodied multilingual repertoires of people who use both spoken and signed languages. Our discussion is based on two studies in which most participants were deaf (one study also included hearing participants). We primarily offer a methodological contribution to the discussion around LP, since we argue that the study of linguistic repertoires of signers takes the multimodal aspect of the method to a new level. Indeed, by separating modalities (speech, signing, writing), grouping languages in different ways, and mapping them on the LP, the LP discussed in this article represent multimodal languaging more explicitly than in previous studies. Furthermore, by locating particular signs on the LP, several participants literally mapped their body when signing and gesturing in their narratives, thus performing and becoming their language portrait. We suggest that the study of body language (signing/gesturing/pointing) in the verbal narrations accompanying the LP thus expands the multimodal aspect of the analysis of LP

    Qualitative Content Analysis in Research on Qualification Requirements. An Example of the Analysis of Situational Demands in Didactics

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    <p >Es wird über ein Forschungsprojekt berichtet, in dem eine strukturierende qualitative Inhaltsanalyse in Anlehnung an STEIGLEDER (2008) zur Überarbeitung theoretisch entwickelter Kategorien von Anforderungssituationen didaktischen Handelns eingesetzt wurde. Mit dem Ziel der induktiven Überarbeitung und Ergänzung des Kategoriensystems wurde ein heterogener Datenkorpus aus Interviewtranskripten sowie handlungsnäheren Dokumenten (Moodle-Kursarchive mit Besprechungsprotokollen, Forendiskussionen u.a. aus dem didaktischen Handlungsprozess selbst) analysiert. Zentrale Herausforderungen waren dabei 1. der Umgang mit den verschiedenen Daten- und Dokumenttypen sowie 2. die Interpretation von Mehrfachkodierungen mit der Zielsetzung der Unterscheidung zwischen problematischen Überschneidungen von Situationskategorien einerseits und andererseits Überschneidungen, die spezifische Charakteristika der jeweiligen Handlungssituationen dokumentieren. In Bezug auf die verschiedenen Daten- und Dokumenttypen wird dabei vor allem die Frage der Identifikation von inhaltlichen bzw. formalen Kodiereinheiten in den handlungsnäheren Dokumenttypen behandelt. Im Hinblick auf die Frage des Umgangs mit Mehrfachkodierungen wird die Möglichkeit der Unterscheidung verschiedener Formen von Mehrfachkodierungen erörtert, die unterschiedliche Folgen für die Überarbeitung des Kategoriensystems haben können. Damit wird für die regelgeleitete und nachvollziehbare empirische Überarbeitung von theoretisch entwickelten Kategoriensystemen eine methodische Spezifizierung der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse dargestellt.In this article I present methodical challenges of a research project in which a structuring qualitative content analysis based on STEIGLEDER (2008) was used to revise theoretically-developed categories of didactical situations. With the aim of inductive revision and supplementation of the category system, heterogeneous data was analyzed. The data included interview transcripts as well as action-related documents like archives of Moodle courses with meeting protocols or discussion forums from the process of didactical planning and teaching itself. There were two key challenges: 1. dealing with the various data and document types, and 2. the interpretation of multiple codings with the aim of distinguishing problematic overlaps of categories from overlaps that reflect specific characteristics of the respective action situations. With regard to the various types of data, the question of identifying coding units—as meaning units or formal coding units—in the action-related documents is discussed. Concerning multiple codings, I show the possibility of distinguishing between different forms of and reasons for multiple codings that can have different consequences for the revision of the coding frame. Thus, I propose a methodological specification of structuring qualitative content analysis in order to allow for rule-based and comprehensible ways of revising theory-based coding frames

    The Discovery of Causal Mechanisms: Extractive Qualitative Content Analysis as a Tool for Process Tracing

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    Wir möchten mit diesem Artikel zur methodologischen Diskussion über die Eignung qualitativer Methoden für spezifische Zwecke beitragen, indem wir die Rolle der extrahierenden qualitativen Inhaltsanalyse in der Entdeckung kausaler Mechanismen diskutieren. Die empirische Identifizierung kausaler Mechanismen wird in der methodologischen Literatur als Process Tracing bezeichnet. Allerdings wird die Literatur durch die Idee dominiert, Process Tracing würde das Vorhandensein eines hypothetischen Mechanismus testen. Wir betonen dagegen die Entdeckung kausaler Mechanismen auf der Basis einer kausalen Rekonstruktion, wie sie von MAYNTZ (2009 [2002], 2016) vorgeschlagen wurde. Wir identifizieren die extrahierende qualitative Inhaltsanalyse als eine distinkte qualitative Methode und spezifizieren ihr Ergebnis als eine strukturierte Informationsbasis, die für die Rekonstruktion sozialer Situationen und Prozesse genutzt werden kann. Eine solche Informationsbasis ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Kausalanalyse. Wir demonstrieren die Rolle der extrahierenden qualitativen Inhaltsanalyse an einer empirischen Studie von LAUDEL und BIELICK (2018), in der die Mechanismen identifiziert wurden, die zur Entstehung individueller Forschungsprogramme von Nachwuchswissenschaftler_innen führen.With this article, we seek to contribute to the methodological discussion about the fit of qualitative methods for specific purposes by examining the role that extractive qualitative content analysis (EQCA) can play in the discovery of causal mechanisms. The methodological literature on the empirical identification of causal mechanisms (an approach called process tracing) has been dominated by the idea of empirically testing the presence of hypothesized mechanisms. We argue for the discovery of causal mechanisms on the basis of causal reconstruction as suggested by MAYNTZ (2009 [2002], 2016). We establish EQCA as a distinct qualitative method and specify its outcome—namely, a structured information base that can be used for the reconstruction of social situations and processes. Such an information base is an important source for causal analysis. We demonstrate the role of EQCA in process tracing with an empirical study by LAUDEL and BIELICK (2018), who discovered the mechanisms that produce individual research programs of early career researchers

    Understanding a Dispute About Ethnomethodology: Watson and Sharrock's Response to Atkinson's "Critical Review"

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    Seit ihren Anfängen war die Ethnomethodologie, ausgehend sowohl von externen Kommentaren als auch von internen Spaltungen, Gegenstand aufeinanderfolgender Dispute. Externe Kommentare wurden zumeist als grobe Missverständnisse über den Charakter der Ethnomethodologie zurückgewiesen, und diese Missverständnisse waren meist recht offensichtlich. In diesem Beitrag befasse ich mich mit einem eher unbekannteren Fall, bei dem ein externer Kommentar – der "Critical Review" von Paul ATKINSON – ein beachtliches Verstehen und auch eine Wertschätzung ethnomethodologischer Arbeit beinhaltete und – jenseits der Kritiken – Argumente für die Fruchtbarkeit der Kombination ethnomethodologischer und ethnografischer Elemente erbrachte. Zusätzlich bestanden Bezüge zu einigen internen Auseinandersetzungen. Dennoch erfuhr der "Critical Review" eine scharfe Zurückweisung, da Ethnomethodologie sich grundsätzlich von der "konstruktiven Analyse" unterscheide, die für die konventionelle Ethnografie im Besonderen und qualitative Forschung im Allgemeinen charakteristisch sei. Die auf beiden Seiten vertretenen Argumente machen diesen Disput besonders erhellend.Since its emergence, ethnomethodology has been subject to a succession of disputes, prompted both by external commentaries and by internal divisions. Often, the external commentaries have been rejected as displaying gross misconceptions about the character of ethnomethodology, and these misconceptions have frequently been all too evident. In this article I examine a less well-known case where the external commentary—a "critical review" by Paul ATKINSON—displayed considerable understanding of, and indeed appreciation for, ethnomethodological work; albeit alongside some criticism, and an argument for the fruitfulness of combining elements of ethnography and ethnomethodology. It also connected with some disputes internal to ethnomethodology. The response to this review was, nevertheless, sharp rejection. This was on the grounds that ethnomethodology is fundamentally different from the "constructive analysis" characteristic of conventional ethnography, and qualitative research more generally. The arguments on each side make this a particularly illuminating dispute

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