Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Image Clusters. A Hermeneutical Perspective on Changes to a Social Function of Photography

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    Die Vielzahl möglicher sozialer Gebrauchsweisen der Fotografie ist beträchtlich. Das vorliegend dargestellte hermeneutische Verfahren der Bildclusteranalyse bezieht sich auf eine vergleichsweise neuartige Form der Verwendung und des Verständnisses der Fotografie: auf ihre digitale Montage zu komplexen Bildzusammenstellungen und auf die Präsentation solcher Bildzusammenstellungen in technisierten Umgebungen des sozialen Austauschs. Im methodischen Zentrum des Verfahrens steht 1. die figurative Analyse der Kompositionsprinzipien jeweiliger Bildzusammenstellungen, d.h. ihres Ausdruckssinns. Erweitert und ergänzt wird diese ideografische Perspektive 2. durch die Untersuchung der Struktur des medialen Wahrnehmungs- und Handlungsraumes jeweiliger Bildcluster sowie der Beobachtungs- und Erkenntnisstile, die sie prädizieren. Methodologisch gesehen stützt sich das Verfahren auf die Annahme, dass das für ikonische Bildcluster konstitutive "Spiel" (WITTGENSTEIN) mit Ähnlichkeitsbeziehungen und Differenzverhältnissen keine medientechnische Erfindung ist, sondern seine anthropologische Grundlage und primäre soziale Ausprägung in der Körpersprache des Menschen und den feinen Unterschieden der sozialen Distinktion findet. Dementsprechend wird die Fotografie in rezenten Bildclustern nicht mehr notwendig als Abbildung oder Dokument lebensweltlicher Begebenheiten verstanden, sondern, so die These, verstärkt als kollektiv geteiltes Ausdrucksmittel, das immer wieder zu neuen Ausdrucksfiguren zusammengestellt werden kann – das also eine dezidiert idiomatische Qualität erlangt.Photography can be used for a wide variety of social functions. The hermeneutic method of image cluster analysis presented deals with a comparatively new social use and understanding of photography: as digital montage forming intricate compilations. At the methodological heart of this approach is the 1. figurative analysis of the compositional principles of particular image compilations, i.e., their expressive meaning. This ideographic perspective is expanded and supplemented by 2. investigating the structure of the mediated field of perception and action of each image cluster, as well as the styles of observing and knowing that they predicate. Methodologically speaking, the approach relies on an assumption that far from being an invention of technological media, the "game" (WITTGENSTEIN) which is constitutive of iconic image clusters, complete with relationships of similarity and difference, has its anthropological basis and primary social expression in people's body language and in minor social distinctions. According to this hypothesis, in recent image clusters photography is no longer necessarily understood as depicting or documenting occurrences in the lifeworld, but is instead consolidated as a collectively shared means of expression which can be repeatedly recombined to form new figures of expression—in other words, it achieves a decidedly idiomatic quality

    Architectural Resistance. On the Perspective of a Practice-Theoretical, Pragmatist Sociology of Architecture

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    Inwiefern kann die Wirksamkeit von Architektur in sozialen Praktiken bestimmt werden? Im Beitrag wird die methodische Herausforderung, praktisches Wissen im Umgang mit der gebauten Umgebung im Alltag zu analysieren, zentral gestellt und mit der Verbindung von praxistheoretischen und pragmatistischen Ansätzen ein Vorschlag gemacht, diese theoretisch zu fassen. Basierend auf einer ethnografischen Studie zur Architekturerfahrung im Arbeitsalltag wird die Erfahrung architektonischer Widerständigkeit systematisiert. Dabei zeigen sich zwei Dimensionen von Erfahrung als wesentliche Grundlage eines praktischen Wissens von Architektur: Zum einen ist es die situative Dynamisierung von Arbeitsabläufen durch Irritationen oder Störungen (der verbauten Sicht, der übertönenden Akustik), die eine Anpassung eingeübter Handlungsabfolgen erfordert, zum anderen sind es die gleichförmigen und routinierten Affekte alltäglicher Praktiken, die in der Form des beiläufig Angenehmen oder beiläufig Unangenehmen im Arbeitsalltag auftreten. Es handelt sich um einen empirischen Beitrag für eine praxistheoretische Diskussion von Architektur am Arbeitsplatz.How deep is the impact of architecture in social practices and how can this be analyzed? In this contribution, the methodological question of reconstructing practical knowledge in dealing with the built environment in everyday life is the central focus. By combining practice-theoretical and pragmatic approaches, a proposal is made to summarize this theoretically. Based on an ethnographic study of architectural experience in everyday working life, two dimensions of experience are revealed as the essential basis for a practical knowledge of architecture: first, the situational dynamization of work processes through irritations or disturbances (the obstructed view, the drowning out acoustics), which requires an adaptation of practiced sequences of action; second, it is the uniform and routine affect of everyday practice that appears in the casually pleasant or casually unpleasant in everyday work. This is an empirical contribution to a practical-theoretical discussion of architecture in the workplace

    Continuities and Discontinuities. A Methodological Reflection on Sociological Analyses of Time in Multigenerational Family Interviews

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    Auf der Basis ausgewählter, insbesondere für biografische Zugänge fruchtbarer Zeitdimensionen werden in diesem Beitrag an einem Fallbeispiel aus der eigenen Forschung – methodisch anhand von Familieninterviews mit mehreren Generationen – zunächst zwei Fragen ausgelotet. Erstens wird exemplarisch gezeigt, wie sich durch die heuristische Berücksichtigung zeitlicher Dimensionen Aufschlüsse über zentrale Linien der Forschungsfrage – zur Statusreproduktion in Familien – erzielen lassen. Zweitens wird nachgezeichnet, wie familiale Zeitbezüge im Interview durch die Beteiligten überhaupt erst ausgehandelt bzw. hergestellt werden. Im darauffolgenden Schritt wird über das Beispiel hinaus diskutiert, welche spezifischen Möglichkeiten und Grenzen zeitsoziologischer Analyse Familieninterviews im Vergleich zu anderen Erhebungsverfahren qualitativer verbaler sowie nonverbaler Daten insbesondere, aber nicht ausschließlich im biografischen Kontext aufweisen.Based on sociological analyses of "time" using biographical approaches in family interviews with three generations, I primarily investigate two questions using a case study from the own research in this article. First, I show how information about central aspects of the research issue—namely the reproduction of status in families—can be provided by the heuristic consideration of temporal dimensions. Second, it is traced how familial references to time are negotiated and in the first place established by the participants in the interview. Finally, I discuss the specific opportunities and limits of sociological analysis of time, using family interviews, compared with other kinds of data collection (qualitative verbal and non-verbal data), especially but not exclusively in a biographical research context

    Qualitative Content Analyses and Grounded Theory Methodologies in Comparison: Variants and Profiles of the "Instructionality" of Qualitative Methods for Data Analysis

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    In diesem Beitrag vergleichen wir Varianten der qualitativen Inhaltsanalyse (QIA) und der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) im Hinblick auf ein Charakteristikum, das wir als Instruktionalität der jeweiligen Verfahrensbeschreibungen bezeichnen. Wir verstehen dabei Instruktionalität als ein Konzept, das sich durch die dimensionalen Eigenschaften Präzision und Präskriptivität charakterisieren lässt. Beide Dimensionen können bei qualitativen Verfahren jeweils hoch/stark oder niedrig/schwach ausgeprägt sein. Im Vergleich erweist sich die QIA überwiegend als ein präziseres und stärker präskriptives Verfahren als die GTM. Neuere Lehrbücher bzw. deren Autor_innen vertreten Varianten einer QIA, die – verglichen mit früheren Darstellungen – weniger präskriptiv sind, vor allem im Hinblick auf Variationsmöglichkeiten in der Ausgestaltung der einzelnen Handlungsschritte. Gründe für die verschiedenen Instruktionalitätsprofile der qualitativen Verfahren sehen wir in ihren unterschiedlichen Entstehungsbedingungen, in unterschiedlichen Ansätzen bei der Ausbildung von Noviz_innen in qualitativer Forschung und in unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Frage der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit und Konsistenz der Ergebnisse. Da sich QIA und GTM hinsichtlich ihrer Instruktionalitätsprofile unterscheiden, sollte bei der Beschreibung von Hybridmethoden mit Bausteinen aus beiden Forschungsansätzen die Instruktionalität des daraus resultierenden Verfahrens reflektiert werden.In this article, we compare variants of qualitative content analysis (QCA) and grounded theory methodology (GTM) with respect to a characteristic that we call the instructionality of the respective description of the approach. We understand instructionality as a concept that we characterize by the dimensional properties of precision and prescriptiveness. In qualitative methods, each of the dimensions can be pronounced high/strong or low/weak. In comparison, QCA proves to be a more precise and more prescriptive method than GTM. In newer textbooks, variants of QCA are represented that are—compared to previous representations—less prescriptive, in particular with regard to possible variations in the execution of the individual steps of action. We see reasons for the different instructionality profiles of qualitative methods in their different conditions of origin, in their different methods for the training of novices in qualitative research and in different approaches to the question of intersubjective comprehensibility and consistency of its results. Since QCA and GTM differ with regard to their instructionality profiles, the description of hybrid methods with building blocks from both research approaches should reflect the instructionality of the resulting method

    Epistemological Breaks in the Methodology of Social Research: Rupture and the Artifice of Technique

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    Es wurde häufig darauf verwiesen, dass BACHELARDs gegenintuitive Orientierung mit Blick auf wissenschaftliche Forschung und sein Insistieren auf relationalem Anti-Essenzialismus erhebliche Implikationen für die sozialwissenschaftliche Methodologie hat. Die Frage ist, welche Konsequenzen dies für die aktuelle Forschungspraxis haben kann. In unserem Beitrag geben wir die pragmatische Antwort, die Nutzung essenzialistischer Kategorien so gewissenhaft wie möglich zu vermeiden. Ausgehend von unserer BACHELARD- Rezeption nehmen wir an, dass eine produktive Praxis einer methodologischen Handwerkskunst bedarf, die sich von selbst-evidenter Forschung fernhält und dabei zugleich deren Ossifikation in Theorie vermeidet. Aus unserer Perspektive sind kontinuierliche Brüche und Restrukturierungen im Denken unbedingt erforderlich, werden aber in der Sozialforschung zumeist vernachlässigt; oft einfach schon deshalb, weil eine brauchbare Technologie fehlt. Anschließend an die Arbeiten von DOWLING (1998, 2009, 2013) unterbreiten wir einen Vorschlag hierfür, indem wir eine schematische Technologie, einmal wöchentlich etablierte Kategorien zu hinterfragen (BECKERs Devianzklassifikation), mit einem relationalen Ansatz kontrastieren, der die erforderliche "Handwerkskunst" bewahrt (und de facto eher konsistent ist mit BECKERs eigenem pragmatischen Projekt). Wir illustrieren dies am empirischen Beispiel des Teilens digitaler Dateien.As has often been noted, BACHELARD's counter-intuitive orientation to scientific inquiry, with its rationalizing insistence on relational anti-essentialism, has profound implications for social research methodology. The question remains how this orientation might inform the actual practice of research. In this article we present a pragmatic response, one that emphasizes the need to scrupulously avoid the use of essentialized categories. Doing so involves much work and constant vigilance, for which technique is an absolute requirement. Our reading of BACHELARD therefore insists that productive research requires the artifice of a methodological technology that wrenches research from self-evidence whilst avoiding its ossification in theory. We argue that this continuous disruption and rebuilding of forms of thought is necessary but often neglected in social research; often simply because suitable technology is unavailable. By developing work by DOWLING (1998, 2009, 2013), we then suggest one that is. This is demonstrated by contrasting a diagrammatic technology known for only breaking weakly with established categories—BECKER's classification of deviance—with a relational space that achieves the rational artifice required (one in fact more consistent with BECKER's own pragmatic project). The value of the artifice a relational space achieves is then illustrated in the empirical context of digital file-sharing

    The Potential of Qualitative Content Analysis for Empirical Educational Research

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    Wissenschaftler_innen, die empirische Studien im Bildungsbereich durchführen, stehen einem komplexen Forschungsfeld gegenüber, das aus unterschiedlichen Perspektiven sowie mit vielfältigen methodischen Zugängen zu bearbeiten ist. Eine speziell in der empirischen Bildungsforschung häufig angewandte und geeignete Auswertungsmethode ist die von Philipp MAYRING (1983, 2015) entwickelte qualitative Inhaltsanalyse. Sie kann für induktive und deduktive Analysestrategien verwendet werden. Insbesondere wird sie in Studien genutzt, die eine Kombination qualitativer und quantitativer Analysen speziell im Sinne von Mixed-Methods-Ansätzen (CRESWELL 2015) anstreben. Diese werden seit geraumer Zeit intensiv in der empirischen Bildungsforschung diskutiert (GLÄSER-ZIKUDA, SEIDEL, ROHLFS, GRÖSCHNER & ZIEGELBAUER 2012; HAGENAUER & GLÄSER-ZIKUDA 2019; MAYRING & GLÄSER-ZIKUDA 2008). In diesem Beitrag diskutieren wir die qualitative Inhaltsanalyse hinsichtlich ihres Potenzials für die empirische Bildungsforschung, indem wir einen Überblick über die Grundlagen der Methode geben und ausgewählte Forschungsbeispiele vorstellen. Wir gehen dabei auch kurz auf die Möglichkeiten und die Bedeutung digital unterstützter Datenanalyse ein und beschreiben ausgewählte Software. Abschließend werden Chancen sowie Herausforderungen der Anwendung qualitativer Inhaltsanalyse mit Blick auf Mixed-Method-Designs in der empirischen Bildungsforschung diskutiert.Researchers carrying out empirical studies in education are faced with complex and multifaceted phenomena that need to be investigated from different perspectives and with various methodological approaches. A suitable, often-applied method in empirical educational research is qualitative content analysis (QCA), developed by Philipp MAYRING (1983, 2015). This method can be used for inductive and deductive strategies of analysis, and is appropriate for combining qualitative and quantitative analyses, especially for research strategies based on mixed methods approaches (CRESWELL, 2015), which have for several years now been extensively discussed in empirical educational research (GLÄSER-ZIKUDA, SEIDEL, ROHLFS, GRÖSCHNER & ZIEGELBAUER, 2012; HAGENAUER & GLÄSER-ZIKUDA, 2019; MAYRING & GLÄSER-ZIKUDA, 2008). In this article, we discuss the potential of QCA for empirical educational research by giving insights into the basics of analysis and by providing research examples. We also briefly address the relevance of digitally supported analysis and describe specific software packages. Finally, we discuss the potential and challenges of applying QCA within mixed methods designs in the field of empirical educational research

    The Role(s) of Qualitative Content Analysis in Mixed Methods Research Designs

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    Betrachtet man Mixed-Methods-Designs (MMD) aus einer methodologischen Perspektive, zeigt sich eine Entwicklung, die von anfänglich eher einfachen Untersuchungsplänen hin zu komplexen und vielschichtigen Rahmenkonzepten reicht. Mit Blick auf die qualitativen Untersuchungsstränge von MMD scheint die qualitative Inhaltsanalyse (QIA) die zentrale Methode für die Untersuchung nicht-numerischer Daten zu sein, was ihren vielseitigen Funktionen zugeschrieben werden kann.Vor diesem Hintergrund beschreiben und analysieren wir in unserem Beitrag die Rollen der QIA in unterschiedlichen MMD. Hierfür skizzieren wir zuerst die Einordnung der QIA in ein spezifisches methodologisches Rahmenkonzept des MMR-Diskurses, das sich aus drei hierarchisch geordneten Ebenen zusammensetzt. Dem folgt eine Beschreibung ausgewählter MMDs und der jeweiligen Funktionen, die die QIA darin einnimmt. Im dritten Abschnitt präsentieren wir drei Studien aus der Erziehungs- und Sportwissenschaft, anhand derer die unterschiedlichen Rollen der QIA illustriert werden, die zwischen Dominanz und Unterordnung angesiedelt und folglich auch jeweils anders begründet werden können. Abschließend formulieren wir Schlussfolgerungen über die Rolle der QIA in der MMD-Debatte.When discussing mixed methods research from a methodological point of view, it must be acknowledged that they have been developed from rather simple research designs to complex and multilayered frameworks in which qualitative content analysis (QCA) is seemingly a key method for analyzing non-numeric data. This can be attributed to the versatile procedures and functions for which QCA can be used.Against this background, we describe and analyze the roles of QCA within different advanced mixed methods designs. First, we outline the implementation of QCA within a typical methodological framework, which consists of three hierarchical layers. Second, mixed methods research designs and the role of QCA in several design types are characterized. Third, three design types stemming from studies from educational sciences and sports science are presented. With these three elements, we demonstrate that QCA can be used in different roles ranging from dominance to subordination, thus implementing different rationales. Finally, we formulate some conclusions and suggestions for further research

    Qualitative Content Analysis and Historical Research

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    In diesem Artikel beschreibe ich, wie qualitative Inhaltsanalyse für ein historisches Forschungsprojekt mit einer großen Textmenge nutzbar gemacht werden kann. Ich beziehe mich hierbei exemplarisch auf das methodische Vorgehen in meiner Dissertation, in der ich das Verhältnis von frühen Theorieansätzen Sozialer Arbeit zu sozialen Bewegungen beschreibe. Ausgehend von einem systemtheoretischen Beobachtungsstandpunkt betrachte ich diese Theorieansätze als Kommunikationssysteme, die sich mittels ihrer systemeigenen Semantik charakterisieren und vergleichen lassen. Die Systemsemantik rekonstruiere ich anhand der Verwendung der Begriffe "Volk" und "Nation" in Zeitschriften der historischen Arbeiter_innen-, Frauen- und Jugendbewegung sowie in Texten von Herman NOHL, Alice SALOMON sowie Carl MENNICKE, die als klassische Theoretiker_innen der Sozialen Arbeit gelten. Hierzu kombiniere ich die qualitative Inhaltsanalyse mit quantitativen Verfahren sowie mit Methoden zur Rekonstruktion von Begriffssemantiken. In diesem Artikel beschreibe ich Vorgehensweise, Umsetzung und Herausforderungen der Forschungspraxis.In this article I discuss how qualitative content analysis can be used in historical research projects with a large amount of text. As an exemplary application I describe the methodical approach I use in my PhD research, which is about the relationships between early theories of social work and social movements. From a system theoretical point of view, I consider social movements and theories of social work as systems of communications, which can be described and compared according to their specific semantics. I reconstruct these semantics by analyzing how the words "Nation" and "Volk" are used in magazines of the labor movement, the youth movement and women's liberation on the one hand and the theories of Alice SALOMON, Herman NOHL and Carl MENNICKE on the other hand. Therefore I combine techniques of qualitative content analysis with quantitative approaches as well as methods of reconstructing concepts of meanings. In this article, I describe the methodology of my thesis, its implementation, and challenges in research practice

    Narrative and Frame Analysis: Disentangling and Refining Two Close Relatives by Means of a Large Infrastructural Technology Case

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    In der sozialwissenschaftlichen Literatur werden die Konzepte Narrative und Frame zumeist nicht trennscharf verwendet. Für uns ist es jedoch nicht nur konzeptuell unpräzise, beide Begriffe auswechselbar zu nutzen, sondern wir gehen auch davon aus, dass die jeweiligen Analysen unterschiedliche Wissensarten produzieren. Eine systematische Trennung sowie ein Vergleich und eine Verfeinerung beider Begriffe benötigt einen Rahmen, der auf denselben Fall angewandt wird. Wir illustrieren dies am Fall eines großen, infrastrukturellen Küstenschutzprojekts. Im Ergebnis besteht ein zentraler Unterschied zwischen Narrative und Frame in der Situiertheit auf unterschiedlichen Ebenen: Frames verweisen auf Akteur*innenperspektiven, Narratives auf deren Produkte. Als Ausdrucksmittel der eigenen Perspektive lokalisieren wir Storytelling als die konzeptuelle Verbindung zwischen Narrative und Frame. Gleichzeitig ist das Konzept des Storytelling der Ursprung der konzeptuellen Verwirrung. Mittels des von uns vorgestellten Vergleichsrahmens verdeutlichen wir den terminologischen Gebrauch und eine informierte Methodenwahl je nach gewünschter Wissensart. Mithilfe dieses klareren terminologischen Verständnisses regen wir Forscher*innen an, ihre Methodenwahl von den Anforderungen und Eigenarten des spezifischen Forschungsinteresses und des Forschungskontexts abhängig zu machen. In diesem Sinne sollte unser Vergleichsrahmen als Heuristik gesehen werden und nicht als ein deduktiver Verfahrensvorschlag.Social science literature frequently conflates the concepts "narrative" and "frame." We argue not only that using the terms interchangeably is conceptually imprecise but also that analyses based on them actually produce different kinds of knowledge. A systematic disentanglement, contrast and refinement of both concepts benefits from a comparative framework applied to the same case. We provide both. The illustrative case is a large infrastructural coastal management project. The key difference between narratives and frames turns out to be on the respective scale level: frames are actors' perspectives, whereas narratives are the expressed products of those perspectives. Being the mode of expression of one's perspective, we pinpoint "storytelling" as the link between narratives and framing and the origin of the conceptual confusion. Our framework clarifies the terminological usage and enables an informed method choice based on the desired kind of knowledge. With this clearer terminological understanding in mind, we encourage researchers to let the requirements and idiosyncrasies of their specific research interest and context inform their methods choice and to view the comparative framework as a heuristic rather than a deductive scheme

    Qualitative Content Analysis in Health Science. Results of a Systematic Review

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    Die qualitative Inhaltsanalyse (QIA) gehört in Deutschland zu den am häufigsten verwendeten qualitativen Analysestrategien. Doch die qualitativ inhaltsanalytische Forschungspraxis wird unter erkenntnistheoretischen und methodologischen Gesichtspunkten zunehmend kritisch diskutiert. In dem vorliegenden Artikel berichten wir über den Einsatz und die Anwendung der QIA in den Gesundheitswissenschaften. Dazu werden die Ergebnisse eines systematischen Reviews über die Praxis qualitativer Inhaltsanalyse anhand von Peer-Review- Artikeln einschlägiger Fachzeitschriften vorgestellt und erörtert. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wird die Frage diskutiert, wie in der Forschungspraxis der Gesundheitswissenschaften das Wort qualitativ in der Anwendung der QIA gedeutet und umgesetzt wird. Dabei reflektieren wir auch die Passung zwischen Datenerhebung und Auswertung, berücksichtigen die Güte der Analyse und diskutieren typische Merkmale qualitativer Forschung.Qualitative content analysis (QCA) is one of the most commonly used qualitative analysis strategies in Germany. However, the practice of QCA is increasingly critically discussed under epistemological and methodological aspects. In this article, the use and application of QCA in health sciences are empirically examined. For this purpose, the results of a systematic review of the practice of QCA are discussed using peer-reviewed articles from relevant journals with a focus on health sciences. Based on the findings we further explore how the word qualitative in QCA is interpreted and implemented in the research practice of the health sciences. We also reflect the fit between data collection and evaluation, consider the quality of the analysis and discuss typical features of qualitative research

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