Forum Qualitative Sozialforschung (Forum: Qualitative Social Research)
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    Creating Space by Spreading Atmospheres: Protest Movements From a Phenomenological Perspective

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    Wie konstituieren sich Räume über soziale Handlungen und wie konstituieren sie soziale Handlungen? Wir gehen dieser Fragestellung in unserem Beitrag nach und untersuchen, wie sich Protestierende Räume aneignen, indem sie Straßen und öffentliche Gebäude besetzen und bestimmte Atmosphären erzeugen und verbreiten. Das phänomenologische Konzept der Sinnprovinzen von Alfred SCHÜTZ nutzen wir als heuristisches Mittel, um die Vielfalt von Protestatmosphären mit ihren räumlichen, affektiven und epistemischen Dimensionen zu erfassen. Aus dieser Perspektive beschreiben wir Proteste in Südafrika und Senegal, wo "Straße" und Medien aufeinandertreffen. Unser Forschungsmaterial umfasst Dokumente, Tweets, online gesammeltes Videomaterial und ethnografische Interviews. In unserer Analyse geht es insbesondere darum aufzuzeigen, wie verkörperte Praktiken bestimmte Sinnprovinzen und Protestatmosphären produzieren und welche Rolle dabei Praktiken sozialer Medien in der Hervorbringung und in der räumlichen Konstituierung von Protesten spielen. Wir liefern mit unserem Beitrag damit nicht nur ein Beispiel dafür, wie sozialer Raum durch Protest geschaffen und refiguriert wird, sondern ermöglichen auch ein tiefergehendes Verständnis der situativen Entstehung von Protesten als kollektivem Handeln, durch das "Wir-Erfahrungen" erzeugt werden. Der phänomenologische Blick geht dabei über den weit verbreiteten Geist-Körper-Dualismus hinaus, der vielen Interpretationen sozialer Bewegungskulturen zugrunde liegt.How are spaces constituted through social action, and how do they constitute social action? We address these questions by studying how protesters appropriate spaces by occupying streets and public buildings and by spreading specific atmospheres. We apply Alfred SCHÜTZ's phenomenological take on the constitution of multiple realities in terms of "province of meaning" as a heuristic device to capture the diversity of protest atmospheres along with their spatial, affective, and epistemic dimensions—those embodied and situated as well as virtual. This perspective allows us to describe empirical examples of protest situations in South Africa and Senegal where "the streets" and the media meet. Our research material spans documents, tweets, video material collected online, and ethnographic interviews. In this article, we look at how embodied practices reproduce and manifest particular "provinces of meaning" and "protest atmospheres," and how these embodied practices are complemented by social media practices. Our proposed approach not only provides an example of how a social space is created and refigured through social protest, but also allows a further understanding of the situational emergence of protests as collective action that creates "we-experiences." The phenomenological perspective goes beyond the widespread mind/body dualism that underlies so many interpretations of social movement culture

    Court Files as Data in Sociological Family Research: Methodology and Methods for a Little-Tapped Data Material

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    Gerichtsakten stellen ein methodisch noch wenig bearbeitetes Feld der qualitativen Sozialforschung dar. In diesem Beitrag explorieren wir Methodologie und Methode von Gerichtsakten als Datenmaterial für die soziologische Familienforschung. Ausgehend von der Erhebung von 70 Scheidungs- und Pflegschaftsakten aus den Jahren 1976 bis 2019 diskutieren wir drei zentrale methodologische Bereiche in der Forschung mit Familiengerichtsakten: Wir beleuchten 1. epistemologische Aspekte aus der Perspektive einer praxeologischen Familiensoziologie. 2. analysieren wir forschungspraktische Aspekte wie Gatekeeping-Prozesse bezüglich Feldzugang und Datenerhebung und diskutieren 3. die Analyseeinheit von Gerichtsakten. Darauf aufbauend schlagen wir einen neuen methodischen Zugang für die qualitative Aktenanalyse in der soziologischen Familienforschung vor: die multiple Fallstudie aus praxeologisch-diskursanalytischer Perspektive, mittels derer Gerichtsakten als Verschränkung von Recht und Familie untersucht werden können. Analytisch fragen wir, von, mit und für wen Familiengerichtsakten produziert werden. Der vorgeschlagene methodische Zugang ermöglicht es, Familiengerichtsakten gleichsam als durch ein UnDoing Family erzeugt und ein UnDoing Family erzeugend zu betrachten. Abschließend plädieren wir für eine pragmatisch orientierte methodologische Zugangsweise. Die Vielfalt der qualitativen Methodologie kann so zu einer fruchtbaren Grundlage für die weitere Erschließung von Gerichtsakten als Datenquelle werden.In methodical terms, court files have barely been developed as data material for qualitative social research. In the present paper, we explore the methodology and methods associated with court files as data employed in sociological family research. Based on a survey of 70 divorce and guardianship files from the years 1976 to 2019, we discuss three key methodological areas in research with family court files: 1. we examine epistemological aspects from the perspective of a praxeological sociology of the family; 2. we analyze gatekeeping processes and other aspects of research practice with regard to field access and data collection; 3. we review the unit of analysis of court files. Proceeding from this discussion, we propose a new methodical approach for the qualitative analysis of records in sociological family research: the multiple case study from a praxeological discourse-analytical perspective, by means of which court files can be explored as an intersection between law and the family. In analytical terms, we ask by, with, and for whom family court files are produced. The proposed methodical approach makes it possible to consider family court files as both produced by and themselves producing a process of undoing family. We finally advocate a pragmatically oriented methodological approach. The diversity of qualitative methodology can thus become a seminal basis for the further development of court files as a data source

    Comparing Planning Cultures in Shrinking Cities Across the USA, Germany, and Japan: Perspectives From Urban Planning on the Refiguration of Spaces and Cross-Cultural Comparison

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    Raumplaner*innen setzen sich mit Perspektiven auseinander, die Lebensqualität und zukünftige Entwicklung von Städten und Regionen betreffen und von gesellschaftlicher Relevanz sind. Basierend auf unterschiedlichen institutionellen und kulturellen Rahmenbedingungen sind Planungssysteme mit vergleichbaren Merkmalen entstanden. Diese Systeme sind an die jeweiligen kulturellen, normativen und räumlichen Voraussetzungen angepasst. In diesem Artikel präsentieren wir eine vergleichende Untersuchung, um Veränderungen in Planungskulturen aufzuzeigen im Kontext schrumpfender Städte in den USA, in Deutschland, und in Japan. Die Ergebnisse ermöglichen mit Blick auf Schrumpfungsprozesse Interdependenzen zwischen Veränderungen in Planungskulturen und gesellschaftlichen Veränderungen aufzuzeigen und Planungskulturen aus dem Blickwinkel der Refiguration von Räumen zu beleuchten. Schlussfolgernd stellen wir die Hypothese auf, dass Planungskulturen entsprechend einer polykontexturalen Logik durch eine Vielzahl von Faktoren bedingt werden, wie zum Beispiel geografische Einheiten (Staaten, Regionen, Städte) und auch Themen wie Stadtschrumpfung.Spatial planners deal with aspects related to the quality of life and future development of cities and regions, which are highly relevant for society. Due to various institutional and cultural settings, spatial planning systems emerged with comparable features. However, such systems have been adapted to specific cultural, normative, and spatial conditions. In our study, we conducted a comparison to investigate changes in planning cultures in the context of shrinking cities across the USA, Germany and Japan. The findings make it possible to detect interdependencies between changes in planning cultures and societal changes in the wake of shrinkage processes and potentially to place planning cultures in the perspective of a refiguration of spaces. We conclude with the hypothesis that planning cultures are framed by an array of factors in a somewhat polycontexturalized mode, such as geographic entities (nations, regions, cities), and also topics such as shrinking cities

    Researching Educational Landscapes and Their Refigurational Spacing: Perspectives From Educational Science and Urban Planning

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    Lokale Bildungslandschaften sind in Deutschland in den letzten Jahren ein viel zitiertes Konzept. In diesem Beitrag behandeln wir die sozialräumliche Bildungslandschaft in Form eines Campus, der die Akteur*innen in Bildung und Stadtplanung an ein spezifisches Leitbild – die Konzentration auf die physische Form und programmatisches Handeln – bindet. Ein Bildungsraum als Campus beinhaltet somit konstitutive Dimensionen von Bildungspraktiken und räumlicher Refiguration von Bildungsbedingungen, die es noch zu entdecken und zu untersuchen gilt. Wir fokussieren die Perspektive von Kindern und Jugendlichen als Hauptzielgruppe dieses Leitbildes sowie die Perspektive der professionellen Akteur*innen. Wir geben daher einen kurzen Überblick über die Charakteristika sozialräumlicher Bildungslandschaften. Zunächst zeichnen wir die planerischen und pädagogischen Prozesse nach, die sich in Bildungsräumen eines Campus in ausgewählten deutschen Kommunen abspielen und vergleichen sie systematisch. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Aneignungen und Atmosphären von Zugängen und Übergängen sowie auf Nutzungs- und Raumwahrnehmungsmustern. Nach der Analyse der laufenden Entwicklungsprozesse von sozialräumlichen Bildungslandschaften als Campus nehmen wir eine international vergleichende Perspektive ein, um diese zu erforschen.In Germany, a much-cited concept in recent years has been that of lokale Bildungslandschaften [local educational landscapes]. In this article, we focus on socio-spatial educational landscapes in the arrangement of a campus, which links the actors of education and urban planning to a specific leitbild, meaning a guiding principle in physical form and programmatic action. Therefore, an educational space designated as a campus includes constitutive dimensions of educational practices and a spatial reorganization of educational conditions, which are still to be discovered and investigated. We center our analysis on the perspective of children and young people as the main target group of this leitbild, as well as the perspective of the professional actors. In the following article, we give a brief overview of the characteristics of socio-spatial educational landscapes. We focus on the appropriation and atmospheres of access points and transitions, as well as patterns of use and spatial perception. After analyzing the ongoing development processes of socio-spatial educational landscapes as a campus, we adopt an internationally comparative perspective to research them

    Summative Content Analysis as a Core Method to Reconstruct Subjective Theories Using Structure-Formation-Techniques

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    Das Forschungsprogramm Subjektive Theorien gehört bereits seit mehreren Jahrzehnten zum festen Repertoire qualitativer Sozialforschung im deutschsprachigen Raum und findet aktuell vor allem in der empirischen Bildungsforschung wieder verstärkt Anwendung. Im Kontext des Forschungsprogramms hat sich mit den Struktur-Lege-Verfahren eine eigene Forschungsmethode etabliert. Bei den Legeverfahren werden die in einem Interview erhobenen Inhalte der subjektiven Theorie auf Konzeptkarten festgehalten und strukturell verbunden. Das dabei entstehende Strukturbild ist ein optisches Abbild der subjektiven Theorie und die zentrale Datengrundlage für deren Analyse. Allerdings gibt es bei eben diesen Legeverfahren bis heute eine methodische Leerstelle. Mit meinem Forschungsbericht widme ich mich diesem Desiderat, das den Weg vom Interview zu den Konzeptkarten betrifft. Hier hat sich die qualitative Inhaltsanalyse als entscheidender Beitrag für ein regelgeleitetes Vorgehen erwiesen. Es wird aufgezeigt, welches Potenzial die zusammenfassende Inhaltsanalyse für das Forschungsprogramm Subjektive Theorien hat; gleichzeitig wird auch deutlich, welche methodischen Konsequenzen sich aus ihrer Adaption im Kontext der Legeverfahren ergeben. Damit werden auch Anstöße für die Weiterentwicklung der qualitativen Inhaltsanalyse gegeben. In meinen Ausführungen stütze ich mich auf eigene forschungsmethodische Erfahrungen in einer Studie, in deren Rahmen ich die subjektiven Theorien von Grundschullehrkräften über den Kirchenraum als außerschulischen Lernort untersucht habe.The Research Program Subjective Theories has for several decades been an integral part of qualitative social research in German-speaking countries. Nowadays, it is predominantly used in empirical educational research. Within the context of this research program, structure formation techniques were established as independent research methods. Structure formation techniques broadly work as follows. An interview is used to gain insights into the content of a subjective theory. These contents are recorded on concept cards and connected to one another. The result of this process is a structure map that serves as a visualization of the subjective theory and constitutes the central data source for follow-up analysis. Until today, however, structure formation techniques lack a clear methodical approach regarding the path from the interview to the concept cards. I intend to fill this gap. This contribution is based on my own research experience. I analyzed the subjective theories of primary school teachers regarding field trips to church. I argue that qualitative content analysis can be used to develop such a systematic approach. I therefore show the potential that a summarizing content analysis has for the research program subjective theories. At the same time, I illustrate the methodical consequences that arise from adapting content analysis to the context of structure formation techniques. Moreover, this can serve as inspiration for the further development of qualitative content analysis

    A Taxonomy for Cultural Adaptation: The Stories of Two Academics When Teaching Indigenous Student Sojourners

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    Schwierige kulturelle Begegnungen können sowohl Lehrende als auch Studierende treffen. In diesem Beitrag präsentieren wir zwei Vignetten über unvorhergesehene kulturelle Begegnungen in zwei Gruppen zwischen erwachsenen Kurzzeitstudierenden und uns als Lehrenden: eine indigene Gruppe aus Osttimor, die Australien für zwölf Wochen besuchte und eine indigene australische Gruppe, die sich zwei Wochen in Grönland aufhielt. Wir nutzen die strukturierte Vignettenanalyse (PITARD 2016) beider Ereignisse um zu zeigen, wie diese intensiven und nicht antizipierten kulturellen Erfahrungen uns als Akademikerinnen betroffen haben. Mittels der Vignetten wird ein Prozess kultureller Adaptation nachvollziehbar, den wir in einer Taxonomie erfasst haben, um anderen Lehrenden beim Umgang mit kultureller Differenz zu helfen die eigene kulturelle Gebundenheit zu überschreiten.Difficult cultural encounters can impact both student sojourners and academics. In this article we present vignettes of separate experiences of an unforeseen cultural encounter in each of two groups of short-term adult student sojourners and we who taught them: One Indigenous group from Timor Leste entering Australia for a 12-week period, and one Indigenous group from Australia traveling to Greenland for a two-week period. We use a structured vignette analysis (PITARD, 2016) of each critical incident to present specific details of how these intense, unanticipated cultural experiences impacted us, the academics. Within our vignettes we see at work a process for cultural adaptation, which we have developed into a taxonomy to assist other teachers in their experiences with difficult cultural encounters to better understand what is happening as a means for stepping outside their own cultural boundaries

    From Practices to Situations: Situating Negotiations of Social Practices in a Scottish Community Project

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    Ansätze sozialer Praktiken haben in den letzten Jahren eine wachsende Aufmerksamkeit innerhalb der sozialwissenschaftlichen Forschung zu Umwelt und Nachhaltigkeit erhalten. Dabei wurde nicht nur deren Potenzial für die Erklärung (nicht-)nachhaltigen Handelns deutlich, sondern es wurden auch starke Kritiken geäußert. Einige Kritiker*innen haben vorgeschlagen, dass diese Ansätze von einer Verbindung mit pragmatistischen Konzepten profitieren könnten, die eine stärkere Berücksichtigung von Ambivalenzen, Kreativität und Instabilität ermöglichten. Die von Adele CLARKE entwickelte Situationsanalyse, welche sie seither in Zusammenarbeit mit Kolleg*innen konstant ausbuchstabiert und weiterbetrieben hat (CLARKE 2003; CLARKE, FRIESE & WASHBURN 2018), stellt ein Theorie-Methoden-Bündel dar, welches auf Grundideen des amerikanischen Pragmatismus beruht. Das Anliegen dieses Beitrags ist es, aufzuzeigen, inwieweit Ansätze sozialer Praktiken und die Situationsanalyse eine sinnvolle Ergänzung für einander darstellen können. Am Beispiel der Analyse von Konflikten, die im Rahmen eines schottischen Gemeindeprojekts auftraten, zeichne ich nach, wie Hintergründe, Aspekte, Entwicklungen und Auswirkungen dieser Konflikte 1. anhand von Ansätzen sozialer Praktiken und 2. mittels eines situationsanalytischen Verfahrens untersucht werden können. Diese einzelne Betrachtung bietet die Grundlage, um aufzuzeigen, wie die beiden Konzepte miteinander verbunden werden können.In the past few years, practice theories have been increasingly employed within social scientific research on the environment and sustainability. Thereby, researchers have not only illustrated the valuable insights that can be made, based on these theories, but have also shown the shortcomings of practice theories. Some scholars have recommended combining practice theories with pragmatistic approaches. These would enable the integration of ambivalence, creativity, and instability into practice theoretical approaches. Adele CLARKE's situational analysis (CLARKE, 2003; CLARKE, FRIESE, & WASHBURN, 2018) provides a theory-methods bundle based on American pragmatism. Within this article, I combine practice theories and situational analysis in order to show the analytical-theoretical gains that derive from such a combination. Using the example of two conflicts which evolved within the context of a Scottish community organization, I exemplify which aspects and relationships come into the analyst's view when using either practice theory or situational analysis. This provides the basis on which I then show how these two concepts can be used to enhance each other

    Houston, We've Had a Problem

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    Es ist 50 Jahre her, seit die Apollo 13-Mission, die Mondoberfläche zu erreichen, fehlgeschlagen ist. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit den Audioaufzeichnungen der danach veranstalteten Pressekonferenz und im Besonderen mit dem "Problem" (einer Explosion im Raumschiff), das es den Astronauten (Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise) unmöglich machte, den Mond zu erreichen. Wir analysieren, in welcher Weise sie in ihren retrospektiven Erzählungen organisieren, "was geschehen ist" und "was wir getan haben" im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um die Explosion. Dabei zeigen wir, wie sie ihre Gesprächsbeiträge in einer Weise diskursivieren, dass die Explosion als externales, unvermeidbares und unerwartbares Ereignis erscheint. Weiter konstruieren sie sich als Zeugen dieses schwerwiegenden Ereignisses und die eigenen folgenden Handlungen als messbar, rational und logisch.It is 50 years since the Apollo 13 mission failed to reach the surface of the moon. In this article we examine the audio recording of the post-mission press conference from the Apollo 13 spaceflight. We will focus on the "problem" (an explosion on-board the spacecraft) that prevented the astronauts (Jim Lovell, Jack Swigert and Fred Haise) from reaching the moon and we will analyse how their retrospective talk organises "what happened" and "what we did" in their recollections of the events surrounding the explosion. In the analysis we identify how these accounts are discursively organised in such a way that the explosion is positioned as an external event that was unavoidable and unexpected. Furthermore, the astronaut's responses to witnessing this unexpected event and their subsequent actions on realising the severity of the event are constructed as being measured, rational and logical

    Clay as a Medium in Three-Dimensional Body Mapping

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    Body Mapping wird von zahlreichen Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen weltweit in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt und bezeichnet ein visuelles Zeichenwerkzeug, eine Technik und zugleich einen method(olog)ischen Prozess. Verwendung findet es auch in der Gesundheitsversorgung und -forschung im Themenfeld Sexualität und Reproduktion. Ein Vorteil des Ansatzes ist, dass er unabhängig von sprachlichen Voraussetzungen und Einschränkungen der Forschungsteilnehmer*innen eingesetzt werden kann.In diesem Beitrag behandeln wir die Begrenzungen traditioneller Body-Mapping-Verfahren und beschreiben, in welcher Weise wir Ton als Medium für ein dreidimensionales (statt zweidimensionales) Body Mapping im Rahmen einer Methodologie genutzt haben, die wir als "Clay Embodiment Research Method (CERM) bezeichnen. Teil von CERM sind ethnografische Verfahren, Ton-Body-Mapping und Arbeit in Gruppen. Konkret haben wir teilnehmende Beobachtung, sieben thematische Ton-Body-Mapping-Workshops und ein Gruppeninterview, ausgehend von Fotografien aus den Workshops  genutzt. Wir diskutieren die Erfahrungen von nepalesischen Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden waren und berichten über die von ihnen berichteten Vorteile von CERM, insbesondere das Generieren und Teilen von Wissen, lustvolles Lernen, das Lindern von Schmerzen, eine fortschreitende Selbstermächtigung und ein Zugewinn an Selbstvertrauen sowie verbesserte Problemlösungs- und Wissensvermittlungskompetenzen.Body mapping is a visual (drawing) tool, technique and methodological process that has been used by practitioners and researchers in a variety of contexts across the world, including in sexual and reproductive health interventions and research. One of the benefits of body mapping is that it can be used with semi-literate and illiterate populations. In this article, we describe the limitations of traditional body mapping methods and the use of clay as a body mapping medium—a three-dimensional body mapping approach as compared to traditional two-dimensional approaches—within a methodology we call the clay embodiment research method (CERM). This methodology intertwines elements of ethnography, clay body mapping and group work. Its three interdependent components are a form of participant observation, a series of seven themed participatory clay body mapping workshops; and a group interview using photography of the clay works. We discuss the participants' experience in a study of reproductive health knowledge among trafficked women in Nepal in which we used CERM, noting the benefits they said they got from the process, such as developing and sharing knowledge, enjoying learning, allaying fears, promoting self-development, building confidence, enabling problem solving and educating others

    Outlining Cultural Qualitative Content Analysis

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    Dass die kulturwissenschaftliche Inhaltsanalyse eine eigenständige Forschungsmethode im Feld qualitativ-inhaltsanalytischer Auswertungsverfahren darstellt, zeigt sich erst an ihrer kultur- und objekttheoretischen und methodologischen Konturierung. Erst durch die Reflexion des theoretisch-methodologischen Bezugsrahmens, in den jegliche wissenschaftliche Methode mehr oder weniger explizit eingebettet ist, wird die Eigenständigkeit des jeweiligen Verfahrens sichtbar. Aus objekttheoretischer Perspektive stellt sich die Frage nach dem Gegenstand der Inhaltsanalyse: Was wird bei der Erforschung von Kommunikation überhaupt untersucht? Neben der Beantwortung dieser Frage ist mit dieser Reflexion auch die Anforderung verbunden, sich der kulturtheoretischen Annahmen zu versichern, mittels derer grundsätzlich festlegt wird, was überhaupt Gegenstand der Forschung sein soll und wie demzufolge empirische Daten zu generieren sind. Im engen Zusammenhang hiermit stehen methodologische Klärungen: Wie ist die kulturwissenschaftliche Inhaltsanalyse prinzipiell auszugestalten, um multiple Konnotationen als Gegenstand der Analyse erforschbar zu machen? Unter Rückgriff auf ein spezifisches beobachtungsleitendes Vokabular (semiotischer Kulturbegriff, dialogischer, situativ-interaktiver Kommunikationsbegriff, bedeutungsstiftender Kontextbegriff) werde ich näher eingehen auf die Materialität des Kommunikationsprozesses, den Inhalt der Kommunikation sowie auf methodologische Implikationen für die kulturwissenschaftliche Inhaltsanalyse, in der offen, kontextsensitiv und multiperspektivisch vorzugehen ist.In this article I propose an independent research method within the field of qualitative content analysis: cultural qualitative content analysis. By outlining the underlying conceptual and methodological framework, I illustrate the independence of the method under consideration. To demonstrate its applicability, I examine the subject-matter of cultural qualitative content analysis from a substantive perspective: what is analyzed when studying communication? In order to answer this question, it is necessary to make certain cultural assumptions which fundamentally determine what the subject-matter of the research should be, and thus how to generate appropriate empirical data. Closely related to this theoretical reference are methodological clarifications: how to structure cultural qualitative content analysis to enable the investigation of multiple connotations as genuine subject-matter of the research? Drawing on a specific observation-leading vocabulary (semiotic concept of culture, dialogical, situational-interactive concept of communication, concept of meaningful context), I elaborate on the communication process and the content of communication, as well as on the methodological implications for researchers using cultural qualitative content analysis: proceeding in line with the principles of openness, context-sensitivity and multiperspectivity

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