MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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Quality Assurance for Scientific Publications: For a Differentiated and Professional View of Disciplinary Publication Cultures
Zentrale Forderungen
Die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen (etwa bei Drittmittelanträgen, Berufungen oder Evaluationen) muss auf der Basis der Inhalte selbst und nicht entlang intransparenter und wenig aussagekräftiger (Publikations-)Kennzahlen erfolgen.
Wir appellieren an alle Beteiligten im Wissenschaftsbetrieb, in der Hochschul- und Forschungsförderpolitik, die Offenheit fachlich diverser Veröffentlichungstraditionen und -kulturen anzuerkennen und gleichwertig zu berücksichtigen.
Für eine offene Diskussion der Bedeutung von heterogenen Publikationskulturen im Wissenschaftsbetrieb fordern wir die Einrichtung interdisziplinärer Reformkommissionen mit Vertreterinnen und Vertretern geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Fachgesellschaften, der Hochschulleitungen, der zuständigen Ministerien und des Wissenschaftsrats.Central Claims
The evaluation of scientific achievements (e.g. in third-party funding applications, appointments or evaluations) must be based on the content itself and not on non-transparent and not very meaningful (publication) indicators.
We appeal to all those involved in science, higher education and research funding policy to recognise the openness of diverse publication traditions and cultures and to give them equal consideration.
For an open discussion of the importance of heterogeneous publication cultures in the science sector, we call for the establishment of interdisciplinary reform commissions with representatives of humanities, cultural and social science societies, university administrations, the responsible ministries and the German Council of Science and Humanities
Editorial: Educational Knowledge in the Light of Digital and Data-Driven Self-Optimization: An Introduction
[MAF] Media-related negotiation processes within families from a figuration theoretical perspective: ZSE Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 39 (4): 397–412. https://doi.org/10.3262/ZSE2104397.
Die tiefgreifende Mediatisierung geht mit einem grundlegenden Wandel gesellschaftlicher Interaktions- und Kommunikationsprozesse einher. Der Artikel beleuchtet die Konsequenzen dieses Veränderungsprozesses für die kindliche Sozialisation in der Familie und stellt Ergebnisse einer qualitativen Panelstudie vor. Familie wird hierbei anhand des Ansatzes kommunikativer Figurationen konzipiert. Sie konstituiert sich durch die Interaktion ihrer Mitglieder, unterliegt einem stetigen Wandel und steht in engem Wechselverhältnis zu anderen kommunikativen Figurationen. Zu zwei Erhebungszeitpunkten wurden im Abstand von etwa einem Jahr zwei Kohorten untersucht. Dazu wurden in 32 Familien je ein Kind zwischen sechs und zwölf Jahren sowie ein Elternteil interviewt. Die Ergebnisse werden mit Blick auf medienbezogene Aushandlungsprozesse innerhalb der sozialen Domäne Familie diskutiert. Der theoretische Rahmen der kommunikativen Figurationen erweist sich als ein besonders geeigneter Zugang zu medienbezogenen Interaktionsprozessen innerhalb der Familie und als eine adäquate Möglichkeit, die Ergebnisse zu systematisieren und kontextualisieren.Deep mediatization causes fundamental changes within social interaction and communication processes. This article highlights the consequences of deep mediatization for child socialization in the family and presents the results of a qualitative panel study. Family is conceptualized as a communicative figuration that is constituted by its members’ interactions and is subject to constant change. Furthermore, it is deeply interwoven with other communicative figurations. We examined two cohorts at two survey dates, approximately one year apart. For this purpose, we interviewed one child between the ages of six and twelve and one parent in each of 32 families. The article discusses these findings with regard to media-related negotiation processes within the social domain of the family. The theoretical framework of communicative figurations proves to be a suitable approach to analyze media-related interaction processes within the family and an adequate opportunity to systematize and contextualize the findings
Inclusive Learning – Digital Communication: Challenges and Chances of Interactivity in the School for all
Ausgehend von einem durch Ulrich Bröckling kritisierten «unternehmerischen Selbst», das sich in der gegenwärtigen Leistungsgesellschaft auch lernend wie ein Unternehmen eigeninitiativ zu führen habe, dessen so charakterisierte Subjektivierung jedoch letztlich eine fremdgesteuerte ist, zeigen sich digital Lernende mit Behinderung aufgrund ihrer Leistungseinschränkungen in besonderem Masse als Wettbewerbsverliererinnen und -verlierer. Zugleich können sie verschiedene technische Möglichkeiten behinderungsgerecht zur kritischen Bildung nutzen. Gefordert sind hierbei Lehrpersonen mit einer verantwortlich begründeten Urteilsflexibilität, die auf der Grundlage ihrer fachlichen Versiertheit an der Schnittstelle von Inklusions- und Medienpädagogik die ihnen anvertrauten Bildungssubjekte in deren situativen Herausforderungen unterstützen können.Ulrich Bröckling criticizes the “entrepreneurial self”, which in the current meritocracy has to learn on its own initiative like an enterprise, but whose subjectivation is ultimately externally controlled. Because of their performance limitations, digital learners with disabilities prove to be particularly competitive losers here. At the same time, they are able to use various technical opportunities for critical education in a way that is accessible to people with disabilities. This calls for teachers with a responsible flexibility of judgement who, based on their professional expertise at the interface of inclusion and media pedagogy, can support the educational subjects entrusted to them in meeting their situational challenges
“Of course I was insulted too”: Values and (value) violations in the context of media-mediated communication from the perspective of 12- to 13-year-old adolescents
Mit Blick auf das Medienhandeln Jugendlicher, das sich als digital, online und sozial beschreiben lässt, nimmt der Beitrag aus einer sozialisationstheoretischen Perspektive die Erfahrungen in den Blick, die Jugendliche im Kontext medienvermittelter (Online-)Kommunikation mit (wert-)verletzendem Handeln machen und versteht dabei ihr moralisches Denken, Fühlen und Handeln als Ausgangspunkt der Auseinandersetzung. Vor diesem Hintergrund wurde eine qualitative Befragung mit Jugendlichen im Alter von zwölf und 13 Jahren durchgeführt. Deutlich wird, dass die Jugendlichen das, was sie online sehen, lesen und (mit-)erleben, moralisch reflektieren bzw. beurteilen und sich dabei an gesellschaftlichen, freiheitlich-demokratischen Grundwerten und sozialen Normen orientieren. Erfahrungen mit Verletzungen dieser Werte und Normen und der Umgang damit gehören dabei für die befragten Jugendlichen gewissermassen zu ihrem Medienalltag dazu. Die qualitative Forschung bestätigt zum einen (Wert-)Verletzungen, die bereits in quantitativen Studien zum Medienhandeln Jugendlicher als Herausforderungen und Problembereiche thematisiert werden, und erweitert den Forschungsstand zum anderen um die spezifische Perspektive der Jugendlichen selbst. Der Beitrag liefert damit wichtige Impulse für die medienpädagogische Praxis und Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsarbeiten.From the perspective of socialisation theory, this paper focuses on young people’s digital, online and social media behaviour by explicitly considering their experiences with (value-)offending behaviour in the context of media-mediated (online) communication. Thereby, understanding the moral thinking, feeling and acting of adolescents functions as the particular starting point of the discussion. Against this background, qualitative interviews with 12- to 13-year-old adolescents have been conducted. Findings show that the adolescents morally reflect or judge what they see, read and (co-)experience online and in doing so orientate themselves towards social, liberal democratic basic values and norms. To a certain extent, experiences with violations of these values and norms and the practice of dealing with them are part of the adolescents’ everyday media life. On the one hand, the study reaffirms (value) violations that have already been addressed as challenges and problems in quantitative studies on young people’s media behaviour, on the other hand, the findings show (value) violations that expand the state of research to include the specific perspective of adolescents themselves. Thus, the paper provides important impulses for media-pedagogical practice and a basis for further research
Usage of digital media by people with learning difficulties in social service providers: Results of a Participatory Research Project
Die digitale Entwicklung bietet Menschen mit Behinderungen vermehrte Teilhabechancen, kann zugleich aber auch zu neuen Hürden führen. Gerade bei Menschen mit Lernschwierigkeiten, die häufig nicht am ersten Arbeitsmarkt tätig sind, besteht die Gefahr, dass diese aus digitalen Entwicklungen aus verschiedensten Gründen ausgeschlossen werden. Das Ziel der Erhebung war herauszufinden, inwieweit Menschen mit Lernschwierigkeiten, die in einer Einrichtung der Behindertenhilfe leben und/oder in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten, digitale Endgeräte nutzen und mit welchen Herausforderungen sie bei der Nutzung konfrontiert sind. Die Untersuchung fand im Rahmen eines partizipativen Forschungsprojekts gemeinsam mit Menschen mit Lernschwierigkeiten im Rahmen ihrer Tätigkeit in einer Forschungswerkstatt für Menschen mit Lernschwierigkeiten als Co-Forschende statt. Befragt wurden in Summe 261 Menschen mit Lernschwierigkeiten. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten, die in der Behindertenhilfe arbeiten und/oder leben, digitale Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Laptops in einem äusserst geringen Ausmass besitzen und nutzen. Auch der Zugang zum Internet ist bei diesen Personen stark eingeschränkt. Aus den erhobenen Gründen für die geringe Nutzung digitaler Geräte werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, um die Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben oder arbeiten, langfristig zu verbessern.The increase in digitalization clearly provides multiple possibilities for the participation of people with disabilities but can also lead to new obstacles. Especially people with learning difficulties, who often are not able to actively participate in the primary labour market, are at risk of being excluded from these digital developments for a variety of reasons. The objective of this study was to explore to which extent people with learning difficulties in social service providers utilize digital devices and what challenges they face whilst using them. Therefore, a study was conducted in a participative research project, together with people with learning disabilities as co-researchers. A total of 261 people with learning difficulties took part in the investigation. The results clearly show that people with learning difficulties in social service providers use digital devices such as smartphones, tablets and laptops to a minor extent. Furthermore, their access to the internet is severely restricted. Based on the reasons for not using digital devices gathered in this study, recommendations were derived to enhance the participation of people with learning difficulties in social service providers in the long term
Stressed, but connected: Adolescents, their perceptions of and coping with peer pressure on Instagram
Unter den Social Network Sites (SNS) hat sich Instagram zu einer der wichtigsten Plattformen für Jugendliche (10-19 Jahre) entwickelt, insbesondere in Deutschland. Sie nutzen die Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Inhalten und vor allem zur Interaktion mit Gleichaltrigen. Normen, die von der Peer-Group definiert werden, können ihr Verhalten sowohl online als auch offline beeinflussen. Dieser Einfluss auf die Anpassung der eigenen Bedürfnisse an die Erwartungen im Umfeld wird als Druck wahrgenommen. Wie Jugendliche diesen Druck von ihrer Peer-Gruppe im Detail auf Instagram wahrnehmen und wie sie damit umgehen, stand bisher selten im Mittelpunkt qualitativer Forschung. Welche Muster und möglichen Bewältigungsstrategien zeigen sich im Verhalten der Jugendlichen? Sind diese Strategien eher problemlösungs- oder vermeidungsorientiert? Der Aufsatz setzt sich mit diesen Fragen auseinander und untersucht anhand von Leitfadeninterviews mit 30 Jugendlichen, welche Strategien sie entwickeln, um mit dem wahrgenommenen Druck umzugehen. Die Befunde zeigen, dass die Peer-Group positive und negative Effekte bei der Instagram-Nutzung auf Heranwachsende haben kann. Sie stellt für sie eine wichtige Bezugsgrösse dar; ein Effekt, der durch die Natur der Plattform noch verstärkt wird, die zwischenmenschliche Verbindungen mit Gleichaltrigen ermöglicht. Gleichzeitig verspüren Heranwachsende den Druck, mit der Gruppe kommunizieren und deren ästhetischen Idealen auf Instagram folgen zu müssen, um nicht aus der Gruppe ausgeschlossen oder anderweitig sanktioniert zu werden. Um mit diesem wahrgenommenen Gruppendruck umzugehen, entwickeln die Heranwachsenden verschiedene aktive und vermeidende Bewältigungsstrategien, u.a. indem sie sich selbst ein mediales Umfeld entsprechend ihrer Bedürfnisse gestalten, sich gegenseitig unterstützen und im eigenen Handeln bestärken. Diese Bewältigungsstrategien kann die Peer-Group wiederum positiv oder negative beeinflussen. Die Peer-Group kann zum Beispiel dabei helfen, mit Gruppendruck umzugehen und Erfahrungen teilen zu können. Negativ bestimmt sie die Bewältigung des Gruppendrucks, da Heranwachsende den Gruppennormen ohne Rücksicht auf ihre persönlichen Interessen entsprechen müssen. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit, Heranwachsende bei der Bewältigung dieser Formen von Gruppendruck zu unterstützen. Um handeln zu können und dem wahrgenommenen Druck entgegenzuwirken, benötigen Jugendliche motivationale, emotionale und reflexive Fähigkeiten, die durch medienpädagogische Angebote gefördert werden können.Among social network sites (SNS), Instagram has become one of the most important platforms for adolescents (age 10–19 years), especially in Germany. They use it to share experiences and meaningful content and above all, to interact with their peers. Norms, defined by the peer group, influence adolescents’ behavior, online as much as offline. This influence on aligning one’s needs with expectations in the SNS environment leads to pressure. How adolescents perceive this pressure from their peer group in detail on Instagram and how they cope with it has seldom been the focus of qualitative research within communication studies thus far. What patterns and potential coping strategies become apparent in adolescents’ behavior? Do these strategies tend to be problem-solving or avoidant oriented? This paper addresses this need and uses in-depth interviews, drawn via purposive sampling, with 30 adolescents to investigate the strategies adolescents develop to cope with perceived forms of peer pressure. Results show that the peer group has both positive and negative effects on adolescents. Positive in that they are an important reference for adolescents, an effect, that is enhanced by Instagram, which allows interpersonal connections with peers. Then again negative in that adolescents, among other things, feel pressure to communicate with the group and to follow its aesthetic ideals at Instagram in order not to be excluded from the group or otherwise sanctioned. In order to deal with this perceived peer pressure, adolescents develop both active (problem-solving oriented) and avoidant coping strategies, including designing their own media environment according to their needs, supporting each other, and encouraging each other in their own actions. In these coping strategies, the peer group can again have positive or negative impacts. Positive, e.g., as adolescents can share their experiences; negative, e.g., as adolescents might obey the group norms disregarding their personal interests. The findings thus highlight the need to support adolescents in coping with these forms of peer pressure. To be able to act and counter the perceived pressure, adolescents need motivational, emotional, and reflexive skills that can be promoted through media literacy programs
Optimization and Subversion: Cybernetics and New Aesthetic Media Practices in the 1960s
Der Text fragt im Sinne subjektivationstheoretischer Ansätze nach den Lücken, die das kybernetische Dispositiv dem Selbst eröffnet. Dazu werden zuerst die Grundlagen dieses Dispositiv erörtert. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das kybernetische Selbstkonzept und entsprechende Lernverständnisse gelegt. Im Rahmen dessen werden zwei wissenschaftliche Idiome vorgestellt, die mit der Kybernetik verbunden sind, ein repräsentationales und ein performatives. Veranschaulicht wird dies schließlich an den künstlerisch-ästhetischen Medienpraktiken von Ken Kesey (Einer flog über das Kuckucksnest) und der Aktionskunst-Gruppe Merry Pranksters, die aus der spielerischen Auseinandersetzung mit dem kybernetischen Dispositiv emergieren und als prototypische Anordnungen heutiger Multimedia-Kulturen verstanden werden können. Es stellt sich die Frage, welches der beiden Idiome (medien-)pädagogischen Kontexten in normativer Hinsicht eher angemessen ist.From a standpoint of subjectification theory the text asks for the gaps which the cybernetic dispositiv is establishing for the self. At first the fundamentals of this dispositiv are presented with specific attention to the cybernetic conceptions of the self and their understanding of learning. Within that scope two scientific idioms are presented which are bound up to cybernetics: a representational and a performative one. To illustrate this the aesthetic media practices of Ken Kesey (One Flew Over the Cuckoo’s Nest) and his action art group Merry Pranksters are discussed as they emerge from the playful involvement with the cybernetic dispositiv and became a prototypical structure of today’s multi media cultures. The question arises which of the both idioms is more adequate for media educational contexts
Subject knowledge as an educational perspective of young adults: Self-tracking-apps as digital optimization technologies between surveillance and self-empowerment
Das Individuum muss in der Risikogesellschaft Lebensentscheidungen treffen und damit verbundene Risiken eigenverantwortlich tragen (Beck 1986). Zudem sind Optimierungsimperative allgegenwärtig, die als Disziplinierungen gesellschaftlich produktiv und für das Individuum zugleich einschränkend sein können (Foucault 1976, 265). Durch technischen Fortschritt gleichen diese heute mehr denn je «ultra-schnellen Kontrollformen mit freiheitlichem Aussehen» (Deleuze 1993, 255). Besonders sichtbar werden sie als Self-Tracking-Apps. Sie versprechen z. B. eine Steigerung der körperlichen Fitness oder der individuellen Leistungsfähigkeit. Jedoch sind etwa durch Datenmissbrauch, utopische Zielvorstellungen und Verdatung auch zahlreiche Risiken mit der Nutzung verbunden (Selke 2016). In unserem Beitrag werden wir die unterschiedlichen Facetten des Phänomens auf Basis einer qualitativen Studie mit Studierenden diskutieren. Wir arbeiten in einer zweiteiligen Analyse heraus, wie sich verändernde Selbst-/Weltbezüge im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Selbstermächtigung konstituieren. Zur Verdeutlichung rekonstruieren wir an einem Beispiel, wie sich das konturierte Spannungsfeld in die Self-Tracking-App Time Reduction einschreibt, und zeigen an Interviewmaterialien, wie sich ein Student zu diesem in Beziehung setzt.In risk societies individuals are responsible for their own life decisions (Beck 1986). Furthermore they are confronted with optimization imperatives and their productive and restrictive influences (Foucault 1976, 265). Digital media and data analytics are new forms of discipline technologies in this perspective. They seem to appear like a free choice but they contain surveillance structures that are internalized by individuals (Deleuze 1993). Especially self-tracking-apps illustrate this point in particular. They promise a growing health or capability. But on the other hand they contain different risks like data abuse, misguided ideals, and datacizing (Selke 2016). In this regard our paper discusses different aspects of this phenomenon based on a qualitative study with university students. In a two-step analytical approach we investigate the subject related changes between surveillance and self-empowerment in perspective of education theory. As an example we present an explorative investigation of the app Time Reduction and its surveillance structures. In a second step we explore its interaction with a university student and his following subject related changes