MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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‘Then humans are pawns in the hands of the companies’: Teachers\u27 Concepts of Privacy Throughout the Implementation of Digital Technologies in Schools
Lehrpersonen, die digitale Technologien im Unterricht verwenden wollen, benötigen Kenntnisse und Fähigkeiten bezüglich des Umgangs mit Daten, den Produkten ihrer Verarbeitung sowie diverse rechtliche Kenntnisse mit Bezug auf Daten- und Privatheitsschutz. Sie haben zudem eine Fürsorge- und Obhutspflicht und sollen Kompetenzen vermitteln, Privatsphäre in digitalen Umgebungen durch geeignete Massnahmen zu sichern. Mit dem Einzug von digitalen Technologien auf das Schulgelände und in die Unterrichtsräume ergibt sich für Akteurinnen und Akteure auf digitalen Märkten ein neuer Spielraum. In und ausserhalb der Schule sind Vernetzung, Datafizierung und Kommerzialisierung allgegenwärtig. Die Perspektiven von Verantwortungstragenden auf die Privatheit der ihnen anvertrauten Personen ist derzeit noch nicht ausreichend erforscht. In einer qualitativen Interviewstudie untersuchten wir, wie Lehrpersonen die Privatheit ihrer Schülerinnen und Schüler konzeptualisieren. Die Ergebnisse sind divers und zeigen teils ein geringes Bewusstsein für den monetären Wert von Daten. Lehrpersonen fühlen sich strukturell im Blick auf Rahmenbedingungen und Fortbildungsangebote zu Privatheit und Datenschutz nicht ausreichend unterstützt oder abgesichert. Trotz unterschiedlicher Privatheitskonzepte findet sich ein Hauptmotiv: ein Widerspruch zwischen dem pädagogischen bzw. persönlichen Ideal und der (vermuteten) Datenrealität bzw. dem vermeintlich pragmatischen Einsatz digitaler Medien im Unterricht.Teachers who use digital technology in schools, need skills and knowledge touching different areas: handling data and data processing products, the law regarding the right of data protection and the right to privacy. Teachers have duties for custodial care and fiduciary and are in charge to impart skills towards the protection of privacy in digital environments through appropriate action. Whereas digital technology enters school grounds and classrooms, there is a new scope for agents on digital markets. Interconnectedness, datafication and commercialization are ubiquitous. There is a lack of research about the perspectives on the privacy of those in charge of others\u27 privacy rights. We examined in our qualitative research study how teachers conceptualize their students\u27 privacy. The results are diverse and show a low awareness of monetary assets of data. Teachers do not feel supported or legally protected enough, regarding the surrounding conditions or offers for further training, on a structural level. Despite various privacy concepts we can highlight one chief motive: a discrepancy between teachers private versus professional ideal and the (assumed) datafication versus alleged practical use of digital media in school teaching
Student Engagement in Distance Learning in Teacher Education Programs During the Spring 2020
Wie erlebten Studierende das Distance Learning Angebot während der Gesundheitskrise in unterschiedlichen Studienformaten der Lehrpersonenbildung und wie engagiert gelang es ihnen, dieses zu nutzen? Im Rahmen einer Befragung in zwei Pädagogischen Hochschulen in der Schweiz wird gefragt nach dem Einfluss der heterogenen Voraussetzungen der Studierenden auf das Erleben des Distance Learning einerseits und dem verhaltensbezogenen, kognitiven und emotionalen Engagement andererseits. Erstaunlicherweise vermögen strukturelle Aspekte wie Alter, Geschlecht, Erwerbstätigkeit oder Kinder das heterogene Erleben kaum zu erklären. Die Kommunikation der Dozierenden, Active Learning sowie Feedback und Assessment hingegen stehen in einem deutlichen Zusammenhang mit dem Engagement. Besonders relevant scheint vor allem ein vertieftes Verständnis der emotionalen Dimension. Die Selbstwirksamkeit, lernbezogene Emotionen, Belastung und das Zugehörigkeitsgefühl sind Ansatzpunkte zum Verständnis des heterogenen Erlebens und des verhaltensbezogenen, kognitiven und emotionalen Engagements in dieser aussergewöhnlichen Studienzeit.How did students experience distance learning in different teacher education programs and how engaged did they learn in this exceptional time? Based on a survey in two Swiss Universities of Teacher Education, we focus on the influence of the heterogeneous student characteristics on the experience of distance learning as well as on the behavioural, cognitive and emotional student engagement. Surprisingly, structural aspects such as age, gender, employment and children can hardly explain the heterogeneous experience. In contrast, the communication of faculty, active learning as well as feedback and assessment are clearly related to student engagement. A deeper understanding of the emotional dimension seems particularly relevant. Self-efficacy, learning-related emotions, well-being and the sense of belonging are starting points for a deeper understanding of the heterogeneous experience of this extraordinary study period
Digital Higher Education after 2020 – Courage to Do in the Context of Digitality – Instead of Postponing It: An Essay
Im vorliegenden Essay wird ausgehend von der durch COVID-19 erfolgten Disruption die Bedeutung von Zeit, Beziehungen und Werten für eine zeitgemässe und zukünftig möglichst anknüpfungsfähige Hochschulbildung unter den dynamischen Bedingungen von Digitalisierung und einer Kultur der Digitalität angesprochen. Ankerpunkt dafür ist eine mitunter provokativ vorgetragene Irritation über eine Diskrepanz beim souveränen Verbinden von ‹doing› und ‹being› im Bereich der digitalen Hochschulbildung. Anhand eines Beispiels im Kontext von medienbezogener Qualität und Professionalität wird für einen erweiterten mediendidaktischen Blick geworben. Agile Werte und Prinzipien mit Blick auf Personen, Diversität und Teilhabe können im Bildungsbereich im Sinne eines Agile Educational Leadership dazu beitragen, einem entsprechenden ‹doing› und ‹being› – ähnlich wie den Bedingungen von Digitalisierung und Digitalität – als zentrale Dualität zu begegnen, um das Machen nicht zu vertagen, sondern offen und mutig zu agieren.In this essay, based on the disruption caused by COVID-19, the importance of time, relationships and values for a contemporary higher education under the dynamic conditions of digitalization and a culture of digitality is addressed. A sometimes provocatively presented irritation about a discrepancy in a sovereign connection between ‹doing› and ‹being› in the field of digital higher education is a central anchor point. By means of an example in the context of media-related quality and professionalism a broader media-didactic view is advocated. With a focus on people, diversity and participation, agile values and principles in the sense of Agile Educational Leadership can help to counter a corresponding ‹doing› and ‹being› as a central duality. In order not to postpone ‹doing› but to act openly and courageously
Online Teaching in the ‘Corona Semester’ from the Student’s Perspective: First Results of a Survey at the University of Bamberg
Digitaler Hochschulschullehre kommt seit dem Sommersemester 2020 eine gesteigerte Bedeutung zu, auch von Seiten der Medienpädagogik. Verschiedene Akteure haben in dieser Zeit ihren Studierenden dabei ähnliche Fragen zu Lernerfahrungen gestellt, meist mit dem Ziel auf die für diese schwierige Situation hinzuweisen und politische Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen. Dieser Artikel soll weitergehen: Studienteilnehmende sollen mittels eines hierarchischen Clusteringverfahrens auf Grundlage einer multiplen Korrespondenzanalyse bezüglich ihrer zentralen Eigenschaften gruppiert werden, und so dazu dienen, zentrale Tendenzen gruppenspezifischer zu fassen. Zudem ist es so besser möglich, Personengruppen zu identifizieren, die besondere Eigenschaften und unter Umständen Bedarfe aufweisen. Hierfür werden die Daten einer Online-Befragung aller Studierenden der Fakultät Humanwissenschaften der Universität Bamberg aus dem Mai / Juni 2020 genutzt (N = 233). Es zeigt sich, dass die Studierenden grob in vier Cluster unterschieden werden können: «junge Belastete», «ältere Masterstudierende», «motivierte Studienanfänger» und «passive Optimisten». Die tiefergehende Betrachtung der einzelnen Cluster legt nahe, dass, obwohl einige Studierende sehr gut mit der Online-Lehre zurechtzukommen scheinen, noch grosser Nachholbedarf hinsichtlich der Ermöglichung besteht: Zentrale Entwicklungsdimensionen sind das methodische Wissen der Lehrenden sowie eine Verbesserung der individuellen Infrastruktur, um allen betrachteten Gruppen den Zugang zu digitaler Lehre zu ermöglichen.Digital university teaching and media pedagogy became more important since the summer semester of 2020. Various stakeholders have asked their students about learning experiences, mostly with the aim of pointing out what is at stake for this difficult situation and getting political decision-makers to act. This article aims to go further: It will use hierarchical clustering analysis based on a multiple correspondence analysis to group study participants in terms of their central characteristics. Whereas it also makes it easier to identify groups of people who have special characteristics and, under certain circumstances, needs. For this purpose, data from an online survey of all students of the Faculty of Human Sciences at the University of Bamberg from May / June 2020 are used (N = 233). It turns out that the students can be broadly divided into four clusters: «young burdened», «older Master\u27s students», «motivated freshmen» and «passive optimists». A deeper look at the individual clusters suggests that, although some students seem to cope very well with online teaching, there is still a lot of catching up to do: methodological knowledge and an improvement of the individual infrastructure are needed to enable all identified groups to access digital teaching
Data-Driven Self-Optimization from an Educational-Theoretical Perspective
Die zunehmende Implementation digitaler Technologien in pädagogische Settings wirft Fragen im Hinblick auf Selbstverhältnisse und Subjektivierung auf. Der Beitrag fragt entsprechend aus bildungstheoretischer Perspektive danach, wie digitale Technologien mit Blick auf eine datengestützte Selbstoptimierung zu einem Teil des Selbst werden. Im ersten Teil des Beitrags wird ein modernisierungstheoretischer Rahmen skizziert, der die Fragmentierung und Verflüssigung des modernen Lebens bildungstheoretisch perspektiviert. Im Anschluss daran lassen sich Prozesse der Datafizierung im Sinne einer doppelten modernen Formatierung fassen: zum einen hinsichtlich der Hoffnung auf eine doch erfüllbare Selbstbestimmung und zum anderen als ein symbolischer Riss, der sich im Medium der Daten unmittelbar wieder öffnet. Diese Struktur treibt die Datafizierung im Horizont einer sich ausweitenden «Risikoindustrie» (Rose 1999) an. Im letzten Schritt werden die Konsequenzen dieser Entwicklung für die Konstitution pädagogischen Wissens beleuchtet.The ongoing implementation of digital technologies in educational settings raises questions concerning what it means to be a subject. This article is precisely concerned with the question of how digital technologies become a part of the self in and through practices of data-based self-optimization. The first part of the paper develops the fragmentation and fluidity of the self in modernity. In the second part of the paper, the authors demonstrate that datafication is related to modernity in a twofold way: It nourishes the idea of a fulfilment of the self, on the one hand, and the symbolical rupture of the self in the data, on the other hand. This structure propels datafication in the context of an increased «risk industry» (Rose 1999). The final part of the article discusses the consequences for the constitution of pedagogical knowledge
Optimizing media decisions in lesson planning – a utopia?
Der Beitrag zielt auf eine mediendidaktische Interpretation der Optimierungsidee und diskutiert die Verknüpfung einer kognitionspsychologischen und informationstechnologischen Sichtweise. Ausgangspunkt ist das zentrale mediendidaktische Prinzip, das besagt, dass optimale Medienentscheidungen bei mediengestützten Lernangeboten in Wechselwirkungen mit anderen Planungsbereichen stehen sollten, zum Beispiel mit den Lernvoraussetzungen, -zielen oder -inhalten. Die Konsequenz dieses Interdependenzprinzips ist, wechselwirkende Medienentscheidungen mit den weiteren Planungsentscheidungen und -voraussetzungen bereits in der Unterrichtsplanung treffen zu müssen, die zu einem möglichst stimmigen Unterrichtsentwurf führen, dessen Qualität dann im Kreislauf von Planung, Durchführung und Analyse der Lernangebote stetig weiter zu entwickeln ist. Im vorliegenden Beitrag wird dieses mediendidaktische Prinzip aufgegriffen und zunächst aus der Perspektive der Cognitive Load-Theorie gefragt, ob das Optimum einer interdependenten Unterrichtsplanung die Planenden – massgeblich Planungsnovizinnen und -novizen – kognitiv überfordert und deshalb eine Utopie bleiben muss. Anschliessend wird eine technologiebasierte Lerngelegenheit – eine Planungssoftware – vorgestellt, die das kognitiv entlastende Erlernen interdependenter Planungsentscheidungen unterstützt und einen möglichen Weg aufzeigt, das Treffen interdependenter Planungsentscheidungen selbst für Planungsnovizinnen und -novizen realistisch werden zu lassen.This article offers a media-didactic interpretation of the optimization idea which is discussed by combining perspectives from cognitive psychology and information technology. A central media-didactic principle states that decisions for optimized media-supported learning interact with, for example, analysed individual preconditions, decisions on goals or content. The consequence of this interdependency principle is having to make interactive media decisions in line with all other planning decisions and requirements as early as during lesson planning. The result is supposed to be a lesson design that is as coherent as possible, the quality of which must then be continuously developed in an ongoing cycle of planning, implementation and analysis of lesson and instruction. In the present article the perspective of cognitive load theory is used on this media-didactic principle to question whether optimized interdependent lesson planning fails due to the cognitive architecture of the planners and must therefore remain a utopia. A technology-based learning opportunity – a planning software – is introduced which supports learning of interdependent planning decisions by relieving cognitive load. This software points towards a potential way to make interdependent planning decisions, even for beginners
Non-binary coming out reports: The Internet as Braver Space or: Making Gender Attributions Superfluous
Ausgehend von den sich wandelnden medialen und kommunikativen Praktiken von queeren Jugendlichen geht es hier um den Versuch, Spielräume von nicht-binären Verhaltenscodes und Gegen-Erzählungen aufzuzeigen, die sich online eröffnen. Nicht-binär (oder non-binary) ist eine Selbstbezeichnung von Personen, die sich ausserhalb der binären Geschlechterordnung verorten, die also weder (nur) weiblich, noch (nur) männlich sind. Fraglich ist, wie angesichts eines dominanten Geschlechterregimes, das auf einer kurz nach der Geburt erfolgten Geschlechtszuweisung und Heterosexualität beruht, in den betrachteten Videos davon abweichend Selbst- und Fremdbestimmung verhandelt werden. Wie lassen sich nicht-binäres Wissen und Selbstbewusstsein in eigenproduzierten Kurzvideos vermitteln? Inwieweit findet bei den sich darin artikulierenden Jugendlichen Anpassung und inwieweit Subversion statt? Und perspektivisch betrachtet: Welche Rolle kann das Internet als Handlungsraum für non-binary Jugendliche spielen?Based on the changing medial and communicative practices of queer youth, this is an attempt to show the scope of non-binary codes of behaviour and counter-narratives that open up online. Non-binary is a self-designation of persons who locate themselves outside the binary gender order, who are neither (only) female nor (only) male. It is questionable how, in the face of a dominant gender regime based on heterosexuality and gender assignment shortly after birth, self- and other-determination are negotiated in the videos under consideration in deviation from this. How can non-binary knowledge and self-awareness be conveyed in self-produced short videos? To what extent do the non-binary young people who articulate themselves in these videos adapt to and to what extent do they subvert social norms? And from a future-oriented point of view: What role can the Internet play as a space for action for non-binary youth
Well-Founded Introduction To The Practice Of Media Education Projects With Digital Games
Rezension zu
Geisler, Martin. 2019. Digitale Spiele in der Medienpädagogik. Einstellungen, Erfahrungen und Haltungen von Spielleitenden. München: Kopaed Verlag. ISBN: 978-386736534
Communication and Collaboration Between Home and School With Digital Media: Current State of Research and Research Agenda
BMBF und KMK fordern in aktuellen Strategiepapieren zur «Bildung in der digitalen Welt» eine Erweiterung der Kommunikation und Kooperation auf allen Ebenen der Schulgemeinschaft. Der Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang das Potenzial zugeschrieben, den Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern verbessern und eine stärkere Mitbestimmung am schulischen Leben fördern zu können. Der Beitrag diskutiert, inwiefern sich für diese Optimierungsunterstellung Hinweise in der Forschung finden lassen. Es zeigt sich, dass die Forschung in diesem Bereich noch am Anfang steht. Wichtige Fragen zur Rolle digitaler Medien in den Kommunikations- und Kooperationsprozessen zwischen Eltern und Schule, zur aktuellen Verbreitung und Verwendung digitaler Technologien und zu den dadurch bewirkten Veränderungen der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule können derzeit nicht umfassend beantwortet werden. Im vorliegenden Beitrag werden deshalb zum einen wichtige Merkmale und Rahmenbedingungen einer gelingenden Zusammenarbeit herausgearbeitet und erste Forschungsergebnisse zu den Besonderheiten und Veränderungen einer digital unterstützten Kommunikation und Kooperation zusammengefasst. Zum anderen werden aktuelle Forschungsdesiderate beschrieben und eine Forschungsagenda für diesen zentralen Bereich von Schule entworfen.In current strategy papers on the issues and challenges of education in a digital world education policy makers call for an expansion of communication and cooperation at all levels of the school community (KMK 2016). In this context, digital technologies are seen as having the potential to improve the flow of information and collaboration between teachers and parents, and to promote greater participation in school life. In this article, we discuss how evidence in recent research supports the postulated «optimization assumption» and identify current research desiderata in this field. However, research in this area is still in its beginning stages. Important questions about the role of digital media for communication and cooperation processes between parents and school, about the current use and dissemination of digital technologies, and about the resulting changes in home-school cooperation are not comprehensively addressed in present research. Therefore, in this article, we identify important characteristics and conditions for successful home-school cooperation and – in using this as a framework – summarize existing research results on digitally supported communication and cooperation between parents and school. We then describe current research desiderata and draft a research agenda for future research in this field
Social Interactions in Digital Learning Environments: Is Research-Based Learning in Communities of Inquiry Possible in Online Teaching?
Corona-bedingt musste im Sommersemester 2020 ein Seminar im Bereich der Grundschuldidaktik Sachunterricht, das als Forschendes Lernen konzipiert war, in ein digitales Format umgewandelt werden. Es wird explorativ untersucht, welche Bedeutung die Lehramtsstudierenden in ihren Reflexionsportfolios (N=31) den sozialen Interaktionen im Forschungsprozess zuweisen und wie sie dabei die Virtualität der Lernumgebung thematisieren. Theoretischer Ausgangspunkt ist das Modell der Community of Inquiry (Garrison et al. 1999, 2010), dessen drei Elemente teaching presence, cognitive presence und social presence für die Analyse aufgegriffen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass ko-konstruktive Prozesse in hohem Masse auch in einer digitalen Lernumgebung möglich sind, d. h. Austausch auf der sozio-kognitiven Ebene erfolgreich stattfindet. Die Hochschuldidaktik sollte sich, neben den technischen und räumlichen Herausforderungen durch die digitale Lehre, jedoch auch mit den sozio-emotionalen Wirkungen von digitalen Lehrformaten befassen, da von den Studierenden vor allem die fehlende physische Präsenz als Mangel erlebt wird.Due to the Corona-Virus, a social science seminar in the department of primary education designed as research-based learning had to be converted into a digital format in the summer semester of 2020. The significance that students assign to social interactions in the research process in their reflection portfolios (N=31) and their reflections concerning the virtuality of the learning environment is explorered. The theoretical starting point is the Community of Inquiry model (Garrison et al. 1999, 2010), whose three elements of teaching presence, cognitive presence, and social presence are taken up for analysis. The results show that co-constructive processes are existent to a high degree in the online learning environment, which means that exchange on the socio-cognitive level takes place successfully. However, in addition to the technical and spatial challenges posed by online courses, university teaching should also consider the socio-emotional effects of digital teaching formats as students depreciate in particular their lack of physical presence