MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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Game designers as agents of political education
Viele digitale Spiele enthalten – auch wenn sie primär für Unterhaltungszwecke konzipiert wurden – Anknüpfungspunkte für die politische Bildung. So erlauben sie z. B. ihren Spielerinnen und Spielern, in die Rolle politischer Entscheidungsträger zu schlüpfen und sich mit Themen wie Stadtentwicklung, Migration, Ressourcenkonflikte oder Klimawandel zu beschäftigen, welche u. a. für die politische Bildung im Geographieunterricht eine wichtige Rolle spielen. Es ist dementsprechend konsequent, ihre Designerinnen und Designer nicht nur als Akteurinnen und Akteure der Kulturindustrie, sondern auch als solche der politischen Bildung anzusehen. Der vorliegende Beitrag rekonstruiert aus medienpädagogischer und geographiedidaktischer Perspektive mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse von neun leitfadengestützten Interviews mit Game Designerinnen und Designern von Unterhaltungsspielen, wie diese ihre Rolle als Akteurinnen und Akteure der politischen Bildung wahrnehmen. Insbesondere wird herausgearbeitet, dass ihre Haltung zum Design politischer Entscheidungssituationen weitgehend an den Massstäben des Beutelsbacher Konsenses – d. h. dem Überwältigungsverbot, dem Kontroversitätsgebot und der Interessenorientierung – gemessen werden kann. Gleichwohl muss der Einsatz kommerzieller Spiele in der politischen Bildung in jedem Einzelfall kritisch reflektiert und pädagogisch begleitet werden. Da sich ihre Designerinnen und Designer in ihrer Rolle als Akteurinnen und Akteure der Kulturindustrie – die keinen Bildungsauftrag, aber Kunstfreiheit umfasst – in erster Linie der Unterhaltung ihrer Zielgruppe verpflichtet fühlen müssen, können ihre Produkte nicht genauso streng nach didaktischen Kriterien bewertet werden wie speziell für die politische Bildung erstellte Materialien. Eine kritische Reflexion der Spiele in der politischen Bildung sollte sich u. a. auch dem von den meisten Designerinnen und Designern selbst gesehenen «Demokratiedefizit» der Spiele, das sich z. B. in der Vernachlässigung der intersubjektiven Aushandlung von Entscheidungen darstellt, widmen.Many digital games designed for entertainment are relevant for political education because they allow their players to slip into roles of political decision-makers and deal with topics such as urban development, migration, resource conflicts or climate change. Thus, game designers can be perceived not only as agents of the culture industry, but also as agents of political education. The present article reconstructs how designers of entertainment games shape this role, from the perspectives of media education and geography education, based on a qualitative content analysis of nine semi-structured interviews. In particular, it is shown that game designers’ positions towards the design of political decision-making are largely consistent with the «Beutelsbach Consensus», which constitutes a set of basic principles for political education in Germany. Nevertheless, since entertainment game designers are first and foremost obliged to entertain their players, their products cannot be judged according to educational criteria just as strictly as materials created specifically for political education. Therefore, the use of entertainment games in political education must be accompanied by an in-depth classroom discussion. A critical reflection of digital games in political education should discuss, among other things, their neglect of democratic negotiation processes
Body-based approaches as a form of inclusive-media exploration of the environment: Development of a primary science-engineering education learning environment using Design-Based Research (DBR)
Schülerinnen und Schüler der Primarstufe kommen täglich mit technischen Artefakten in Kontakt. Somit stellt Technik einen bedeutenden Lebensweltbezug für sie dar. Um technische Artefakte in ihrer Funktionsweise zu verstehen, bedarf es technischer Kenntnisse und naturwissenschaftlicher Grundlagen (Mammes und Tuncsoy 2013, 8ff.). Daher kommt der Didaktik des Sachunterrichts die Aufgabe zu, Kinder bei der Erschliessung ihrer naturwissenschaftlich-technischen Lebenswelt zu unterstützen (GDSU 2013, 9). Hinsichtlich der Realisierung dieser Aufgabe im inklusiven Sachunterricht findet sich ein Forschungsdesiderat wieder. Dieser Ausgangslage nimmt sich der vorliegende Artikel an und beschreibt ein Forschungsvorhaben, welches die Entwicklung sowie die Evaluation einer inklusiven Lernumgebung im naturwissenschaftlich-technischen Sachunterricht umfasst. Zunächst richtet der Artikel einen Blick auf Gestaltungsprinzipien eines naturwissenschaftlich-technischen und inklusiven Sachunterrichts. Speziell für den inklusiven Sachunterricht werden in körperbasierten Zugangsweisen Potenziale zur Gestaltung einer solchen Lernumgebung gesehen. Neben einer definitorischen Klärung der Begrifflichkeit der körperbasierten Zugangsweisen und der Vernetzung mit sinnlichen Wahrnehmungsmedien wird die Bedeutung körperbasierter Zugangsweisen für die Implementierung in den Unterricht beschrieben. Die methodische Entwicklung und Evaluation einer Lernumgebung erfolgt mit dem Forschungsrahmen DBR. Dieser findet im letzten Kapitel eine Vorstellung, um daran anschliessend erste Empfehlungen für die Gestaltung einer inklusiv naturwissenschaftlich-technischen Lernumgebung darzulegen.Primary students get in touch with engineering artefacts on a daily basis. Therefore, engineering plays an important role in primary students’ everyday lives. Understanding the functionality of engineering artefacts, requires both knowledge about engineering and basic knowledge about natural sciences. According to the German didactics of General Studies (Didaktik des Sachunterrichts), it’s General Studies that have to support children in investigating their naturally and technologically structured environment (GDSU 2003, 3). As of today, there are no empirical studies in inclusive General Studies regarding the children’s investigation of this naturally and technologically structured environment. The following article aims to describe a research project that contains a development as well as an evaluation of an inclusive primary science-engineering education learning environment. First, the article refers to design principles of inclusive General Studies focusing natural sciences and science-engineering. Especially in the inclusive General Studies, body-based learning approaches may hold great potentials for designing such a learning environment. Besides a classification of the term body-based approaches and the connection to sensory perception media, the article describes the implementation of these body-based approaches in school lessons. The empirical frame of a learning environment’s development and evaluation is characterized by the approach of DBR. Finally, the article will provide first recommendations of an inclusive science-engineering education learning environment
The University Course Coding and Robotics for Teachers at the University of Education Burgenland: Conception, Implementation and First Results of an Accompanying Evaluation
Um an einer zunehmend digitalisierten Welt beruflich und gesellschaftlich teilnehmen zu können, bedarf es umfangreicher und tiefer Kenntnisse bezüglich informatischer Konzepte. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Erweiterung des herkömmlichen schulischen Curriculums um die systematische Implementierung von Computational Thinking (CT) –also dem Lösen von Problemen bzw. Aufgaben mit Hilfe algorithmischer Lösungsstrategien unter Rückgriff auf grundlegende Konzepte der Informatik (Wing 2006, 33) – sinnvoll und notwendig. Weltweit wurde dies bereits in vielen Ländern umgesetzt (Bocconi u. a. 2016). Der Lehrkräfteprofessionalisierung wird für die erfolgreiche Implementation von CT in der Schule eine besondere Bedeutung zugesprochen (Pollak und Ebner 2019). Im österreichischen Burgenland wurde zur Förderung von CT für die Primarstufe eine integrative Lehrplanverankerung vorgenommen und für die Sekundarstufe I das Wahlpflichtfach Coding und Robotik eingeführt (Leitgeb 2019). Um die Lehrkräfte entsprechend fort- bzw. weiterbilden zu können, wurde an der Pädagogischen Hochschule Burgenland ein zweijähriger Hochschullehrgang (HLG) Coding und Robotik entwickelt und implementiert. Im vorliegenden Beitrag werden der theoretische Rahmen und Hintergrund, die theoretische Konzeption, die inhaltliche und didaktische Ausgestaltung sowie die Ziele dieses HLG vorgestellt. Ferner werden Ergebnisse einer nach dem ersten Studienjahr durchgeführten Begleitevaluation präsentiert.Professional and social participation in an increasingly digitized world requires extensive and in-depth knowledge of computer science concepts. It seems both sensible and necessary to expand the conventional school curriculum to include the systematic implementation of Computational Thinking (CT), i. e. solving problems or tasks with the help of algorithmic solution strategies, drawing on fundamental computer science concepts (Wing 2006, 33). This has already been implemented in many countries worldwide (Bocconi et al. 2016). Professionalization of teachers is considered particularly important for successful implementation (Pollak and Ebner 2019). In the Austrian province of Burgenland, an integrative curriculum has been implemented to promote CT for the primary level, and the elective subject Coding and Robotics has been introduced for secondary level 1 (Leitgeb 2019). In order to provide further training for teachers, a two-year university course in Coding and Robotics has been developed and implemented at the Burgenland University of Education. This paper presents the theoretical framework, background and conception, the contentual and didactic design and the goals of the course, together with results of an evaluation conducted after the first year of study
‹... to hold a mirror up to them sometimes›: Metaphors in the Discourse about Data (in) School
Die Erzeugung und Nutzung (digitaler) Daten gewinnt nicht nur im unterrichtlichen Kontext zunehmend an Relevanz, sondern Daten beeinflussen auch das Handeln pädagogischer Akteurinnen und Akteure und stellen diese vor (neue) Herausforderungen. Der Beitrag fokussiert hieran anknüpfend das Verständnis von Datenhandeln pädagogischen Personals in dessen Alltag. Unter der Prämisse, dass Metaphern Denk- und Handlungsorientierungen sichtbar und damit auch Un-Sagbares sowie handlungsleitende Sinnstrukturen zum Ausdruck bringen können, rekonstruieren wir die in diesem Zusammenhang gebrauchte Verwendung metaphorischer Konzepte in Interviews mit Schulleitungen. Nach einer kurzen theoretischen und methodischen Rahmung des Artikels werden im empirischen Ergebnisteil vier rekonstruierte metaphorische Konzepte (Datenhandeln ist verwalten, Datenhandeln ist schützen, Datenhandeln ist sichtbarmachen sowie Datenhandeln ist Waren austauschen) vorgestellt und diskutiert. Diese unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihrer Funktionen, weisen aber als Common Sense auf ein weitestgehend vergegenständlichtes Verständnis von Daten in Schule hin.The production and use of (digital) data is not only becoming increasingly relevant in the school context, but also has a concrete impact on the actions of pedagogues and poses (new) challenges for them. Following on from this, the article focuses on the understanding of data practices of school leaders in their everyday work. Under the premise that metaphors can make orientations of thought and action visible and thus express the unsayable, we reconstruct the use of metaphorical concepts in interviews with school leaders. After a brief theoretical and methodological framing of the article, the empirical results section presents and discusses the four metaphorical concepts (data practices are administration, data practices are protection, data practices are visualization, and data practices are exchange of goods). The metaphorical concepts of data action in schools differ in terms of their functions, but as common sense they point to a largely passive understanding of data in schools
Implications of the Covid-19 Pandemic for Digital Teaching: Organised Freedom as a Paradigm of Change
Der Artikel behandelt die Erfahrungen Lehrender mit den Bedingungen von Hochschullehre während der Covid-19-Pandemie. Wir berichten über erste Ergebnisse einer zweiphasigen Fokusgruppendiskussion, die wir zu Beginn und am Ende des Sommersemesters 2020 mit Lehrenden deutscher Hochschulen durchgeführt haben. Ziel der Studie ist es, organisationale Veränderungsprozesse in Bezug auf die Digitalisierung der Lehre zu analysieren. Die Covid-19-Pandemie wird dabei als ein Realexperiment verstanden, dass es ermöglicht, die seit vielen Jahren diskutierte digitale Hochschullehre explorativ zu untersuchen. Wir berichten dabei über Ergebnisse in drei unterschiedlichen Dimensionen. Diese betreffen Aspekte der Veränderungsbereitschaft Lehrender, Fragen der Führung sowie der Bereitstellung von Ressourcen seitens der Hochschulen. Aus den Befunden leiten wir Schlussfolgerungen für die (zukünftige) Organisation von Hochschullehre ab. Zentral ist dabei das Prinzip der «Organisierten Freiheit». Dieses Prinzip verweist auf typische Veränderungslogiken auf unterschiedlichen Ebenen der Hochschule. Mit dem Beitrag sollen damit Hinweise für die Hochschulentwicklung gewonnen werden in Bezug auf die nachhaltige Gestaltung digitaler Lehr- und Lehrinnovationen.The article investigates university instructors’ teaching experiences during the Corona pandemic. We report on the initial results of a two-phased study that was conducted with instructors working at German higher education institutions. Specifically, data were collected at the beginning and the end of the summer semester 2020 through focus group discussions. This study analyses the organisational change processes that occurred across universities in relation to the digitalisation of teaching. The Corona pandemic provoked a real-life experiment, making it possible for instructors to explore digital teaching, a topic that has been greatly discussed in recent years. In the findings, we discuss three different dimensions that emerged: instructors’ willingness to change, questions of leadership and the allocation of institutional resources. Drawing on these findings, we derive conclusions for the (future) organisation of university teaching and discuss the principle of «organised freedom». This principle highlights typical change logics within different levels of the university. These findings contribute to our understanding of higher education development and the sustainable design of digital teaching and learning innovations
Students’ Optimization of their School Performance by Using Explainer Videos on YouTube: Deschooling Strategy or Self-Help?
Die schulbezogene Nutzung von Erklärvideos insbesondere auf YouTube hat sich zunehmend im Medienrepertoire von Schülerinnen und Schülern etabliert. Gegenstand des Beitrags ist die Beschreibung und Analyse der ausserschulischen Nutzung von Erklärvideos in verschiedenen Schulfächern als Form schulbezogener Leistungsoptimierungsstrategien. Von Interesse ist, welche Fächer geschaut werden, welche Nutzungsanlässe und motivationalen Gründe es zur Rezeption gibt sowie welche Lernstrategien dabei genutzt werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse, wie sich die schulbezogene Erklärvideonutzung von Schülerinnen und Schülern auf unterschiedlichen Notenniveaus unterscheiden. Die Datenbasis bildet eine standardisierte Befragung (n = 1.392) von Schülerinnen und Schülern der 8. bis 13. Klasse in den Regionen Bremen und Aachen an allgemeinbildenden Schulen. Als Ergebnis zeigt sich, dass insbesondere Erklärvideos für die Schulfächer Mathematik, Geschichte sowie Biologie rezipiert werden. Schülerinnen und Schüler mit schlechteren Noten schauen überproportional viele Erklärvideos in den Nachhilfe relevanten Fächern Mathematik, Deutsch sowie Englisch und geben mehr fremdbestimmte Gründe für das Schauen von Erklärvideos an. Schülerinnen und Schüler mit besseren Noten nutzen Erklärvideos eher selbstbestimmt und nutzen verstärkt verstehensorientierte Lernstrategien. Abschliessend wird herausgearbeitet, dass die Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler als eine leistungs- bzw. effizienzoptimierende Selbsthilfestrategie zu verstehen ist. Obwohl die Bereitstellung und breite Rezeption von Erklärvideos ein Indiz für eine zunehmende Entschulungsstrategie darstellt, zeigt die Analyse, dass das curriculare Hegemonial der Schule in Bezug auf die Inhalte schulbezogener Erklärvideos weiter besteht.School-related use of explainer videos, especially on YouTube, has increasingly established itself in the media repertoire of students. This article describes and analyzes the use of explainer videos outside of school as a form of school-related performance optimization strategies in various school subjects. The investigation aims to clarify which subjects are watched, which occasions for the use exist, which reasons for the reception are given and which learning strategies are used. One focus is on the analysis of how school-related explanatory video use differs among students at different grade levels. The data basis is a standardized survey (n = 1.392) of 8th to 13th grade students at general education schools in the regions of Bremen and Aachen. The results show that explanatory videos are watched particularly frequently for the school subjects mathematics, history and biology. Students with poorer grades watch a disproportionately high number of videos in math, German and English. They also give more externally determined reasons for watching explainer videos. Students with better grades are more likely to use explanatory videos in a self-determined way and use more comprehension-oriented learning strategies. In conclusion, we find that students’ use of explanatory videos should be understood as a performance- or efficiency-optimizing self-help strategy. Although the provision and widespread reception of explainer videos is an indication of an increasing deschooling strategy, the analysis shows that the curricular hegemony of the school continues to exist with regard to the content of school-related explainer videos
The Conflict of Media Education and Computer Science Education in the German Speaking Discourse: Ein Versuch einer systematischen Verbindung für die Schulpraxis
Informatik hier, Medienpädagogik dort. Informatische Bildung hier, Medienbildung dort. Der Diskurs um digitale Medien in der Bildung zeigt eine duale Aufspaltung bzw. zwei parallel verlaufende, teils schwer verbindbare Aktionsfelder, die von jeweils unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren bedient werden. Eine solche Dualität könnte bspw. auf die jeweiligen Herkunftsdisziplinen, der Informatik bzw. Pädagogik, Kommunikations- und Medienwissenschaft, zurückgeführt werden, wodurch sich widersprechende Logiken und Ziele sowie letztlich eine problematische zweigleisige Koexistenz ergeben. Dabei beanspruchen die Disziplinen die thematische Vorherrschaft gegenüber den anderen. Aktuell scheint etwa die stärkere Thematisierung des Begriffs «Computational Thinking» zulasten der Medienbildung bzw. Medienpädagogik zu gehen. Der Beitrag diskutiert das Beziehungsverhältnis von Informatischer Bildung und Medienbildung entlang einer Darlegung möglicher Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Im Anschluss werden anhand der Verortung von Anliegen beider Diskurse in der pädagogischen Praxis Möglichkeiten und Grenzen der konzeptuellen Verbindung der Informatischen Bildung mit der Medienbildung ausgelotet. Dies mündet in einer kritischen Einordnung des Lehrplans der Verbindlichen Übung «Digitale Grundbildung» für österreichische Schulen der Sekundarstufe I, der Ansätze einer Verzahnung von Medienbildung und Informatischer Bildung erkennen lässt. Leitend ist dabei die These, dass die Medienbildung sich der Informatik und diese sich der Medienbildung öffnen solle, um den Anforderungen einer digital-vernetzten Lebenswelt gerecht zu werden.In the German speaking discourse of education, media, IKT, digital skills e.g., there is a huge gap between concerns of computer science and media education. Based on rather politic initiatives as well as of the engagement from a more technical perspective the term «digital education» (German: “Digitale Bildung” or “Digitale Grundbildung”) is more and more present. In the scientific discourse of education and particularly in media education the term “Medienbildung” and “Medienkompetenzen” (similar to “media literacy”) are used. It seems that these two research fields pursue similar goals and serve fields of action and yet show insurmountable differences. A possible reason for this contradiction lies in their origins in different disciplines: computer science on the one and the pedagogic and media science on the other hand. This article aims to discuss the conceptual relationship between computer science education and media education after explaining possible similarities and differences of the concepts. In the context of Computational Thinking, a critical look is taken at the curriculum for the mandatory exercise “digital education” in Austrian secondary schools, which reveals approaches to interleave media education and informatics. The guiding principle is always the thesis that media education should open up to computer science and that computer science should open up to media education
A Path Toward a More Understandable Advertising Disclosure for Children: Conceptualizing Determining Factors for Disclosure Effectiveness and Opportunities for Future Research
Kinder sind in ihrer Medienumgebung einer Vielzahl von Werbebotschaften ausgesetzt. Insbesondere Kindern fällt es aufgrund des starken emotionalen Charakters von gegenwärtiger Werbung und den sich noch entwickelnden kognitiven Fähigkeiten schwer, Persuasionsversuche kritisch zu verarbeiten. Werbebezogene Aufklärungshinweise werden in diesem Zusammenhang als potenzielle unterstützende Maßnahmen angesehen, damit Kinder die persuasive Absicht von Werbung besser erkennen können. Die Ergebnisse zu den Auswirkungen von diesen Hinweisen auf das kindliche Persuasionswissen sind jedoch nicht eindeutig. Darüber hinaus benötigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Forschungsbereich einen präzisen Überblick darüber, welche Faktoren für die Aktivierung des kindlichen Persuasionswissens durch Hinweise ausschlaggebend sind. Die vorliegende Studie baut auf der Literatur über das Persuasionswissen auf und untersucht, ob sich die Faktoren, die in diesem Forschungsbereich identifiziert wurden, auch auf werbebezogene Aufklärungshinweise übertragen lassen. Die Ergebnisse einer Literaturrecherche von bestehenden Aufklärungshinweis-Studien weisen darauf hin, dass werbebezogene Aufklärungshinweise besondere ‹Merkmale› erfordern, damit diese bei Kindern auch effektiv sind. Außerdem kann angenommen werden, dass nicht alle Kinder die Bedeutung der Hinweise gleichermaßen verstehen. In diesem Zusammenhang könnten jedoch andere individuelle Faktoren als das Alter ausschlaggebend sein. Die vorgeschlagene Konzeptualisierung identifiziert auch die Umwelt und die Situation als mögliche relevante Faktoren für die Wirksamkeit von werbebezogenen Aufklärungshinweisen bei Kindern. Denkbare zukünftige Forschungsbereiche werden diskutiert.Children are heavily confronted with advertising messages in their media environments. Given the emotional nature of contemporary advertising and children’s still developing cognitive skills, young consumers are hardly able to cope critically with advertising attempts. So that children are able to detect the persuasive intent, advertising disclosures are viewed as potential supportive measures to mitigate harm that excessive advertising might cause to children. However, the effects of advertising disclosures on children’s awareness of persuasion, i.e., “persuasion knowledge,” appear to be mixed. Moreover, scholars of this research field lack a consensus about what kind of determining factors play important roles in terms of children’s persuasion knowledge activation through disclosures. The present study builds on persuasion knowledge literature and investigates whether the factors identified in this research field can be also transferred to advertising disclosures. The results of a literature review of previous disclosure research show that disclosures might need specific ‘features’ so that advertising disclosures can be effective among children. Furthermore, not all children appear to be equally likely to grasp the meaning of disclosures. However, individual factors other than age might be more important in this context, including environment and situation. Finally, opportunities for future research are discussed
Brand Endorsers with Role Model Function: Social Media Influencers’ Self-Perception and Advertising Literacy
Sogenannte Social Media Influencer*innen (SMI) übernehmen als Werbebotschafter, mediale Entscheidungsträger, Online-Meinungsführer und Kommunikationspartner eine neue Rolle in der Kommunikationsumgebung ihrer Follower*innen. Basierend auf dem Persuasion Knowledge Model und der Konzeption von Werbekompetenz bestehend aus den Dimensionen Wissen, Einstellung und Handeln untersucht die Studie, wie SMI ihre mediale Rolle konstruieren, inwiefern sie sich ihrer Vorbildrolle für die insbesondere jungen Follower*innen bewusst sind und wie sie mit ihren Followern*innen interagieren. Im Jahr 2019 wurden fünfzehn halbstrukturierte leitfadengestützte Interviews mit SMI in Deutschland geführt, die in verschiedenen Themenbereichen tätig sind (z.B. Fitness, Mode, Reisen, Familie). Die Ergebnisse zeigen, dass SMI als werbekompetent gekennzeichnet werden können: Sie kennen ihre Funktionen (Rollenverständnis: Wissensdimension) und sind sich der damit verbundenen Wirkung ihres medialen Auftritts auf ihre Follower*innen bewusst (Rolleninterpretation: Einstellungsdimension). Auf Basis dieses Wissens und des Bewusstseins wählen sie konkret Inhalte für die Selbstdarstellung aus, konstruieren ihr mediales Erscheinungsbild bewusst und entscheiden sich proaktiv, inwieweit sie mit ihren Follower*innen interagieren (Rollenkonstruktion: Handlungsdimension).Social media influencers (SMIs) are taking on new roles in the communication environment of their followers as persuasive agents, opinion leaders, brand endorsers, and role models. Taking a look from the perspective of SMIs as agents in the persuasion attempt and their advertising literacy, our study has three aims. First, we provide insight into SMIs‘ self-perception as opinion-leading brand endorsers. Second, we discuss the extent to which SMIs use this awareness of and knowledge about their role model function for their particular young followers. Finally, we show how SMIs actively construct their media persona and how their relationship with their followers is based around this identity. The results from 15 semi-structured, guideline-based interviews conducted in 2019 with German SMIs working in different subject areas (e.g., fitness, fashion, travel, and family) show that SMIs are advertising literate. SMIs are aware of their multiple roles (understanding of one‘s roles: conceptional dimension), and reflect about their media persona‘s role model function (role interpretation: attitudinal dimension). Therefore, the majority of SMIs create their content and their media persona, as well as actively construct their relationship to their followers, based on their knowledge and awareness (role construction: performance dimension)
Diclusive (digital-inclusive) school development: Experiences and findings of the digitally inclusive multiplier training in Schleswig-Holstein
Der aktuelle wissenschaftliche Diskurs zur Schulentwicklung fokussiert vorrangig die Entwicklung von digitalen Ansätzen zum Lehren und Lernen. Im Kontext heterogener Lerngruppen und der gesellschaftlichen Verpflichtung inklusiver Lernangebote stellt sich eine parallele Entwicklung eines digitalen und inklusiven Ansatzes in der schulischen Praxis als ein umfassender innovativer Impuls dar. Aus den beiden Bereichen heraus entstehen einerseits Synergieeffekte und andererseits führen sie zur Partizipation aller Schülerinnen und Schüler an der digitalen Gesellschaft. In Schleswig-Holstein wurde dafür eine Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenausbildung etabliert, die diklusive (digital-inklusive) Vorgehensweisen initiiert und langfristig in inklusiven Settings an Schulen verbreitet. In der Konklusion der Anforderungen aus medienpädagogischer sowie inklusiver Perspektive an einen zeitgemässen Unterricht lässt sich das Modell für diklusive Kompetenzen von Lehrkräften abbilden.The current scientific discourse on school development primarily focuses on the development of digital approaches to teaching and learning. Within the contexts of heterogeneous learning groups and the social responsibility to provide an inclusive learning environment, there is a parallel development and innovative impulse of a digital as well as inclusive approach in school practice. On the one hand the two areas create synergy effects. On the other hand, they enable all pupils to participate in the digital society. In Schleswig-Holstein, a multiplier training was established to initiate diclusive (digital-inclusive) approaches and to hence distribute them into inclusive school settings in the long term. In the conclusion of the requirements from a media pedagogical and an inclusive perspective on modern teaching, the model for the diclusive competencies of teachers can be illustrated