MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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Remarks on the Educational Distrust of Examinations and the Promise of a Digital Problem Solving
Dieser Artikel lotet verschiedene Spielarten eines pädagogischen Misstrauens gegen die Prüfung aus. Hierfür werden zunächst schulpädagogische Auseinandersetzungen v. a. zu den Problematiken der Leistungsbeurteilung diskutiert. Dafür wird erstens auf die Selektionsfunktion der Schule Bezug genommen, zweitens die Differenz zwischen Standardisierung und Individualisierung der Leistungsmessung betrachtet und drittens das Problem der prognostischen Möglichkeiten von Noten in Bezug auf künftigen Lernerfolg thematisiert. Vor dem Hintergrund dieser drei Argumentationslinien verdichtet sich das Misstrauen gegen die Prüfung als ein unauflösbarer Streit, nicht nur in der Wahl um die angemessenen Instrumente der Leistungsbeurteilung, sondern auch in der Frage danach, wie pädagogisch angemessen mit der diagnostischen Aufgabe umzugehen ist. Das neue Forschungsfeld der Learning Analytics wird anschliessend als eine mögliche Antwort auf diese Frage thematisiert, und es wird gezeigt, wie mit digitalen Prüfungspraktiken das Versprechen einhergeht, auf die genannten Probleme zu reagieren und das schulische Lernen insgesamt zu optimieren. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass auf diese Weise hinsichtlich des Lernsubjekts, des Lerngegenstands und der pädagogischen Beziehungen Verengungsdynamiken produziert werden. Der Beitrag schliesst mit der Frage danach, inwiefern das Auslagern der Prüfung an digitale Tools mit einem Verantwortungsverlust der pädagogisch Handelnden verbunden ist.This article explores several forms of educational distrust towards examinations. In the first part of the paper, the discourse on school performance evaluation is scrutinized and three issues will be discussed: Firstly, reference is made to how school examinations serve as a selection mechanism. Secondly, the difference between standardization and individualization of assessment is considered. Thirdly, the predictability of future success on the grounds of grades is discussed. These three arguments nourish the distrust of examination and bring about an unresolvable dispute with respect to the appropriate measures of performance evaluation and their choice. However, the dispute also concerns the question of how to perform diagnostics in a way that is educationally acceptable. Scholars from the new research field of Learning Analytics see digitalized practices of assessment as solutions to these problems, while also promising an optimization of processes of school-based learning. At the same time, however, it is obvious that these new forms produce reductions in complexity for both the subject and the object of learning, as well as the pedagogical relation in general. The article concludes with the question whether digitized examinations bring about a loss of pedagogical responsibility for those involved in education
[POM] Profession – Organisation – digitale Medien. Methodologische Überlegungen zur praxeologischen Erforschung von Phänomenen der Digitalisierung im Feld Sozialer Arbeit: Neue Praxis (5): 432-457
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung digitaler Technologien in der Sozialen Arbeit entfalten Christian Helbig, Nadia Kutscher und Ursula Unterkofler das komplexe Spannungsfeld professioneller Praktiken in Verbindung mit digitalen Technologien in Organisationen der Sozialen Arbeit. Daran anknüpfend werden drei methodologische Ansätze der praxeologischen Forschung, die unterschiedliche theoretische und empirische Perspektiven eröffnen, vorgestellt und deren Perspektiven auf den Gegenstandsbereich diskutiert und miteinander verglichen
Media activities of adolescents between school and family learning environments
Die häusliche und schulische Lernumgebung von Heranwachsenden ist heute durch digitale Medien (mit-)geprägt. Gegenstand des Beitrags ist die Bearbeitung von Hausaufgaben und die Rolle, welche digitale Medien hierbei spielen. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Kontext auf der Nutzung mobiler Instant-Messaging-Angebote – insbesondere spezieller Gruppenchats von Schulklassen, also Klassenchats. Die Autorinnen und Autoren betrachten das Verhältnis zwischen Schule, Familie und digitalen Medien und diskutieren hierfür Zwischenergebnisse aus drei laufenden Forschungsprojekten. Projekt (1) bearbeitet die Frage nach Gelingensbedingungen für eine anregungsreiche, kompetenz- und kindorientierte Gestaltung der digitalen häuslichen Lernumwelt. Inwiefern Klassenchats von Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden, um Heteronomie zu bewahren bzw. Autonomie zu gewinnen, steht im Fokus von Projekt (2). Projekt (3) betrachtet Medienhandeln im Umfeld häuslicher Lernaktivitäten und stellt unterschiedliche Rekonstruktionen der Herstellung von Selbst- und Weltverhältnissen als Medienbildung mit Hardware, Repräsentationen sowie Lehr-/Lernmitteln vor. Alle drei Projekte betrachten die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen mit Blick auf Optimierungsprozesse aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Vor allem der Erwerb von Informations- und Recherchekompetenz definiert die Rolle von Alltagsmedien im Lernalltag neu.Among other things, today, digital media shape the learning environment of adolescents at home and at school. Subject of this article is the processing of homework and the role of digital media within this ecology. A special focus is set on the use of mobile instant messaging services, especially group chats within school classes. Therefore, authors focus on the relationship between school, family and digital media in this context and discuss first results from three ongoing research projects. Project (1) deals with the question of conditions for the success of a stimulating, competence- and child-oriented design of digital home learning environments. The extent to which pupils employ class or group chats in order to preserve heteronomy or gain autonomy is the focus of project (2). Project (3) examines media activities in the context of domestic learning activities and presents different reconstructions of the production of self- and world relations as media education with hardware, representations and teaching/learning materials. The manifold use of media that indicates potential optimization processes for formal and informal learning is essential to all three projects. The role of everyday media in terms of home learning environment is thus to be reconsidered
Reflections on learning with and about media in the age of digitalisation
Auch wenn die Medienpädagogik als erziehungswissenschaftliche Disziplin erst seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts existiert, sind Fragen nach dem Lernen mit und über Medien schon weit früher diskutiert worden. Schule als Institution des Lernens war immer schon mit Medien verbunden, welche die direkte Anschaulichkeit der Welt über Fibeln und Lesebücher mit den darauf bezogenen kognitiven Strukturen verbanden und so «Lernen» ermöglichten. Lesen und Vorlesen beruhen auf Medien, mit denen Erfahrungen mit der Welt versprachlicht und damit gleichsam auf der Basis von Buchstaben «abstrakt» gemacht werden können. Der Abacus als didaktisches Hilfsmittel ist z. B. ein Medium, um den Begriff der Zahlen anschaulich zu machen und das Lernen von Zahlen zu unterstützen. Die Entwicklung der Medienpädagogik als eigene Fachdisziplin ist dann aber erst mit den technischen Medien aufgekommen – dies zuerst auf einer analogen Basis wie Film, Radio, Fernseher, Kinderkassetten etc. in diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wie sich die Situation der Medienpädagogik im Rahmen der Digitalisierung nochmals verändert hat und welche neuen Konzepte und Perspektiven damit verbunden sind. Dabei soll deutlich werden, wie manche der alten Überlegungen wie z. B. das Programmieren in neuem Gewand wieder erscheinen, und wie sich Medienpädagogik im Zeitalter der Digitalisierung verändern muss, wenn sie eine Zukunft haben will.Even though Media Education as an educational discipline has only existed since the 1970s, questions about learning with and about media have been discussed much earlier. School as an institution of learning has always been connected with media, which linked the direct vividness of the world via text and reading books with the cognitive structures related to it and thus made “learning” possible. Reading and reading aloud are based on media with which experiences with the world can be verbalised and thus made “abstract”. The Abacus as a didactic tool is, for example, a medium to make the concept of numbers vivid and to support the learning of numbers. The development of Media Education as a discipline, however, only emerged with technical media – initially on an analogue basis such as film, radio, television, children’s cassettes, etc. This paper will show how the situation of Media Education has changed again in the context of digitalisation and what new concepts and perspectives are associated with it. In doing so, it will become clear how some of the old considerations, such as programming, reappear in a new guise, and how Media Education must change in the age of digitalisation if it wants to have a future
Optimization as digital-capitalist
Der Beitrag verortet die Optimierung des Individuums innerhalb einer digital-kapitalistischen Logik. Dazu betrachtet er die Lebensform ortsunabhängig lebender, selbstständig online arbeitender Menschen, die ihr Einkommen unter Verwendung datenbasierter, algorithmisch getriebener Plattformen generieren. Selbst nennen sie sich Digitale Nomaden. Der gefundene Zusammenhang von selbstermächtigendem Individualismus und Entstaatlichung lässt sich bis früh in die Netzwerkentwicklung zurückverfolgen. Der Beitrag basiert auf einer empirischen Studie in Form einer online Ethnographie. Die Untersuchung nimmt eine praxis-theoretische Perspektive ein. Sie betrachtet digitalen Kapitalismus nicht von der Analyse des Wirtschaftens grosser Konzerne oder der Äusserungen herausragender Unternehmensgründerinnen und -gründer, sondern aus der Sicht von Familien, Alleinerziehenden und jungen Erwachsenen, die individuelle Lösungen für herausfordernde Lebenslagen suchen und deren Individualismus politisch wird.This paper describes socio-material practices of digital nomads who live location-independent and work online. Their business models are based on data-driven platforms. Optimizing oneself as an individual is understood as a key element of a digital capitalist logic. Based on an empirical study, the paper outlines digital capitalism as co-produced by individuals who do no longer understand themselves as citizens of specific states. Its main ideas can be traced back to the beginning of the development of the World Wide Web and what is called “new economy”
‘Online is Better than Nothing, but Face-to-Face is the Best’: Attitudes of Teachers and Students at Universities of Music Concerning Online Teaching in the Corona Crisis
Die deutschen Musikhochschulen standen im vergangenen Jahr angesichts der flächendeckenden Hochschulschliessungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Grosser Nachholbedarf bestand im Hinblick auf digitale Technik, Medienkompetenz und didaktische Erfahrung im Umgang mit digitalem Lehren und Lernen. Insbesondere in den künstlerischen Unterrichtsfächern (Gesangs- und Instrumentalausbildung, Ensemblemusizieren) gab es praktisch keine gesicherten Vorerfahrungen mit Online-Formaten. Mit mehreren Befragungen von Lehrenden und Studierenden haben wir den Prozess des notgedrungenen digitalen Wandels an den Musikhochschulen über das vergangene Jahr hinweg begleitet und dabei vor allem zwischen wissenschaftlich und künstlerisch Lehrenden grosse Unterschiede festgestellt, was die Akzeptanz von Online-Lehre im Allgemeinen, aber auch was die konkrete Arbeitssituation und die Abschätzung von Langzeitfolgen der Corona-Pandemie für den Prozess der Digitalisierung und die universitäre Bildung betrifft. In unseren Befragungen zeigt sich, dass die Möglichkeiten digitaler Lehre derzeit noch längst nicht ausgeschöpft werden. Insbesondere digitale Formate ohne persönlichen Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden werden kaum genutzt. Durch die Analyse von Freitextkommentaren konnten wir zudem wiederkehrende Begründungsmuster für die Akzeptanz bzw. Ablehnung von Online-Lehre auf personaler, sozialer und fachlich-didaktischer Ebene identifizieren. Angesichts der Ergebnisse scheint uns die Entwicklung eines Leitbilds digitaler Lehre an Musikhochschulen für die Zukunft unabdingbar.Last year, due to the nationwide university closings in connection with the corona pandemic, German universities of music faced particular challenges in terms of catching up with the digital technology, media skills and didactic experience in dealing with digital teaching and learning. In particular in the artistic subjects (vocal and instrumental tuition, ensemble courses) there was nearly any reliable experience with online formats. With several surveys of music teachers and students, we have accompanied the externally forced digital change over the past year. Our findings show major differences especially between academic and artistic teachers in terms of the acceptance of online teaching in general, but also concerning the specific work situation and the assessment of the long-term consequences of the corona pandemic for the process of digitization and university education. Our surveys show that the possibilities of digital teaching aren’t used to its full range. Especially formats without personal contact are hardly taken into account when thinking about teaching strategies. Through the analysis of free text comments, we were also able to identify recurring justification patterns for the acceptance or the rejection of online teaching on a personal, socio-ecological and content-related didactic level. In view of the results, the development of a mission statement for digital teaching at the universities of music seems to be indispensable for the future
Datafied Visibilities: From the Panopticon to the Panspectron in School Practices
Der Beitrag widmet sich den Ambivalenzen, von denen Datenpraktiken in der Schule durchzogen sind. Die Autorinnen nutzen hierfür die Metapher der Sichtbarkeit. Sie zeigen eine dreifache Verschiebung der Sichtbarkeit, wenn digitale Datentechnologien im Unterricht eingesetzt werden. Diese werden mit den Begriffen Panopticon, Panperspicon und Panspectron beschrieben. Dabei werden pädagogische und weitere schulische Praxisformen subtil und beiläufig, aber dennoch weitreichend transformiert. Aufgezeigt wird diese Verschiebung anhand der Analyse eines Interviews mit einer Lehrerin, die vom Einsatz digitaler Technologien in ihrem Schulalltag berichtet.The paper unfolds the ambivalences that permeate data practices in schools. By using the metaphor of visibility, a threefold shift is shown when digital data technologies are used in the classroom. These shifts are described with the terms panopticon, panperspicon and panspectron. In the process, pedagogical and other school practices are transformed in subtle yet far-reaching ways. The argument is demonstrated by analysing an interview with a teacher who reports on the use of digital technologies in her everyday school life
Media Pedagogical Professionalization of Teachers in a Mediatized Society: The Habitus Concept as a Link between Social Demands and Pedagogical Usage of Technology
Der Metaprozess der tiefgreifenden Mediatisierung führt zu neuen und veränderten Anforderungen an das pädagogische Medienhandeln von Lehrkräften. Um die Qualität des unterrichtlichen Medieneinsatzes zum Lernen mit und über Medien sicherzustellen, werden sowohl im pädagogischen Fachdiskurs als auch auf bildungspolitischer Ebene Kompetenzerwartungen an die professionelle Arbeit von Lehrpersonen formuliert. Empirische Ergebnisse zeigen, dass diese Erwartungen nicht mit dem Medieneinsatz von Lehrpersonen im Unterricht hinsichtlich Umfang und Qualität übereinstimmen (Drossel et al. 2019; Schaumburg et al. 2019). Die Frage, wie ein professionelles und pädagogisch angemessenes Medienhandeln im Unterricht befördert werden kann, wird im medienpädagogischen Diskurs unter vielfältigen Perspektiven thematisiert. Studien zum medialen Habitus zeigen, dass das implizite Wissen einen bedeutenden Einfluss auf das pädagogische Medienhandeln hat (Biermann 2009; Kommer 2010). Bei einer genaueren Betrachtung dieses Themenbereichs entstehen auf theoretischer Ebene allerdings Fragen zur Konzeption des Habitus und des impliziten Wissens. Insbesondere die Frage, wie das Konstrukt des Habitus mit den gesellschaftlichen Veränderungen einer tiefgreifenden Mediatisierung in Beziehung gesetzt werden kann, ist noch ungeklärt. Der vorliegende Artikel widmet sich dieser Fragestellung auf einer theoretischen Ebene, die einen Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und für die empirische Forschung darstellen soll.The process of deep mediatization changes the requirements for the pedagogical usage of modern technology. To ensure the quality of teaching there are several competence models that describe for which purpose teachers should use technology. However, research shows that teachers don`t use technologies in extent and quality pedagogical or political expectations intend. In the mediapedagogical discourse, there is a wide discussion about how a pedagogical and professional usage of technology from teachers could be supported. The findings and discussions about the ‹medial habitus› are emphasizing the importance of unreflect knowledge for the usage of technology. However, on a theoretical perspective the concept of the habitus has many unclarified elements. Particularly, the relationship between the changing structure of society in context of a deep mediatization and the conception of the Habitus is an open question. This article discusses this question on a theoretical perspective, which could be a starting point for further discussion and research
The duality of competence in deep mediatized worlds: Zum Verständnis eines theoretischen Schlüsselkonzepts der Medienpädagogik
In tiefgreifend mediatisierten Welten ist Medienkompetenz ein Schlüsselbegriff. Für Politik, Wirtschaft und Bildung ebenso wie für Wissenschaft. Das Konzept Medienkompetenz und vor allem sein Gehalt für die Wissenschaft sind aber umstritten. Innerhalb des medienpädagogischen Diskurses hat es unterschiedliche Wendungen erfahren, die zuletzt dazu führten, dass es ganz abgelehnt wurde. Der Beitrag zeichnet die definitorischen Wendungen nach und legt schliesslich ein eigenes Verständnis vor. Dabei werden Kompetenz und Performanz im Anschluss an Giddens als zwei Dimensionen unterschieden (Dualität), die sich gegenseitig bedingen und reproduzieren. Ferner wird eine zweite Unterscheidung eingeführt, die zwischen Wirklichkeitskonstruktionen erster und zweiter Ordnung differenziert. Durch diese Unterscheidungen ist es möglich, bisher implizite Denkweisen über Kompetenz sichtbar zu machen, ohne dabei einer Seite der Dualität von Kompetenz ihre Berechtigung abzusprechen. Aus der vorgeschlagenen Kompetenzdefinition folgt schliesslich, dass das Nachdenken über Medienkompetenz nicht ausschliesslich Aufschlüsselung von einzelnen, vor allem medienbezogenen Kompetenzen sein kann, sondern vielmehr die Frage nach der Dualität von Kompetenz in tiefgreifend mediatisierten Welten impliziert.In deep mediatized worlds, media competence is a key concept. For politics, economy and education as well as for science. But the concept of media competence and especially its scientific substance are however controversial. Within the media pedagogic discourse, it has undergone different turns and was recently rejected. The article reproduces these turns and finally provides an understanding that takes into account the duality (Giddens) of competence and performance. Competence and performance are distinguished as two dimensions that mutually define and reproduce each other. Further, a second distinction is introduced which differentiates between first and second order constructions of reality. This allows to demonstrate the hitherto implicit meanings of competence without rejecting one side. The proposed definition implicates that thinking about media competence is not primarily a breakdown of individual media-related competences, but rather implies the question of the duality of competence in deep mediatized worlds
Networking School Classes: Approaching constructions of individual and collective learning activities at the example of WhatsApp-chatgroups
Wie organisieren Schülerinnen und Schüler ihre Lernaktivitäten in einer Welt, die von tiefgreifender Mediatisierung geprägt ist? Welche Rolle spielen Kommunikationsplattformen und ihre vielfältigen Möglichkeiten der Vernetzung ausserhalb der Schule für Hausaufgaben und häusliche Lernaktivitäten? Diese Fragen zielen auf das Medienhandeln als konstruierenden und konstruierten Kontext. Versteht man Schulklassen als kommunikative Figurationen, so lässt sich diese spezifische Akteurskonstellation und ihr Repertoire an Medien untersuchen; dieses Repertoire strukturiert Kommunikation einerseits und befähigt andererseits zur individuellen und kollektiven Aushandlung des thematischen Rahmens. Innerhalb dieser Formationen lassen sich Handlungs- und Wirksamkeitsräume identifizieren, die Bildungspotentiale beinhalten. Der folgende Beitrag möchte anhand ausgewählter Beispiele aus einer Studie im Mixed-Methods Design Licht in ausserschulische Lernaktivitäten bringen. Dabei werden Ansätze der Sozialen Netzwerkanalyse (SNA) mit interpretativen Methoden der Datenauswertung kombiniert. Ergebnis dieser Methodenkombination ist eine Darstellungsform zur Rekonstruktion des Zusammenspiels zwischen individuellem und kollektivem Medienhandeln in Bezug auf Lernaktivitäten.How do students organise their learning activities in a world shaped by deep mediatisation? How do they appropriate media into their daily learning practice? How do communication platforms facilitate networking in out-of-school-contexts through manifold possibilities for communication during domestic learning activities? These questions target media activities in school classes as practices of constructing and constructed contexts. Looking at school classes as communicative figurations helps to understand the specific constellation of actors, accessing a certain repertoire of media. This appropriation structures as well as enables individual and collective frames and settings for communication. This article aims to give insight into out-of-school working-contexts of pupils. For this purpose, selected findings of a mixed methods study will be discussed, combining social network analysis (SNA) and interpretative data analysis to give a relational view on the (re)construction of collective and individual working contexts