MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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Collaborative School Development in the Context of Digitisation: Possibilities for Action Reflected in three Fictitious Case Vignettes
Die digitale Transformation in der Schule gilt es aktiv im Sinne der Schulentwicklung zu gestalten. Dazu sind Prozesse und Massnahmen auf verschiedenen Entwicklungsebenen anzustossen, um den Schulentwicklungsprozess ganzheitlich auffassen zu können. Der Beitrag stellt ausgehend von theoretischen Ansätzen der Schulentwicklung, der Kooperation von Lehrkräften sowie unter Berücksichtigung einer Schulnetzwerkperspektive beispielhafte Schulentwicklungsprozesse im Kontext der Digitalisierung vor. Auf der Grundlage von Interview- sowie egozentrierten Netzwerkanalysedaten werden dazu fiktive Fallvignetten aufbereitet, wobei jedes Beispiel für einen eigenen Schwerpunkt der Schulentwicklung im Kontext der Digitalisierung steht. In der ersten Vignette wird eine besonders ausgeprägte schulinterne Kooperation hervorgehoben, in der zweiten eine besonders ausgeprägte Kultur distributiver Führung in den Blick genommen und schliesslich werden im dritten Fall die Möglichkeiten einer besonders ausgeprägten schulexternen Kooperation fokussiert. Die fiktiven Fallvignetten stellen keine Handlungsrezepte dar, sondern geben Hinweise auf mögliche Wege der Ausgestaltung, bei denen nicht etwa eine Facette wichtiger wäre als eine andere. Der Beitrag schliesst mit einem Ausblick auf Möglichkeiten, die fiktiven Fallvignetten in weiteren Kontexten anzuwenden, beispielsweise in der schulischen Praxis oder der Lehrkräftebildung, sowie auf weiteren Forschungsbedarf.The digital transformation in schools needs to be actively shaped in terms of school development. To this end, processes and measures must be initiated at various levels of development in order to comprehend the school development process holistically. The article presents exemplary school development processes in the context of digitalisation, based on theoretical approaches to school development, the cooperation of teachers and taking into account a school network perspective. Based on interview and ego-centered network analysis data, fictitious case vignettes are constructed, whereby each example stands for its own focus of school development in the context of digitalisation. In the first vignette, a particularly supported cooperation within the school is highlighted, in the second, a particularly pronounced culture of distributive leadership is taken into account and finally, in the third case, the possibilities of particularly fostered school-external cooperation are focused on. The fictitious case vignettes do not represent recipes for action but can provide guidance to possible ways of shaping school development processes, in which one facet would not be more important than the other. The article concludes with an outlook on the possibilities of applying the fictitious case vignettes in other contexts, for example in school practice or teacher training, as well as indicating avenues for further research
Insights and Perspectives on Digital Remote Emergency Teaching: A Response to three Exploratory Empirical Studies
In vielfältigen pädagogischen Handlungsfeldern stellt sich aktuell die Frage, inwiefern die in der Corona-Pandemie gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse zur Gestaltung von Vermittlungs- und Erziehungssituationen mit digitalen Medien langfristig genutzt werden können. Mit der Vorstellung und Diskussion von drei empirischen Studien soll dazu beigetragen werden, die Bedeutung der Erfahrungen der coronabedingten digitalen (Distanz-)Formate für eine (Medien-)Bildung in einer digital geprägten Welt einschätzen zu können. Mit den ausgewählten Studien werden jeweils spezifische Einblicke in die Erfahrungen von Lehrpersonen, Familien und Lerntherapeut:innen mit dem «Notfalldistanzunterricht» während der ersten Schulschliessungen gegeben. Wenngleich die drei eher explorativen Studien nicht den Anspruch erheben, verallgemeinerbare Aussagen zu treffen, bieten sie in vergleichender Betrachtung interessante empirische Indikatoren zur Rekonstruktion eines Gesamtbildes zu den Chancen und Herausforderungen der digitalen Distanzlernangebote im Rahmen des ersten Lockdowns. Die in allen drei Studien beschriebene Praxis der Lehrorganisation des digitalen Verschickens von Arbeitsblättern erscheint aus mediendidaktischer Perspektive ernüchternd. Positiv betrachtet lässt sich dies als erster Schritt der Akteure verstehen, digitale Möglichkeiten zu erkunden und Erfahrungen zu sammeln, um langfristig medienpädagogische Kompetenzen zu entwickeln. Die in der Corona-Pandemie gewonnenen Erfahrungen stellen so bestenfalls einen zentralen Anlass und den Beginn langfristiger individueller und institutioneller Entwicklungsprozesse dar, welche Begleitung und Unterstützung benötigen.In various pedagogical fields, the question currently arises to what extent the experiences and insights gained in the Corona pandemic can be used in the long term to design educational situations with digital media. The paper intends to present and discuss three empirical studies to help assess the significance of the experiences of the Corona-related digital (distance) formats for (media) education. The selected studies each provide specific insights into the experiences of teachers, families, and learning therapists with «emergency distance education» during initial school closures. Although the three somewhat exploratory studies do not claim to make generalizable statements, when viewed comparatively, they offer interesting empirical indicators for reconstructing an overall picture of the opportunities and challenges of digital distance learning. While the practice of organizing learning with digitally sent worksheets described in all three studies represents a sobering finding from a media-didactic perspective, the experiences made can be interpreted positively to be first steps towards exploring digital possibilities and developing media-related competencies of the different actors. The experiences gained in the Corona pandemic thus represent, at best, a major cause and the beginning of long-term individual and institutional development processes that require accompaniment and support
Current internal view of the journalistic media world
Rezension zu
Precht, Richard David und Harald Welzer. 2022. Die Vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinungen gemacht wird, auch wenn sie keine ist. Frankfurt a.M.: S. Fischer. 22,00 €Review to
Precht, Richard David und Harald Welzer. 2022. Die Vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinungen gemacht wird, auch wenn sie keine ist. Frankfurt a.M.: S. Fischer. 22,00
Promotion Activities in the Implementation of Digital Media at Vocational Schools: Empirical Results of an Interview Study
Die digitale Transformation erfordert von Schulen einen weitreichenden Wandel auf verschiedenen Ebenen, um digitale Medien als Innovation in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Dabei gilt es, verschiedene Dimensionen der Schulentwicklung ganzheitlich anzusprechen. Bei derartigen inkrementellen Veränderungsprozessen einer Organisation können Barrieren auftreten, die den Innovationsprozess bremsen. Promotoren überwinden durch intensive und aktive Förderung der Innovation diese Barrieren. Dazu zählen Aktivitäten des Fach-, Macht-, Prozess- und Beziehungspromotors. Auf Basis einer Interviewstudie an 16 Berufsschulen in Baden-Württemberg (n=46) wird die Bedeutung und Ausgestaltung von Promotionsaktivitäten für den Implementationsprozess digitaler Medien an Schulen beleuchtet. Es zeigt sich, dass der Fachpromotor (z. B. Weitergabe von Wissen durch interne Schulungen) die grösste Rolle im Innovationsprozess der betrachteten Schulen spielt. Die Rolle des Machtpromotors bezieht sich auf die Bereitstellung von Ressourcen (z. B. finanzielle Mittel) und Schaffung günstiger Rahmenbedingungen. Der Prozesspromotor übernimmt überwiegend planerische und koordinierende Aufgaben und bringt beteiligte Akteure der Schule zusammen. Am wenigsten Bedeutung wird dem Beziehungspromotor beigemessen. Das Anregen und Pflegen von Kooperationen mit anderen Schulen oder Ausbildungsbetrieben wird von den Berufsschulen nur punktuell fokussiert, wobei genau diese externen Impulse wichtige Anreize zur Weiterentwicklung der eigenen Schule liefern können. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen zum Implementationsprozess digitaler Medien für Schulen und Bildungspolitik abgeleitet.The digital transformation requires schools to change extensively at different levels in order to integrate digital media as an innovation into teaching. This involves addressing various dimensions of school development in a holistic sense. In such incremental change processes of an organisation, barriers can arise that slow down the innovation process. Promoters overcome these barriers through intensive and active promotion of innovation. These include expert promoter, power promoter, process promoter and relationship promoter activities. Based on an interview study at 16 vocational schools in Baden-Wurttemberg (n=46), the significance and design of promoter activities for the implementation process of digital media at schools is analysed. It is shown that the expert promoter (e.g. transfer of knowledge through internal training) plays the largest role in the innovation process of the schools considered. The role of the power promoter refers to the provision of resources (e.g. financial resources) and the creation of conductive conditions. The process promoter mainly takes on planning and coordinating tasks and brings together the school actors involved. The least importance is attached to the relationship promoter. The vocational schools focus only selectively on initiating and maintaining cooperation with other schools or training companies, although it is precisely these external impulses that can provide important stimuli for the further development of their own schools. Based on this, recommendations for the implementation process of digital media for schools and education policy are derived
Cooperation and Participation: The Potential of E-Portfolios as a Development Tool for a New Learning Culture in Schools
In der schulpädagogischen Diskussion wird immer wieder auf das Potenzial von E-Portfolios als «Entwicklungsinstrument einer neuen Lernkultur» verwiesen. Häufig bleibt dabei jedoch unklar, was genau unter der «neuen Lernkultur» zu verstehen ist, und auch die empirische Evidenz steht bezüglich vieler Aspekte noch aus. In diesem Beitrag wird ein Modell der ‹neuen Lernkultur› vorgestellt. Anhand der Teilaspekte ‹Partizipation› und ‹Kooperation› wird anschliessend die theoretische Diskussion über das Potenzial von E-Portfolios als Schulentwicklungsinstrument exemplarisch skizziert. Zur Überprüfung der theoretischen Annahmen wurde im Jahr 2016 eine systematische qualitative Fallstudie mit sechs Lehrpersonen durchgeführt, die E-Portfolios im Unterricht der Sekundarstufe I/II einsetzen. Die Ergebnisse verdeutlichen eine grosse Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch und beobachteter Praxis. Basierend auf den Studienerkenntnissen gilt es die Chancen und Grenzen von E-Portfolios als Entwicklungsinstrument einer neuen Lernkultur zu diskutieren.Recently e-portfolios are repeatedly postulated to be a «development tool of a new learning culture» in school pedagogical discussion. Frequently the term «new learning culture» is missing a conceptual base and also the empirical evidence is still lacking on many aspects. This article presents a model of a ‘new learning culture’. Based on the sub-elements ‘participation’ and ‘cooperation’, the theoretical potential of e-portfolios as a tool for school development is exemplified discussed. To verify the theoretical assumptions a systematic qualitative case-study with six teachers, using e-portfolios in secondary schools, was carried out in 2016. The results reveal a large discrepancy between theoretical claim and analyzed practice. The article closes with reflections on the actual potential of media to influence school development processes
Collaboration Between Teachers From Different Schools in the Context of Digital Learning: Evidence From a Blended Learning Course in Germany
Bereits seit 2002 besteht an ausgewählten Schulen des Zweiten Bildungsweges für erwachsene Lernende die Möglichkeit, das (Fach-)Abitur im Lehrgang Abitur-Online in einer Kombination aus schulischen Präsenzphasen und Distanzlernen zu erwerben. Der Beitrag fokussiert die Zusammenarbeit im Kontext digitalisierter Lernangebote und betrachtet dabei insbesondere sog. Materialentwicklungsgruppen im Lehrgang Abitur-Online, die Materialien konzipieren und auf einer Plattform verfügbar machen, die im Zweiten Bildungsweg von Kolleg:innen – auch aus anderen Bildungsgängen – sowie von Schüler:innen als Selbstlernmaterialien genutzt werden können. Dazu wurden im BMBF-Projekt «DigiGO» Gruppeninterviews mit Personen aus der Materialentwicklung in drei Fächern durchgeführt, die inhaltsanalytisch ausgewertet wurden. Die Befunde zeigen, dass die Arbeitsteilung die vorherrschende Form der Zusammenarbeit in den Gruppen darstellt und sich die Interviewten vorrangig als Dienstleistende für die Kollegien der Einzelschulen verstehen. Die konkrete Verwendung der Materialien in den Schulen bleibt allerdings unbestimmt, da kaum Feedback erfolgt; hier wird zudem die pädagogische Autonomie von Lehrpersonen betont. Schulentwicklungsbezogene Aspekte und ein Innovationstransfer stehen bei der Konzeption der Materialien nicht im Vordergrund; zudem wird ein deutlich grösseres Augenmerk auf Fragen der Digitalisierung als der Digitalität gelegt.Since 2002, adults can take a blended learning course offered by selected second chance schools in Germany to obtain a degree for university entrance. The present paper investigates teacher collaboration in the context of this blended learning course. Particularly, we focus on groups of teachers consisting of participants from different schools who develop learning resources that are distributed via a learning platform and can be used by teachers and students in different courses of education in second chance schools. As part of the project «DigiGO» group interviews in three different subjects were conducted and analysed. The results show that the distribution of tasks is the predominant form of cooperation. The interviewees perceive themselves to be service providers for their colleagues. As interviewees get only very little feedback, it remains unclear to what extent and how the learning resources are used by teachers and students. In the interviews teachers’ autonomy is stressed. Moreover, interviewees put great emphasize on technical aspects of digital transformation whereas aspects of school improvement in a digital age are largely neglected
Bundling Power for Digitization Processes at Vocational Schools: The Importance of Actors and Actor Constellations for Digitised Organisational Development
Eine digitalisierte Organisationsentwicklung ist für berufliche Schulen von besonderer Bedeutung, damit sie im Rahmen der beruflichen Qualifizierung mit einer von technologischen Fortschritten geprägten Arbeitswelt Schritt halten und regional-spezifischen sowie institutionellen Anpassungsanforderungen gerecht werden können. Allerdings sind die Integration digitaler Systeme für die Schul- und Unterrichtsorganisationen sowie der Aufbau und die Etablierung von Wartungs- und Supportstrukturen oder einer digitalen Öffentlichkeitsarbeit mit grossen Herausforderungen für die schulischen Akteur:innen verbunden (Endberg et al. 2020). Was genau unter einer digitalisierten Organisationsentwicklung an beruflichen Schulen zu verstehen ist und welche Bedeutung in diesem Zusammenhang die daran beteiligten (ausser)schulischen Akteur:innen haben, wird in bisherigen Studien (z. B. Schmid et al. 2016) nur im Ansatz und wenig systematisch erfasst. Auf Basis einer explorativen Studie zu Digitalisierungsprozessen an berufsbildenden Schulen werden in dem Beitrag anhand von vier wesentlichen Organisationsfaktoren der Bildungsorganisation «Berufskolleg» Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Erreichung des Organisationsziels digitalisierte Organisationsentwicklung systematisch herausgearbeitet. Dabei wird die Bedeutung des Organisationsfaktors schulische Akteur:innen für die Entwicklung von Strategien und Konzepten sowie der Herausbildung von digitalisierungsbezogenen intra- und interorganisationalen Akteurskonstellationen im Kontext der Digitalisierung in seinem Zusammenspiel mit den anderen Organisationsfaktoren räumlich-sächlich-technische Ausstattung, formale und informelle Organisationsstrukturen und -elemente und Organisationsumwelt besonders herausgestellt. Die Ergebnisse aus vier analysierten Fallbeispielen beinhalten für andere berufsbildende Schulen Anregungen zur Gestaltung von Digitalisierungsprozessen und können zur Stärkung des «voneinander Lernens» beitragen.Digitized organizational development is of crucial relevance for vocational schools in order to keep pace with a world of work characterized by technological advances and to be able to fulfil region-specific and institutional adaptation requirements. However, the integration of digital systems for school and teaching organizations as well as the development and establishment of maintenance and support structures or digital public relations are associated with major challenges for school actors (Endberg et al. 2020). What exactly is meant by digitised organizational development at vocational schools and what importance the involved actors have in this context is only covered in part and not very systematically in previous studies (e.g. Schmid et al. 2016). Based on an explorative study of digitization processes at vocational schools, the article systematically identifies similarities and differences in achieving the organizational goal of «digitised organizational development» on the basis of four key organizational factors of the educational organisation «vocational school». The importance of the organizational factor school actors for the development of strategies and concepts as well as the formation of digitization-related intra- and interorganizational actor constellations in the context of digitization in its interplay with the other organizational factors of spatial-physical-technical equipment, formal and informal organizational structures and elements, and organizational environment is particularly elaborated. The results from four analyzed case studies contain suggestions for other vocational schools on how to design digitization processes and can contribute to strengthening «learning from each other»
‹I Actually Have the Feeling, Given the Current Circumstances That the Learning Activities Are Shifted over to the Parents›: A Figurational-Analysing Consideration of Families during the First Phase of the Covid-19 Pandemic
Im März 2020 kam es aufgrund der Covid-19-Pandemie zu landesweiten Schulschliessungen. Lehrkräfte, Eltern und deren schulpflichtige Kinder wurden von dieser Situation völlig unvorbereitet getroffen. Der Beitrag beleuchtet diese erste Phase des Distance Schooling mit Blick auf die damit einhergehenden Anforderungen an Familien und veränderte familiale Interaktionsprozesse. Unter Fokussierung auf medienbezogene Aushandlungsprozesse und veränderte Konstellationen von Medienpraktiken werden die Ergebnisse einer qualitativen Erhebung mit sechs Familien eines bestehenden Längsschnitt-Panels vorgestellt. Zum Erhebungszeitpunkt im April/Mai 2020 befanden sich die Kinder in der sechsten Jahrgangsstufe. Die Interaktionsprozesse werden ausgehend von dem Ansatz kommunikativer Figurationen beschrieben, wobei der Fokus auf familiale Aushandlungsprozesse im Spannungsfeld von Autonomie und Heteronomie gelegt wird. Die Ergebnisse veranschaulichen, mit welchen Herausforderungen die (Ausnahme-)Situation des Distance Schooling verbunden ist und wie heterogen Familien mit diesen umgehen. In der familialen Interaktion ergeben sich neue Freiheitsgrade und Anforderungen an ein eigenständiges Handeln der Kinder, die innerhalb der Familie ausgehandelt und bewältigt werden müssen.Due to the Covid-19 pandemic schools were closed state-wide in March 2020. Teachers, parents and school-age children were completely unprepared for this situation. This article examines the first period of Distance Schooling with regard to the concomitant requirements to families and changing family interactions. The findings of a qualitative survey with six families of an existent longitudinal panel are introduced, focussing on media-based negotiation processes and changing constellations of media practices. At the time of the survey in April and May 2020, the children were stated in the 6th grade. The interaction processes will be developed based on the concept of communicative figurations, though the focus is placed on family negotiation processes in the field of tension between autonomy and heteronomy. The findings illustrate the attendant challenges of the (exceptional) circumstances of Distance Schooling and the heterogeneous ways families handle them. Family interaction produces new extents of freedom and requirements to independent actions of children, which need to be negotiated and mastered within the family
What do Students Understand by Explainer Videos? Results of a Written Survey of Student Teachers
Der Begriff «Erklärvideo» wird sowohl in der Praxis als auch in der Forschung oft mehrdeutig verwendet und variiert je nach Perspektive der Nutzenden und Forschenden. Dieser Beitrag richtet den Blick auf Konzepte und Attribute von Erklärvideos aus der Perspektive der Nutzenden. Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse von Antworten im Rahmen einer Online-Befragung zur Erklärvideonutzung an der TU Braunschweig von 113 Studierenden, v. a. des Lehramts, wurden deren Verständnis des Begriffs «Erklärvideo» sowie individuelle Bewertungskriterien herausgearbeitet. Im Kern verstehen die befragten Studierenden unter Erklärvideos kurze, verständliche und mit Visualisierungen arbeitende Videos, die eine Vermittlungsabsicht verfolgen und dazu einen komplexen Gegenstand sprachlich und inhaltlich so aufbereiten, dass er von den Nutzenden ohne viel Vorwissen verstanden werden kann. Trotz Ähnlichkeiten in den Konzepten der Teilnehmenden konnte kein einheitliches Begriffsverständnis konstatiert werden. In den Äusserungen wurden vor allem Erwartungen an Erklärvideos hinsichtlich des Inhalts bzw. dessen Zuschnitts, der Ästhetik, der Erklärung, des Gelingens der Vermittlung und der Dauer formuliert. Allerdings gewichten die Studierenden die genannten Aspekte unterschiedlich und verwenden Erklärvideos sowohl zu unterschiedlichen Zwecken als auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrem Lernprozess.In both practice and research, the term «explainer video» is often used ambiguously and varies depending on the perspective of users and researchers. This article focuses on concepts and attributes of effective explainer videos from the users’ perspective. Based on an online survey conducted at the TU Braunschweig on students’ use of explainer videos, the responses of 113 student teachers were evaluated. A qualitative content analysis was used to determine students’ understanding of the term «explainer video» and their individual evaluation criteria. In essence, the students surveyed understood explainer videos to be short, comprehensible videos that use visualizations and seek to convey knowledge, while presenting a complex subject in a way that is easy for users to understand without much prior knowledge. Despite similarities in the participants’ concepts, no common understanding of the term «explainer video» could be established. Students’ expectations concerning explainer videos focused primarily on the content and/or the layout, aesthetics, language, knowledge transfer, and the duration of the video. Nevertheless, the participants weighted the mentioned aspects differently. In addition, they use explainer videos for different purposes and at different times in their learning process
What if and What will ... be like? Speculative Tactics of Future Exploration in a Post-Digital Present
Gegenwärtiges In-der-Welt-Sein scheint vom Zukünftigen, vom Spekulativen, von ungleichzeitigen und permanent vorläufigen Bedingungen bestimmt zu werden. Digitalität hat Subjekte, Räume und Alltagspraktiken durchdrungen. Mitten in diesen postdigitalen Verhältnissen entwerfen nicht nur zeitgenössische oder besser gesagt «zukunftsgenössische» Künstlerinnen und Künstler wie Mary Maggic (Avanessian und Malik 2016, 24), sondern auch TikTokerinnen und TikToker Szenarien des What-if und What-will-…-be-like. Sie erzeugen dabei spekulative Spielräume für (Un-)Möglichkeiten und Projektionen von Zukünften im Hier und Jetzt. Im Beitrag werden diese Modi von Zukünftigkeit in den Blick genommen und danach gefragt, wie diese Taktiken des Erweiterns und handelnden Erprobens von Zukünften neue Impulse für Lernen und Bildungsprozesse eröffnen.Present being-in-the-world seems to be determined by the future, by the speculative, by uneven and permanently provisional conditions. Digitality has permeated subjects, spaces, and everyday practices. In the midst of these post-digital conditions, not only contemporary or rather «future-contemporary» artists such as Mary Maggic (Avanessian and Malik 2016, 24), but also TikTokers design scenarios of what-if and what-will-...-be-like. In doing so, they create speculative scopes for (im)possibilities and projections of futures in the here and now. In this article, we will look at these modes of futurity and ask how these tactics of expanding and actively testing futures open up new impulses for learning and educational processes