MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
Not a member yet
    1385 research outputs found

    Ethical Implications of Critical Posthumanism: Potential Impulses for Media Education?

    Get PDF
    Der Beitrag nimmt ethische Implikationen ausgewählter Ansätze des kritischen Posthumanismus in den Blick und verfolgt dabei das Ziel, Anregungspotenziale für die Medienpädagogik aufzuzeigen. Ausgangsposition stellt die mehrfach anzutreffende Diagnose dar, derzufolge klassische Subjektkonzeptionen, die vor allem auf im Humanismus verankerte Ideale und Werte rekurrieren, zunehmend unzulänglich erscheinen, um Agencies postdigitaler und posthumaner Kulturen adäquat zu fassen. Davon ausgehend werden divergente Haltungen in der Medienpädagogik ausgelotet: es wird deutlich, dass die dargestellten Entwicklungen einerseits ein Wiederaufleben humanistischer Ideale zur Folge haben, wobei diese auf das digitale Zeitalter projiziert werden und eine – vor allem moralische – Sonderstellung des Menschen in Anbetracht anthropologischer Ungewissheit bekräftigen. Andererseits lässt sich ein zunehmendes Unbehagen angesichts des Festhaltens an vielfach als unzeitgemäss wahrgenommenen Subjektkonzeptionen als Fluchtpunkt pädagogischer Tätigkeit erkennen. Als mögliche Alternative wird eine Abkehr vom Humanismus, wie sie beispielsweise in den Positionen des kritischen Posthumanismus angestrebt wird, vorgeschlagen. Mögliche Spielarten sollen exemplarisch anhand der Positionen von drei Vertreter:innen des kritischen Posthumanismus aufgezeigt werden, wobei ethische Aspekte im Fokus stehen. Der Beitrag diskutiert abschliessend, worin die Stärken und Schwächen möglicher alternativer Subjektkonstruktionen und deren ethische Implikationen liegen. Damit soll der Beitrag, ausgehend von der Gegenüberstellung der Positionen, als Eröffnung einer Diskussion dienen.This article looks at the ethical implications of selected approaches of critical posthumanism and aims to identify potential stimuli for media education. The starting point is the frequently encountered diagnosis according to which classical subject concepts, which primarily refer to ideals and values anchored in humanism, appear increasingly inadequate to grasp the agencies of post-digital and post-human cultures. Based on these assumptions, divergent attitudes in media pedagogy are explored: It becomes clear that the developments described have resulted in a resurgence of humanistic ideals on the one hand, whereby these are projected onto the digital age and affirm a – primarily moral – exceptional position of humans in the face of anthropological uncertainty. On the other hand, an increasing unease can be recognized in the face of the adherence to subject concepts that are often perceived to be outdated as the vanishing point of pedagogical activity. As a possible alternative, a departure from humanism, such as that sought in the positions of critical posthumanism, is proposed. The article illustrates possible variations using the positions of three representatives of critical posthumanism as examples, with a focus on ethical aspects. Furthermore the article concludes discussing the strengths and weaknesses of possible alternative subject constructions and their ethical implications, and thus is intended to serve as an opening for a discussion based on the comparison of the positions

    One School Year in the Tablet Class: Results of an Interview Study with Primary School Pupils

    Get PDF
    Tablets spielen im Kontext der Ausstattung von Grundschulen mit digitalen Medien eine zunehmend wichtige Rolle. Besonderes Potenzial wird ihrem Einsatz in sogenannten Tabletklassen zugeschrieben, in denen jedem Kind ein personalisiertes Endgerät zur Verfügung steht. Empirische Befunde zu solchen Klassen liegen bislang jedoch speziell für die Grundschule kaum vor. Im vorliegenden Beitrag werden ausgehend von konstituierenden Merkmalen des Lernangebots in einer Tabletklasse Ergebnisse einer Interviewstudie zur Perspektive von Grundschüler:innen berichtet. Befragt wurden Drittklässler:innen (N = 41) aus zwei Parallelklassen am Ende ihres ersten Schuljahrs in einer Tabletklasse. Alle Kinder waren mit einem personalisierten Endgerät ausgestattet, das sie in der Schule und auch bei den Hausaufgaben nutzten. Die Ergebnisse zeigen, wie die Schüler:innen die Verantwortung für die Betriebsbereitschaft und technische Funktionstüchtigkeit «ihres» Tablets erleben. Insbesondere das Schreiben mit dem Tablet-Stift bringt für die Kinder im Grundschulalter Chancen, aber auch Anforderungen mit sich. Die Drittklässler:innen beschreiben aufgrund der digitalen Vernetzung mit der Lehrkraft neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit über die Schulmauern hinweg, die aber auch Probleme mit sich bringen. Die Ergebnisse erlauben unmittelbare Implikationen für die Weiterentwicklung des Konzepts von Tabletklassen in der Grundschule.Tablets are playing an increasingly important role in the context of equipping primary schools with digital media. Their use in so-called tablet classes, in which each child is provided with a personalized end device, is considered to have particular potential. However, there are hardly any empirical findings on such classes, especially for primary schools. In this article, the results of an interview study on the perspective of primary school pupils are reported based on the constituent characteristics of learning opportunities in a tablet class. Third-graders (N = 41) from two parallel classes were interviewed at the end of their first school year in a tablet class. All children were equipped with a personalized device that they used at school and for homework. The results show how the pupils experience the responsibility for the operational readiness and technical functionality of ‹their› tablet. Writing with the tablet pen in particular gives opportunities, but also challenges for children of primary school age. The third-graders also describe new possibilities of cooperation but also difficulties when digital networking with the teacher beyond the school walls. The results provide direct implications for the further development of the concept of tablet classes in primary schools

    Editorial: Acting in the Field of Media and IT Education

    No full text
    Die Arbeit beschäftigt sich mit Angeboten im Feld der Medien- und informatischen Bildung für Kinder im mittleren Kindesalter, wobei der Fokus auf den Strategien und Rahmenbedingungen der Bildungspraktiker:innen liegt. Im ersten Teil der Arbeit wird die Sozialisation der Kinder heutzutage betrachtet. Neben der Sozialisationstheorie werden die Metaprozesse der Mediatisierung, der Individualisierung sowie der Globalisierung und die Auswirkungen auf die kindliche Sozialisation dargelegt. Im Anschluss wird der Medienumgang vor den Spezifika des mittleren Kindesalters analysiert, indem Medienaneignungs- und Entwicklungsprozesse, Befunde zur Mediennutzung sowie die Diskurse zu Risiken und Chancen hinsichtlich der kindlichen Mediennutzung ausgeführt werden. Die Selbstverständlichkeit der Medien und digitalen Artefakten in den Lebenswelten der Kinder zeichnet Kindheit heutzutage aus. Damit einhergehend steigen die Erwartungen an alle Mitglieder der Gesellschaft, mit dem gesellschaftlichen Wandel und den damit verbundenen Phänomenen umzugehen. Bildung gilt als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und so ist es nicht verwunderlich, dass der Bildung die Aufgabe zukommt, auf die Anforderungen zunehmender Digitalisierung zu reagieren. Dargestellt werden im dritten Kapitel die disparaten Vorstellungen der verschiedenen gesellschaftlichen Akteur:innen darüber, wie eine entwicklungsgemässe Bildung in der digitalen Welt ausgestaltet sein könnte. Aus allgemeiner erziehungswissenschaftlicher Perspektive ist im dritten Kapitel ein theoretischer Analyserahmen erarbeitet worden, der das erziehungswissenschaftliche Verständnis des pädagogischen Handelns nach Benner (2001) zugrunde legt und es ermöglicht, Zielbestimmungen unter pädagogischen Gesichtspunkten zu analysieren. Es fehlt an empirischen Erkenntnissen, welchen Schwerpunkt die ausserschulische pädagogische Praxis für Kinder im mittleren Kindesalter legt und welchen Zielstellungen sie folgt. Auch sind die Bedingungen sowie die Strukturen, unter denen das pädagogische Handeln stattfindet, nicht bekannt. Um diese Forschungslücke zu schliessen, wurden mit 31 Bildungspraktiker:innen leitfadengestützte Interviews geführt. Die erhaltenen Daten wurden zunächst mittels der inhaltlich strukturierenden, qualitativen Inhaltsanalyse (angelehnt an Kuckartz 2018) unter Verwendung einer Kombination aus induktiv und deduktiv gebildeten Kategorien ausgewertet. Zur weiteren Auswertung der systematisierten Daten fand eine Typenbildung statt, wobei mit dem Konzept des Merkmalsraums und mit einem mehrschrittigen Reduktionsverfahren eine Typologie mit sechs Typen gebildet wurden. Die teilformalisierten Aktivitäten im Feld der Medien- und informatischen Bildung umfassen sowohl präventive und erzieherische Massnahmen wie auch Bildungsangebote, die Kinder für ihre Entwicklung nutzen können, die mit oder ohne Medieneinsatz umgesetzt werden. Sowohl im pädagogischen Fachdiskurs als auch beim Grossteil der untersuchten teilformalisierten Aktivitäten wird neben den Gestaltungs- auch auf die Reflexions- bzw. Analysefähigkeiten der Kinder gezielt. Es zeigen sich unterschiedliche Strategien im Feld der Medien- und informatischen Bildung, in denen durch das Zusammenspiel der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der pädagogischen Praxis Spannungsfelder und Herausforderungen zum Vorschein kommen.The study deals with offers in the field of media and computer science education for children in middle childhood with the focus on strategies and framework conditions of pedagogues. In the first part of the research work the socialization of children today is considered. In addition to socialization theory, the meta-processes of mediatization, individualization and globalization and their effects on children‘s socialization are presented. Subsequently, media use is analyzed in the context of the specifics of middle childhood by describing media acquisition and development processes, findings on media use, and the discourses on risks and opportunities regarding children‘s media use. The self-evidence of media and digital artifacts in the lifeworld of children characterizes childhood today. As a result, the expectations of all members of society to deal with social change and its associated phenomena are increasing. Education is seen as the key to social participation. It is therefore not surprising that education is given the task of responding to the demands of increasing digitization. The third chapter presents the disparate ideas of the various social actors as to how development-oriented education in the digital world could be designed. From a general pedagogy science perspective, a theoretical framework of analysis has been developed in the third chapter. This framework underpins the educational science understanding of pedagogical action according to Benner (2001) and makes it possible to analyze target determinations from an educational point of view. There is a lack of empirical evidence on the focus of extracurricular pedagogical practice for middle-aged children and the objectives it follows. The conditions and structures under which pedagogical action takes place are also unknown. In order to close this research gap, guideline-based interviews were conducted with 31 pedagogues and the data was first analyzed by means of content structuring qualitative text analysis (based on Kuckartz 2018) using a combination of inductively and deductively formed categories. For further evaluation of the systematized data, a typology of six types was formed using the concept of the attribute space and a multi-step reduction procedure. The extracurricular activities in the field of media and computer science education include preventive and educational measures as well as educational offers that children can use for their development which are implemented with and without the use of media. Both in the pedagogical specialist discourse and in most of the partially formalized activities examined, the children’s reflective and analytical abilities are targeted in addition to their creative abilities. Different strategies are shown in the field of media and computer science education, in which areas of tension and challenges emerge through the interplay of social framework conditions and pedagogical practice

    Socialization in Mediatized Lifeworlds: Theoretical and Empirical Approaches

    No full text
    In diesem Beitrag wird der Frage nach den Rahmenbedingungen und dem Handeln im Feld der Medien- und informatischen Bildung mit Kindern im mittleren Kindesalter nachgegangen. Dafür wird zunächst der Blick geweitet, indem die Sozialisation der Kinder heutzutage betrachtet wird. Aufbauend auf der Darlegung des interaktionistischen Verständnisses von Sozialisation als lebensbegleitender Vorgang, in dem die Subjekte als aktive Konstrukteure der Sozialisation definiert werden, wird zum einen auf die Bedeutung von Medien im Sozialisationsprozess und zum anderen auf die zentralen Sozialisationsinstanzen von Kindern im mittleren Kindesalter eingegangen. Dass auch Kinder als soziale und kompetente Akteur:innen betrachtet werden, stellt eine relativ neue Entwicklung dar. Diese wird zu Beginn des zweiten Kapitels ‹Gesellschaftlicher Wandel› ausgeführt. Im Anschluss werden aktuelle Spezifika kindlicher Sozialisation herausgearbeitet und Veränderungsprozesse in der Gesellschaft dargelegt. Es werden die Metaprozesse der tiefgreifenden Mediatisierung, der Individualisierung sowie der Globalisierung und den Auswirkungen auf die Sozialisation dargelegt. Das anschliessende Kapitel richtet den Blick explizit auf Kinder im mittleren Kindesalter und stellt neben dem Medienaneignungsprozess und den Mediennutzungsmotiven auch den Entwicklungsprozess sowie aktuelle Befunde zur kindlichen Mediennutzung dar. Das Kapitel wird mit einer Darstellung der Chancen und Risiken der Mediennutzung abgeschlossen. Das letzte Kapitel richtet den Blick auf die Medien- und informatische Bildung von Kindern im mittleren Kindesalter. Nach einer Begriffsklärung zu ›Medienbildung› und ‚informatische Bildung› werden unterschiedliche Aktivitäten der Medien- und informatischen Bildung ausgeführt. Dabei wird zwischen formalisierten, nicht formalisierten sowie teilformalisierten Aktivitäten unterschieden. Zuletzt wird das Kapitel mit einem Fazit abgerundet.This article examines the question of the framework conditions and actions in the field of media and IT education. To this end, the view is first broadened by looking at the socialization of children today. Based on the presentation of the interactionist understanding of socialization as a life-long process, the significance of media in the socialization process and the central socialization instances of children in middle childhood are discussed. The fact that children are also social and competent actors is a relatively new development. This is explained at the beginning of the second chapter.. Subsequently, current specifics of child socialization are worked out and processes of change in society are presented. The metaprocesses of deep mediatization, individualization and globalization and their effects on socialization are presented. The following chapter focuses explicitly on children in middle childhood and, in addition to the media appropriation process and the motives for media use, also presents the development process and current findings on children‘s media use. The chapter concludes with a presentation of the opportunities and risks of media use. The last chapter focuses on media and IT education for middle-aged children. Following a definition of the terms ›media education› and ›IT education›, various media and IT education activities are described. A distinction is made between formalized, non-formalized and partially formalized activities. In the end, the chapter is rounded off with an conclusion

    Makecomp4School: Competence Framework for Maker Education in Schools with a Focus on Sustainable Development

    No full text
    Das Anliegen des vorliegenden Beitrags besteht in der Konzeptionierung und Fortentwicklung eines Kompetenzrahmens für Maker Education in der Volksschule. Der Kompetenzrahmen mit dem Arbeitstitel «MakeComp4School» soll Lehrpersonen als Grundlage für die Auswahl und Planung von Making-Aktivitäten im Unterricht dienen. Er soll insbesondere die Anschlussfähigkeit der Maker Education an schulische Curricula erhöhen und aufzeigen, dass schulisches Making geeignet ist, um fachliche und überfachliche Kompetenzen im Sinne der bildungspolitischen Rahmenbedingungen (in diesem Fall der nationale Lehrplan21 in der Schweiz) zu entwickeln. Zudem sollen Lehrpersonen mit «MakeComp4School» ein Instrument erhalten, mit dem sie den Kompetenzerwerb ihrer Schüler:innen im Bereich Making sichtbar machen und würdigen können. Mit dem Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen unter den Vorzeichen einer Kultur der Digitalität (Stalder 2016) liegt ein Schwerpunkt des Kompetenzrahmens auf der transversalen Leitidee einer Nachhaltigen Entwicklung (NE) und bezieht auch – sofern mit den Anliegen der Maker Education kompatibel – Kompetenzbereiche einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein. Entstehungskontext des Kompetenzrahmens ist das Forschungsprojekt «Making Packages für kompetenzorientiertes Lernen», das in Kooperation der Ostschweizer Fachhochschule (OST), der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) sowie der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) mit dem Wirtschaftspartner Bischoff AG durchgeführt wird. In diesem Projekt ist der Making-Kompetenzrahmen die Grundlage für die Entwicklung und Kuratierung von Making-Aktivitäten, die Lehrpersonen künftig auf einer OER-Webplattform angeboten werden.The aim of the present contribution is the conceptualization and further development of a competence framework for Maker Education in primary schools. The competence framework, with the working title «MakeComp4School», is intended to serve teachers as a basis for the selection and planning of making activities in the classroom. It is particularly aimed at increasing the connection of Maker Education to school curricula and demonstrating that school-based making is suitable for developing subject-specific and interdisciplinary competencies in line with educational policy frameworks (in this case, the national «Lehrplan21» in Switzerland). In addition, teachers using «MakeComp4School» should receive a tool with which they can make visible and appreciate their students‘ competency acquisition in the field of making. With a focus on current societal developments and challenges under the auspices of a culture of digitality (Stalder 2016), a key aspect of the competence framework is the transversal guiding principle of Sustainable Development (SD) and includes – where compatible with the objectives of Maker Education – competency areas of Education for Sustainable Development (ESD). The context of origin of the competence framework is the research project «Making Packages for Competency-Oriented Learning», carried out in cooperation between the University of Applied Sciences Eastern Switzerland (OST), the University of Teacher Education St. Gallen (PHSG), the University of Teacher Education Thurgau (PHTG), and the business partner Bischoff AG. In this project, the Maker Competency Framework serves as the basis for the development and curation of maker activities that will be offered to educators on an OER (Open Educational Resources) web platform in the future

    Exploring Media Practices with Focused Media Ethnographies: Eine multimodale Erhebungsmethode zur Analyse der Verwobenheit von Menschen und Medien in der Digitalität

    No full text
    Der Gegenstand medienpädagogischer Forschung ist andauernden Wandlungsprozessen unterworfen. Daran schliesst die Notwendigkeit an, auch die zu seiner Erforschung eingesetzten empirischen Methoden kontinuierlich zu entwickeln. Die Verwobenheit von Menschen und Medien einerseits, Medien und Alltag andererseits empirischen Analysen zugänglich zu machen, stellt derzeit eine wesentliche Aufgabe dar. Vor diesem Hintergrund wird das empirische Verfahren der fokussierten Medienethnographie vorgestellt. Es wurde zur Erforschung aktueller medienpädagogischer Fragestellungen entwickelt. Ausgehend von der Annahme einer tiefgreifenden Mediatisierung setzt sich das Verfahren mit Medienpraktiken in ihrer Verwobenheit mit Alltagspraktiken auseinander. Das Verfahren wird entlang eines laufenden Forschungsprojekts vorgestellt, in dem es in den vergangenen eineinhalb Jahren eingesetzt wurde. Der Artikel arbeitet heraus, dass fokussierte Medienethnographien sehr gut dafür geeignet sind, sich forschend den Alltag und darin zu findende Medienpraktiken zu erschliessen. Die Kombination vielfältiger Erhebungsmodi stellt für diese Eignung eine notwenige Voraussetzung dar.The focus of media education research is subject to constant change. As a result, the employed empirical methods need to be continuously adapted. Making the interconnectedness of people and media on the one hand, media and everyday life on the other accessible to empirical analysis is currently a key task. Against this background, this paper presents the empirical method of focused media ethnography. This method offers a framework for the investigation of current media pedagogical issues. Based on the assumption of deep mediatisation, the method deals with media practices in their entanglement with everyday practices. The paper presents the method based on an ongoing research project that has used it over the past year and a half. It shows that focused media ethnographies are very well suited to explore everyday life and the media practices found in it. The combination of diverse survey modes is a crucial prerequisite for this suitability

    Where Do I Have to Click? Design Principles for an OEP-Promoting Digital Ecosystem

    No full text
    Open Educational Resources (OER) wird in aktuellen Debatten um frei zugängliche Lehre und eine neue «Kultur des Teilens» grosse Bedeutung zugesprochen. So ist eine Öffnung der eigenen Lehre durch Publikation eigener Materialien und Konzepte mittels Creative-Commons-Lizenzen möglich. Jedoch zeigt sich, dass Nutzer:innen von OER immer wieder an gewisse Grenzen stossen. Schon die Suche nach geeigneten und passfähigen Materialien ist aufgrund der Fülle verschiedener Portale mit jeweils eigenen Login-Hürden häufig frustrierend. Wenn aber eine «Kultur des Teilens» etabliert werden soll, so muss es auch entsprechende digitale Räume geben, die einen einfachen Zugang ermöglichen und die sozialen Aspekte von Austausch und Kollaboration (Open Educational Practice) auf digitaler Ebene einbeziehen. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich entsprechend mit Gestaltungsprinzipien und -vorschlägen für ein OEP-förderliches digitales Ökosystem, das eine neue Kultur des Teilens von OER auf technischer Ebene unterstützt. Aus den Erfahrungen im Projekt InDigO wurde das Konzept einer «Wunschplattform» abgeleitet, das die generellen Anforderungen an eine OEP-förderliche Online-Plattform bündelt. Die Präsentation dieser Wunschplattform ist Ziel dieses Beitrags zusammen mit der Darstellung der Grundlagen und Erfahrungen, auf denen diese Plattform beruht.Open Educational Resources (OER) are accorded a great importance in current debates about freely accessible teaching and a new «culture of sharing». This enables to open up oneʼs own teaching by publishing materials and concepts using Creative Commons licenses. However, it is clear that users of OER repeatedly come up against certain limits. Even the search for suitable and matching materials is frustrating due to the abundance of different portals, each with their own login barriers. However, if a «culture of sharing» is to be established, there must also be appropriate digital spaces that enable easy access and take into account the social aspects of exchange and collaboration (open educational practice) on a digital level. Accordingly, this article deals with design principles and suggestions for an OEP-promoting digital ecosystem that supports a new culture of sharing OER at a technical level. Based on the experience gained in the InDigO project, a concept for a «wish platform» was derived that bundles the general requirements for an OEP-promoting online platform. The aim of this article is to present this platform of wishes together with a description of the foundations and experiences on which this platform is based

    Research Ethics and Children’s Rights: Challenges and Areas of Tension in Research with Young People Using the Example of Informed Consent

    No full text
    Kinder stehen häufig im Fokus der Medienforschung, um Aufschluss über ihre Mediennutzungserfahrungen zu bekommen. Forschungsethisch stehen verschiedene Ziele, Werte und Methoden in einem Spannungsverhältnis: So können Partizipationsrechte von Kindern Schutzrechten (etwa Schutz vor Retraumatisierung bei Forschung zu belastenden Online-Erfahrungen) entgegenstehen. Medienforschung kann Kindern als gesellschaftlicher Gruppe dienen, aber einzelne teilnehmende Kinder beanspruchen und belasten (Forschungsziele vs. Kindeswohl). Kinder werden als Informant:innen der Medienforschung einbezogen, haben allerdings selten Einfluss auf unterschiedliche Aspekte des Forschungsprozesses (Objekte vs. Subjekte der Forschung). Beispielhaft untersucht der vorliegende Beitrag solche Spannungsverhältnisse anhand des Prozesses der informierten Einwilligung, denn hier gehen forschungsethische und kinderrechtliche Ansprüche deutlich über rechtliche Mindestanforderungen hinaus: Kinder unter 14 Jahren dürfen in vielen Ländern keine rechtlich bindende informierte Einwilligung erteilen, obwohl Kinderrechte für eine stärkere Partizipation sprechen. Vor diesem Hintergrund werden fünf Herausforderungen und Spannungsfelder diskutiert: (1) gegensätzliche Einstellung von Kindern und Erziehungsberechtigten zur Studienteilnahme, (2) Rückzug der Einwilligung zur Teilnahme nach abgeschlossener Studiendurchführung, (3) geringes Vertrauen in Wissenschaft, (4) rechtliche Vorgaben zur Einsichtsfähigkeit von Minderjährigen und kinderrechtliche Partizipationsansprüche sowie (5) Zielkonflikte zwischen Forschungsförderung und partizipativer Forschung. Aus einer kinderrechtlichen Perspektive argumentierend verdeutlichen die skizzierten Herausforderungen und Spannungsfelder mögliche Reibungspunkte von Forschungsethik, Forschungsmethodik, Forschungsökonomie und Kinderrechten am Beispiel der informierten Einwilligung zur Teilnahme an empirischer Forschung.Children are often the focus of media research in order to gain insights into their experiences of media use. In terms of research ethics, various goals, values and methods stay in tension with each other: For example, participation rights can conflict with protection rights of children (such as protection against re-traumatization in research on stressful online experiences). Media research can serve children as a social group, but at the same time can place stress and strain on individual participating children (research objectives vs. child welfare). Children are included as informants in media research, but rarely do they have an influence on different aspects of the research process (objects vs. subjects of research). This article uses the process of informed consent as an example to examine such tensions, as the requirements of research ethics go well beyond minimum legal demands: In many countries, children under the age of 14 are not allowed to give legally binding informed consent, although childrenʼs rights speak in favor of greater participation. Against this background, five challenges and areas of tension are discussed: (1) conflicting attitudes of children and legal guardians regarding participation in empirical studies, (2) withdrawal of consent to participate after the study has been completed, (3) low trust in science, (4) contradiction between legal requirements for minorsʼ capacity to consent and childrenʼs rights for participation, (5) conflicting objectives between research funding and participatory research. Arguing from a child rights perspective, the outlined areas of tension illustrate possible points of friction between research ethics, research methodology, research economics and childʼs rights, referring to informed consent in empirical research as an example

    Primary School Pupils in the Focus of Media Education Research: Actor-Oriented, Multi-Perspective, Participatory

    No full text
    Der Beitrag widmet sich der Frage, wie multiperspektivisch, akteur:innenorientiert sowie partizipativ mit Kindern geforscht werden kann und worin der Mehrwert dieses Vorgehens besteht. Dies wird anhand eines Forschungsprojekts erläutert. Im Verbundprojekt «DiBiGa – Zukunftsperspektiven für die Digitale Bildung im Grundschulalter» beschäftigt sich ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des JFF – Institut für Medienpädagogik mit der Frage, wie Digitale Bildung mit Blick auf Kinder im Grundschulalter künftig gestaltet sein soll. Ausgangspunkt sind die Erfahrungen der an Digitaler Bildung beteiligten Akteur:innen mit dem pandemiebedingten Distance-Schooling.Im Projekt wurden die Perspektiven der verschiedenen Akteur:innen aus den Bereichen Schule (Schulleiter:innen, Vertreter:innen, Expert:innen auf schuladministrativer Ebene) sowie Familie (Kinder, Eltern und Erziehungsberechtigte, Fachkräfte aus der Sozialpädagogischen Familienhilfe) erhoben und aufeinander bezogen (Multiperspektivität). Dabei wurde darauf geachtet, dass sich die Ausgestaltung der Erhebung an den jeweiligen Voraussetzungen der interviewten Personengruppen orientierte (Akteur:innenorientierung). Darüber hinaus wurden Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Digitalen Bildung im Grundschulalter gemeinsam mit den zentralen Akteur:innen erarbeitet (Partizipativität). Der Fokus des Artikels liegt auf der Statusgruppe der Kinder und ihren Perspektiven auf das Thema. Abschliessend werden die Limitationen des gewählten Forschungsvorgehens diskutiert und eingeordnet.This article addresses the question of how research with children can be conducted in a multi-perspective, actor-oriented and participatory way and what the added value of this approach is. This is explained on the basis of a research project. In the project «DiBiGa – Future Perspectives for Digital Education at Primary School Age», a research team from the Friedrich Alexander University Erlangen-Nuremberg (FAU) and the JFF – Institut für Medienpädagogik is dealing with the question of what digital education of primary school children should look like. The starting point is the experience of the actors involved in digital education with pandemic distance schooling.In the project, the perspectives of the various actors from the areas of school (principals, representatives, experts on the school administrative level) and family (children, parents and professionals from the social-pedagogical family support) were collected and related to each other (multi-perspectivity). In doing so, care was taken to ensure that the design of the survey was oriented to the respective prerequisites of the groups of persons interviewed (actor-orientation). In addition, recommendations for the further development of digital education of primary school children have been developed together with the central stakeholders (participative approach). The focus of the article is on the status group of children and their perspectives on the topic. Finally, the limitations of the chosen research approach are discussed and classified

    Making Digital Collaborative Learning Lively and Sustainable: Example of an Online Seminar Concept for Inclusion-Specific Teacher Training

    No full text
    In diesem Beitrag wird ein asynchrones Onlineseminarkonzept aus der universitären Lehrkräftebildung vorgestellt, das selbstgesteuertes und nachhaltiges Lernen ermöglicht. Inhaltlich steht die Vermittlung von lehramtsspezifischen Grundlagen zur schulischen Inklusion im Fokus. Darüber hinaus liegt der allgemeine Schwerpunkt der Konzeption inhaltsunabhängig auf der Förderung der Kooperations- und Kollaborationsfähigkeit, den Feedback- und Selbstlernkompetenzen sowie der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel bei den teilnehmenden Studierenden. Das digitale Lernangebot wurde mithilfe des Learning-Management-Systems OLAT nach Prinzipien des lebendigen und nachhaltigen Lernens gestaltet und enthält mit einem Punktekonzept Elemente der Gamification. Es ist selbstgesteuert, produktiv, aktivierend, situationsbezogen und fördert die soziale Interaktion, um gemeinsames Lernen zu unterstützen. Seminarevaluationen und offene Befragungen der Teilnehmenden über mehrere Semester hinweg zeigen, dass das Konzept sehr gut aufgenommen wird und nach subjektivem Empfinden die genannten Ziele erfüllen kann.The article presents an asynchronous online seminar concept from university-based teacher training that enables self-directed and sustainable learning. In terms of content, the focus is on teacher-training-specific basics for school-based inclusion. In addition, the general focus of the concept, independent of content, is on promoting the skills of cooperation and collaboration, of feedback and self-learning skills, as well as the ability to change perspectives among the participating students. The online learning offerings were designed with the help of the learning management system OLAT according to the principles of lively and sustainable learning. It also contains elements of gamification including a scoring-board concept. It is self-directed, productive, activating, situational, and promotes social interaction to support a joint learning process. Seminar evaluations and open surveys of participants over the course of several semesters show that the concept is very well received. Furthermore, the participants subjectively feel that it can fulfil the stated goals

    918

    full texts

    1,385

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇