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Die Vergütung durch Sachbezüge im Rahmen des § 107 GewO
Die Vorschrift des § 107 Abs. 2 GewO erlaubt es Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Sachbezüge als Teil des Arbeitsentgelts zu vereinbaren, wenn dies dem Interesse des Arbeitnehmers oder der Eigenart des Arbeitsverhältnisses entspricht. Die Arbeit stellt zunächst die einzelnen Sachbezugsformen näher dar und zeigt rechtliche Grenzen auf. Sodann beleuchtet sie die Auswirkungen unterschiedlicher Störungen des Arbeitsverhältnisses auf Sachbezüge und untersucht das Schicksal der Sachbezüge bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB. Es werden ferner die Anrechnung von Sachbezügen auf den gesetzlichen Mindestlohn geprüft und die im Zusammenhang mit einer Lohnpfändung entstehenden Probleme erörtert. In betriebsverfassungsrechtlicher Hinsicht werden schließlich die Vergütung durch Sachbezüge bei Betriebsratsmitgliedern sowie die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats näher beleuchtet
Social Software im Fernstudium: Effekte von Social Software auf Motivation, Austausch und Selbstbestimmung
Der technologische Fortschritt unserer Gesellschaft hat mit der Digitalisierung an neuer Qualität gewonnen und ist ein immanenter Bestandteil unserer Lebens- und Denkweisen. Mit der Digitalisierung wird eine neue Infrastruktur der Wahrnehmung, der Kommunikation und Koordination ausgelöst, die zur Vernetzung vielfältiger sozialer, ökonomischer und politischer Entwicklungen beitragen und somit gesellschaftliche Komplexität erhöhen (Stalder, 2016). So durchdringen Aspekte der Digitalisierung in der Hochschullehre und damit auch in der Fernlehre alle Bereiche, wie beispielsweise auf der Mikro-Ebene individueller didaktischer Möglichkeiten und Methoden (Zawacki-Richter & Anderson, 2014) sowie in der organisationalen, inhaltlichen und technologischen Verankerung digitaler Aspekte, die auf der Meso-Ebene angeordnet werden (Zawacki-Richter & Anderson, 2014). Lebenslange Lernprozesse sind in der Hochschullehre ebenso zu berücksichtigen (Gehrke et al., 2019). Grundlage für ein vermehrtes Interesse an einem Studium ist das zeitgemäße Verständnis von Bildung, in dem Hochschulbildung im 19. Jahrhundert den Erfahrungen einer Normalbiografie zugeschrieben (OECD, 2019) und in einem internationalen Vergleich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts in vielen (fortgeschrittenen) Ländern ebenso als Teil der Biografie angestrebt wird (Schofer & Meyer, 2005). Instructional Design kann in Zeiten von Digitalisierungs- und Transformationsprozessen als methodische Grundlage dienen, um in der Gestaltung von digitalen und/oder online Umgebungen, konkret an den Bedürfnissen und den Anforderungen von Lernenden anzusetzen. So können beispielsweise unter Berücksichtigung von Social Software, selbstgesteuerte und aktive Austausch- und Kommunikationsprozesse in den Vordergrund treten (Schaffert & Kalz, 2009), die nicht immer Dozierende im traditionellen Verständnis einschließen (Rollet et al., 2007). Des Weiteren beeinflussen diverse Durchlässigkeitsfaktoren, die die Digitalisierung- und Transformationsprozesse begleiten, unser Verständnis von Online-Bildung (Wedemeyer, 2009). Hochschulen sind somit weltweit aufgefordert, sich mit den Auswirkungen einer zunehmend digitalen Umwelt und den sich damit verändernden Bedürfnissen der Studierenden bzw. der Gesellschaft auseinander zu setzen (Roth-Ebner, 2018). Im Hinblick der konstruktivistisch verorteten selbstgesteuerten Gestaltung von Kommunikations- und Austauschprozessen in einer digitalen Umgebung ist das Maß an Instruktionen in der Gestaltung der digitalen Umgebung von Interesse. Auf diesen Ausgangsbedingungen aufbauend, werden im ersten Abschnitt die Begrifflichkeiten der Digitalisierung im Allgemeinen und der Social Software im Fernstudium im Besonderen, in ihrer Verwendung innerhalb dieser Dissertation dargestellt. Des Weiteren wird im ersten Abschnitt dieser wissenschaftlichen Arbeit auf die Zielgruppe der Fernstudierenden und ihre Motivationshintergründe zur Aufnahme eines Fernstudiums eingegangen. In der Darstellung der Definitionen der Begrifflichkeiten der Digitalisierung und der Social Software im ersten Kapitel fällt auf, dass mit der Digitalisierung zentrale Implikationen verbunden sind. In Form sozialer und kultureller Implikationen weisen diese auf einen Wandel hin, der die Motivation, den Austausch und die Selbstbestimmung von Individuen beeinflusst und aus diesem Grund in Bildungsprozessen zu berücksichtigen sind. Die in der Dissertation berücksichtigten Implikationen sind: Durchlässigkeit, Selbstbestimmtheit und Orientierung. Im zweiten Abschnitt der Dissertation wird auf das Bildungsziel der Hochschule eingegangen. Aufgabe von Hochschulbildung ist es, Studierende in einer sich stetig ändernden Umwelt zu ermächtigen, indem kritisches Denken sowie Selbstlern- und Selbstorganisationsfähigkeiten im Fokus stehen. Werden im Lerndesign von Hochschulen interaktive, kritisch-konstruktive und sozio-konstruktive digitale Angebote für Studierende berücksichtigt, kann ein dementsprechend gestalteter Austausch stattfinden. Insbesondere über Social Software Umgebungen können interaktive, kritisch-konstruktive und sozio-konstruktive Formate ermöglicht werden. Aus diesen Darstellungen ableitend, ergibt sich eine der Dissertation übergeordneten Fragestellung: In welcher Form können Social Software Angebote im Fernstudium auf die Motivation, den Austausch und der Selbstbestimmung von Fernstudierende hinwirken, wenn in der Gestaltung der Social Software Umgebungen gesellschaftliche und individuelle Anforderungen berücksichtigt werden? Im dritten Abschnitt dieser Dissertation wird der methodische Ansatz, mit dem die Forschungsfrage beantwortet werden soll, vorgestellt. Ziel ist es zum Einem auf der Mikro-Ebene die Entwicklung von Social Software Umgebungen an der FernUniversität in Hagen exemplarisch aufzuzeigen. In Folge dessen werden drei verschiedene Social Software Umgebungen, die sich durch einen hohen Grad an Selbstorganisation auszeichnen, für den Einsatz an der FernUniversität in Hagen konzipiert. Im vierten Abschnitt dieser Arbeit wird anhand der Konzeption einer Social Software Umgebung ein iterativer Entwicklungsprozess mit den Schwerpunkten auf den sozialen und kulturellen Implikationen der Digitalisierung unter Berücksichtigung verschiedener Akteur*innen ausführlich und exemplarisch dargestellt. Die iterative Entwicklung bezieht sich auf eine Social Reading Umgebung. Das Design Based Research (DBR) stellt den methodologischen Rahmen, der sehr offen und auf das Verstehen der Prozesse in der Entwicklung und der Implementierung der Social Reading Umgebung ausgerichtet ist. Im Abschluss dieser Studie werden Gestaltungsempfehlungen, die soziale und kulturelle Implikationen der Digitalisierung berücksichtigen, festgehalten. In einer weiteren Social Software Umgebung, dargestellt im Abschnitt fünf dieser Arbeit, in deren Konzeption die sozialen und kulturelle Implikationen der Digitalisierung berücksichtigt wurden, liegt der Schwerpunkt auf einer Methodentriangulation, die darüber Auskunft geben soll, in welcher Weise die Gestaltung der digitalen Umgebung von den Studierenden wahrgenommen wurde. Mit dem Einsatz dieser Social Software Anwendung richtet sich die Fragestellung auf die Gestaltungsansätze im Allgemeinen und in einer Wiki-Umgebung im Besonderen. Qualitative und quantitative Daten werden nach Flick et al. (2000) und Mayring (2015) miteinander kombiniert und ergänzen sich. Die quantitative Datenerhebung erfolgt in Form eines Online-Fragebogens. Über den Online-Fragebogen sollen Aussagen über die Zusammenhänge von Strukturen von Social Software Umgebungen auf die Motivation erhoben werden. Die qualitative Datenerhebung erfolgt in Form der Online-Ethnographie von Marotzki (2003) und der strukturalen Ethnografie virtueller Welten von Jörissen (2009), mit Schwerpunkt auf die teilnehmende Beobachtung. Abschließend erfolgt im sechsten Abschnitt die Konzeption einer weiteren Social Software Umgebung deren Schwerpunkte auf einer mobilen Umsetzung in Kombination mit einem Game Based Learning Ansatzes nach Werbach und Hunter (2012) liegt. In der Erhebung steht die Wahrnehmung der Gestaltungselemente durch die Studierenden in diesem Kontext im Fokus. Im siebten Abschnitt dieser Dissertation werden die im ersten Abschnitt hergeleiteten kulturellen und sozialen Implikationen: Durchlässigkeit, Selbstbestimmtheit und Orientierung diskutiert. Die Grundlage der Diskussion setzt sich zusammen aus den Ergebnissen der Erhebung zur Wahrnehmung der einzelnen kulturellen und sozialen Implikationen seitens der Studierenden in den einzelnen Social Software Umgebungen, die in den Kontext von Hochschulentwicklung und Digitalisierung gestellt wird. Zudem werden die Ergebnisse der beispielhaft dargestellten Social Software Umgebungen in der Hochschulbildung zusammengefasst und bezüglich des dreiseitigen und wechselseitigen Verhältnisses der Nachfrage von Fernstudierenden, des Angebots seitens der Hochschulen und den Anforderungen der Gesellschaft diskutiert
Globale Bindungsorientierungen des Geführten in der Führung – Evaluation einer kontextfreien Adaption eines Messinstrumentes und eine Prüfung der komplexen Interaktionen globaler Bindungsorientierungen des Geführten mit unterschiedlichen Führungsstilen der Full Range Leadership Theory und Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung in Vorhersage organisationaler Erfolgsvariablen
Eine zeitgemäße Betrachtung der Erfolgswirksamkeit von Führung berücksichtigt nicht nur den Führenden, sondern gleichfalls auch die Interaktion mit der Person und Persönlichkeit des Geführten (vgl. Matthews et al. 2021, Uhl-Bien et al. 2014). Trotz propagierter Allgemeingültigkeit wirken auch die äußerst prominenten und erklärungsmächtigen Führungsstile der Full Range Leadership Theory und der Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung nicht unabhängig von den Merkmalen des Geführten (vgl. Bass 1997, Dvir/Shamir 2003, Shamir/Howell 1999, Zhu et al. 2009). Ein besonders beachtenswertes, aber bis dato in der Führungsforschung kaum erforschtes, relativ stabiles wie interindividuell differierendes Charakteristikum des Geführten ist in dessen Ausprägung der globalen Bindungsorientierungen zu sehen. Diese werden im Unterschied zu den in der Führungsforschung bisher nahezu ausschließlich betrachteten Persönlichkeitsmerkmalen des Geführten gerade in der relationalen Interaktion wirksam (vgl. Ainsworth et al. 1978, Bowlby 1969, 1988) und können damit Führung und deren Erfolgswirksamkeit gerade auf der Beziehungsebene zu erklären helfen. Die Bindungsorientierungen, als die frühkindlich geprägten und nur schwer änderbaren mentalen Modelle des Selbst und der anderen, werden in der vorliegenden Arbeit auf globaler Ebene kontextunabhängig sowie ökonomisch operationalisiert, indem erstmalig eine Validierung einer bezugsgrößenadaptierten deutschen Version eines prominenten Kurzfragebogens des Experiences in Close Relationships Questionnaires (vgl. Brenk-Franz et al. 2018, Ehrenthal et al. 2009, Ravitz et al. 2010, Sibley et al. 2005) innerhalb einer ersten Studie vorgenommen wird. Damit wird u. a. die folgende empirische Untersuchung der Kontingenz der Erfolgswirksamkeit der Führungsstile der Full Range Leadership Theory (FRLT) und der Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung ermöglicht. Die Führungsstile der FRLT (die transformationale Führung, die transaktionale Führung und das Laissez-Faire) gelten als hoch redundant mit den Stilen der Mitarbeiterorientierung und Aufgabenorientierung (vgl. Judge/Piccolo 2004, Piccolo et al. 2012, Rowold et al. 2015, Seltzer/Bass 1990), wurden in ihrer geführtenspezifisch kontingenten Erfolgswirksamkeit jedoch bisher nicht vergleichend untersucht – und das, obwohl divergente Wirkungen aufgrund unterschiedlichen Zusammenwirkens der einzelnen Verhaltensweisen naheliegen. Ebenfalls wurde die Relevanz der relational wirksamen Geführtencharakteristika für die Moderation von Einflussnahmeprozessen für einzelne Führungsstile der FRLT und der Mitarbeiter- und Aufgabenorientierung nicht untersucht. Sowohl die einfache Moderation wie auch die Kontingenz von Mediationsprozessen wird für die Führungsstile im Hinblick auf affektiv orientierte Ergebnismaße innerhalb einer zweiten Studie empirisch erforscht. Die Ergebnisse der zweiten quantitativen Studie zeigen dabei auf, dass insbesondere die im Beziehungsbezogenen wirksamen Führungsstile (i. e. S. die transformationale Führung, die Mitarbeiterorientierung sowie i. w. S. die bedingte Belohnung der transaktionalen Führung) in der Wirkung auf die erlebte Bedeutsamkeit der Arbeit, als motivationaler Faktor der Prägung des Wohlbefindens des Geführten, kontingent in der Bindungsangst des Geführten sind. Gleichzeitig begründet die Unabhängigkeit der Wirkung der Mitarbeiterorientierung von der Ausprägung der Bindungsvermeidung des Geführten in der Beeinflussung der wahrgenommenen Responsivität der Führungskraft sowie bei Vermittlung des Zusammenhangs über die wahrgenommene Responsivität der Führungskraft zum affektiven Commitment zum Vorgesetzten, eine Differenzierung der Kontingenz der affektiv orientierten Führungsstile – interagieren doch die transformationale Führung und die transaktionale bedingte Belohnung mit der Bindungsvermeidung des Geführten sowohl in der Beziehung zur wahrgenommenen Responsivität der Führungskraft als auch im mediierten Modell in der Vorhersage des affektiven Commitments zum Vorgesetzten. Die Bedingungslosigkeit und Wärme der Zuwendung, bei gleichzeitiger Abwesenheit von hohen Leistungserwartungen (vgl. Fleishman/Harris 1962, Verlage 2015), kann sich als differenzierender Faktor von der Mitarbeiterorientierung zur transformationalen Führung und zur transaktionalen bedingten Belohnung (vgl. Avolio 2011, Bass 1985, Bass/Avolio 1994) erweisen und die Befriedigung originärer Bindungsbedürfnisse anstelle der Förderung der Salienz der sekundären Regulationsstrategien bei hoher Bindungsvermeidung (vgl. Arriaga et al. 2018, Main 1990) nahelegen. Damit kann die Wirkung der globalen Bindungsorientierungen des Geführten innerhalb der Führungsbeziehung, über die Interaktion mit dem Führungsstil der Führungskraft, auf unterschiedliche Ergebnismaße exemplarisch nachgewiesen werden und insbesondere die hohe Komplexität und Interdependenz der Wirkung der globalen Bindungsorientierungen des Geführten für den Führungsprozess aufgezeigt werden. Die Bedeutsamkeit der komplexen (denn über ihren Einfluss auf Mediatorvariablen zu bedenkenden) relational wirksamen Persönlichkeitsmerkmale des Geführten in der Wahl des geeigneten Führungsstils ergibt sich ebenso differenziert, wie eine Betrachtung der Ähnlichkeit der Führungsstile auf Ebene der Kontingenz in den relational wirksamen, stabilen Persönlichkeitsausprägungen des Geführten
ADG-KM-EP: Modell einer Archivwerkbank zur Erschließung von historisch-biographischen Quellen
Von Menschen und Maschinen: Mensch-Maschine-Interaktionen in digitalen Kulturen
Das Verhältnis von Menschen und Maschinen verändert in digitalen Praktiken seine Gestalt. Ihre Präsenz in medizinischen, industriellen, sozialen und wissenschaftlichen Dispositiven modifizieren lebensweltliche Interaktionen dergestalt, dass die Grenzen sowohl anthropozentrisch-instrumenteller als auch kybernetischer Erklärungsmuster offenbar werden.
Der interdisziplinäre Band versammelt Untersuchungen, die sich der alltäglichen Macht der Algorithmen in sozialen Medien, den Körperwirkungen des Self Trackings oder der Datenmodellierung in den Digital Humanities widmen. Begleitet werden diese Untersuchungen von Fragen danach, ob nicht ein (gewisser) Anthropozentrismus und eine (digitale) Hermeneutik unvermeidlich bleiben, wenn verstanden werden soll, wie sich die Mensch-Maschine-Interaktionen beschreiben lassen
Arbeitnehmergesundheit und Arbeitspflicht: Rechtliche Verantwortlichkeit für den Gesundheitsschutz des Arbeitnehmers
Das rechtliche Verhältnis von Arbeitnehmergesundheit und Arbeitspflicht wird durch unterschiedliche Rechtsmaterien – insbesondere das Arbeitsschutzrecht, das individuelle Arbeitsrecht sowie die Grundrechte – geprägt. Diese Arbeit analysiert die rechtlichen Verantwortlichkeiten der Arbeitsvertragsparteien, die sich zum Teil in arbeitsvertragliche Pflichten übersetzen. Hierfür wird die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers sowie die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers und dessen Recht auf Beschäftigung zunächst historisch betrachtet. Im Anschluss wird untersucht, inwieweit die gegenseitigen Rechte und Pflichten durch das deutsche Arbeitsschutzsystem konkretisiert werden. Es wird insbesondere der Fragestellung nachgegangen, ob ein Arbeitnehmer zur Duldung und Durchführung von Gesundheitsuntersuchungen verpflichtet ist und ob die Arbeit trotz Krankheit erlaubt ist. Abschließend werden für diese Fälle der Interessenkollision möglichst konkrete rechtliche Lösungen aufgezeigt
Algorithmic Approaches Towards Pedestrian Safety in Sensor-monitored Parking Infrastructures
This thesis is about algorithms that can be used to increase pedestrian safety in a world in which self-driving vehicles are gaining importance. One approach that is central to this thesis is off-board sensors that observe parts of the environment on behalf of vehicles to detect pedestrians. By vehicle-to-infrastructure communication, the information about otherwise hidden pedestrians is transmitted to the vehicles. To this end, three key parts are elaborated. The first part is about describing the braking behavior of vehicles. For this purpose, two models for collision avoiding trajectories are introduced. These models are then used to determine critical locations in an infrastructure which require increased attention with respect to pedestrians. The second part is about modeling of pedestrian flows on parking infrastructure. A novel algorithm models and predicts pedestrian flows in terms of their probability density and expected number. This information is used to enrich the aforementioned critical infrastructure areas with pedestrian information. In the third part of this thesis, the enriched areas are used to find suitable locations for sensors to detect pedestrians. For this purpose, an algorithm is presented to find a sensor distribution with a small number of sensors, while still providing sufficient coverage of the locations to be observed.In dieser Arbeit werden Algorithmen eingeführt und diskutiert, welche bei einer steigenden Verbreitung von hochautomatisierten Fahrzeugen die Fußgängersicherheit erhöhen. Eine zentrale Vorraussetzung sind in der Infrastruktur platzierte Sensoren, die stellvertretend für Fahrzeuge Fußgänger detektieren können. Durch Fahrzeug- zu-Infrastruktur-Kommunikation werden die Informationen über ansonsten verborgene Fußgänger an die Fahrzeuge übertragen. Um die Fußgängersicherheit in solchen Systemen zu erhöhen, werden drei wesentliche Konzepte ausgearbeitet. Im ersten Teil wird das Bremsverhalten von Fahrzeugen beschrieben. Zu diesem Zweck werden zwei Modelle für kollisionsvermeidende Bremstrajektorien eingeführt. Mithilfe dieser Modelle werden kritische Bereiche in einer Infrastruktur algorithmisch bestimmt. Es handelt sich dabei um Bereiche, in denen Fußgänger baulich bedingt gefährdet sind. Der zweite Teil befasst sich mit der Modellierung von Fußgängerströmen auf Parkinfrastruktur. Ein im Rahmen dieser Arbeit entwickelter Algorithmus modelliert und prognostiziert Fußgängerströme bezüglich der Wahrscheinlichkeitsdichte und der erwarteten Fußgängeranzahl. Diese Informationen werden verwendet, um die zuvor ermittelten kritischen Bereiche mit Fußgängerinformationen anzureichern. Im dritten Teil dieser Arbeit werden die angereicherten Infrastrukturbereiche verwendet, um geeignete Standorte für Sensoren zur Fußgängererkennung zu finden. Zu diesem Zweck wird ein Algorithmus vorgestellt, welcher Sensorverteilungen mit geringer Sensorenanzahl berechnet. Die kritischen Bereiche werden durch die Sensorverteilungen sicher beobachtet, wodurch hohe Kosten reduziert werden können
Technology Intelligence using Data Envelopment Analysis, Neural Networks and System Dynamics methods
Bedingt durch die heutigen Geschäftsstrukturen hängt das Überleben eines Unternehmens sowohl von der Interaktion mit seinen lokalen Märkten als auch von der internationalen Orientierung seiner Entwicklungsaktivitäten ab. In diesem Zusammenhang wird es in Zeiten der Globalisierung und des stetig zunehmenden internationalen Wettbewerbs für Unternehmen relevanter denn je, die technologischen Entwicklungen und deren möglichen Einflüsse auf den Markt sowie die damit verbundene Entscheidungsfindung fortlaufend zu beobachten und zu bewerten. Das Technologiemanagement verfügt über bekannte und etablierte Methoden und Verfahren, die den aktuellen Entwicklungsstand von Technologien und deren Weiterentwicklungspotenzial frühzeitig erkennen. Diese Methoden, sogenannte Technologiefrühaufklärungsverfahren (Technology Intelligence), ermöglichen es Unternehmen, technologische Entwicklungen zu beobachten, zu analysieren und frühzeitig Vorhersagen (Forecasts) über die Entwicklungsrichtung einer Technologie zu treffen. Es gibt zahlreiche Technologiefrühaufklärungsmethoden, die hinsichtlich der Qualität ihrer Prognosen differieren. Die Technology Forecasting using Data Envelopment Analysis (TFDEA), erstmalig im Jahr 2001 auf der Portland International Conference on Management of Engineering and Technology vorgestellt [Inman (2004b)], gilt als einer der besten quantitativen Ansätze zur Technologiefrühaufklärung (TF). Sie lässt sich auf unterschiedliche Technologien anwenden und kann positive Ergebnisse aus dem Bereich von Flugzeug bis hin zu Wireless-Technologien aufzeigen. Die Prognoseerstellung mit dem von Inman beschriebenen TFDEA-Ansatz basiert auf der Hauptannahme, dass sich historische Muster in der Zukunft wiederholen [Inman (2004b)]. Aufgrund dessen wird bei der klassischen TFDEA eine konstante Rate of Change (ROC) verwendet. In die Bestimmung der ROC fließen lediglich die vorhandenen Input- und Output-Daten einer Technologie mit ein [Tudorie (2012a)]. Andere Einflussfaktoren auf die Entwicklung einer Technologie oder Fehler aus vorherigen Berechnungen werden jedoch nicht berücksichtigt. Diese Aspekte lassen viel Spielraum für Erweiterungen, mit denen sich diese Forschungsarbeit beschäftigt. In dieser Arbeit erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem TFDEA-Ansatz mit dem Ziel, eine intelligente Dynamik zu erweitern. Obwohl keine hundertprozentig zutreffende Aussage über die Zukunft formuliert werden kann, besteht das Hauptziel in einer möglichst genauen Prognoseerstellung durch Minimierung von Vorhersagefehlern. Die Kernelemente einer Prognoseerstellung nehmen die ROC ein. Anders als Inman geht diese Arbeit von dynamischen Änderungsraten aus, die aus vorhandenen Input- und Output-Daten, externen Einflussfaktoren und Fehlerinformationen vergangener Kalkulationen errechnet werden können. Zusätzlich lassen sich in der Regel genauere Prognosen erstellen, wenn statt einzelner Produkte Produktgruppen verwendet und die Analysezeiträume verkürzt werden. Das in dieser Arbeit entwickelte Modell impliziert drei aufeinander aufbauende Entwicklungsstufen. Die erste Stufe befasst sich mit der allgemeinen Beschreibung von ROC-Funktionen durch die Regressionsanalyse. Dabei wird Abstand von einfachen, das heißt linearen oder exponentiellen, Funktionen genommen, und das Hauptaugenmerk wird auf zusammengesetzte und komplexere Funktionen gelegt. Die zweite Stufe zielt auf eine Adaption der ermittelten ROC-Funktionen durch künstliche neuronale Netzwerke (NN) ab. Ähnlich dem menschlichen Gehirn durchlaufen auch künstliche NN einen iterativen Lernprozess, der bei dem erweiterten TFDEA-Modell zu einer Anpassung der ROC durch angelerntes Wissen aus vergangenen Kalkulationen führt. Die letzte Stufe befasst sich mit der Einbindung von äußeren Einflussfaktoren in die Berechnung der Änderungsraten. Dazu wird in dieser Forschungsarbeit die System Dynamics (SD)-Methode von Jay W. Forrester angewendet, die sich durch eine „gesamtheitliche Analyse und Simulation von komplexen und dynamischen Systemen“ auszeichnet [Forrester (1989)]. Abseits der Adaption von Änderungsraten kann das TFDEA-Modell auch durch das Konzept der Netzwerk-DEA verbessert werden. Die klassische DEA ist mit einem Blackbox-Modell vergleichbar. Technologien werden in diesem Zusammenhang ausschließlich anhand ihrer Input- und Output-Daten beschrieben. Eine Analyse der Prozesse, die im Inneren einer Technologie erfolgen, findet nicht statt. Abhilfe schafft das Modell der Netzwerk-DEA mit dem Ziel, die in einer Blackbox ablaufenden Vorgänge zu beschreiben. Ein Produkt bzw. eine Technologie beinhaltet in den meisten Fällen mehrere Subtechnologien, die miteinander in Verbindung stehen. Sofern alle Subtechnologien eines Produkts definiert und bekannt sind, können daraus vollständige Informationen über die gesamte Technologie abgeleitet werden. Neben der Ermittlung von effizienten und ineffizienten Subtechnologien kann die Aufschlüsselung einer Technologie für die genauere Bestimmung der State-of-the-Art (SOA)-Technologie genutzt werden. Die eben genannten Möglichkeiten zur Verbesserung des TFDEA-Ansatzes lassen sich durch vielschichtige mathematische Modelle beschreiben. Für eine einfachere Verwendung können diese Funktionen auch in einem Softwaresystem abgebildet werden. In diesem Beitrag ist ein umfassendes Verfahren entworfen worden, das in Form eines Computer assisted Technology Intelligence (CaTI)-Systems umgesetzt und als modulares, interaktives System entwickelt wurde. Das Ziel des CaTI-Systems liegt in einer besseren Unterstützung des gesamten Technologiefrühaufklärungsprozesses, von der Datenerfassung und -erzeugung mit Data- bzw. Text- und Webmining sowie der Netzwerk-DEA über die Analyse, Auswertung und Prognoseerstellung durch eine Kombination von TFDEA mit Regressionsanalysen, einem NN und einer SD bis hin zur Kommunikation der Ergebnisse mit einem Reporting-System.In today’s business environment, the survival of a company depends on its interaction with its local market as well as on the international orientation of its development activities. In the context of globalization and steadily increasing competition, it is more important than ever to monitor and evaluate the technological developments and their possible influences on the market as well as the associated decision-making. In the technology management field, there are established methods and procedures that recognize the current state of development of technologies and the potential for further development at an early stage. These „technology intelligence“ methods make it possible to carry out early technological advances in relation to the current state of development and the further development of the technologies. As a result, Technology Intelligence enables companies to monitor and analyze technological developments and to make early predictions on the development direction of a technology. There are numerous Technology Intelligence methods that offer competing quality of their forecasts. „Technology Forecasting using Data Envelopment Analysis“ (TFDEA) is one of the competing techniques presented for the first time in 2001 at the Portland International Conference on Management of Engineering and Technology (PICMET’01) [Inman (2004b)]. After its introduction, TFDEA has been rated and classified as one of the best quantitative approaches of technology forecasting methods. Positive results have been achieved in a wide range of applications, from aircraft to wireless technologies. Forecasting with the TFDEA approach described by Inman is based on the assumption that historical patterns are repeated in the future [Inman (2004b)]. For this reason, a constant rate of change (ROC) is used in classical TFDEA. Only the existing inputs and outputs are used to determine the ROC. Other influencing factors on the development of a technology or errors from previous calculations are not considered [Tudorie (2012b)]. These points provide ample scope for extensions that are dealt with in this research work. In this thesis, a discussion of the TFDEA approach takes place with the aim of expanding it with a more intelligent dynamics. Although it is impossible to make a perfectly accurate statement about the future, the main goal is to make the forecast as accurate as possible by minimizing prediction errors. The core element of a prediction is the ROC. Unlike Inman, this work is based on dynamic rate of change, which can be calculated from existing input and output data, external influencing factors, and error information from past calculations. In addition, more accurate forecasts can be obtained if product groups are selected instead of individual products, and shorter analysis periods instead of longer ones. The model developed in this work involves three successive development stages. The first stage deals with the determination of the ROC functions via regression analysis. Main attention is placed on more complex functions rather than on simple functions, such as, linear or exponential. The second stage deals with the adaptation of the determined ROC functions by artificial neural networks. Similar to the human brain, artificial neural networks also undergo an iterative learning process, which leads to the adaptation of the ROC by an established TFDEA model by means of learned knowledge from past calculations. The last stage deals with the integration of external influence factors into the calculation of the ROC. For this purpose, the methodology of the System Dynamics (SD) proposed by Jay W. Forrester, which is characterized by a comprehensive analysis and simulation of complex and dynamic systems [Forrester (1989)], is used in this research work. Apart from the adaptation of the rate of change, the TFDEA model can also be improved by the concept of network DEA. The classic DEA is comparable to a black box model. Technologies are only described in terms of their inputs and outputs parameters. An analysis of the processes taking place within the technology is not performed. The model of the network DEA helps to describe the processes involved in a technology black box. In most cases, a product or technology includes several sub-technologies that are connected to one another. When all the sub-technologies of a product are defined and known, complete information about the entire technology can be derived. In addition to the identification of efficient and inefficient sub-technologies, the breakdown of a technology can be used to determine more precisely its state-of-the-art (SOA). The above mentioned possibilities for the improvement of the TFDEA approach can be described by complex mathematical models. For ease of use, these functions are implemented in a software system. In this research, a comprehensive method has been developed and designed as a „computer assisted technology intelligence“ (CaTI) system, which is implemented as a modular, interactive system. The aim of the CaTI system is to provide better support for the entire Technology Intelligence process. This includes (1) data collection from various sources (local or via internet) and various forms (text, tables and others); (2) the network DEA through analysis, evaluation and forecasting through a combination of TFDEA, extended with regression analysis, a neural network and system dynamics; and, (3) presentation of the results through a reporting module